Technische Daten
Rahmen und Antrieb
| Radstand | 75 mm |
|---|---|
| Rahmen | Pavo Femto Brushless Whoop Frame, laut Hersteller 4 % mehr Schub |
| Gewicht mit O4 Air Unit | 52,2 g |
| Motoren | LAVA 1102 mit 14.000 KV |
| Propeller | Gemfan 1611 mit drei Blättern, 40 mm |
| Schub-Gewicht-Verhältnis | 6,75:1 mit montierter O4 Air Unit |
Elektronik
| Flugsteuerung | F4 AIO für 2S bis 3S mit 20 A |
|---|---|
| Prozessor | STM32F405RGT6 |
| Gyro | ICM42688P oder ICM42605 |
| Regler | vier Regler mit je 20 A, für 2S bis 3S |
| Spannungsausgänge | duale Versorgung für Videosystem und Zubehör |
| Empfänger | serielles ELRS auf 2,4 GHz, fest verbaut |
| Blackbox | 16 MB |
Video und Energie
| Videosystem | vorbereitet für DJI O4 Air Unit, Halterung Bracket II liegt bei |
|---|---|
| Videoaufzeichnung | 4K mit 60 fps über die Air Unit |
| Dämpfung | Elemente aus POM zwischen Rahmen und Air Unit |
| Zellenzahl | 2S |
| Empfohlene Akkus | LAVA II 2S mit 580 oder 680 mAh, LAVA 2S mit 450 mAh |
| Flugzeit | ca. 5:15 min im Positionshalte-Modus |
Der BetaFPV Pavo Femto ist ein 2S-Whoop, der die DJI O4 Air Unit tragen soll, ohne dabei träge zu werden. Mit 75 mm Radstand, LAVA-1102-Motoren und einem Schub-Gewicht-Verhältnis von 6,75:1 hat er dafür deutlich mehr Reserve als die verbreiteten 1S-Modelle. Die auf Amazon gelistete PNP-Version bringt Rahmen, Antrieb, Flugsteuerung, ELRS-Empfänger und die Halterung für die Air Unit mit. Diese Rezension ordnet ihn anhand der BetaFPV-Datenblätter und der Amazon-Listung ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 6,75:1 Schub-Gewicht-Verhältnis auch mit montierter Air Unit, das ist für einen Whoop dieser Größe außergewöhnlich
- Der 2S-Antrieb liefert genug Reserve, um auch draußen bei leichtem Wind kontrolliert zu fliegen
- Die POM-Dämpfer entkoppeln die Air Unit wirksam von den Motorvibrationen und verhindern Bildwellen
- Mit 52,2 g inklusive Videosystem bleibt er in der Whoop-Klasse und damit unkritisch bei Kontakt
- ELRS-Empfänger und 16-MB-Blackbox sind bereits auf der Platine, keine Zusatzbauteile nötig
- Mit rund 110 € ist er der günstigste Weg zu einem 2S-Whoop mit DJI-Videovorbereitung
Das spricht dagegen
- PNP bedeutet: kein Videosystem, kein Sender, kein Akku im Lieferumfang
- 5:15 Minuten Flugzeit sind kurz, und der Wert gilt für den ruhigen Positionshalte-Modus
- Die O4 Air Unit kostet zusätzlich rund 115 €, eine passende Brille beginnt bei etwa 249 €
- 2S-Akkus mit BT2.0 oder XT30 sind weniger verbreitet als die 1S-Zellen der kleineren Whoops
- Die schwerere O4 Air Unit Pro passt nicht, dafür ist der Pavo20 Pro II vorgesehen
Das Problem, das der Pavo Femto löst
Digitales FPV in der Whoop-Klasse hat einen Haken. Die DJI O4 Air Unit wiegt mit Kameramodul 8,2 g. Auf einem 1S-Whoop mit 30 g Abfluggewicht sind das über 25 Prozent Zusatzmasse, die direkt zulasten von Agilität und Flugzeit gehen.
