DJI Fly App: kompatible Geräte und Anforderungen

Welche Handys und Tablets die DJI Fly App unterstützt: iOS- und Android-Anforderungen, die offizielle Geräteliste und was bei nicht gelisteten Modellen gilt.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die Drohne liegt im Karton, die Fernsteuerung hat keinen eigenen Bildschirm, und jetzt stellt sich eine Frage, die vor dem Kauf selten jemand stellt: Läuft die DJI Fly App überhaupt auf meinem Telefon? DJI führt dazu eine offizielle Liste, die viele Geräte gar nicht erwähnt. Dieser Artikel zeigt, was in der Liste steht, was sie bedeutet und welche Kriterien neben der Software über einen brauchbaren Flug entscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mindestanforderung: iOS 11.0 oder Android 7.0, auf Android zusätzlich ein 64-Bit-Prozessor.
  • Die Liste von DJI ist eine Auswahl getesteter Geräte, keine Sperrliste für alle anderen.
  • iPads führt die Fly-Liste nicht, Android-Tablets nur vereinzelt.
  • Praktisch entscheiden Displayhelligkeit, Arbeitsspeicher und Gehäusebreite mehr als die Systemversion.
  • Auf Android kommt die App von dji.com, nicht aus dem Play Store.

Die Mindestanforderungen

DJI nennt in der Kompatibilitätsliste zwei harte Grenzen:

PlattformAnforderungBezugsweg
iOSVersion 11.0 oder neuerApp Store
AndroidVersion 7.0 oder neuer, 64-Bit-ProzessorAPK von dji.com

Die 64-Bit-Anforderung auf Android schließt vor allem sehr alte Einsteigergeräte aus. Alles, was ab etwa 2019 verkauft wurde, erfüllt sie. Warum die App auf Android einen eigenen Weg geht und wie die Installation abläuft, steht im Artikel zur DJI Fly App.

Die Liste ist eine Auswahl, keine Ausschlussliste

Dieser Punkt sorgt für die meisten Missverständnisse. DJI veröffentlicht eine Aufstellung von Telefonen, mit denen die App geprüft wurde. Sie sagt aus, dass diese Geräte funktionieren. Sie sagt nicht aus, dass andere Geräte nicht funktionieren.

Praktisch heißt das: Erfüllt dein Telefon Betriebssystem und Prozessoranforderung, installiert sich die App und arbeitet in aller Regel normal. Die Liste wird außerdem nur in größeren Abständen gepflegt und hinkt dem Markt hinterher, aktuelle Modelljahrgänge fehlen dort regelmäßig, obwohl sie längst genutzt werden.

Entscheidungsbaum mit der Frage, ob die DJI Fly App auf einem Gerät läuft. Von oben führt der Weg über die Plattformfrage iOS oder Android zu den Systemanforderungen iOS 11 und Android 7 mit 64-Bit-Prozessor. Darunter verzweigt der Baum in gelistetes Gerät und nicht gelistetes Gerät, beide enden bei der praktischen Prüfung aus Arbeitsspeicher, Displayhelligkeit und Gehäusebreite für die Halterung. Zwei Endpunkte zeigen das Ergebnis läuft zuverlässig und läuft, aber ungeprüft.

Gelistete iPhone-Modelle

Für iOS führt DJI diese Modelle ausdrücklich auf:

ReiheGelistete Modelle
iPhone 1616 Pro Max, 16 Pro, 16 Plus, 16
iPhone 1515 Pro Max, 15 Pro, 15 Plus, 15
iPhone 1414 Pro Max, 14 Pro, 14 Plus, 14
iPhone 1313 Pro Max, 13 Pro, 13, 13 mini
iPhone 1212 Pro Max, 12 Pro, 12, 12 mini
iPhone 1111 Pro Max, 11 Pro, 11
iPhone SESE 3, SE 2

Die neueren Jahrgänge fehlen in der Aufstellung, laufen aber. Bei den kleinen Modellen lohnt ein zweiter Gedanke: Auf einem iPhone 13 mini oder einem SE bleibt neben den Bedienelementen der App wenig Fläche für das Livebild übrig.

