Der Ports-Tab ist der unscheinbarste Bildschirm im Betaflight Configurator und zugleich der, an dem die meiste Zeit verloren geht. Ein Empfänger, der leuchtet, aber keine Kanäle liefert, ein GPS ohne Fix, ein VTX, der sich nicht schalten lässt: Fast immer steckt eine falsch gesetzte Zeile dahinter. Dieser Artikel erklärt jede Spalte, die Regeln dahinter und die Zuordnung der üblichen Geräte.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine UART trägt genau eine Hauptfunktion, Serial RX und MSP zusammen erzeugen einen Konflikt.
- Die Zeile muss zur Verkabelung passen: Empfänger an UART2 heißt Serial RX in Zeile UART2.
- Verkabelt wird über Kreuz, TX am Flugcontroller geht an RX am Gerät.
- MSP ist das Protokoll des Configurators und gehört in der Regel allein auf die USB-Verbindung.
- Softserial liefert rund 19200 Baud und taugt nur für schmale Aufgaben.
Was eine UART am Flugcontroller ist
Eine UART ist eine serielle Punkt-zu-Punkt-Verbindung aus zwei Leitungen. TX sendet, RX empfängt. Am Flugcontroller sind sie als beschriftete Pads oder Stecker herausgeführt und durchnummeriert, verbreitet sind UART1 bis UART6.
Verbunden wird immer über Kreuz: Das TX-Pad des Flugcontrollers geht an den RX-Eingang des Geräts, das RX-Pad an dessen TX. Wer beide gleichnamig verbindet, hat zwei Sender gegeneinander geschaltet, und es kommt nichts an. Das ist der häufigste Verkabelungsfehler überhaupt.
Die Anzahl der UARTs ist Hardware und lässt sich nicht erweitern. Ein kleiner Whoop-Flugcontroller bringt oft nur zwei mit, ein 5-Zoll-Board für Freestyle meist vier bis sechs. Weil jedes Gerät eine belegt, wird die Zuteilung auf kleinen Boards schnell eng.
Der Ports-Tab Spalte für Spalte
Die Tabelle im Ports-Tab hat pro UART eine Zeile und mehrere Spalten, die jeweils eine Funktionsgruppe abbilden.
| Spalte | Wofür sie da ist | Typisches Gerät |
|---|---|---|
| Identifier | Name des Ports | UART1 bis UART6, SOFTSERIAL, USB VCP |
| Configuration/MSP | Protokoll für den Configurator | USB-Verbindung, Bluetooth-Adapter |
| Serial RX | Empfang der Steuerkanäle | ExpressLRS-, Crossfire-, SBUS-Empfänger |
| Telemetry Output | separater Rückkanal | ältere Funksysteme |
| Sensor Input | Daten ohne Steuerkanäle | GPS, ESC-Telemetrie |
| Peripherals | Steuerung externer Geräte | VTX über SmartAudio oder Tramp, OSD |
Die Zeile USB VCP steht ganz oben und lässt sich nicht frei belegen. Sie gehört zur USB-Buchse und hält den Weg für den Configurator offen.
Die drei Regeln, an denen es scheitert
Erstens: eine Funktion pro Port. Serial RX und MSP gleichzeitig in derselben Zeile ergeben einen Konflikt, bei dem am Ende keines von beidem zuverlässig arbeitet. Die Betaflight-Dokumentation warnt ausdrücklich davor, die MSP-Spalte als Schalter für die UART zu benutzen.
Zweitens: MSP muss erreichbar bleiben. Es braucht immer mindestens einen Weg, über den der Configurator sprechen kann. In der Praxis übernimmt das die USB-Verbindung, weshalb du MSP auf den übrigen Ports abschalten kannst und sollst.
Drittens: Reihenfolge einhalten. Erst die Ports zuordnen, speichern, den Neustart abwarten, danach im Receiver-Tab oder in den Features weiterarbeiten. Wer die Funktion zuerst aktiviert und den Port danach zuweist, sieht oft veraltete Zustände. Den Einstieg in den Configurator beschreibt der Artikel zum Betaflight Configurator.
Den Empfänger zuordnen
Der Empfänger ist der wichtigste Anschluss und der mit den meisten Fehlerquellen. Drei Schritte gehören zusammen:
- Im Ports-Tab in der Zeile der verkabelten UART Serial RX einschalten, in keiner anderen Zeile.
