Technische Daten
Kamera
| Sensor | 1/1,8 Zoll, Sony Starvis II |
|---|---|
| Blende | F1.6 |
| Sichtfeld | 160° |
| Auflösung | 1080p bei 60 fps, 720p bei 120 fps, kompatibel zu 1080p bei 120 fps |
| Codec | H.265 |
| Kamera-Gewicht | 9,5 g |
| Kamera-Maße | 19 × 19 × 24 mm |
Videosender
| System | Walksnail Avatar HD, digital |
|---|---|
| Latenz | 22 ms im Mittel, laut Hersteller |
| Reichweite | bis zu 4 km |
| Sendeleistung EIRP | CE unter 14 dBm, FCC unter 30 dBm, SRRC unter 20 dBm, MIC unter 25 dBm |
| Antennen | Doppelantenne in der bei Amazon gelisteten Version |
| Sender-Gewicht | 17,6 g |
| Sender-Maße | 33,5 × 33,5 × 10,5 mm |
Aufzeichnung und Montage
| Speicher | 32 GB laut Amazon-Listung, CaddxFPV weist für das Pro Kit 8 GB aus |
|---|---|
| Stabilisierung | Gyroflow-Daten werden mitgeschrieben |
| Montagemuster | 20 × 20 mm und 25,5 × 25,5 mm |
| Schutz | verstärkter TVS-Schutz gegen Spannungsspitzen |
Energie und Lieferumfang
| Eingangsspannung | 6 bis 25,2 V |
|---|---|
| Enthalten | Air Unit Pro, Booster-Antenne, Koaxialkabel, USB-C-Kabel, Schrauben, Dichtung, Anleitung |
| Nicht enthalten | Brille, Drohne, Akku, microSD-Karte |
Das Walksnail Avatar HD Pro Kit ist die Sendeeinheit des Avatar-Systems und damit das Gegenstück zu den Goggles X und L an der Drohne. Es besteht aus einer Kamera mit 1/1,8-Zoll-Starvis-II-Sensor und einem Videosender mit eigenem Speicher, verbunden über ein vierpoliges Kabel. Die Besonderheit gegenüber dem Standard-Kit liegt im größeren Sensor und der lichtstarken Blende, was Flüge in der Dämmerung und in Innenräumen möglich macht. Der eingebaute Gyroflow-Datenstrom erlaubt zudem eine nachträgliche Stabilisierung, ohne eine zweite Kamera mitzufliegen. Grundlage dieser Einordnung sind das CaddxFPV-Datenblatt, die Amazon-Listung und der Vergleich mit konkurrierenden Systemen.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der 1/1,8-Zoll-Starvis-II-Sensor mit F1.6 sammelt deutlich mehr Licht als die üblichen 1/3-Zoll-Sensoren, das macht Flüge in der Dämmerung und in Hallen nutzbar
- 22 ms Latenz sind der beste Wert im Avatar-System und liegen auf Augenhöhe mit den digitalen Konkurrenzsystemen
- Gyroflow-Daten laufen mit, damit lässt sich das Material nachträglich stabilisieren, ohne eine zweite Kamera zu tragen
- 160° Sichtfeld liefern das weite FPV-Bild, das für die Einschätzung von Abständen im Flug entscheidend ist
- Zwei Montagemuster passen sowohl auf Whoop-Stacks als auch auf größere 5-Zoll-Aufbauten
- 33 g Gesamtgewicht bleiben auch für mittelgroße Whoops tragbar
Das spricht dagegen
- In der EU begrenzt die Zulassung die Sendeleistung auf unter 14 dBm, damit bleibt die 4-Kilometer-Angabe aus dem Datenblatt praktisch unerreichbar
- Amazon nennt 32 GB Speicher, CaddxFPV weist für das Pro Kit 8 GB aus, die Speichergröße hängt an der Variante
- Ohne passende Avatar-Brille ist die Einheit nutzlos, DJI-Brillen empfangen das Signal nicht
- 33 g sind für einen 65-mm-Whoop zu schwer, dort braucht es die kleineren Varianten der Baureihe
- Die Herstellerangaben zum Gesamtgewicht widersprechen sich, 15,4 g stehen 9,5 g plus 17,6 g für die Einzelteile gegenüber
Der Sensor macht den Unterschied
Bei digitalen FPV-Systemen unterscheiden sich die Air Units weniger im Funkteil als in der Kamera. Genau dort setzt das Avatar HD Pro Kit an: Es trägt einen 1/1,8-Zoll-Sensor vom Typ Sony Starvis II mit einer Blende von F1.6.
