Das Wichtigste in Kürze
- DJI Air 3 ActiveTrack aktivieren: in DJI Fly einen Rahmen um das Motiv ziehen, unten auf ActiveTrack tippen, Untermodus wählen, GO. Die Aufnahme startest du selbst.
- Drei Untermodi: Auto (nur Personen), Folgen mit acht Richtungen über das Folgen-Rad und Parallel.
- Abstand: Personen auf 4–20 m (optimal 5–10 m), Fahrzeuge und Boote auf 6–100 m. In der EU endet die Verfolgung bei 50 m.
- Tempo: höchstens 12 m/s. Die Air 3S folgt mit 15 m/s.
- Grenzen: ActiveTrack nur bis 3-fach-Zoom und mit genug Licht für die Sichtsensoren, nicht im Nachtvideomodus.
So aktivierst du ActiveTrack bei der Air 3
Der Weg läuft immer über FocusTrack, den Sammelbegriff für die drei Verfolgungsfunktionen der DJI Fly App. Laut Handbuch gehst du so vor:
- Starten und Höhe aufbauen. FocusTrack ist am Boden gesperrt. Bei Personen arbeitet ActiveTrack ab 2 Metern Höhe.
- Motiv markieren. Ziehe in der Kameraansicht einen Rahmen um Person, Fahrzeug oder Boot. Alternativ schaltest du in den Steuerungseinstellungen das Motiv-Scanning ein und tippst das erkannte Motiv an.
- Spotlight ist aktiv. Die Drohne richtet die Kamera auf das Motiv, den Flug steuerst du weiter selbst.
- Auf ActiveTrack wechseln. Tippe im unteren Bildschirmbereich auf ActiveTrack.
- Untermodus wählen und GO tippen. Die Air 3 übernimmt Kurs, Abstand und Höhe.
- Aufnahme starten. Über die Aufnahmetaste in der App oder den Auslöser an der Fernsteuerung. FocusTrack filmt nicht von selbst.
Beenden kannst du jederzeit mit einem Druck auf die Pausetaste der Fernsteuerung oder mit Stopp in der App. Die Drohne fällt dann zurück in Spotlight. Ein zweiter Druck auf die Pausetaste beendet auch Spotlight.
Die drei FocusTrack-Modi der Air 3
| Modus | Wer fliegt | Tempo | Motive | bei einem Hindernis |
|---|---|---|---|---|
| Spotlight | du | wie im Normalflug | stehend und beweglich | Schwebeflug |
| Point of Interest | die Drohne im Kreis | bis 12 m/s | stehend und beweglich | Schwebeflug |
| ActiveTrack | die Drohne | bis 12 m/s | Personen, Fahrzeuge, Boote | Umfliegen |
Bei Spotlight und Point of Interest bleibt die Air 3 vor einem Hindernis im Schwebeflug stehen, egal ob in DJI Fly „Umleitung“ oder „Bremsen“ eingestellt ist. Bei ActiveTrack umfliegt sie Hindernisse immer selbst, unabhängig von dieser Einstellung. Im Sportmodus ist die Hinderniserkennung abgeschaltet.
Für den Einstieg eignet sich Spotlight. Der Flugweg bleibt bei dir, die Kamera hält das Motiv. Wie sich die Modi bei DJI generell unterscheiden, erklärt der Überblick zu den Verfolgungsmodi bei DJI.
Auto, Folgen, Parallel: die Untermodi
ActiveTrack hat bei der Air 3 drei Untermodi. In der Übersichtstabelle des Handbuchs heißt der mittlere „Manuell“, in der Beschreibung „Folgen“.
Auto plant die Flugroute laufend anhand der Umgebung und fliegt eigenständig Kamerabewegungen. Der Modus verfolgt nur Personen und reagiert nicht auf die Steuerknüppel. DJI hat ihn im Dezember 2023 mit der Firmware v01.00.10.00 nachgereicht, im Handbuch steht er seit Version 1.4.
Folgen hält eine feste Position relativ zur Bewegungsrichtung des Motivs. Zur Wahl stehen acht Richtungen: vorne, hinten, links, rechts und die vier Diagonalen. Die Air 3 kann also vor dem Motiv herfliegen und es frontal filmen. Eingestellt wird die Richtung über das Folgen-Rad unten links in der Kameraansicht. Du tippst einen Punkt an oder ziehst das Symbol, die Drohne zeigt die geplante Route als grüne Linie und fliegt dorthin. Die Richtung lässt sich während der Verfolgung ändern.
