Technische Daten
Aufbau und Gewicht
| Gewicht Übertragungsmodul | ca. 5,1 g |
|---|---|
| Gewicht mit Kameramodul | ca. 8,2 g (9,2 g mit Objektivhalterung) |
| Maße Übertragungsmodul | 30 × 30 × 6 mm |
| Antennen | eine |
Kamera
| Bildsensor | 1/2-Zoll-CMOS |
|---|---|
| Objektiv | 117,6° Bildwinkel, 14 mm Kleinbild-Äquivalent, Blende f/2,8 |
| Videoaufzeichnung | 4K 3840 × 2160 bei 30, 50 oder 60 fps · 1080p bis 120 fps |
| Max. Bitrate | 100 Mbit/s |
| Stabilisierung | RockSteady ab Version 3.0 |
| Interner Speicher | 23 GB |
Übertragung
| Max. Livebild-Qualität | 1080p bei 100 fps, H.265 |
|---|---|
| Latenz | 20 ms mit DJI Goggles 3 bei 1080p/100 |
| Max. Reichweite | 6 km (CE, gilt in der EU) · 10 km (FCC) |
| Frequenzbereiche | 5,170–5,250 GHz und 5,725–5,850 GHz |
| Sendeleistung | unter 30 dBm im 5,8-GHz-Band, regional begrenzt |
Integration
| Eingangsspannung | 3,7 bis 13,2 V |
|---|---|
| Flugsteuerungs-Software | Betaflight ab 4.3.0 |
| Betriebstemperatur | -10 bis 40 °C |
| Lieferumfang | Lufteinheit, Kameramodul, 3-in-1-Kabel, Antenne |
Die DJI O4 Air Unit ist das Bauteil, mit dem eine selbstgebaute FPV-Drohne digitales Video bekommt. Sie vereint Kamera, Encoder und Sender in einem Modul von 8,2 Gramm und liefert 20 ms Latenz bei gleichzeitiger 4K-Aufnahme an Bord. Damit ersetzt sie den früher üblichen Aufbau aus Analog-Kamera, Sender und separater Actioncam. Diese Rezension ordnet sie anhand des DJI-Datenblatts, der Amazon-Listungen und der beiden Schwestermodelle ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 8,2 g mit Kamera erlauben den Einbau in Whoops, für die frühere Digitalsysteme zu schwer waren
- 20 ms Latenz liegen im Bereich analoger Systeme, bei deutlich besserem Bild
- 4K/60 wird an Bord aufgezeichnet, während das Livebild in 1080p/100 läuft
- 23 GB interner Speicher machen eine Speicherkarte überflüssig
- Die Eingangsspannung von 3,7 bis 13,2 V deckt 1S- bis 3S-Aufbauten ohne zusätzlichen Spannungsregler ab
- Mit rund 115 € kostet sie weniger als die Hälfte der Pro-Variante
Das spricht dagegen
- Der 1/2-Zoll-Sensor bleibt deutlich hinter dem 1/1,3-Zoll-Sensor der Pro-Variante zurück
- 117,6° Bildwinkel wirken im FPV-Kontext eng, für Freestyle greifen viele zur Wide- oder Pro-Version
- Nur eine Antenne, die Pro-Variante nutzt zwei und erreicht damit mehr Reichweite
- In der EU begrenzt die CE-Zulassung die Reichweite auf 6 km statt der 10 km nach FCC
- Sie funktioniert ausschließlich mit DJI-Brillen, ein Wechsel ins Analog- oder Walksnail-Lager ist damit ausgeschlossen
Was die O4 Air Unit leistet
Eine selbstgebaute FPV-Drohne braucht ein Videosystem. Früher hieß das: eine Analogkamera für das Livebild, ein separater Videosender, dazu eine aufgeschraubte Actioncam für brauchbares Aufnahmematerial. Drei Bauteile, drei Gewichtsposten, zwei Bildqualitäten.
Die O4 Air Unit fasst das zusammen. Ein Modul von 30 × 30 × 6 mm übernimmt Kamera, Kodierung und Funkübertragung. Es sendet ein Livebild in 1080p bei 100 Bildern/s an die Brille und zeichnet gleichzeitig 4K mit 60 Bildern/s auf 23 GB internen Speicher auf.
