Wie teuer ist eine Drohne? Preise und Folgekosten

Was kostet eine Drohne wirklich? Preisklassen von 130 bis 2.000 Euro mit konkreten Modellen, dazu die Pflichtkosten für Registrierung, Nachweis und Versicherung.

Kameradrohnen Aktualisiert am zuerst veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Der Preis auf dem Karton ist selten der Betrag, der am Ende auf dem Kontoauszug steht. Zwischen Kaufpreis und erstem Flug liegen Registrierung, Versicherung und die Erkenntnis, dass ein Akku für 20 Minuten Luft reicht. Dieser Artikel sortiert beides: was die Drohnen selbst kosten und was danach unweigerlich dazukommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Einstieg beginnt bei rund 137 Euro (DJI Neo), die sinnvolle Einsteigerklasse liegt zwischen 200 und 300 Euro.
  • Pflichtkosten: 20 Euro Registrierung, Haftpflicht im zweistelligen Bereich pro Jahr, ab 250 g zusätzlich 25 Euro für den Nachweis A1/A3.
  • Der wichtigste Zusatzkauf ist ein Ersatzakku für 39 bis 100 Euro, danach die Speicherkarte für 15 bis 25 Euro.
  • Ein realistisches Einsteigerpaket landet bei rund 250 bis 400 Euro inklusive aller Pflichten.
  • Über 900 Euro beginnt die Klasse mit 1-Zoll-Sensor und Rundum-Hinderniserkennung.

Die Preisklassen mit konkreten Modellen

Der Markt teilt sich in fünf Stufen, und jede hat eine eigene Sparstelle. Alle Preise sind reguläre Straßenpreise, keine Aktionspreise.

KlassePreisBeispieleWas hier fehlt
Spielzeugunter 100 €Modelle ohne GPSPositionshaltung, Rückkehrfunktion
Einstieg130 bis 300 €DJI Neo, Holy Stone HS460, DJI Mini 4K, Potensic ATOM SEHinderniserkennung nach vorn
Solide Mitte300 bis 500 €DJI Mini 3, DJI Flip, Potensic ATOM 2, DJI Lito X1großer Sensor, lange Reichweite
Anspruchsvoll500 bis 900 €DJI Mini 5 Pro, DJI Mini 4 Pro, DJI Air 3SZweitkamera mit Tele
Profiab 1.400 €DJI Air 3, DJI Mavic 4 Pro, DJI Mavic 3 Pronichts Wesentliches

Die entscheidende Schwelle liegt bei etwa 130 Euro. Darunter fehlt fast immer die Satellitennavigation, und ohne sie treibt die Drohne bei jedem Windstoß ab. Wer für 60 Euro kauft, kauft ein Hallenmodell.

Die zweite Schwelle liegt bei rund 500 Euro. Ab hier kommen der größere Sensor und die Rundum-Hinderniserkennung dazu, beides Dinge, die sich später nicht nachrüsten lassen. Welche Modelle in der Einsteigerklasse was leisten, vergleicht der Ratgeber Beste Drohne unter 300 Euro.

Was nach dem Kauf unweigerlich dazukommt

Drei Posten sind Pflicht, sobald die Drohne eine Kamera hat:

PostenKostenGültigkeit
Registrierung beim LBA20 €einmalig
Haftpflichtversicherungzweistellig pro Jahrjährlich
Kompetenznachweis A1/A3 (ab 250 g)25 €5 Jahre

Die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt ist für alle Drohnen mit Kamera nötig, auch für die 135 Gramm leichte Neo. Die Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben, ihr Beitrag hängt an Deckungssumme und Startgewicht. Der Kompetenznachweis A1/A3 entfällt bei Modellen unter 250 Gramm, und genau das ist einer der Gründe, warum diese Klasse so groß geworden ist.

Nicht vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar sind zwei weitere Posten. Ein Ersatzakku kostet zwischen 39 und 100 Euro und verdoppelt die nutzbare Flugzeit. Eine Speicherkarte liegt bei 15 bis 25 Euro, worauf es dabei ankommt, steht im Ratgeber SD-Karte für die Drohne.

Drei Pakete durchgerechnet

Gestapelte Balkengrafik mit drei durchgerechneten Drohnen-Paketen. Einstiegspaket: 137 Euro für die Drohne, 50 Euro Pflichtkosten für Registrierung und Haftpflicht, 59 Euro Zubehör, zusammen 246 Euro. Mittelklasse-Paket: 679 Euro für die Drohne, 50 Euro Pflichtkosten, 125 Euro Zubehör und 85 Euro für einen Schutzvertrag, zusammen 939 Euro. Ambitioniertes Paket: 899 Euro für die Drohne, 75 Euro Pflichtkosten inklusive Kompetenznachweis, 145 Euro Zubehör und 109 Euro Schutzvertrag, zusammen 1228 Euro. Der Anteil der Nebenkosten sinkt mit steigendem Drohnenpreis von 44 Prozent auf 27 Prozent.