Zum Einordnen hilft ein Vergleich. Übliche FPV-Kameras arbeiten mit 1/3-Zoll-Sensoren. Die Fläche eines 1/1,8-Zoll-Sensors ist rund dreimal so groß, und jeder einzelne Bildpunkt sammelt entsprechend mehr Licht. Zusammen mit der lichtstarken Blende ergibt das ein Bild, das dort noch brauchbar bleibt, wo kleinere Sensoren nur noch rauschen: in der Dämmerung, in Hallen, in Tiefgaragen.
Was 160° Sichtfeld im Flug bedeuten
Die Kamera blickt mit 160° ausgesprochen weit. Für Fotografie wäre das eine Verzerrung, im FPV-Flug ist es Absicht.
Der Grund liegt in der Abstandsschätzung. Wer durch eine Lücke fliegt, muss die Kanten links und rechts gleichzeitig sehen, um die Breite einzuschätzen. Ein enges Sichtfeld zwingt zum Blick nach vorn und lässt seitliche Hindernisse verschwinden, bis es zu spät ist. Die Tonnenverzeichnung an den Rändern nimmt man dafür in Kauf, das Gehirn gewöhnt sich nach wenigen Flügen daran.
Gyroflow: Stabilisierung ohne zweite Kamera
Ein Detail unterscheidet das Pro Kit von vielen Konkurrenten: Der Sender schreibt neben dem Video die Bewegungsdaten der Fluglage mit.
Die kostenlose Software Gyroflow nimmt diese Daten am PC entgegen und rechnet daraus eine Stabilisierung, die Vibrationen und Ruckler entfernt. Der praktische Nutzen ist erheblich. Bisher galt: Wer verwertbares Videomaterial wollte, montierte zusätzlich eine Actionkamera obendrauf und zahlte dafür mit Gewicht und Flugzeit. Mit mitgeschriebenen Gyro-Daten fällt dieser Aufwand weg, das Material aus der FPV-Kamera selbst wird schnittfähig.
Für einen Whoop, bei dem jedes Gramm zählt, ist das ein Argument. Gerade dort kostet eine zusätzliche Kamera schnell ein Drittel der Flugzeit.
Die Reichweiten-Frage in Europa
Das Datenblatt nennt bis zu 4 km, und diese Zahl braucht eine Einordnung. CaddxFPV weist die zulässige Sendeleistung nach Regionen getrennt aus:
| Zulassung | Sendeleistung EIRP | Gilt in |
|---|---|---|
| FCC | unter 30 dBm | USA |
| MIC | unter 25 dBm | Japan |
| SRRC | unter 20 dBm | China |
| CE | unter 14 dBm | EU, Deutschland |
Der CE-Wert liegt am unteren Ende. 14 dBm entsprechen rund 25 Milliwatt, während FCC 30 dBm und damit ein Watt erlaubt. Die 4-Kilometer-Angabe bezieht sich auf die stärkeren Zulassungen, in Deutschland ist die tatsächliche Reichweite deutlich geringer.
Praktisch spielt das kaum eine Rolle. Die Regeln in Deutschland verlangen durchgehende Sichtverbindung, und ein Beobachter neben dir sieht eine Drohne bei 400 Metern kaum noch. Wichtiger ist die Signalstabilität in der Nähe, und die bringt das System mit.