Das Gesamtgewicht liegt bei 8,2 g inklusive Kameramodul. Diese Zahl ist der eigentliche Grund, warum das System die Klasse der Tinywhoops erreicht hat.
Warum 8,2 Gramm alles verändern
Bei einem Whoop mit 30 g Abfluggewicht entscheidet jedes Gramm über Flugzeit und Agilität. Digitale Videosysteme der ersten Generationen wogen ein Vielfaches und blieben deshalb größeren Aufbauten vorbehalten.
Mit 5,1 g für das Übertragungsmodul und 3,1 g für die Kamera verschiebt die O4 Air Unit diese Grenze. Modelle wie der BetaFPV Meteor75 Pro oder der Pavo Femto sind ausdrücklich dafür ausgelegt, inklusive Dämpfungselementen gegen die Vibrationen, auf die der eingebaute Gyro der Air Unit empfindlich reagiert.
Zum Vergleich die drei Varianten der Serie:
| Variante | Gewicht mit Kamera | Sensor | Bildwinkel | Latenz | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| O4 Air Unit | 8,2 g | 1/2 Zoll | 117,6° | 20 ms | ca. 115 € |
| O4 Wide | 13,3 g | 1/2 Zoll | 159° | 20 ms | ca. 149 € |
| O4 Air Unit Pro | 32 g | 1/1,3 Zoll | 155° | 15 ms | ca. 239 € |
Der Bildwinkel als Auswahlkriterium
Die drei Varianten unterscheiden sich vor allem in einem Punkt, der beim Datenblatt-Lesen leicht untergeht: dem Bildwinkel.
117,6° bei der Standard-Version entsprechen ungefähr dem, was eine normale Actioncam im Weitwinkel liefert. Für Aufnahmen ist das angenehm, weil wenig Verzeichnung entsteht. Beim Fliegen mit Brille wirkt es eng, weil die Umgebung am Bildrand fehlt und schnelle Kurven Orientierung kosten.
159° bei der O4 Wide entsprechen dem, was FPV-Piloten aus dem Analogbereich gewohnt sind. Der weite Winkel macht Hindernisse früher sichtbar und erleichtert das Einschätzen von Abständen. Der Preis dafür ist eine stärkere Verzeichnung an den Rändern.
Die Faustregel aus der Praxis: Für ruhige Aufnahmeflüge und Cinewhoops reicht die Standard-Version, für Freestyle und schnelles Fliegen ist der weite Winkel die bessere Wahl. Wie du dich an den Brillenflug herantastest, steht im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen, das Üben ohne Materialrisiko im Beitrag zum FPV-Simulator.
Latenz: warum 20 Millisekunden reichen
Bei FPV entscheidet die Verzögerung zwischen Bewegung und Bild darüber, ob sich eine Drohne kontrollieren lässt. Analoge Systeme liegen traditionell bei 15 bis 25 ms und galten deshalb lange als konkurrenzlos.
Die O4 Air Unit erreicht laut Datenblatt 20 ms in Verbindung mit den DJI Goggles 3 bei 1080p/100. Damit liegt sie im analogen Bereich, liefert aber ein scharfes, farbstabiles Bild statt eines verrauschten Analogsignals.
Wichtig für die Einordnung: Dieser Wert gilt für die Kombination mit den Goggles 3 im 100-Bilder-Modus. Andere Brillen und Bildraten ergeben andere Werte. Die Goggles N3 mit einem gemeinsamen Bildschirm statt zweier Micro-OLEDs liegen etwas darüber.
Aufzeichnung und Livebild laufen getrennt
Ein oft übersehener Punkt: Livebild und Aufnahme sind zwei verschiedene Datenströme.
Das Livebild läuft mit 1080p bei bis zu 100 Bildern/s, optimiert auf Latenz und Störfestigkeit. Die Aufzeichnung an Bord läuft parallel in 4K bei 60 Bildern/s mit 100 Mbit/s, optimiert auf Bildqualität. Was du in der Brille siehst, ist also nicht das, was am Ende auf dem Rechner landet, sondern eine reduzierte Vorschau.
