Technische Daten
Bildschirm und Bild
| Bildschirmtyp | LCD, ein durchgehender Bildschirm (Box-Bauweise) |
|---|---|
| Diagonale | 4,5 Zoll |
| Auflösung | 1920 × 1080 Pixel |
| Bildwiederholrate | 60 Hz |
| Max. Bitrate | 25 Mbit/s |
| Linsen | asphärisch |
| Übertragungsreichweite | über 400 m nach Herstellerangabe |
Aufnahme
| Auflösung | 1080p mit 60 Bildern/s |
|---|---|
| Speicher | microSD, FAT32, bis 1 TB |
| Bedienung | Aufnahme per Tastendruck, roter Punkt als Statusanzeige |
| Karte im Lieferumfang | nein |
Energie
| Akkus | zwei 18650-Zellen mit je 2.600 mAh, enthalten |
|---|---|
| Laufzeit | ca. 3 Stunden im Normalbetrieb |
| Alternative Versorgung | direkt über jeden 2S- bis 6S-Flugakku |
| Ladeanschluss | USB-C am Akkuhalter des Kopfbands |
Gehäuse und Kompatibilität
| Maße | 168,8 × 182,1 × 98,5 mm |
|---|---|
| Gewicht | 400 g ± 10 g ohne Akkus |
| Polsterung | PU-Gesichtspolster, Nasensteg aus Silikon |
| Brillenträger | Innenraum für Sehbrillen ausgelegt |
| Antennen | zwei Antennen (in der Pro-Version wechselbar) |
| Videosystem | BetaFPV P1 Air Unit (HD) |
| Bind and Fly | unter anderem mit dem Meteor75 Pro P1 |
Die BetaFPV VR04 HD ist eine Box-Brille für das hauseigene HD-Videosystem P1. Sie zeigt das Bild auf einem einzelnen 4,5-Zoll-LCD mit 1920 × 1080 Pixeln, nimmt es mit 60 Bildern pro Sekunde auf microSD auf und läuft mit zwei 18650-Zellen rund drei Stunden. Damit besetzt sie die Lücke zwischen den günstigen Analog-Boxen für unter 100 € und den digitalen DJI-Brillen ab 250 €. Diese Rezension ordnet sie anhand des BetaFPV-Datenblatts und der Amazon-Listung ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 1920 × 1080 auf 4,5 Zoll liefern ein deutlich klareres Bild als die 800 × 480 der analogen VR04
- Der DVR nimmt in 1080p mit 60 Bildern/s auf, das reicht für Flugauswertung und für ansehnliche Mitschnitte
- Zwei 18650-Zellen liegen bei und ergeben rund drei Stunden Laufzeit, alternativ speist ein Flugakku die Brille
- Der Innenraum bleibt mit aufgesetzter Sehbrille nutzbar, was bei kompakten Brillen selten gelingt
- microSD-Karten bis 1 TB werden unterstützt, Platzmangel beim DVR ist damit kein Thema
- Mit rund 194 € liegt sie deutlich unter digitalen Systemen wie den DJI Goggles N3
Das spricht dagegen
- Sie funktioniert nur mit dem BetaFPV-P1-System, DJI-O3- und O4-Sender werden nicht unterstützt
- Als Box-Brille baut sie mit 168,8 × 182,1 × 98,5 mm groß und passt kaum in einen kleinen Rucksack
- Ein einzelner Bildschirm ohne getrennte Optik je Auge bietet weniger Tiefenwirkung als Brillen mit zwei Displays
- Die Antennen sind in der Standardversion fest verbaut, wechselbar sind sie nur in der HD-Pro-Variante
- Ohne Bildausgang an externe Monitore, den bietet nur die Pro-Version über den USB-C-Anschluss
- Der Amazon-Preis von 193,99 € liegt spürbar über dem Listenpreis von 148,99 US-Dollar
Eine Box-Brille mit HD-Bild
FPV-Brillen teilen sich in zwei Bauarten. Kompakte Modelle sitzen wie eine Skibrille im Gesicht und zeigen je Auge ein eigenes Display. Box-Brillen wie die VR04 HD haben einen einzelnen Bildschirm hinter einer großen Linse.
Der Vorteil dieser Bauweise liegt beim Preis und beim Platz: Ein großes LCD kostet weniger als zwei Mikro-Displays, und im Innenraum bleibt Platz für eine Sehbrille. Der Nachteil ist die Größe. Mit 168,8 × 182,1 × 98,5 mm und 400 g ohne Akkus braucht die VR04 HD im Rucksack denselben Platz wie eine Drohne.
Was HD hier bedeutet
Der Namenszusatz beschreibt zwei Dinge gleichzeitig: den Bildschirm und das Videosystem.
Der Bildschirm misst 4,5 Zoll und löst mit 1920 × 1080 Pixeln auf, bei 60 Hz. Die analoge Schwester VR04 kommt auf 4,3 Zoll mit 800 × 480. Der Unterschied ist beim ersten Aufsetzen sofort sichtbar: Kanten bleiben scharf, Text auf dem Bildschirm-Overlay ist lesbar, und der Blick durch die Linse zeigt keine grobe Pixelstruktur mehr.
