Das Wichtigste in Kürze
- DJI O4 und Betaflight verbinden heißt drei Dinge einrichten: Strom über Rot und Schwarz, Daten über Weiß und Grau an eine freie UART, optional die gelbe SBUS-Ader für die DJI-Fernsteuerung.
- Ports-Tab: Auf der UART der O4 MSP mit 115200 Baud einschalten und als Peripherie VTX (MSP + DisplayPort) wählen. Ab Betaflight 4.4 ersetzt das die CLI-Befehle.
- Videoformat HD: Im OSD-Tab gehört das Format auf HD, das Raster umfasst dann 53 mal 20 Zeichen.
- Arming-Erkennung: Über dieselbe Verbindung erkennt die O4 das Armen. Erst dann verlässt sie den Low-Power-Modus und kann aufnehmen.
- Mit DJI FPV Fernsteuerung 3: SBUS als Empfängerprotokoll, die Kopplung läuft erst Fernsteuerung an Brille, dann Brille an Air Unit.
Was die O4 vom Flight Controller braucht
Die O4 Air Unit hängt über ein einziges 3-in-1-Kabel am Flight Controller. Darin stecken sechs Adern mit drei Aufgaben: Die Air Unit bekommt ihren Strom, sie tauscht mit Betaflight Daten für OSD und Status aus, und sie kann optional als Empfänger für die DJI-Fernsteuerung dienen. Für alle drei O4-Varianten gilt derselbe Stecker, die Unterschiede liegen bei der Spannung.
Die Aktivierung über DJI Assistant 2 ist ein eigener Schritt und gehört vor die Betaflight-Einrichtung. Ohne sie sendet die Air Unit mit höchstens 20 Milliwatt, den Ablauf zeigt der Ratgeber DJI O4 Air Unit aktivieren. Wer noch zwischen den Modellen schwankt, findet die Daten in den Rezensionen der O4 Air Unit und der O4 Air Unit Pro.
Die Verkabelung: sechs Adern, drei Aufgaben
Die Belegung stammt aus dem Handbuch der O4-Serie. Die Reihenfolge am Stecker lautet VCC, GND, RX, TX, GND, SBUS.
| Ader | Farbe | Funktion | gehört an |
|---|---|---|---|
| VCC | Rot | Stromversorgung | Akkuspannung oder BEC |
| GND | Schwarz | Masse der Versorgung | GND |
| RX | Weiß | Daten in die Air Unit | TX-Pad einer UART |
| TX | Grau | Daten aus der Air Unit | RX-Pad derselben UART |
| GND | Braun | Signalmasse | GND |
| SBUS | Gelb | Steuersignal der DJI-Fernsteuerung | SBUS- bzw. RX-Pad einer zweiten UART |

Die Datenadern kreuzen: Was die Air Unit empfängt, schickt der Flight Controller über TX. SBUS ist nur für die DJI-Fernsteuerung nötig.
Die Spannung entscheidet über den Stromanschluss. Die O4 Air Unit und die O4 Wide vertragen laut DJI 3,7 bis 13,2 Volt, also 1S bis 3S direkt am Akku. Die O4 Air Unit Pro braucht 7,4 bis 26,4 Volt und läuft damit an 2S bis 6S. Wer stattdessen über einen BEC versorgt, braucht nach Handbuch mindestens 10 Watt (etwa 5 Volt, 2 Ampere) für O4 und Wide und 13,5 Watt (etwa 9 Volt, 1,5 Ampere) für die Pro.
Bei 1S-Aufbauten rät DJI zu kurzen Kabeln, damit am Anschluss der Air Unit mehr als 3,7 Volt ankommen. Ein langer, dünner Versorgungsweg kostet unter Last genau die Zehntelvolt, die am Ende fehlen.
Die Datenadern kreuzen sich. Die weiße Ader ist der Eingang der Air Unit und gehört an den Ausgang des Flight Controllers, also an TX. Die graue Ader sendet und gehört an RX. Beide sitzen an derselben UART. Das ist der häufigste Verdrahtungsfehler überhaupt: Weiß an RX, Grau an TX, und die Brille bleibt ohne OSD.
Welche UART für die O4?