Bei Personen zeigt das Folgen-Rad zwei Kreise, einen inneren für nahe und einen äußeren für weite Positionen. Bei Fahrzeugen gibt es nur einen Kreis. Die Richtungsangabe greift laut DJI nur, wenn sich das Motiv stetig in eine Richtung bewegt. Läuft es im Zickzack, folgt die Drohne aus festem Abstand und fester Höhe.
Parallel behält die geografische Ausrichtung zum Motiv bei, etwa „östlich folgen“. Ändert ein Radfahrer die Richtung, bleibt die Drohne trotzdem östlich von ihm. Für Aufnahmen entlang einer Küste oder eines Flusses mit festem Hintergrund ist das der passende Modus.
Mit den Steuerknüppeln greifst du in den Modi Folgen und Parallel jederzeit ein. Rollen umkreist das Motiv, Nicken ändert den Abstand, Schub die Höhe und Gieren den Bildausschnitt.
Wie nah und wie hoch die Air 3 folgt
Laut Handbuch arbeitet ActiveTrack nur in einem festen Rahmen aus Abstand und Höhe. Startest du außerhalb, fliegt die Air 3 zuerst selbst in den unterstützten Bereich.

| Motiv | Kamera | Abstand | optimal | Höhe |
|---|---|---|---|---|
| Personen | Weitwinkel | 4–20 m | 5–10 m | 2–20 m (optimal 2–10 m) |
| Personen | Telekamera | 7–20 m | 2–20 m | |
| Fahrzeuge und Boote | Weitwinkel | 6–100 m | 20–50 m | 6–100 m (optimal 10–50 m) |
| Fahrzeuge und Boote | Telekamera | 16–100 m | 6–100 m |
Für Personen ist der Rahmen eng. Bei 20 Metern Abstand ist Schluss, am besten arbeitet die Verfolgung auf 5 bis 10 Metern und bis 10 Meter Höhe. Wer weite Landschaftsaufnahmen mit einer kleinen Figur im Bild plant, stößt damit schnell an die Grenze. Für solche Bilder bleibt Spotlight mit manuellem Flug die bessere Wahl.
Bei Fahrzeugen und Booten reicht der Bereich laut Handbuch bis 100 Meter. In der EU nutzt du davon nur die Hälfte, weil FocusTrack bei 50 Metern waagerechtem Abstand automatisch endet.
Verfolgen mit der 3-fach-Telekamera
Die Air 3 hat neben der Weitwinkelkamera eine mittlere Telekamera mit 3-fach-Zoom (70 mm Kleinbildäquivalent). ActiveTrack unterstützt bewegliche Motive laut Handbuch bis 3-fach-Zoom, also bis zur nativen Brennweite der Telekamera. Spotlight und Point of Interest arbeiten bis 9-fach.
Die Telekamera verdichtet die Perspektive. Hintergrund und Motiv rücken optisch zusammen, Berge hinter einem Radfahrer wirken größer und näher. Für Verfolgungsaufnahmen ist das ein starkes Gestaltungsmittel. Der Preis dafür sind größere Mindestabstände, 7 Meter bei Personen und 16 Meter bei Fahrzeugen. Was die beiden Kameras sonst leisten, steht in der Rezension der DJI Air 3.
Die FocusTrack-Einstellungen
Unter Einstellungen > Steuerung > FocusTrack-Einstellungen legst du fest, wie die Air 3 verfolgt:
- Innerer und äußerer Radius: waagerechter Abstand zum Motiv auf dem inneren und äußeren Kreis des Folgen-Rads (nur bei Personen).
- Innere und äußere Höhe: senkrechter Abstand zum Motiv auf beiden Kreisen (nur bei Personen).
- Kamerabewegung: „Normal“ umfliegt Hindernisse mit wenig Höhenänderung und ruhigem Flug, „Schnell“ manövriert dynamischer und ändert die Höhe stärker.
- Flug in der Nähe des Bodens: erlaubt bei Personen eine Höhe unter 2 Metern. DJI weist auf das höhere Kollisionsrisiko hin.