Das Videosystem dahinter ist BetaFPV P1, ein digitales HD-Übertragungssystem mit bis zu 25 Mbit/s. Damit ist zugleich die wichtigste Grenze der Brille benannt: Sie empfängt weder analoge Sender noch die digitalen Systeme von DJI oder Walksnail. Wer eine DJI Avata 2 fliegt, braucht eine DJI-Brille, wer analog unterwegs ist, die einfachere VR04.
Der DVR als eigentliche Stärke
Aufnehmen kann fast jede FPV-Brille. Der Unterschied liegt in der Qualität.
Die VR04 HD zeichnet in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde auf microSD auf, unterstützt werden Karten bis 1 TB. Gestartet wird die Aufnahme per Tastendruck, ein roter Punkt zeigt den Status.
Zwei Punkte gehören zur Einordnung. Erstens wird das empfangene Signal aufgezeichnet, nicht das Kamerabild an Bord. Übertragungsfehler landen also mit im Video. Zweitens ersetzt der DVR keine Actionkamera. Für Flugauswertung, Streckenanalyse und Mitschnitte, die man ansehen mag, reicht er trotzdem klar aus, und in dieser Preisklasse ist 1080p/60 ein starker Wert.
Energie: zwei Zellen und ein Notweg
Im Lieferumfang liegen zwei 18650-Zellen mit je 2.600 mAh, die im Halter am Kopfband stecken. BetaFPV nennt rund drei Stunden Laufzeit, geladen wird über USB-C am Halter.
Praktisch reicht das für einen kompletten Flugtag, weil die Brille zwischen den Akkuwechseln der Drohne weiterläuft und die eigentliche Flugzeit ohnehin in Minuten gemessen wird. Fällt die Ladung doch aus, lässt sich die Brille direkt an einem 2S- bis 6S-Flugakku betreiben. Für den Umgang mit beiden Akkutypen lohnt der Ratgeber zum LiPo-Akku richtig laden.
Die drei Varianten im Vergleich
| Merkmal | VR04 | VR04 HD | VR04 HD Pro |
|---|---|---|---|
| Bildschirm | 4,3”, 800 × 480 | 4,5”, 1920 × 1080 | 4,5”, 1920 × 1080 |
| Aufnahme | 480p/30 | 1080p/60 | 1080p/60 |
| Speicher | bis 64 GB | bis 1 TB | bis 1 TB |
| Akkus | nicht enthalten | 2 × 2.600 mAh, ca. 3 h | 2 × 3.800 mAh, ca. 4 h |
| Antennen | eine, fest | zwei, fest | zwei, wechselbar |
| Bildausgang | nein | nein | ja, über USB-C |
Für die meisten Piloten ist die HD-Version der richtige Punkt in dieser Reihe. Die Pro-Variante lohnt, wenn du das Livebild auf einen externen Bildschirm legen willst, etwa um Zuschauern mitzugeben, was du siehst, oder wenn du Antennen gegen leistungsfähigere Modelle tauschen möchtest.
Tragekomfort und Brillenträger
Der Innenraum ist ausdrücklich für Sehbrillen ausgelegt. Das ist ein größerer Vorteil, als es klingt: In kompakten FPV-Brillen mit zwei Optiken passt eine Sehbrille meist nicht, dort behilft man sich mit eingeklebten Korrekturlinsen, die pro Dioptrienstärke einzeln gekauft werden.
Das PU-Gesichtspolster und der Nasensteg aus Silikon halten Restlicht draußen. Gerade das Licht von unten stört bei Boxen häufig, weil die Nase eine Lücke lässt.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Bildschirm | System | Aufnahme | Preis |
|---|---|---|---|---|
| BetaFPV VR04 HD | 4,5”, 1080p, Box | BetaFPV P1 | 1080p/60 | ca. 194 € |
| DJI Goggles N3 | 1080p, Box-Bauweise | DJI O4 | über Drohne | ca. 249 € |
| DJI Goggles 3 | 2 × Micro-OLED | DJI O4 | über Drohne | ca. 591 € |
Die DJI Goggles N3 sind der direkte Gegenspieler in ähnlicher Bauform, gehören aber ins DJI-Ökosystem. Welche Brille passt, entscheidet damit die Drohne, nicht der Preis. Wer bereits BetaFPV-Modelle mit P1-System fliegt, hat die Antwort schon.
Für wen sich die VR04 HD lohnt
Sie passt, wenn du im BetaFPV-Ökosystem unterwegs bist und ein digitales Bild ohne den Aufpreis der DJI-Welt willst. 1080p auf 4,5 Zoll, DVR mit 60 Bildern/s und drei Stunden Laufzeit ergeben eine Brille, die auf dem Feld nicht limitiert. Für Brillenträger ist sie ohnehin eine der wenigen einfachen Lösungen.
Weniger passend ist sie, wenn deine Drohnen analog funken oder aus dem DJI-Programm stammen. Und wer viel reist, wird die Bauhöhe von knapp 10 cm im Gepäck bemerken. Was beim Fliegen mit Brille rechtlich gilt, steht im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen.
