Drohne fliegen lernen: die ersten Flüge Schritt für Schritt

Drohne fliegen lernen als Anfänger: der erste Start, fünf Übungsstufen vom Schweben bis zur Kameraführung und die Fehler, die Einsteiger Geld kosten.

Kameradrohnen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Die Drohne ist ausgepackt, der Akku voll, und jetzt? Über die Freude am Hobby entscheiden vor allem die ersten fünf Flüge, in denen sich Gewohnheiten festsetzen. Dieser Artikel führt durch den ersten Start, ein Übungsprogramm in fünf Stufen und die Fehler, die Einsteiger regelmäßig Geld kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der erste Start ist einfach: GPS-Positionshaltung und Bodensensoren halten die Drohne von allein auf der Stelle.
  • Die eigentliche Hürde ist die gespiegelte Steuerung, sobald die Drohne mit der Nase zu dir zeigt.
  • Fünf Übungsstufen führen vom Schwebeflug bis zur Kameraführung, jede baut auf der vorigen auf.
  • Übungsplatz: freie Wiese, mindestens 50 Meter Abstand zu Hindernissen, Wind unter 15 km/h.
  • Landen bei 30 % Akku, lange vor der Warnung. Der Rückweg gegen Wind kostet mehr als der Hinweg.

Vor dem ersten Start: die Pflichten in zehn Minuten

Bevor die erste Drohne abhebt, sind drei Dinge zu klären, und alle drei sind an einem Abend erledigt.

Registrierung. Ab 250 Gramm Startmasse oder sobald die Drohne personenbezogene Daten erfassen kann, brauchst du eine Betreiber-Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt. Der Ablauf steht im Ratgeber Drohne beim LBA registrieren.

Kompetenznachweis. Ab 250 Gramm ist der kleine Drohnenführerschein A1/A3 Pflicht. Er ist online, kostenlos zu lernen und in einem Abend machbar, siehe Kleiner Drohnenführerschein.

Versicherung. Eine Halterhaftpflicht ist für jede Drohne vorgeschrieben, unabhängig vom Gewicht. Welche Verträge greifen, klärt der Ratgeber Drohnen-Haftpflichtversicherung.

Dazu kommt die Kennzeichnung mit der e-ID, siehe Drohnen-Plakette.

Die Steuerung verstehen, bevor du sie anfasst

Fast alle Consumer-Drohnen kommen in der Belegung Mode 2. Die Aufteilung ist schnell erklärt und trägt jeden weiteren Flug.

StickBewegungWirkung
linkshoch / runtersteigen / sinken
linkslinks / rechtsDrehung um die eigene Hochachse (Gieren)
rechtshoch / runtervorwärts / rückwärts
rechtslinks / rechtsseitlich versetzen
RädchendrehenKamera neigen

Zwei Begriffe machen den Unterschied zwischen Fliegen und Herumtasten: Gieren dreht die Drohne, ohne sie zu bewegen, und bestimmt damit die Blickrichtung der Kamera. Versetzen bewegt sie seitwärts, ohne die Blickrichtung zu ändern. Die schönsten Aufnahmen entstehen aus der Kombination beider Bewegungen.

Die wichtigste Regel für den Anfang: Kleine Ausschläge. Die Sticks reagieren progressiv, ein Vollausschlag ist im Übungsbetrieb nie nötig. Wer sich angewöhnt, mit dem halben Weg zu arbeiten, fliegt automatisch ruhiger.

Der erste Flug: fünf Minuten, kein Ehrgeiz

  1. Platz prüfen. Freie Fläche, keine Personen, Abstand zu Hindernissen, Zonen in der Karte gecheckt.
  2. Vorflugkontrolle. Propeller fest und unbeschädigt, Akku eingerastet, Gimbal-Sperre entfernt, Speicherkarte drin, App verbunden.
  3. Satelliten abwarten. Erst starten, wenn die App ausreichenden Empfang meldet. Ohne GPS driftet die Drohne, und der Rückkehrpunkt fehlt.
  4. Auf zwei Meter steigen und stehen bleiben. Eine Minute nichts tun. Beobachten, wie ruhig die Drohne von allein steht.
  5. Landen. Sinken lassen, kurz vor dem Boden Ausschlag reduzieren, aufsetzen, Motoren stoppen.

Das war der ganze erste Flug. Der Sinn liegt darin, den Ablauf einzuüben, solange nichts passiert. Wer stattdessen sofort auf 100 Meter steigt, holt sich das Erfolgserlebnis und verpasst die Grundlage.