Beim günstigsten Paket macht das Drumherum fast die Hälfte der Ausgaben aus.

Paket 1: der Einstieg. DJI Neo für 137 Euro, Registrierung 20 Euro, Haftpflicht rund 30 Euro im ersten Jahr, Speicherkarte 20 Euro, Ersatzakku 39 Euro. Summe: rund 250 Euro. Bemerkenswert ist das Verhältnis: Fast die Hälfte der Ausgaben entfällt auf alles außer die Drohne.

Paket 2: die Mittelklasse. DJI Mini 4 Pro für 679 Euro, Registrierung und Versicherung 50 Euro, Speicherkarte und Ersatzakku 90 Euro, ND-Filtersatz 35 Euro, DJI Care Refresh für 85 Euro. Summe: rund 940 Euro. Der Kompetenznachweis entfällt, weil das Modell unter 250 Gramm bleibt.

Paket 3: ambitioniert. DJI Air 3S für 899 Euro, dazu 25 Euro für den Nachweis A1/A3, weil die Drohne über 250 Gramm wiegt, sowie Registrierung und Versicherung, Karte, zwei Ersatzakkus, Filter und Care Refresh. Summe: rund 1.230 Euro.

Die Nebenkosten wachsen also langsamer als der Kaufpreis. Ihr Anteil sinkt von rund 44 Prozent im Einstiegspaket auf etwa 27 Prozent im ambitionierten Paket.

Wo sich Sparen lohnt und wo nicht

Lohnt sich: Der Verzicht auf das Fly-More-Combo, solange du selten fliegst. Der Gebrauchtkauf einer Vorgängergeneration. Der Filtersatz, den viele erst nach Monaten wirklich brauchen. Die Zusatztasche, wenn ein vorhandener Rucksack passt.

Lohnt sich nicht: Die Speicherkarte aus dem Grabbeltisch, weil langsame Karten die Aufnahme abbrechen. Der Verzicht auf den zweiten Akku, weil ein einzelner Flug schneller vorbei ist als die Anfahrt. Und der Versuch, an der Versicherung zu sparen: Ein Schaden am fremden Auto liegt schnell vierstellig, die Haftung ist verschuldensunabhängig.

Beim Combo lohnt eine kurze Rechnung. Die Pakete enthalten meist zwei Akkus, ein Mehrfachladegerät, Ersatzpropeller und eine Tasche. Einzeln kosten diese Teile in der Regel 30 bis 40 Prozent mehr als der Aufpreis des Pakets. Wer weiß, dass er mehr als eine Akkuladung fliegen will, greift zum Combo.

Gebraucht kaufen: worauf zu achten ist

Zwei bis drei Jahre alte Modelle liegen häufig 30 bis 50 Prozent unter dem Neupreis. Fünf Punkte entscheiden, ob der Kauf trägt:

  1. Ladezyklen der Akkus. Sie stehen in der App unter den Akkuinformationen. Über 150 Zyklen sinkt die nutzbare Flugzeit spürbar.
  2. Gimbal-Spiel. Der Kamerakopf muss sich sanft und ohne Rastpunkte bewegen lassen. Ein beschädigter Gimbal ist die teuerste Einzelreparatur.
  3. Abmeldung aus dem Konto des Verkäufers. Sonst bleibt das Gerät an dessen Benutzerkonto gebunden.
  4. Armgelenke und Motorlager. Wackelnde Arme deuten auf Stürze hin.
  5. Rechnung und Seriennummer. Beides braucht es für eine Reparatur beim Hersteller.

Was ein solcher Reparaturweg kostet, steht im Ratgeber DJI-Drohne reparieren lassen. Auf der anderen Seite hilft der Ratgeber DJI-Drohne verkaufen beim Blick auf die eigene Preisvorstellung.

Was der Betrieb im Jahr kostet

Nach dem ersten Jahr bleibt ein überschaubarer Sockel:

PostenJahreskosten
Haftpflichtversicherungzweistelliger Betrag
Propeller als Verschleißteil10 bis 30 €
Akkuersatz (alle 2 bis 3 Jahre)umgelegt 20 bis 40 €
optionaler Schutzvertrag22 bis 109 €

Registrierung und Kompetenznachweis laufen jeweils fünf Jahre, sie fallen also nur alle paar Jahre erneut an. Wie die Verlängerung abläuft, steht im Ratgeber Kenntnisnachweis verlängern.

Der größte Posten im laufenden Betrieb ist damit die Alterung der Akkus. Sie verlieren mit jedem Zyklus etwas Kapazität, und nach zwei bis drei Jahren regelmäßiger Nutzung liegt die Flugzeit spürbar unter dem Datenblattwert.