Praktisch bedeutet das: Selbst wenn die Übertragung kurz Aussetzer hat, bleibt die Aufnahme sauber. Die Stabilisierung RockSteady ab Version 3.0 arbeitet dabei elektronisch und gleicht die Vibrationen aus, die bei Whoops unvermeidlich sind.
Bei 100 Mbit/s entstehen rund 0,75 GB pro Minute. Die 23 GB fassen damit etwa 30 Minuten Material, was bei einem 1S-Whoop mit vier bis sechs Minuten Flugzeit mehreren Akkuladungen entspricht. Für das Laden dieser Akkus lohnt der Blick in den Ratgeber zum LiPo-Akku richtig laden.
Die Einschränkung: ein geschlossenes System
Der wichtigste Punkt vor dem Kauf hat nichts mit technischen Daten zu tun. Die O4 Air Unit funktioniert ausschließlich mit DJI-Brillen.
Das bedeutet eine Festlegung auf ein Ökosystem. Wer später zu einem anderen Digitalsystem oder zurück zu Analog wechseln will, ersetzt beide Seiten: Air Unit und Brille. Bei einem Brillenpreis zwischen 249 und 590 € ist das eine relevante Bindung.
Umgekehrt gilt: Wer bereits Goggles 3 oder N3 besitzt, bekommt mit der Air Unit für rund 115 € den günstigsten Weg, eine weitere Drohne in dieses System einzubinden.
Die Rechtslage beim Selbstbau
Selbstgebaute Drohnen tragen keine C-Klassenkennzeichnung, weil diese an eine Herstellerzertifizierung gebunden ist. Sie werden stattdessen nach Startgewicht behandelt.
Unter 250 g darfst du in der Unterkategorie A1 ohne Kompetenznachweis fliegen. Darüber greift A3 mit dem A1/A3-Kompetenznachweis und dem Abstandsgebot von 150 m zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten.
Weil die Air Unit eine Kamera enthält, sind Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, Haftpflichtversicherung und die e-ID-Plakette in jedem Fall verpflichtend, unabhängig vom Gewicht. Beim Flug mit Videobrille kommt der Beobachter dazu, der die Drohne durchgehend im Blick behalten muss.
Für wen sich die O4 Air Unit lohnt
Sie passt, wenn du eine leichte FPV-Drohne baust und bereits eine DJI-Brille hast oder anschaffen willst. Für Whoops im Bereich 65 bis 85 mm ist sie wegen des Gewichts derzeit ohne echte Alternative im digitalen Lager.
Weniger passend ist sie bei größeren Freestyle-Aufbauten, wo 32 g keine Rolle spielen. Dort liefert die O4 Air Unit Pro für rund 124 € Aufpreis den deutlich größeren Sensor, 4K/120 und die zweite Antenne.
Wer viel Freestyle fliegt und den weiten Blickwinkel gewohnt ist, sollte die O4 Wide für rund 149 € einplanen.
Fazit
Die DJI O4 Air Unit macht digitales FPV in Gewichtsklassen möglich, die vorher analog bleiben mussten. 8,2 g, 20 ms Latenz, 4K/60 an Bord und 23 GB interner Speicher für rund 115 € ergeben ein Paket, das den früheren Dreiteiler aus Kamera, Sender und Actioncam vollständig ersetzt.
Mit 4,6 von 5 ist sie in ihrer Klasse die naheliegende Wahl. Die Abzüge betreffen den kleinen Sensor und den engen Bildwinkel, beides Punkte, die in der O4 Air Unit Pro* gelöst sind, dort allerdings mit dem Vierfachen an Gewicht. Für alles, was leicht bleiben muss, ist die O4 Air Unit* das passende Bauteil.
Häufige Fragen
Was macht die DJI O4 Air Unit genau?
Sie ist das Videosystem einer selbstgebauten FPV-Drohne und vereint drei Funktionen in einem Modul: Kamera, Encoder und Funksender. Sie liefert das Livebild an eine DJI-Brille und zeichnet gleichzeitig 4K mit 60 Bildern/s auf 23 GB internen Speicher auf. Damit ersetzt sie den früheren Aufbau aus Analog-Kamera, Videosender und zusätzlich montierter Actioncam.
Welche Brille braucht man für die DJI O4 Air Unit?