Das Übungsprogramm in fünf Stufen

Trainingsplan in fünf Stufen: Stufe 1 Schweben halten, drei Minuten auf zwei Metern ohne Korrektur. Stufe 2 Nase weg von dir, Quadrat und Kreis fliegen mit der Nase immer nach vorn. Stufe 3 Nase zu dir, dieselben Figuren rückwärts mit gespiegelter Steuerung. Stufe 4 ohne Assistenz, im Sportmodus mit abgeschalteter GPS-Positionshaltung den Drift von Hand ausgleichen. Stufe 5 Kamera führen, Flug und Gimbal gleichzeitig, langsam und gleichmäßig. Dazu die Rahmenbedingungen: freie Wiese mit 50 Metern Abstand zu Hindernissen, Wind unter 15 Stundenkilometern, Landung bei 30 Prozent Akku.

Jede Stufe sitzt, bevor die nächste beginnt. Die ersten drei lassen sich auch im Simulator trainieren.

Stufe 1: Schweben halten. Auf zwei Metern Höhe drei Minuten stehen bleiben, ohne einzugreifen. Klingt trivial und schult den Blick: Du lernst, wie die Drohne auf Böen reagiert und wann sie tatsächlich korrigiert.

Stufe 2: Nase weg von dir. Ein Quadrat mit etwa zehn Metern Kantenlänge fliegen, danach einen Kreis. Die Nase zeigt dabei immer in Flugrichtung. Diese Stufe fühlt sich intuitiv an, weil die Steuerung deiner Perspektive entspricht.

Stufe 3: Nase zu dir. Dieselben Figuren, aber mit der Nase in deine Richtung. Jetzt ist links rechts und vorwärts rückwärts. Das ist der Punkt, an dem die meisten Einsteiger scheitern und an dem sich Fliegen von Klicken unterscheidet. Übe langsam und in kleinen Ausschlägen, bis die Bewegung ohne Nachdenken kommt.

Stufe 4: Ohne Assistenz. Im Sportmodus arbeiten Bodensensoren und Hindernisassistenz eingeschränkt, die Drohne reagiert direkter und driftet mit dem Wind. Ziel ist, den Drift bewusst auszugleichen, statt sich auf die Automatik zu verlassen. Diese Stufe rettet dir den Flug, wenn der Empfang einmal schlecht ist.

Stufe 5: Kamera führen. Jetzt kommt das Rädchen dazu. Ein langsamer Vorwärtsflug mit gleichzeitigem Neigen der Kamera, danach eine Kreisfahrt um ein Objekt mit konstanter Blickrichtung. Hier entscheidet Gleichmäßigkeit über die Bildwirkung.

Zwischen den Stufen gilt eine Regel: Erst weiter, wenn die Übung langweilig geworden ist. Wer bei Stufe 3 noch überlegen muss, hat bei Stufe 5 keine Kapazität für die Kamera.

Der Simulator als Abkürzung

Für die Stufen 1 bis 3 ist ein Simulator die günstigste Lernumgebung, weil ein Fehler nur einen Neustart kostet. Besonders die gespiegelte Steuerung lässt sich dort in kurzer Zeit einüben, während sie im Feld Nerven kostet.

Was der Simulator nicht liefert: das Gefühl für Entfernung, den Umgang mit Wind und den Moment, in dem die Drohne am Himmel zum kaum sichtbaren Punkt wird. Wer FPV anstrebt, kommt an einem Simulator ohnehin nicht vorbei; die Details stehen im Ratgeber FPV-Simulator.

Der Übungsplatz: worauf es ankommt

KriteriumEmpfehlung
Flächefreie Wiese, abgeerntetes Feld, Sportplatz außerhalb der Nutzung
Abstand zu Hindernissenmindestens 50 m zu Bäumen, Masten, Leitungen
Untergrundstrukturiert, damit die Bodensensoren greifen
Windunter 15 km/h für die ersten Flüge
Personenkeine unbeteiligten Personen in der Nähe
ErlaubnisEigentümer der Fläche gefragt, Zonen geprüft

Zwei Punkte werden dabei gern übersehen. Schnee, Wasser und frisch gemähter Rasen sind für Bodensensoren strukturlos, dort schwankt die Höhenhaltung. Und eine freie Fläche in der Karte bedeutet nicht automatisch, dass du dort starten darfst: Der Eigentümer entscheidet über Start und Landung. Wie die amtliche Karte zu lesen ist, steht im Ratgeber DIPUL Map Tool.

Die sechs teuersten Anfängerfehler

Wenn etwas schiefgeht

Drei Situationen treten bei Einsteigern immer wieder auf, und für alle drei gibt es eine ruhige Reaktion.

Orientierung verloren. Steuereingaben loslassen. Die Drohne bleibt stehen. Danach die Kartenansicht in der App öffnen, die Ausrichtung ablesen und die Nase Richtung Startpunkt drehen. Notfalls die Rückkehrfunktion auslösen.

Verbindung weg. Nichts überstürzen. Die Drohne startet nach kurzer Zeit selbstständig den Rückflug. Was die Funkstrecke stört, steht im Ratgeber Drohne verbindet sich nicht.

Drohne gelandet, aber nicht auffindbar. Der letzte bekannte Standort steht in der App. Der vollständige Suchplan steht im Ratgeber Drohne verloren.