Gelistete Android-Geräte

Die Android-Seite ist breiter aufgestellt und nennt Geräte mehrerer Hersteller:

MarkeGelistete Modelle
SamsungGalaxy S24 Ultra, S23 Ultra, S22 Ultra, S21 Ultra, Note 20 Ultra, A54, A53
HuaweiMate 60 Pro, Mate 50 Pro, Pura 70 Pro+, P60 Pro, P50 Pro, nova 11 Pro
Xiaomi14 Pro, 13 Ultra, 12 Ultra, 11 Ultra, MIX 4, POCO X5 Pro, Redmi Note 12 Pro, Redmi Note 11 Pro, K60 Pro, Redmi 12C
vivoX100 Pro, S17 Pro, Y78+, iQOO neo8
Honor90 Pro
OPPOReno 10 Pro
OnePlusNord CE 3
GooglePixel 8 Pro

Auffällig ist die Mischung: Neben Spitzenmodellen stehen Mittelklassegeräte wie das Galaxy A53 oder das Redmi 12C. Das zeigt, dass die App keine außergewöhnliche Rechenleistung verlangt, sobald die Grundvoraussetzungen erfüllt sind.

Ein Hinweis zu Huawei-Geräten ohne Google-Dienste: Die Fly App kommt ohnehin als APK direkt von DJI und braucht den Play Store nicht. Für Karten- und Standortfunktionen kann es dort trotzdem Einschränkungen geben.

Tablets: warum sie kaum auftauchen

In der Liste für DJI Fly stehen keine iPads und nur wenige Android-Tablets. Das liegt weniger an der Software als an der Praxis:

Wer trotzdem ein Tablet nutzen will, achtet auf mindestens vier Gigabyte Arbeitsspeicher und ein helles Display. Für ruhige Flüge mit Stativ oder für die Nachbesprechung am Boden ist die größere Fläche ein echter Gewinn.

Was neben der Software wirklich zählt

Die Systemanforderungen sind schnell erfüllt. Ob ein Gerät im Flug Freude macht, entscheiden vier andere Punkte.

Displayhelligkeit. Draußen bei Sonne ist das der wichtigste Wert überhaupt. Unter etwa 600 Candela pro Quadratmeter erkennst du auf dem Livebild kaum noch, wo die Drohne hinsieht. Genau hier liegt der Hauptvorteil der Fernsteuerungen mit eigenem Bildschirm, die auf 700 Candela und mehr kommen.

Arbeitsspeicher. Vier Gigabyte sind die praktische Untergrenze. Darunter räumt Android im Hintergrund auf, während die App läuft, was sich in Rucklern und abgebrochener Videovorschau zeigt.

Gehäusebreite und Hülle. Die Klemme der Fernsteuerung fasst Telefone bis etwa 90 Millimeter Breite. Dicke Schutzhüllen passen selten, und eine Hülle behindert zusätzlich die Wärmeabgabe.

Wärme. Die App fordert Prozessor und Funk dauerhaft, dazu kommt oft das Laden über die Fernsteuerung. Im Sommer ist das der häufigste Grund für eine Drosselung mitten im Flug. Das Laden lässt sich in den Einstellungen der Fernsteuerung abschalten, was die Temperatur deutlich senkt.

Wenn das Gerät nicht gelistet ist

Ein Vorgehen in vier Schritten klärt den Fall schneller als jede Suche im Forum:

  1. Anforderungen prüfen: Betriebssystemversion und bei Android die 64-Bit-Fähigkeit.
  2. App installieren, auf Android über die Downloadseite von DJI.
  3. Ohne Drohne starten: Die App läuft auch ohne verbundene Drohne und zeigt sofort, ob sie sich öffnet und bedienen lässt.
  4. Mit Drohne am Boden testen: Livebild, Kartenansicht und Aufnahmefunktion einmal durchgehen, bevor der erste richtige Flug ansteht.

Bleibt das Bild schwarz oder stürzt die App ab, steht meist noch eine alte Play-Store-Version auf dem Gerät oder die Firmware von Drohne und Fernsteuerung ist nicht auf demselben Stand. Wie du die Verbindung sauber aufbaust, zeigt der Artikel zum Verbinden der DJI-Fernsteuerung, den Abgleich der Firmware beschreibt der Artikel zum DJI-Firmware-Update.

Wer gar kein Handy braucht

Die Gerätefrage stellt sich nur bei Fernsteuerungen ohne eigenen Bildschirm. DJI liefert zwei Wege aus dem Thema heraus:

Wer viel unterwegs filmt und sein Telefon nebenbei für Navigation und Erreichbarkeit braucht, fährt mit einer Fernsteuerung mit Bildschirm langfristig entspannter. Für gelegentliche Flüge reicht das Telefon vollkommen aus.