Jede freie UART mit TX- und RX-Pad eignet sich. Belegt sind auf den meisten Flight Controllern schon die UART für den Empfänger und gegebenenfalls die für GPS. DJI verwendet im Handbuch UART4 als Beispiel, viele Boards für digitale Systeme haben dafür einen eigenen Stecker, der intern auf eine bestimmte UART geht. Welche das ist, steht im Datenblatt des Flight Controllers oder auf dem Aufdruck neben dem Stecker.
Diese Nummer brauchst du gleich zweimal: im Ports-Tab und, bei älteren Versionen, in der CLI. Dort zählt Betaflight ab null. UART4 entspricht damit dem Wert 3. Wie Betaflight die seriellen Schnittstellen grundsätzlich verteilt, erklärt der Ratgeber zu den Betaflight UART-Ports.
Der Ports-Tab: MSP plus DisplayPort
Für die Verbindung zur O4 schaltest du auf ihrer UART zwei Dinge ein:
- MSP aktivieren, Baudrate 115200.
- Unter Peripherie VTX (MSP + DisplayPort) wählen.
- Speichern und neu starten.
Auf dieser UART darf kein weiteres Protokoll laufen, also weder Serial RX noch GPS. Ab Betaflight 4.4 erledigt die Peripherie-Auswahl alles, was früher über die Kommandozeile lief. DJI schreibt im Handbuch ausdrücklich, dass der CLI-Schritt in diesem Fall entfallen kann.
Der schnelle Weg über die Presets
Im Presets-Tab liefert die Suche nach „DJI“ eine fertige Vorlage für das HD-OSD, im Katalog als „OSD for FPV.WTF, DJI O3, Avatar HD“ geführt. Sie fragt nach der UART der Air Unit, setzt Ports und Videoformat und legt ein Grund-Layout an. Für die O4 passt sie genauso wie für die O3, weil beide dasselbe Protokoll sprechen.
Die CLI-Variante
Wer lieber tippt oder eine ältere Firmware nutzt, gibt im CLI-Tab für UART4 ein:
set osd_displayport_device = MSP
set displayport_msp_serial = 3
set vcd_video_system = HD
save
Die erste Zeile leitet das OSD über MSP an die
Air Unit. Die zweite nennt die UART, mit dem Wert UART-Nummer minus
eins. Die dritte setzt das HD-Raster. Mit save speichert Betaflight
und startet neu.
Das OSD in die Brille bringen
DJI nennt die Funktion Canvas Mode: Betaflight schickt Zeichen und Positionen, gezeichnet wird in der Brille. Das HD-Raster umfasst 53 Spalten und 20 Zeilen, gut doppelt so viele Zellen wie ein analoges OSD.
Im OSD-Tab stellst du das Videoformat auf HD und ziehst die Elemente an ihre Plätze. Bewährt hat sich ein schlankes Layout mit Akkuspannung, Timer, Link-Qualität und Warnungen in den Ecken, damit die Bildmitte frei bleibt. Welche Elemente wirklich tragen und wie die Warnzeile funktioniert, steht im Ratgeber Betaflight OSD einrichten.
Zwei Punkte sind DJI-spezifisch:
- Die Schrift liegt in der Brille. Einen Font-Upload über den Configurator wie bei analogen Systemen gibt es hier nicht. Was die Brille an Zeichen kennt, kommt mit ihrer Firmware.
- Doppelte Werte vermeiden. Die Brille kann eigene Werte wie Flugzeit oder Signalstärke einblenden. Laufen beide OSDs gleichzeitig, stehen manche Angaben zweimal im Bild. In den Anzeige-Einstellungen der Brille lassen sich die DJI-eigenen Elemente abschalten.
Steuern mit der DJI FPV Fernsteuerung 3
Die O4 kann den Empfänger ersetzen. Die Fernsteuerung koppelt an die Brille, die Brille an die Air Unit, und die Steuerbefehle kommen über die gelbe SBUS-Ader beim Flight Controller an. Laut Oscar Liang, der die Einrichtung ausführlich dokumentiert hat, arbeitet die DJI FPV Fernsteuerung 3 mit den Goggles 3 und Goggles N3 zusammen. Die ältere FPV Fernsteuerung 2 läuft mit Goggles 2 und Goggles Integra.