Fazit: mit 250 Euro fängt es an

Wer eine Drohne mit Kamera fliegen will, sollte mit rund 250 Euro rechnen, und zwar inklusive Registrierung, Versicherung, Karte und Ersatzakku. Das ist der ehrliche Einstiegspreis, den kein Produktkarton ausweist.

Nach oben ist die Frage weniger das Budget als der Anspruch an das Bild. Zwischen 250 und 700 Euro liegen zwei echte Sprünge: der größere Sensor und die Hinderniserkennung. Beides lässt sich später nicht nachrüsten, während Akkus, Filter und Taschen jederzeit nachkommen können. Wer unsicher ist, welche Klasse passt, findet die Kriterien im Ratgeber Drohne kaufen: worauf achten.

Häufige Fragen

Wie teuer ist eine gute Drohne für Einsteiger?

Zwischen 130 und 300 Euro liegt die Klasse, die für den Einstieg alles Nötige mitbringt: GPS-gestützte Positionshaltung, automatische Rückkehr und eine Kamera mit 4K. Die DJI Neo beginnt bei rund 137 Euro, die DJI Mini 4K und die Potensic ATOM SE liegen bei etwa 250 Euro. Unter 100 Euro finden sich fast nur Modelle ohne Satellitennavigation, die bei Wind kaum kontrollierbar sind.

Welche Kosten kommen nach dem Kauf dazu?

Pflicht sind die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt für 20 Euro und eine Haftpflichtversicherung, deren Jahresbeitrag für Hobbyflüge im zweistelligen Bereich liegt. Ab 250 Gramm Startmasse kommt der Kompetenznachweis A1/A3 für 25 Euro dazu. Sinnvoll, aber freiwillig sind Speicherkarte, mindestens ein Ersatzakku und je nach Modell ein Filtersatz. In Summe sind 80 bis 200 Euro zusätzlich realistisch.

Lohnt sich ein Fly-More-Combo?

In den meisten Fällen ja, sobald du regelmäßig fliegst. Die Pakete enthalten zwei zusätzliche Akkus, ein Mehrfachladegerät, Ersatzpropeller und eine Tasche. Einzeln gekauft kosten diese Teile mehr als der Aufpreis des Pakets, oft um 30 bis 40 Prozent. Wer nur gelegentlich zehn Minuten filmt, kommt mit dem Einzelgerät und einem später gekauften Ersatzakku günstiger weg.

Was kostet eine professionelle Kameradrohne?

Der Bereich beginnt bei rund 900 Euro mit Modellen wie der DJI Air 3S, die einen 1-Zoll-Sensor und Rundum-Hinderniserkennung mitbringt. Die DJI Mavic 4 Pro mit dreifachem Kamerasystem liegt bei etwa 1.750 Euro, die Mavic 3 Pro bei rund 2.250 Euro. Spezialgeräte wie die Mavic 3T mit Wärmebildkamera erreichen 5.000 Euro und mehr, dort ist der Markt allerdings gewerblich.

Wie viel kostet ein Ersatzakku?

Bei den kompakten Modellen liegen Originalakkus zwischen 39 und 100 Euro, etwa 38,90 Euro für die DJI Neo 2 und 49,99 Euro für die Mini-2-Serie. Für größere Modelle mit mehr Kapazität sind 100 bis 160 Euro üblich. Weil die Flugzeit eines Akkus bei 20 bis 35 Minuten liegt, ist mindestens ein zweiter Akku die sinnvollste Zusatzausgabe überhaupt.

Lohnt sich eine gebrauchte Drohne?

Bei Modellen, die zwei oder drei Jahre alt sind, spart der Gebrauchtkauf oft 30 bis 50 Prozent. Zu prüfen sind drei Dinge: die Zahl der Ladezyklen der Akkus, sichtbare Spuren an Gimbal und Armgelenken sowie die Frage, ob der Verkäufer das Gerät aus seinem Konto abgemeldet hat. Akkus sind der Posten, der gebraucht am wenigsten wert ist, weil ihre Kapazität mit der Zeit sinkt.

Was kostet der Drohnenführerschein?

Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 kostet einmalig 25 Euro und gilt fünf Jahre, Schulung und Prüfung laufen online. Das weitergehende Fernpilotenzeugnis A2 verlangt eine Präsenzprüfung bei einer benannten Stelle und liegt je nach Anbieter im niedrigen dreistelligen Bereich. Für Drohnen unter 250 Gramm ist keiner von beiden nötig.

Wie viel Wertverlust hat eine Drohne?

Im ersten Jahr sind 25 bis 35 Prozent typisch, danach flacht die Kurve ab. Beschleunigt wird der Verlust durch Nachfolgemodelle: Erscheint eine neue Generation, gibt der Gebrauchtpreis der Vorgängerin regelmäßig nach. Modelle unter 250 Gramm halten ihren Wert etwas besser, weil sie ohne Kompetenznachweis geflogen werden dürfen und damit für mehr Käufer infrage kommen.

Das könnte dich auch interessieren