Fazit
Die BetaFPV VR04 HD bringt ein digitales HD-Bild in eine Preisklasse, in der lange nur analoge Boxen standen. 4,5 Zoll mit 1920 × 1080, 1080p-DVR mit 60 Bildern pro Sekunde, drei Stunden Laufzeit und ein Innenraum, der Sehbrillen aufnimmt, ergeben ein rundes Paket.
Mit 4,2 von 5 bleiben zwei Abzüge: die Bindung an das BetaFPV-P1-System und der Amazon-Preis von 193,99 € gegenüber 148,99 US-Dollar beim Hersteller. Wer P1-Modelle wie den Meteor75 Pro* fliegt, bekommt mit der VR04 HD* die passende Brille zum System.
Häufige Fragen
Welche Drohnen funktionieren mit der BetaFPV VR04 HD?
Alle Modelle mit dem BetaFPV-P1-Videosystem, etwa der Meteor75 Pro P1, sowie Eigenbauten mit dem P1 Air Unit. Analoge Videosender werden von der HD-Version nicht empfangen, ebenso wenig die digitalen Systeme von DJI oder Walksnail. Wer analog fliegt, braucht die einfachere VR04 ohne HD-Zusatz.
Was unterscheidet VR04, VR04 HD und VR04 HD Pro?
Die analoge VR04 hat einen 4,3-Zoll-Bildschirm mit 800 × 480 Pixeln, zeichnet in 480p auf und nimmt Karten bis 64 GB. Die VR04 HD bringt 4,5 Zoll mit 1920 × 1080, Aufnahme in 1080p/60 und Karten bis 1 TB. Die HD Pro ergänzt größere Akkus mit 3.800 mAh für vier Stunden Laufzeit, wechselbare Antennen und eine Bildausgabe an externe Monitore über USB-C.
Wie lange hält der Akku der VR04 HD?
BetaFPV gibt rund drei Stunden mit den beiden mitgelieferten 18650-Zellen zu je 2.600 mAh an. Das reicht für einen kompletten Flugtag, denn die Brille läuft nur zwischen den Flügen weiter. Praktischer Zusatzweg: Die Brille lässt sich direkt an einem 2S- bis 6S-Flugakku betreiben, wenn die Zellen leer sind.
Kann man mit der VR04 HD Videos aufnehmen?
Ja, über den eingebauten DVR in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde auf microSD. Aufgenommen wird das empfangene Videosignal, nicht das Kamerabild an Bord. Die Qualität liegt damit unter einer Aufnahme direkt in der Drohne, reicht aber für Flugauswertung, Streckenanalyse und ansehnliche Mitschnitte deutlich aus.
Passt die VR04 HD über eine Sehbrille?
Ja, der Innenraum ist dafür ausgelegt. Das ist einer der Hauptunterschiede zu kompakten Brillen mit zwei Optiken, in denen eine Sehbrille meist keinen Platz findet. Das PU-Polster und der Silikon-Nasensteg dichten das Restlicht ab, ohne auf das Gestell zu drücken.
Braucht man für die VR04 HD eine microSD-Karte?
Nur für die Aufnahme. Die Brille funktioniert ohne Karte, der DVR bleibt dann inaktiv. Unterstützt werden Karten bis 1 TB im Dateisystem FAT32. Für 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde genügt eine Karte der Klasse V30, größere Kapazitäten sparen vor allem das Umkopieren zwischen den Flügen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Box-Brille und einer kompakten FPV-Brille?
Eine Box-Brille zeigt das Bild auf einem einzelnen Bildschirm hinter einer Linse, kompakte Brillen nutzen zwei getrennte Optiken mit je einem Display. Boxen bauen größer, kosten weniger, passen über Sehbrillen und lassen sich mit mehreren Personen teilen. Kompakte Brillen bieten mehr Tiefenwirkung, einstellbaren Augenabstand und mehr Tragekomfort auf langen Sitzungen.
Wie weit reicht das Bild der VR04 HD?
BetaFPV gibt über 400 m an. Der Wert hängt allerdings hauptsächlich vom Videosender der Drohne ab, nicht von der Brille. In Deutschland ist er ohnehin zweitrangig, weil beim Brillenflug eine zweite Person die Drohne durchgehend im Blick behalten muss und die Sichtweite damit die Grenze setzt.
VR04 HD oder DJI Goggles N3?
Die Frage entscheidet das Videosystem der Drohne. Die VR04 HD gehört zum BetaFPV-P1-System und passt zu dessen Whoops und Eigenbauten. Die DJI Goggles N3 arbeiten mit O4 und passen zu DJI-Drohnen wie Avata 2 und Neo sowie zu Eigenbauten mit DJI-Air-Unit. Preislich liegen beide nah beieinander, kombinierbar sind sie nicht.
Braucht man beim Fliegen mit der Brille einen Beobachter?
Ja. In Deutschland ist beim Flug mit Videobrille eine zweite Person vorgeschrieben, die die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel im Blick behält und den Piloten warnen kann. Diese Regel gilt unabhängig vom Gewicht der Drohne und unabhängig von der verwendeten Brille.