Fazit: zwei Zahlen und drei Praxisfragen

Softwareseitig ist die Sache schnell geklärt: iOS 11 oder Android 7 mit 64-Bit-Prozessor, mehr verlangt die App nicht. Die offizielle Liste hilft bei der Auswahl eines neuen Geräts, sie schließt aber nichts aus, was nicht darin steht.

Die eigentlichen Unterschiede entstehen draußen. Ein helles Display, mindestens vier Gigabyte Arbeitsspeicher und ein Gehäuse, das in die Klemme passt, machen den Flug angenehm. Wer daran regelmäßig scheitert, sollte über eine Fernsteuerung mit eigenem Bildschirm nachdenken, statt das nächste Telefon nach der Liste auszusuchen.

Häufige Fragen

Welche iOS-Version braucht die DJI Fly App?

DJI nennt in der Kompatibilitätsliste iOS 11.0 als Mindestversion. Die dort ausdrücklich genannten Modelle beginnen allerdings erst beim iPhone 11 und beim iPhone SE der zweiten Generation. Ältere Geräte erfüllen die Systemanforderung zwar, bringen für neuere Drohnenmodelle aber oft zu wenig Leistung mit, was sich in ruckelnder Videovorschau zeigt.

Welche Android-Version braucht die DJI Fly App?

Android 7.0 ist die Mindestversion, dazu kommt ein 64-Bit-Prozessor. Praktisch spielt die Android-Version eine kleinere Rolle als Arbeitsspeicher und Displayhelligkeit: Unter 4 Gigabyte RAM wird die Videovorschau unruhig, und ein dunkles Display macht den Flug bei Sonne zur Ratesache.

Mein Handy steht nicht auf der Liste, läuft die App trotzdem?

In den meisten Fällen ja. Die Liste von DJI nennt getestete Geräte, sie sperrt andere nicht aus. Erfüllt dein Telefon die Anforderungen an Betriebssystem und Prozessor, installiert sich die App normal und funktioniert. DJI übernimmt für nicht gelistete Modelle nur keine Gewähr, und bei Problemen fällt der Verweis auf die Liste zurück.

Läuft DJI Fly auf einem iPad?

Die Kompatibilitätsliste für DJI Fly führt keine iPad-Modelle auf, anders als die ältere Liste zu DJI GO 4. Installieren lässt sich die App auf vielen iPads trotzdem. Gegen das Tablet im Flug sprechen eher praktische Gründe: Die Halterungen der Fernsteuerungen sind auf Telefonbreite ausgelegt, und ein Tablet braucht eine eigene Klemme.

Warum finde ich die App nicht im Google Play Store?

DJI hat die Fly App aus dem Play Store zurückgezogen, dort erscheinen seit Version 1.2.4 keine Updates mehr. Auf Android führt der Weg deshalb über die Downloadseite von DJI, wo die App als APK bereitliegt. Auf iOS ist davon nichts betroffen, dort läuft alles über den App Store.

Wie viel Speicherplatz braucht die App auf dem Handy?

Die Installation selbst liegt je nach Version bei rund 500 bis 900 Megabyte. Deutlich mehr Platz beansprucht der Cache aus Kartendaten, Vorschauvideos und heruntergeladenen Aufnahmen, der schnell mehrere Gigabyte erreicht. Der Cache lässt sich in den Einstellungen leeren, ohne dass Fluglogs verloren gehen.

Brauche ich überhaupt ein Handy zum Fliegen?

Nur bei Fernsteuerungen ohne eigenen Bildschirm, also den Modellen der RC-N-Reihe. Fernsteuerungen wie die DJI RC 2 oder die RC Pro bringen ein eigenes Display mit und laufen mit einer vorinstallierten Version der App. Damit entfällt die Gerätefrage vollständig, dafür kostet die Fernsteuerung mehr.

Warum schaltet sich mein Handy im Flug ab?

Das ist fast immer Überhitzung. Die App fordert Prozessor und Funk dauerhaft, dazu kommt die Sonne auf dem dunklen Gehäuse und das Laden über die Fernsteuerung. Erreicht das Telefon seine Temperaturgrenze, drosselt es und schaltet im Extremfall ab. Hülle abnehmen, das Laden über die Fernsteuerung deaktivieren und das Gerät zwischen den Flügen beschatten hilft spürbar.

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