Der Pavo Femto begegnet dem mit mehr Leistung. Statt einer Zelle arbeitet er mit 2S, statt 22.000-KV-Motoren mit LAVA 1102 bei 14.000 KV. Das Ergebnis ist ein Schub-Gewicht-Verhältnis von 6,75:1 trotz montierter Air Unit.
Bei 75 mm Radstand und 52,2 g mit Videosystem bleibt er dabei in der Whoop-Klasse. Der Preis der PNP-Version liegt bei rund 110 €.
Warum 2S den Unterschied macht
Die Zellenzahl bestimmt die Spannung und damit die verfügbare Leistung. Ein 1S-Akku liefert nominal 3,7 V, ein 2S-Akku 7,4 V.
Praktisch zeigt sich das an drei Stellen:
Beschleunigung. Mehr verfügbare Leistung bedeutet, dass die Drohne schneller auf Gasbewegungen reagiert. Bei einem Gerät, das zusätzlich eine Air Unit trägt, ist das der Unterschied zwischen agil und träge.
Windfestigkeit. 1S-Whoops wie der Air65 II sind reine Indoor-Geräte. Schon leichte Brisen schieben sie ab. Der Pavo Femto hat genug Reserve, um im Freien bei ruhigem Wetter kontrolliert zu fliegen.
Spannungslage unter Last. 1S-Zellen brechen bei hohem Strom stark ein, was sich als plötzlicher Leistungsverlust bemerkbar macht. 2S-Aufbauten sind hier stabiler.
Der Preis dafür sind Akkus, die schwerer und weniger verbreitet sind als die 1S-Zellen der kleineren Modelle.
Die Dämpfung: Voraussetzung für brauchbares Video
Die Air Unit stabilisiert ihr Bild elektronisch über einen eingebauten Lagesensor. Dieser Sensor reagiert empfindlich auf hochfrequente Vibrationen, und genau die erzeugen hochdrehende Whoop-Motoren.
Ohne Entkopplung entstehen wellenartige Verzerrungen im Bild, im Hobby als Jello-Effekt bekannt. Sie lassen sich nachträglich kaum korrigieren.
BetaFPV liefert deshalb Dämpfungselemente aus POM mit, einem zähen technischen Kunststoff. Sie sitzen zwischen Rahmen und Air Unit und filtern die Schwingungen. Dazu kommt die Halterung Bracket II, die die Baugruppe fixiert.
Diese Kombination ist der Grund, eine vorbereitete Plattform zu kaufen statt eine Air Unit an einen beliebigen Rahmen zu schrauben.
Elektronik: alles auf einer Platine
Die F4-AIO-Flugsteuerung vereint Controller, vier Regler mit je 20 A, den ELRS-Empfänger und die Spannungsversorgung. Als Prozessor arbeitet ein STM32F405RGT6, als Lagesensor ein ICM42688P oder ICM42605.
Die 16-MB-Blackbox zeichnet Flugdaten auf. Für den normalen Betrieb ist sie ohne Bedeutung, für das Anpassen der Regelparameter das entscheidende Werkzeug.
Die duale Spannungsversorgung stellt die Betriebsspannung für die Air Unit bereit, ohne dass eine zusätzliche Wandlerplatine nötig wird.
Flugzeit: der bekannte Kompromiss
5:15 Minuten nennt BetaFPV, gemessen im Positionshalte-Modus. Dieser Wert gilt für ruhiges Fliegen.
Bei sportlicher Fahrweise mit häufigen Beschleunigungen bleiben realistisch drei bis vier Minuten. Das ist für die Klasse normal und lässt sich nicht durch größere Akkus umgehen, weil deren Mehrgewicht die zusätzliche Energie wieder aufzehrt.
Die übliche Praxis sind fünf bis acht Akkus pro Session. Zum Umgang damit lohnt der Ratgeber zum LiPo-Akku richtig laden.
