DJI Mini 5 Pro 360° Propeller Guard: Quick-Release und Klasse

Der DJI Mini 5 Pro Quick-Release 360° Propeller Guard wiegt 16 g je Ring, Propeller inklusive. Montage, Gewicht, Grenzen und warum nur C1 ihn erlaubt.

Zubehör Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • DJI Mini 5 Pro Quick-Release 360° Propeller Guard: vier Schutzringe mit fest eingebautem Propeller, je 16 g, die ohne Werkzeug an den Armen einrasten. Die Standardpropeller kommen dafür ab.
  • Firmware: Die Drohne braucht mindestens v01.00.0400.
  • Gewicht: DJI nennt mehr als 250 g. Gerechnet aus den DJI-Angaben sind es rund 303 g.
  • Klasse: Nur die C1-Fassung aus der Fly More Combo Plus führt den Schutz als zugelassenes Zubehör. Die C0-Fassung verliert mit ihm die Klasse und fliegt in A3.
  • Grenzen laut DJI: 120 m Höhe, 500 m Distanz, kein Flug bei Wind. Antrieb, Videoübertragung und Hinderniserkennung sind beeinträchtigt.

Was der Quick-Release-Schutz ist

DJI bietet für die Mini 5 Pro einen eigenen 360°-Propellerschutz an. Er besteht aus vier einzelnen Ringen, einer je Arm. In jedem Ring sitzt ein fest eingebauter Propeller, deshalb heißt das Zubehör im Handel „mit integrierten Propellern“ oder „Propeller inklusive“.

Die Ringe rasten mit einem Schnellverschluss am Arm ein, Werkzeug brauchst du nicht. Abgenommen halten sie über Magnete aneinander und lassen sich als Stapel verstauen. Weil Propeller und Ring eine Einheit bilden, lässt sich ein beschädigtes Blatt nicht einzeln tauschen.

MerkmalAngabe
Modellnummer4722S
Gewicht16 g je Ring, 64 g für alle vier
Radius65 mm je Ring
Maße montiert357 × 280 × 90 mm
Propellerfest im Ring, nicht einzeln tauschbar
BefestigungSchnellverschluss am Arm, ohne Werkzeug
Firmwareab v01.00.0400

Die Werte stammen aus dem Handbuch der Mini 5 Pro und den Produktangaben von DJI. Zum Vergleich: Ein normaler Propeller der Mini 5 Pro wiegt laut DJI 2,8 g.

Montage ohne Werkzeug

  1. In DJI Fly die Firmware prüfen und auf mindestens v01.00.0400 aktualisieren. Mit älteren Ständen garantiert DJI keine stabile Flugleistung.
  2. Die Arme ausklappen. Die Mini 5 Pro schaltet sich dabei standardmäßig ein, für die Montage schaltest du sie mit der Ein-/Aus-Taste wieder aus.
  3. Die vier Standardpropeller abnehmen. Sie sitzen ebenfalls auf einem Schnellverschluss: andrücken und gegen die Verriegelung drehen.
  4. Jeden Ring nach der Farbmarkierung dem passenden Motor zuordnen und am Arm einrasten lassen.
  5. Den Sitz prüfen. Jeder Ring muss fest sitzen, jeder Propeller frei drehen.

Laut einem Praxisbericht des Magazins DroneXL erkennt die Mini 5 Pro die Ringe beim Start und zeigt in DJI Fly eine Meldung mit den Einschränkungen. Sitzt ein Ring nicht richtig, verweigert die Firmware dort den Start.

Nach dem Flug kommen die Ringe in umgekehrter Reihenfolge ab, danach setzt du die Standardpropeller wieder auf. Mit montierten Ringen lässt sich die Drohne dem Bericht zufolge nicht falten. In Tasche oder Koffer kommt sie also erst ohne Schutz.

Gewicht: was vier Ringe zu je 16 g ausmachen

DJI schreibt nur, dass die Drohne mit Schutz mehr als 250 g wiegt. Aus den Einzelangaben im Handbuch lässt sich die Startmasse genauer rechnen. Die Ringe ersetzen die Standardpropeller, deren Gewicht entfällt also.

PostenGewicht
Mini 5 Pro ab Werk, mit Standardakku und Propellern249,9 g
minus vier Standardpropeller− 11,2 g
plus vier Schutzringe mit Propeller+ 64 g
Startmasse mit Schutzrund 303 g
plus Akku Plus statt Standardakku (nur C1)+ 45,8 g
Startmasse mit Schutz und Akku Plusrund 349 g

Der Schutz macht die Drohne damit um gut 50 g schwerer. Der Akku Plus wiegt laut DJI rund 117 g, der Standardakku rund 71,2 g. Beide Zubehörteile stehen in der Liste der C1-Fassung, und auch zusammen bleibt die Rechnung unter deren Grenze von 355 g.