Fazit: fünf Flüge Disziplin, dann läuft es

Fliegen lernen ist bei modernen Kameradrohnen vor allem eine Frage der richtigen Reihenfolge. Wer die ersten Flüge für Schwebeübungen und Figuren nutzt, statt sofort auf Distanz zu gehen, hat nach kurzer Zeit ein sicheres Gefühl für das Gerät und macht danach die Aufnahmen, wegen derer er die Drohne gekauft hat. Die Stufen 1 bis 3 sind in zwei Nachmittagen machbar, die restliche Routine kommt mit jedem Akku. Und die eine Gewohnheit, die alles andere überdauert: bei 30 Prozent landen.

Häufige Fragen

Wie schwer ist es, eine Drohne fliegen zu lernen?

Der erste Start gelingt fast jedem sofort, weil moderne Kameradrohnen per GPS und Bodensensoren selbst auf der Stelle stehen bleiben. Schwierig wird es erst dort, wo die Assistenz endet: bei Wind, bei fehlendem Satellitenempfang und wenn die Drohne mit der Nase zu dir zeigt und die Steuerung gespiegelt wirkt. Rechne mit drei bis fünf Übungsflügen, bis das sicher sitzt, und mit einer Saison, bis Kameraführung und Fliegen gleichzeitig gelingen.

Wie steuert man eine Drohne mit den beiden Sticks?

In der Standardbelegung Mode 2 steuert der linke Stick Höhe und Drehung: hoch und runter für Steigen und Sinken, links und rechts für die Drehung um die eigene Achse. Der rechte Stick bewegt die Drohne im Raum: vor und zurück, seitlich links und rechts. Die Kamera neigst du über ein Rädchen an der Fernsteuerung. Diese Aufteilung ist bei fast allen Consumer-Modellen ab Werk eingestellt.

Wo darf ich als Anfänger üben?

Ideal ist eine freie Wiese oder ein abgeerntetes Feld ohne Bebauung, mit mindestens 50 Metern Abstand zu Bäumen, Masten, Leitungen und Zäunen und mit Erlaubnis des Grundstückseigentümers. Wohngrundstücke, Naturschutzgebiete und die Umgebung von Flugplätzen scheiden aus. Prüfe den Platz vorher in der amtlichen Karte und achte darauf, dass keine unbeteiligten Personen in der Nähe sind.

Sollte ich zuerst im Simulator üben?

Für die ersten Steuerbewegungen lohnt sich das sehr, weil ein Fehler dort nichts kostet. Besonders die gespiegelte Steuerung bei entgegenkommender Drohne lässt sich im Simulator schneller einüben als im Feld. Was der Simulator nicht vermittelt, sind Wind, Entfernungsgefühl und der Moment, in dem die Drohne am Himmel zum Punkt wird. Beides gehört zusammen: Simulator für die Finger, Wiese für den Rest.

Brauche ich einen Kurs, um Drohne fliegen zu lernen?

Für das Fliegen selbst ist kein Kurs vorgeschrieben, praktische Schulungen gibt es dennoch von Vereinen und Anbietern. Vorgeschrieben ist der theoretische Kompetenznachweis, sobald deine Drohne mehr als 250 Gramm wiegt oder in bestimmte Klassen fällt. Ein Kurs lohnt sich vor allem, wenn du beruflich fliegen willst oder direkt mit einem teuren Modell startest.

Welche Drohne eignet sich zum Lernen?

Ein Modell unter 250 Gramm mit GPS-Positionshaltung und Bodensensoren ist der bequemste Einstieg: weniger Pflichten, geringere Schadenshöhe im Fehlerfall und trotzdem stabiles Flugverhalten. Ganz billige Modelle ohne GPS sind zum Lernen anspruchsvoller, weil sie ständig driften, dafür lehren sie sauberes Gegensteuern. Wer FPV anstrebt, beginnt ohnehin im Simulator.

Was ist der häufigste Anfängerfehler?

Zu weit wegfliegen. Die Drohne wird am Himmel schnell zum Punkt, dann geht die Orientierung verloren und der Blick wandert aufs Display, obwohl der Sichtkontakt Pflicht ist. Der zweite häufige Fehler ist der Rückflug bei Wind: Der Hinweg mit Rückenwind fühlt sich mühelos an, der Rückweg gegen den Wind kostet plötzlich die halbe Restkapazität.

Wie lange dauert es, bis ich gute Aufnahmen hinbekomme?

Fliegen und Filmen sind zwei Fähigkeiten. Sicher fliegen lernst du in wenigen Wochen, ruhige Kamerafahrten brauchen länger, weil sie langsame, gleichmäßige Stick-Bewegungen verlangen. Ein guter Zwischenschritt sind die Automatikmodi: Sie liefern brauchbare Aufnahmen, während du dich auf Position und Umgebung konzentrierst.

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