Was noch dazukommt
Die PNP-Version enthält Rahmen, Antrieb, Elektronik und die Air-Unit-Halterung. Für einen flugfertigen Aufbau fehlt:
| Bauteil | Kosten |
|---|---|
| DJI O4 Air Unit | ca. 115 € |
| Fernsteuerung mit ELRS | ab ca. 119 € |
| DJI-Brille | ab ca. 249 € |
| 2S-Akkus und Ladegerät | ca. 40 € |
Wer bereits eine RadioMaster Pocket und DJI Goggles N3 besitzt, steigt für rund 265 € inklusive Air Unit ein.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Radstand | Zellen | Gewicht mit Video | Preis |
|---|---|---|---|---|
| BetaFPV Pavo Femto | 75 mm | 2S | 52,2 g | ca. 110 € |
| BetaFPV Meteor75 Pro | 80,8 mm | 1S | ca. 39 g | ca. 115 € |
| BetaFPV Pavo20 Pro II | 93,9 mm | 3S/4S | 116,2 g mit O4 Pro | ca. 140 € |
Der Meteor75 Pro ist die leichtere 1S-Alternative. Er fliegt länger im Schwebeflug, hat aber deutlich weniger Reserve und bleibt ein Indoor-Gerät.
Der Pavo20 Pro II ist die nächstgrößere Stufe. Er trägt die schwerere O4 Air Unit Pro mit dem größeren Sensor und fliegt bis zu 10:30 Minuten, wiegt dafür mehr als das Doppelte.
Der Pavo Femto sitzt genau dazwischen: mehr Reserve als ein 1S-Whoop, weniger Gewicht als ein Cinewhoop.
Für wen sich der Pavo Femto lohnt
Er passt, wenn du digitales Video in der Whoop-Klasse willst und dich 1S-Modelle bisher zu schwach angefühlt haben. Das Schub-Gewicht-Verhältnis von 6,75:1 ist der praktische Beleg dafür, dass die Air Unit hier keine Last darstellt.
Er passt außerdem für Piloten, die drinnen und draußen fliegen. Bei ruhigem Wetter ist er im Freien einsetzbar, was 1S-Whoops verwehrt bleibt.
Weniger passend ist er, wenn du die O4 Air Unit Pro mit dem größeren Sensor nutzen willst. Dafür ist der Pavo20 Pro II ausgelegt. Und als komplettes Einsteigerpaket taugt er nicht, weil außer der Drohne nichts dabei ist. Wie du überhaupt beginnst, steht im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen.
Fazit
Der BetaFPV Pavo Femto beantwortet die Frage, wie digitales FPV in der Whoop-Klasse agil bleibt: mit mehr Spannung. 2S-Antrieb, LAVA-1102-Motoren, ein Schub-Gewicht-Verhältnis von 6,75:1 und eine fertige Dämpfungslösung für die O4 Air Unit ergeben eine ausgewogene Plattform für rund 110 €.
Mit 4,3 von 5 verliert er Punkte allein beim Lieferumfang und bei der kurzen Flugzeit. Wer Sender, Brille und Air Unit bereits hat, bekommt mit dem Pavo Femto* für wenig Geld einen Whoop, der die O4 Air Unit* trägt, ohne dabei schwerfällig zu werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet ein Schub-Gewicht-Verhältnis von 6,75:1?
Es besagt, dass die vier Motoren zusammen das 6,75-Fache des Abfluggewichts an Schub erzeugen können. Zum Schweben wird ein Verhältnis von 1:1 benötigt, alles darüber steht für Beschleunigung und Manöver zur Verfügung. Werte über 5:1 gelten als sportlich. Für einen Whoop mit montiertem Videosystem ist 6,75:1 ein sehr hoher Wert und bedeutet, dass die Drohne trotz Zusatzgewicht agil bleibt.
Warum 2S statt 1S wie bei anderen Whoops?