Draufsicht auf die DJI Mini 5 Pro mit vier Schutzringen, jeder mit fest eingebautem Propeller, 16 Gramm je Ring, montiert 357 mal 280 mal 90 Millimeter. Daneben ein Balkendiagramm der Startmasse: ab Werk 249,9 Gramm, mit Schutz rund 303 Gramm, mit Schutz und Akku Plus rund 349 Gramm. Gestrichelte Linien markieren die C0-Grenze bei 250 Gramm und die 355 Gramm der C1-Fassung.

Mit Schutz liegt die Mini 5 Pro rund 50 g über ihrem Normalgewicht und damit über der C0-Grenze, aber unter den 355 g der C1-Fassung.

C0 oder C1: welche Mini 5 Pro du hast

DJI verkauft die Mini 5 Pro in der EU in zwei Fassungen. Die normale Drohne mit dem Modellnamen MT5MFND ist C0 mit höchstens 249,9 g. Die Fassung aus der Fly More Combo Plus heißt MT5MFNDC, ist als C1 zertifiziert und darf bis zu 355 g wiegen. Welche du hast, zeigen Modellnummer und Klassenlabel an der Drohne. Eine Umstellung der Klasse nach dem Kauf bietet DJI nicht an.

Für beide Fassungen gilt dieselbe Bedingung aus dem Handbuch. Die Drohne darf keine Nutzlast tragen außer den Artikeln, die DJI in der „Liste der Artikel, inkl. Zubehör“ aufführt. In der Liste der C0-Fassung stehen Propeller, Standardakku, ND-Filter-Set und microSD-Karte. Die Liste der C1-Fassung nennt zusätzlich den Akku Plus und die Propellerschützer 4722S.

C0-Fassung (MT5MFND)C1-Fassung (MT5MFNDC)
Schutz als Zubehör gelistetneinja
Klasse mit Schutzkeine gültige Klassebleibt C1
Startmasse mit Schutzrund 303 grund 303 g, mit Akku Plus rund 349 g
UnterkategorieA3A1
KompetenznachweisA1/A3A1/A3
Abstand150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebietenkein absichtlicher Überflug von Personen

Für die C0-Fassung ist der Schutz damit ein Zubehör für Übungsflüge abseits von Siedlungen. Die C1-Fassung behält mit ihm die Regeln, die für sie ohnehin gelten. Was die Klassen im Einzelnen erlauben, steht im Ratgeber zu den Drohnenklassen C0 bis C4.

Was sich im Flug mit Schutz ändert

Für den montierten Schutz macht DJI klare Vorgaben. Bei Steuerung über die Fernsteuerung begrenzt die Drohne die Flughöhe auf 120 m, die Flugdistanz auf 500 m und die Starthöhe auf 2.000 m über dem Meer. Antrieb und Videoübertragung sind beeinträchtigt, deshalb rät DJI, die Signalstärke in der App im Blick zu behalten. Bei Wind soll die Drohne mit Schutz gar nicht fliegen.

Auch die Hinderniserkennung arbeitet laut DJI eingeschränkt, empfohlen sind offene Flächen. Das Handbuch nennt den Flug mit Propellerschutz ausdrücklich als Situation, in der der Ausweichmodus Elegant nicht normal funktioniert.

ohne Schutzmit Schutz
Flugdistanz vom Startpunktdurch Funk und Einstellungen begrenzt500 m
Max. Starthöhe über dem Meer6.000 m mit Standardakku2.000 m
Windwiderstand12 m/s laut DJInicht bei Wind fliegen
Tempo im Sportmodus18 m/s laut DJIknapp über 9 m/s, gemessen von DroneXL
Hinderniserkennungrundumbeeinträchtigt

DroneXL beobachtete außerdem eine früh einsetzende Rückkehr. Bei rund 500 m Entfernung startete die Drohne mit 44 % Akku die Rückkehr zum Startpunkt, die nutzbare Flugzeit schätzte der Autor auf etwa 10 Minuten. Eine eigene Flugzeit mit Schutz nennt DJI nicht.

DJI-Schutz oder Ringe von Drittanbietern

Zubehörhersteller bieten leichtere Ringe an, die über die normalen Propeller geklipst werden. Der Ringschutz von STARTRC wiegt laut Hersteller 32 g, die Mini 5 Pro liegt damit bei rund 282 g.

DJI Quick-Release-SchutzRingschutz STARTRC
Gewicht64 g, Propeller inklusive32 g
Startmasserund 303 grund 282 g
Propellerfest im RingStandardpropeller bleiben
In der C1-Liste von DJIjanein

Für die C0-Fassung führen beide Varianten in die Unterkategorie A3. Bei der C1-Fassung hält nur der DJI-Schutz die Klasse, weil die Ringe von Drittanbietern nicht in der Zubehörliste stehen. Wer die C0-Fassung fliegt und den leichteren Schutz bevorzugt, findet die Einordnung in der Rezension zum STARTRC Propellerschutz für die Mini 5 Pro.