Die Einstellungen in Betaflight:
| Tab | Einstellung |
|---|---|
| Ports | Serial RX auf der UART der SBUS-Ader, auf allen anderen aus |
| Receiver | Serial-based receiver, Protokoll SBUS |
| CLI (optional) | set sbus_baud_fast = ON, dazu in der Brille das schnelle SBUS-Protokoll wählen |
| Modes | Arm und Flugmodi auf die Schalter legen |
Bleiben die Kanalbalken im Receiver-Tab stumm, fehlt oft SBUS in der Firmware. Seit Version 4.4 baut Betaflight die Firmware je nach Auswahl in der Cloud, und ein Empfängerprotokoll, das beim Flashen nicht angehakt war, existiert auf dem Board schlicht nicht. Die Lösung ist ein erneuter Flash mit SBUS in den Build-Optionen, der Ablauf steht im Ratgeber zum Betaflight-Firmware-Update.
Die Reihenfolge beim Koppeln zählt: zuerst Fernsteuerung an Brille, danach Brille an Air Unit. Und weil die Steuerung über die Brille läuft, gilt im Flug eine harte Regel: Wird die Brille ausgeschaltet, verliert der Copter die Verbindung zur Fernsteuerung. Für diesen Fall gehört ein sauber eingestellter Failsafe in den Failsafe-Tab.
Mit ELRS oder einem anderen Empfänger bleibt die gelbe Ader ungenutzt. Am besten ziehst du sie aus dem Stecker oder lötest sie nicht an, damit sie kein Pad belegt, das ein anderer Empfänger braucht. Wie ein ELRS-Empfänger an die Fernsteuerung kommt, zeigt der Ratgeber ELRS binden.
Low-Power-Modus und Aufnahme beim Armen
Nach dem Einschalten geht die O4 laut Handbuch automatisch in einen Low-Power-Modus, um am Boden nicht zu überhitzen. Die Bildübertragung läuft dann mit reduzierter Leistung, und eine Aufnahme lässt sich nicht starten. Erst wenn der Copter abhebt oder die Aufnahme beginnt, schaltet die Air Unit auf volle Leistung.
Woher weiß die O4, dass der Copter fliegt? Über die MSP-Verbindung zu Betaflight. Sie bekommt dort den Arming-Status mit. Darum ist die Datenleitung auch für alle wichtig, die auf ein OSD verzichten wollen: Ohne sie bleibt die Air Unit im Sparmodus hängen, die Reichweite leidet, und die Aufnahme startet nie.
Wie lange die Air Unit am Tisch durchhält, hängt am Modell. DJI nennt ab Kaltstart rund 2,5 Minuten für O4 und O4 Wide und rund 20 Minuten für die Pro, gemessen bei 25 Grad. Für die Einrichtung am Rechner lohnt deshalb ein kleiner Lüfter, gerade bei der kleinen O4.
In der Brille lässt sich festlegen, dass die Aufnahme beim Armen beginnt, die Option sitzt in den erweiterten Kameraeinstellungen. Mit eingelegter Speicherkarte zeichnet die Brille parallel ihr Livebild auf, wenn bei der Aufnahmequelle beide Geräte gewählt sind.
Wenn das OSD fehlt: Fehlersuche in Reihenfolge
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Gar kein OSD, Bild aber da | falsche UART im Ports-Tab oder Datenadern vertauscht | UART prüfen, Weiß an TX, Grau an RX |
| OSD nur im 4:3-Bereich oder abgeschnitten | Videoformat PAL oder AUTO | Videoformat HD, CLI set vcd_video_system = HD |
| OSD-Tab fehlt im Configurator | Firmware ohne OSD gebaut | neu flashen mit OSD in den Build-Optionen |
| Werte doppelt im Bild | Brille blendet eigene Elemente ein | DJI-Elemente in der Brille abschalten |
| Low-Power-Modus bleibt nach dem Armen | keine MSP-Verbindung, Air Unit sieht das Armen nicht | Ports-Tab und Verkabelung wie oben prüfen |
| Kanalbalken mit DJI-Fernsteuerung leer | SBUS fehlt in der Firmware oder falsche UART | Build-Optionen, Serial RX auf die SBUS-UART |
Die Tabelle folgt einer festen Reihenfolge: Ports und Verkabelung erklären die meisten Fälle, und beide prüfst du in einer Minute. Erst wenn dort alles stimmt, lohnt der Blick in Firmware und Brille. Ein Punkt am Rand: Alle Geräte sollten auf aktuellem Firmwarestand sein, also Air Unit, Brille und Fernsteuerung. DJI liefert Verbesserungen an der OSD-Darstellung über diese Updates aus.