- Zurücksetzen: stellt alle FocusTrack-Werte auf Werkseinstellung.
Bewegst du während der Verfolgung die Knüppel für Abstand oder Höhe, passt die Air 3 die Werte des aktuellen Kreises an. Die gespeicherten Standardwerte bleiben davon unberührt.
Warum ActiveTrack nicht startet oder abbricht
DJI nennt im Handbuch eine Reihe von Bedingungen. Verfügbar ist ActiveTrack nur, wenn diese Punkte stimmen:
- Licht: genug für die Sichtsensoren. Reicht es nicht, sperrt die Air 3 ActiveTrack. Spotlight und Point of Interest für stehende Motive bleiben nutzbar, dann ohne Hinderniserkennung.
- Kein Nachtvideomodus: dort ist FocusTrack komplett gesperrt.
- Zoom höchstens 3-fach: darüber leidet die Motiverkennung.
- Drohne in der Luft: am Boden lässt sich nichts starten.
- Abstand zu GEO-Zonen: in deren Nähe arbeitet FocusTrack unter Umständen nicht korrekt.
Während der Verfolgung ist laut DJI besondere Vorsicht geboten, wenn das Motiv über unebenes Gelände oder Schnee läuft, seine Form stark ändert, farblich mit dem Hintergrund verschmilzt oder lange verdeckt ist. Dasselbe gilt bei sehr wenig Licht unter 300 Lux und bei sehr hellem Licht über 10.000 Lux. In Bereichen mit dünnen Ästen, Stromleitungen, Wasser, Glas oder einfarbigen Wänden soll FocusTrack laut Handbuch gar nicht zum Einsatz kommen.
Verliert die Air 3 das Motiv, fliegt sie acht Sekunden mit der bisherigen Geschwindigkeit und Richtung weiter und sucht es. Taucht es nicht wieder auf, beendet sie ActiveTrack. Laufen zwei Motive dicht aneinander vorbei, kann sie außerdem auf das falsche wechseln. DJI empfiehlt als Motive nur Personen, Fahrzeuge und Boote, ausdrücklich keine Kinder und keine ferngesteuerten Modellautos oder -boote.
Was bei der Air 3S anders ist
Die Air 3S nutzt dieselbe FocusTrack-Logik. Ihr Handbuch beschreibt diese Abweichungen:
| Merkmal | Air 3 | Air 3S |
|---|---|---|
| Untermodi | Auto, Folgen, Parallel | Auto, Manuell |
| Auto-Modus | nur Personen | Personen und Fahrzeuge |
| Höchsttempo | 12 m/s | 15 m/s, Motiv höchstens 12 m/s |
| Abstand Personen | 4–20 m | bis 20 m |
| Abstand Fahrzeuge | 6–100 m | bis 100 m |
| Hindernis in Spotlight und POI | Schwebeflug | Ausweichen oder Bremsen je nach Einstellung |
| Motiv verloren | 8 s Suchflug, dann Ende | Suchflug, dann Schwebeflug und Ende |
| Fotomodus | k. A. | FocusTrack nur bei Einzelaufnahme |
| EU-Grenze | 50 m | 50 m |
Gestartet wird FocusTrack bei der Air 3S über ein eigenes Symbol am linken Bildschirmrand oder durch Auswahl des Motivs. Ein zweiter Tipp auf das Symbol beendet den Modus. Nach vorn misst die Air 3S zusätzlich mit einem LiDAR-Sensor. Auch bei ihr setzt ActiveTrack laut Handbuch genug Licht für die Sichtsensoren voraus. Alle Daten zur Air 3S stehen in der Rezension der DJI Air 3S.
Was in der EU gilt
Die Air 3 trägt die Klassenkennzeichnung C1 und fliegt in der Unterkategorie A1. Für die Verfolgung sind zwei Regeln wichtig.
Die EU verlangt bei C1-Drohnen, dass sie sich im Follow-me-Modus höchstens 50 Meter vom Fernpiloten entfernen. DJI setzt das um, indem FocusTrack in der EU bei mehr als 50 Metern waagerechtem Abstand zum Motiv automatisch endet.