Zwei Zellen liefern die doppelte Spannung und damit deutlich mehr verfügbare Leistung. Der praktische Unterschied zeigt sich beim Beschleunigen und beim Fliegen gegen Wind. 1S-Whoops wie der Air65 II sind reine Indoor-Geräte, der Pavo Femto hat genug Reserve für Flüge im Freien bei leichtem Wind. Der Preis dafür sind etwas schwerere Akkus.
Wozu dienen die POM-Dämpfer?
Die DJI O4 Air Unit stabilisiert ihr Bild elektronisch über einen eingebauten Lagesensor. Dieser reagiert empfindlich auf hochfrequente Vibrationen, wie sie hochdrehende Whoop-Motoren erzeugen. Ohne Entkopplung entstehen wellenartige Bildstörungen, der Jello-Effekt. Die Dämpfer aus POM, einem zähen Kunststoff, sitzen zwischen Rahmen und Air Unit und filtern diese Schwingungen heraus.
Wie lange fliegt der Pavo Femto?
BetaFPV nennt rund 5:15 Minuten, gemessen im Positionshalte-Modus. Dieser Wert entspricht ruhigem Fliegen. Bei sportlicher Fahrweise mit häufigen Beschleunigungen sinkt er deutlich, realistisch sind dann drei bis vier Minuten. Wie bei allen Whoops gehören mehrere Akkus zur Grundausstattung.
Welche Air Unit passt zum Pavo Femto?
Die DJI O4 Air Unit in der Standard-Version mit 8,2 g. Die mitgelieferte Halterung Bracket II ist darauf ausgelegt. Die schwerere O4 Air Unit Pro mit 32 g passt nicht, für sie ist der größere Pavo20 Pro II vorgesehen. Die O4 Wide mit 13,3 g liegt dazwischen und wird von BetaFPV für diesen Rahmen nicht ausdrücklich genannt.
Was bedeutet PNP beim Pavo Femto?
PNP steht für Plug and Play. Enthalten sind Rahmen, Motoren, Propeller, Flugsteuerung, Regler, ELRS-Empfänger und die Halterung samt Dämpfern für die Air Unit. Nicht enthalten sind das Videosystem selbst, die Fernsteuerung, Akkus und ein Ladegerät. Rechne mit rund 115 € für die Air Unit und ab 119 € für einen Sender.
Kann man den Pavo Femto draußen fliegen?
Bei leichtem Wind ja, das ist der Vorteil des 2S-Antriebs gegenüber 1S-Whoops. Bei stärkerem Wind wird es schwierig, weil das Abfluggewicht von rund 75 g mit Akku immer noch gering ist und die Ducts als Angriffsfläche wirken. Für zuverlässige Außenflüge ist der Pavo20 Pro II mit 3S oder 4S die passendere Wahl.
Welche Akkus passen zum Pavo Femto?
2S-LiPo-Akkus, empfohlen werden LAVA II 2S mit 580 oder 680 mAh sowie LAVA 2S mit 450 mAh. Der kleinere Akku hält die Drohne agiler, der größere verlängert die Flugzeit. Weil 2S-Zellen in dieser Baugröße weniger verbreitet sind als 1S, lohnt es sich, gleich mehrere zu bestellen.
Braucht der Pavo Femto einen Drohnenführerschein?
Nein. Selbst mit Air Unit und Akku bleibt der Aufbau bei rund 75 g und damit weit unter der 250-Gramm-Grenze. Ein Kompetenznachweis ist in den Unterkategorien A1 und A3 nicht nötig. Weil eine Kamera mitfliegt, sind Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt und Haftpflichtversicherung trotzdem Pflicht, beim Brillenflug zusätzlich ein Beobachter.
Was zeichnet die 16-MB-Blackbox auf?
Sie speichert Flugdaten wie Gyro-Werte, Motorleistung, Sollwerte und Regelabweichungen. Wer die Regelparameter der Flugsteuerung anpassen will, kann damit prüfen, ob Schwingungen auftreten oder die Drohne dem Steuerbefehl verzögert folgt. Für den normalen Betrieb ist das nicht nötig, für die Feinabstimmung aber das entscheidende Werkzeug.