Wer die Firmware INAV fliegt, etwa auf einem Nurflügler, richtet die O4 etwas anders ein. Der Ablauf dafür steht im Ratgeber zum INAV-OSD mit der DJI O4.
Fazit: zwei Adern und eine Zeile im Ports-Tab
Die Einrichtung der O4 in Betaflight ist kürzer, als sie zunächst wirkt. Strom nach Modell an Akku oder BEC, Weiß an TX und Grau an RX derselben UART, dort MSP mit 115200 Baud und VTX (MSP + DisplayPort), Videoformat HD: Damit stehen OSD und Arming-Erkennung. Die gelbe SBUS-Ader kommt nur ins Spiel, wenn du mit der DJI-Fernsteuerung fliegst. Wer danach das Layout feinschleift, holt aus den 53 mal 20 Zellen ein OSD, das informiert, ohne das Bild zuzustellen.
Häufige Fragen
Welche Betaflight-Version braucht die DJI O4?
DJI nennt im Handbuch der O4-Serie Betaflight 4.3.0 als Mindeststand für den Canvas Mode, also das OSD in der Brille. Ab 4.4 reicht die Peripherie-Auswahl im Ports-Tab, die CLI-Befehle entfallen dann. Aktuell ist die Version 2026.6, mit der die Einrichtung genauso funktioniert.
Brauche ich für das OSD beide Datenadern?
Für das reine Einblenden genügt laut DJI-Handbuch die Leitung vom TX-Pad des Flight Controllers zum RX der Air Unit. Die Belegungstabelle sieht trotzdem beide Adern an derselben UART vor, und über diese Verbindung erkennt die Air Unit auch das Armen. Fehlt sie, bleibt die O4 im Low-Power-Modus und startet keine Aufnahme.
Welche UART soll ich für die O4 nehmen?
Jede freie UART mit TX- und RX-Pad, die nicht schon den Empfänger oder das GPS bedient. DJI nutzt im Handbuch UART4 als Beispiel. Wichtig ist nur, dass im Ports-Tab genau diese UART MSP und VTX (MSP + DisplayPort) bekommt und kein weiteres Protokoll.
Warum zeigt die Brille kein Betaflight-OSD?
Die häufigsten Ursachen sind eine falsch gewählte UART im Ports-Tab, vertauschte Datenadern, ein Videoformat auf PAL oder AUTO statt HD und eine Firmware ohne OSD im Build. Seltener ist es die Brille selbst, etwa wenn sie nicht auf dem aktuellen Stand ist. Die Fehlersuche im Artikel geht diese Punkte in der Reihenfolge durch, in der sie sich am schnellsten prüfen lassen.
Funktioniert die DJI FPV Fernsteuerung 3 mit Betaflight?
Ja, über die gelbe SBUS-Ader der O4, die den Steuerbefehl an den Flight Controller weitergibt. In Betaflight stellst du dafür auf der passenden UART Serial RX ein und wählst im Receiver-Tab SBUS. Einen separaten Empfänger braucht es dann nicht, allerdings gehen Bild und Steuerung über dieselbe Funkstrecke.
Muss ich das SBUS-Kabel abklemmen, wenn ich ELRS nutze?
Es ist empfehlenswert. Hängt die gelbe Ader an einem Pad, das ein anderer Empfänger nutzt, können sich die Signale stören. Wer eine ELRS-Fernsteuerung fliegt, zieht die SBUS-Ader aus dem Stecker oder lässt sie unverlötet, Strom und Datenadern bleiben unverändert.
Startet die Aufnahme der O4 automatisch beim Armen?
Ja, wenn die Air Unit das Armen über die MSP-Verbindung erkennt. Laut DJI kann sie am Boden im Low-Power-Modus keine Aufnahme starten, nach dem Start wechselt sie in die volle Leistung. In der Brille lässt sich die Aufnahme beim Armen in den Kameraeinstellungen festlegen.