- Im Receiver-Tab den Provider passend zum Empfänger setzen. Für ExpressLRS und Crossfire ist das CRSF, für klassische Empfänger etwa SBUS.
- Telemetrie prüfen: Moderne Empfänger senden ihre Rückmeldung über dieselbe Verbindung. Dafür wird im Receiver-Tab der Telemetrie-Schalter aktiviert, eine eigene Zeile in der Spalte Telemetry Output brauchen sie nicht.
Bewegen sich die Kanalbalken danach nicht, liegt es an einem von drei Punkten: falsche Zeile, nicht gekreuzte Verkabelung oder falscher Provider. Steht die Funkstrecke selbst noch nicht, hilft der Artikel zum ELRS binden weiter.
GPS, ESC-Telemetrie und VTX-Steuerung
GPS-Modul. Es hängt an einer eigenen UART und wird in der Spalte Sensor Input mit der Funktion GPS zugeordnet. Hier ist die Baudrate wichtig, üblich sind 9600 oder 115200 Baud. Passt sie nicht, meldet Betaflight nie einen Fix, obwohl Strom und Verkabelung stimmen.
ESC-Telemetrie. Regler mit BLHeli_32 liefern über eine einzelne Leitung Drehzahl, Strom und Temperatur zurück. Diese Leitung geht an eine UART, die in der Spalte Sensor Input auf ESC Sensor gestellt wird. Bei neueren Aufbauten kommt die Drehzahl stattdessen über bidirektionales DShot ohne eigenen Port. Welche Einstellungen die Regler selbst betreffen, steht im Artikel zum ESC-Configurator.
VTX-Steuerung. Damit sich Kanal und Sendeleistung aus dem OSD heraus umschalten lassen, braucht der Videosender eine Steuerleitung. Sie wird in der Spalte Peripherals eingetragen, je nach Sender als SmartAudio oder Tramp. Für diese Aufgabe genügt eine einzige Leitung vom TX des Flugcontrollers. Welche Kanäle überhaupt zur Verfügung stehen, regelt die VTX-Table.
Softserial: wenn die UARTs ausgehen
Auf kleinen Flugcontrollern sind zwei UARTs schnell belegt: eine für den Empfänger, eine bleibt für alles andere. Softserial bildet dann eine zusätzliche Schnittstelle in Software auf freien Pins nach.
Die Grenzen sind deutlich:
- Die Bandbreite ist klein, üblich sind 19200 Baud.
- Alle Softserial-Ports müssen dieselbe Baudrate verwenden.
- Das Verfahren belegt Rechenzeit, was bei hohen Schleifenfrequenzen spürbar wird.
- Die Funktion muss vorher in den Features aktiviert werden, sonst erscheinen die Zeilen gar nicht.
Damit taugt Softserial für schmale Aufgaben: VTX-Steuerung, einfache Telemetrie, ein LED-Strang. Für Empfänger und GPS bleibt es ungeeignet, dort reicht die Bandbreite nicht.
Typische Fehlerbilder
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Prüfschritt |
|---|---|---|
| Empfänger leuchtet, keine Kanäle | Serial RX auf falscher UART | Zeile mit der Verkabelung vergleichen |
| gar keine Reaktion am Empfänger | TX und RX nicht gekreuzt | Verkabelung tauschen |
| Kanäle zucken oder springen | falscher Provider im Receiver-Tab | auf CRSF stellen |
| GPS ohne Fix | Baudrate passt nicht | 9600 und 115200 durchprobieren |
| VTX lässt sich nicht schalten | falsches Protokoll in Peripherals | SmartAudio gegen Tramp tauschen |
| Configurator verbindet nicht mehr | MSP auf allen Ports abgeschaltet | über USB verbinden, MSP dort prüfen |
| Einstellung fällt nach Neustart zurück | nicht gespeichert | Save and Reboot statt nur Save |
Ein Sonderfall ist der Flugcontroller, der sich nach einer Portänderung nicht mehr meldet. Solange die USB-Verbindung ihr eigenes MSP behält, ist das selten der Fall. Tritt es doch ein, hilft der Weg über den Bootloader und ein Neuflashen, wonach die Portbelegung aus einem Backup zurückkommt.