Außerdem bleibt der Sichtkontakt Pflicht. Die EU erlaubt den Flug ohne direkten Blick auf die Drohne nur im Follow-me-Modus, bei dem die Drohne dem Fernpiloten selbst folgt. Lässt du die Air 3 einem Freund auf dem Rad folgen, behältst du sie die ganze Zeit im Blick und überfliegst dabei keine Menschenansammlungen.
Fazit: kurze Abstände, klare Motive
ActiveTrack der Air 3 spielt seine Stärken bei Personen auf 5 bis 10 Metern Abstand und bei Fahrzeugen oder Booten auf 20 bis 50 Metern aus, bei gutem Licht und freier Umgebung. Für den Einstieg lohnt Spotlight, danach der Modus Folgen mit einer festen Richtung auf dem Folgen-Rad. Der Auto-Modus liefert abwechslungsreiche Kamerafahrten mit Personen, wenn die Firmware auf dem Stand von Dezember 2023 oder neuer ist. Vor dem ersten Einsatz in schwierigem Gelände lohnt ein Testlauf auf offener Wiese, bei dem du auch die Pausetaste als Notbremse übst.
Häufige Fragen
Wie aktiviere ich ActiveTrack bei der DJI Air 3?
Starte die Drohne und ziehe in der Kameraansicht von DJI Fly einen Rahmen um das Motiv oder tippe ein erkanntes Motiv an. Die Air 3 geht dann in den Spotlight-Modus. Tippe unten im Bildschirm auf ActiveTrack, wähle einen Untermodus und bestätige mit GO. Die Aufnahme startest du anschließend selbst über den Auslöser.
Welche Verfolgungsmodi hat die DJI Air 3?
Unter FocusTrack bietet die Air 3 Spotlight, Point of Interest und ActiveTrack. ActiveTrack hat drei Untermodi: Auto plant die Kamerafahrt selbst, Folgen hält eine von acht Richtungen zum Motiv, Parallel hält eine feste Himmelsrichtung. Den Auto-Modus hat DJI im Dezember 2023 per Firmware-Update nachgereicht.
Wie schnell kann die DJI Air 3 folgen?
Laut Handbuch mit höchstens 12 m/s, also rund 43 km/h. Das gilt für ActiveTrack und für den Kreisflug Point of Interest. Für Läufer, Radfahrer und langsame Boote reicht das. Einem Auto auf der Landstraße kann sie bei diesem Tempo nicht folgen.
Kann die DJI Air 3 einem Auto folgen?
Ja, im Modus Folgen und Parallel. Fahrzeuge verfolgt sie laut DJI auf 6 bis 100 Meter Abstand, am besten auf 20 bis 50 Meter. In der EU endet die Verfolgung bei 50 Metern, und das Tempo ist auf 12 m/s begrenzt. Der Auto-Modus der Air 3 funktioniert nur mit Personen.
Filmt die Air 3 bei ActiveTrack automatisch?
Nein. Die Air 3 verfolgt das Motiv, die Aufnahme musst du laut Handbuch selbst starten. Das geht über die Aufnahmetaste in DJI Fly oder den Auslöser an der Fernsteuerung, vor oder während der Verfolgung.
Warum bricht ActiveTrack bei 50 Metern ab?
Das ist eine EU-Vorgabe. Drohnen der Klasse C1 dürfen sich im Follow-me-Modus höchstens 50 Meter vom Fernpiloten entfernen. DJI setzt das so um, dass FocusTrack in der EU automatisch endet, sobald der waagerechte Abstand zwischen Drohne und Motiv 50 Meter übersteigt.
Was macht die Air 3, wenn sie das Motiv verliert?
Laut Handbuch fliegt sie acht Sekunden mit der bisherigen Geschwindigkeit und Richtung weiter und sucht das Motiv. Findet sie es nicht wieder, verlässt sie ActiveTrack. Kurze Verdeckungen durch einen Baum oder ein Schild überbrückt sie so, längere nicht.
Warum lässt sich ActiveTrack bei meiner Air 3 nicht auswählen?
Häufige Ursachen sind zu wenig Licht für die Sichtsensoren, der aktive Nachtvideomodus, ein Zoom über 3-fach oder eine Drohne, die noch am Boden steht. In der Nähe von GEO-Zonen arbeitet FocusTrack laut DJI unter Umständen ebenfalls nicht zuverlässig.