Wann sich der Schutz lohnt

Am meisten bringt der Schutz bei langsamen Flügen in engen Räumen. Dazu zählen Hallen, Übungsflüge in den ersten Wochen und Aufnahmen zwischen Bäumen, bei denen eine Propellerspitze schnell einen Ast streift. Die Ringe fangen solche Berührungen ab und schützen Menschen in der Nähe vor den Blättern.

Für Aufnahmen im Freien mit Abstand bleibt er besser im Koffer. Die Grenze von 500 m, die Windempfindlichkeit und die kürzere Flugzeit kosten dort mehr, als der Schutz bringt. Wer überwiegend drinnen oder nah an Hindernissen fliegt, ist mit einer Drohne mit fest verbautem Rundumschutz wie der DJI Flip oft besser bedient. Wie du die Mini 5 Pro ohne Schutz startest, einstellst und sicher zurückholst, steht in der Bedienungsanleitung der DJI Mini 5 Pro.

Fazit: erst die Fassung prüfen, dann montieren

Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf das Klassenlabel deiner Mini 5 Pro. Mit der C1-Fassung aus der Fly More Combo Plus ist der Quick-Release-Schutz das einzige Zubehör dieser Art, das die Klasse erhält. Mit der C0-Fassung fliegst du mit Schutz in A3 und brauchst den Nachweis A1/A3.

Vor dem ersten Einsatz bringst du die Firmware auf v01.00.0400 und planst den Flug in einem Radius unter 500 m bei ruhigem Wetter. In der Halle und beim Üben schützt er dann Propeller, Wände und Menschen in der Nähe.

Häufige Fragen

Wie schwer ist der Quick-Release-Propellerschutz der DJI Mini 5 Pro?

DJI gibt 16 g je Ring an, für alle vier also 64 g. Weil jeder Ring seinen eigenen Propeller mitbringt, entfallen die vier Standardpropeller mit je 2,8 g. Gerechnet aus den DJI-Angaben liegt die Mini 5 Pro mit Schutz bei rund 303 g statt 249,9 g.

Ist die DJI Mini 5 Pro mit Propellerschutz noch C0?

Nein. Der Schutz steht nicht in der Zubehörliste der C0-Fassung, und mit ihm liegt die Drohne über 250 g, worauf DJI selbst hinweist. Die C0-Fassung fliegt mit Schutz in der Unterkategorie A3 mit 150 m Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten und braucht den Kompetenznachweis A1/A3.

Darf die C1-Fassung der DJI Mini 5 Pro mit dem Schutz fliegen?

Ja. Im Handbuch führt DJI den Propellerschützer mit der Modellnummer 4722S in der Zubehörliste der C1-Fassung (MT5MFNDC). Diese Fassung hat eine höchstzulässige Startmasse von 355 g. Mit Schutz bleibt sie C1 und fliegt in der Unterkategorie A1, mit dem Kompetenznachweis A1/A3.

Welche Firmware braucht der Propellerschutz der Mini 5 Pro?

DJI verlangt mindestens die Firmware v01.00.0400. Mit älteren Ständen garantiert DJI keine stabile Flugleistung. Das Update läuft über DJI Fly oder DJI Assistant 2, die Fernsteuerung muss dafür mit der Drohne gekoppelt sein.

Wie hoch und wie weit fliegt die Mini 5 Pro mit Propellerschutz?

Laut DJI gelten mit montiertem Schutz bei Steuerung über die Fernsteuerung 120 m Flughöhe, 500 m Flugdistanz und höchstens 2.000 m Starthöhe über dem Meer. Bei Wind soll die Drohne mit Schutz gar nicht fliegen. Ein Praxisbericht von DroneXL maß im Sportmodus knapp über 9 m/s.

Kann ich einen beschädigten Propeller im Schutzring tauschen?

Nein. Der Propeller sitzt fest im Ring und lässt sich nicht einzeln wechseln. Ist ein Blatt beschädigt, wird der Schutz ersetzt. Die normalen Ersatzpropeller der Mini 5 Pro gehören zur Drohne ohne Schutz.

Funktioniert die Hinderniserkennung der Mini 5 Pro mit Schutz?

Nur eingeschränkt. DJI schreibt, dass die Hinderniserkennung mit Schutz beeinträchtigt ist, und rät zu offenen Flächen. Laut Handbuch arbeitet auch der Ausweichmodus Elegant mit Propellerschutz nicht normal. Nah an Wänden oder Ästen verlässt du dich deshalb besser auf deine eigene Steuerung.

Das könnte dich auch interessieren