Fazit: eine Zeile, eine Aufgabe
Der Ports-Tab wirkt sperrig, folgt aber einem einzigen Gedanken: Jede physische Verbindung am Flugcontroller bekommt genau eine Aufgabe, und die Zeile im Configurator muss die Verkabelung eins zu eins abbilden.
Wer bei Problemen zuerst die Zeile mit dem Lötpunkt vergleicht und danach die Kreuzverkabelung prüft, findet die große Mehrheit aller Fehler in wenigen Minuten. Danach bleiben nur noch Baudraten und Protokolle, und beide stehen im Datenblatt des jeweiligen Geräts.
Häufige Fragen
Was ist eine UART am Flugcontroller?
Eine UART ist eine serielle Schnittstelle aus zwei Leitungen: TX sendet, RX empfängt. Am Flugcontroller sind sie als Pads oder Stecker herausgeführt und durchnummeriert, üblich sind UART1 bis UART6. Verbunden wird immer über Kreuz, also TX des Flugcontrollers an RX des Geräts und umgekehrt. Wie viele UARTs zur Verfügung stehen, gibt der Flugcontroller vor.
Kann eine UART zwei Aufgaben gleichzeitig übernehmen?
Nein, jede UART trägt genau eine Hauptfunktion. Serial RX und MSP auf demselben Port erzeugen einen Konflikt, bei dem am Ende keine der beiden Funktionen zuverlässig arbeitet. Einzige Ausnahme ist die Telemetrie moderner Empfänger: Sie läuft bidirektional über dieselben zwei Leitungen wie die Steuerdaten und braucht deshalb keinen eigenen Port.
Welche UART nehme ich für den Empfänger?
Jede freie UART funktioniert, entscheidend ist nur, dass die Zuordnung im Ports-Tab zur tatsächlichen Verkabelung passt. Hängt der Empfänger an UART2, wird Serial RX in der Zeile UART2 aktiviert und nirgends sonst. Viele Flugcontroller haben einen Pad-Satz, der im Datenblatt ausdrücklich als RX-Anschluss geführt ist, dort ist die Verkabelung am kürzesten.
Was bedeutet die Spalte Configuration/MSP im Ports-Tab?
MSP ist das Protokoll, über das der Configurator mit dem Flugcontroller spricht. Die Spalte schaltet nicht die UART an oder aus, sie legt nur fest, ob dort MSP läuft. Dieser Irrtum ist eine der häufigsten Ursachen für Konflikte. Mindestens ein Weg für MSP muss immer offen bleiben, in der Praxis übernimmt das die USB-Verbindung.
Wofür ist die Spalte Sensor Input?
Für Geräte, die Daten an den Flugcontroller liefern, ohne Steuerkanäle zu sein. Dazu gehören GPS-Module und die Telemetrie-Leitung von BLHeli_32-Reglern, über die Drehzahl, Strom und Reglertemperatur zurückkommen. Die Drehzahlrückmeldung ist zugleich die Voraussetzung für den RPM-Filter.
Was kann Softserial und was nicht?
Softserial bildet eine serielle Schnittstelle in Software auf freien Pins nach, wenn die echten UARTs aufgebraucht sind. Die Bandbreite ist klein, üblich sind 19200 Baud, und alle Softserial-Ports müssen dieselbe Baudrate verwenden. Damit eignet sich das Verfahren für schmale Aufgaben wie VTX-Steuerung oder einfache Telemetrie, nicht für den Empfänger oder GPS.
Warum zeigt Betaflight keine Kanäle, obwohl der Empfänger leuchtet?
Dann steht die Funkstrecke, die serielle Strecke aber nicht. Drei Punkte kommen infrage: Serial RX ist auf der falschen UART aktiviert, TX und RX sind nicht über Kreuz verkabelt, oder im Receiver-Tab steht das falsche Protokoll. Für ExpressLRS und Crossfire muss dort CRSF ausgewählt sein, sonst kommen die Pakete zwar an, werden aber nicht verstanden.
Muss ich die Baudrate von Hand einstellen?
Bei Empfänger und VTX-Steuerung nicht, dort passen die Standardwerte. Ein GPS-Modul braucht dagegen oft eine passende Rate, typisch sind 9600 oder 115200 Baud, je nach Modul und eingestellter Update-Rate. Auch ältere Telemetriesysteme verlangen eigene Werte. Stimmen Flugcontroller und Gerät nicht überein, kommen nur unbrauchbare Zeichen an.