Sie arbeitet mit den DJI-Brillen der aktuellen Generation, also den Goggles 3 und den Goggles N3. Das System ist geschlossen: Andere Digitalsysteme wie Walksnail oder analoge Brillen können das Signal nicht empfangen. Diese Bindung an ein Ökosystem ist der wichtigste Punkt, den du vor dem Kauf abwägen solltest.
Was ist der Unterschied zwischen O4 Air Unit, O4 Wide und O4 Air Unit Pro?
Die Standard-Version wiegt 8,2 g, hat einen 1/2-Zoll-Sensor und 117,6° Bildwinkel. Die O4 Wide wiegt 13,3 g, nutzt denselben Sensor, öffnet den Bildwinkel aber auf 159°. Die Pro-Version wiegt 32 g, bringt einen größeren 1/1,3-Zoll-Sensor, 155° Bildwinkel, 4K bei 120 Bildern/s, 130 Mbit/s, zwei Antennen und 15 ms Latenz. Preislich liegen rund 115, 149 und 239 € dazwischen.
Wie weit reicht die O4 Air Unit in Deutschland?
Das Datenblatt nennt 6 km nach CE-Standard, der in der EU gilt, und 10 km nach FCC. Praktisch spielt der Wert kaum eine Rolle, weil in Deutschland die Sichtweitenregel greift und ein Beobachter die Drohne beim Brillenflug durchgehend sehen muss. Der Nutzen liegt in der Verbindungsstabilität auf kurzer Distanz, gerade zwischen Hindernissen.
Passt die O4 Air Unit in einen Tinywhoop?
Ja, das ist ihr eigentlicher Zweck. Mit 8,2 g inklusive Kameramodul lässt sie sich in 65- und 75-mm-Whoops einbauen, sofern der Rahmen eine passende Halterung und Dämpfungselemente vorsieht. Modelle wie der BetaFPV Meteor75 Pro oder der Pavo Femto sind genau dafür ausgelegt.
Braucht die O4 Air Unit eine Speicherkarte?
Nein. Sie hat 23 GB internen Speicher an Bord. Bei 100 Mbit/s entstehen rund 0,75 GB pro Minute, damit passen etwa 30 Minuten 4K-Material hinein. Das entspricht bei einem Whoop mehreren Akkuladungen. Die Aufnahmen überträgst du anschließend über das mitgelieferte Kabel.
Mit welcher Spannung läuft die O4 Air Unit?
Das Datenblatt nennt 3,7 bis 13,2 V Eingangsspannung. Damit deckt sie 1S bis 3S direkt ab, ohne dass ein zusätzlicher Spannungsregler nötig wird. Bei 4S-Aufbauten liefert der Flight Controller die passende Spannung meist über einen BEC-Ausgang mit 9 V.
Welche Software braucht die Flugsteuerung?
DJI nennt Betaflight ab Version 4.3.0 als Voraussetzung. Neuere Versionen funktionieren ebenfalls. Verbunden wird die Air Unit über das mitgelieferte 3-in-1-Kabel, das Stromversorgung, Steuersignal und Telemetrie zusammenfasst.
Lohnt sich der Aufpreis zur O4 Air Unit Pro?
Er beträgt rund 124 €. Dafür bekommst du den größeren 1/1,3-Zoll-Sensor, 4K bei 120 statt 60 Bildern/s, 130 statt 100 Mbit/s Bitrate, 15 statt 20 ms Latenz und eine zweite Antenne. Der Preis dafür ist Gewicht: 32 statt 8,2 g. Bei einem 250-Gramm-Freestyle-Aufbau ist der Aufpreis gut angelegt, bei einem 30-Gramm-Whoop scheidet die Pro-Version wegen des Gewichts aus.
Wie ist eine Selbstbau-Drohne mit O4 Air Unit rechtlich einzuordnen?
Selbstbauten tragen keine C-Klassenkennzeichnung und werden nach Startgewicht behandelt. Unter 250 g darfst du in A1 ohne Kompetenznachweis fliegen, darüber greift die Unterkategorie A3 mit dem A1/A3-Nachweis. Weil eine Kamera an Bord ist, sind Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, Haftpflichtversicherung und e-ID-Plakette in jedem Fall Pflicht. Beim Flug mit Videobrille brauchst du zusätzlich einen Beobachter.