33 Gramm: für welche Drohne passt das?
Kamera und Sender wiegen zusammen rund 33 g. Die Herstellerangaben widersprechen sich hier: 9,5 g für die Kamera plus 17,6 g für den Sender ergeben 27,1 g, während an anderer Stelle 15,4 g Gesamtgewicht stehen. Die Amazon-Listung nennt 33 g inklusive Kabel und Antennen, was für die Praxis die belastbarere Größe ist.
Daraus folgt eine klare Grenze nach unten:
- 65-mm-Whoop: zu schwer, hier wiegt der komplette Rahmen weniger
- 75 bis 85 mm mit 1S: je nach Aufbau grenzwertig, die Flugzeit sinkt deutlich
- 2 bis 2,5 Zoll mit 2S: passt gut
- 5 Zoll Freestyle: unkritisch, dort fallen 33 g kaum ins Gewicht
Für kleinere Whoops gibt es leichtere Varianten der Baureihe und Alternativen wie die BetaFPV P1 Air Unit, die mit weniger Auflösung und kürzerer Reichweite auskommt, dafür aber deutlich leichter ausfällt.
Montage und Stromversorgung
Der Sender trägt beide gängigen Bohrbilder, 20 × 20 mm und 25,5 × 25,5 mm, und passt damit auf Whoop-Stacks ebenso wie auf 5-Zoll-Flugsteuerungen. Die Eingangsspannung von 6 bis 25,2 V deckt 2S bis 6S ab, sodass sich die Einheit direkt an den Flugakku hängen lässt.
CaddxFPV nennt zusätzlich einen verstärkten TVS-Schutz gegen Spannungsspitzen. Solche Spitzen entstehen beim Anstecken des Akkus und beim harten Bremsen der Motoren und haben in der Vergangenheit reihenweise Videosender gekostet. Ein Anti-Spark-Stecker oder ein Kondensator am Akkuanschluss bleibt trotzdem ratsam.
Einordnung gegen die Konkurrenz
Im digitalen Feld stehen sich drei Systeme gegenüber. DJI liefert mit der O4 Air Unit die höchste Auflösung und die beste Aufzeichnung, bindet den Piloten aber vollständig ans eigene Ökosystem. HDZero setzt auf minimale Latenz für Racing und verzichtet dafür auf Auflösung. Walksnail sitzt dazwischen: gute Bildqualität, offene Kombinierbarkeit, faire Preise.
Das Pro Kit ist innerhalb dieses Systems die Variante für Bildqualität. Wer nur fliegen und nicht filmen will, kommt mit dem Standard-Kit günstiger weg.
Für wen sich das Pro Kit lohnt
Es passt zu Piloten, die im Avatar-System bauen und Wert auf verwertbares Videomaterial legen, besonders bei wenig Licht. Auch für alle, die bisher eine zusätzliche Actionkamera mitgeflogen haben, ergibt der Wechsel Sinn: Gyroflow ersetzt sie in vielen Fällen.
Weniger passend ist es für kleine Whoops unter 75 mm Radstand und für reine Racer, denen Bildqualität weniger wert ist als jedes eingesparte Gramm. Auch wer bereits DJI-Brillen besitzt, sollte im eigenen System bleiben, statt eine zweite Brille zu kaufen.
Fazit
Das Walksnail Avatar HD Pro Kit ist die Air Unit für Piloten, die aus ihren Flügen Videomaterial machen wollen. Der 1/1,8-Zoll-Starvis-II-Sensor, F1.6, 22 ms Latenz und die mitlaufenden Gyroflow-Daten ergeben ein Paket, das die Actionkamera obendrauf überflüssig macht.
Mit 4,4 von 5 ziehen der EU-Sendeleistungsdeckel und die widersprüchlichen Speicherangaben Punkte ab, dazu der Preis von 186,41 €. Wer im Avatar-System baut und filmt, greift zum Avatar HD Pro Kit*. Die passende Brille dazu ist je nach Budget die Goggles L* oder die Goggles X*.
Häufige Fragen
Was unterscheidet das Pro Kit vom Standard-Kit?
Der Sensor. Das Pro Kit nutzt einen 1/1,8-Zoll-Starvis-II mit Blende F1.6, das Standard-Kit einen kleineren Sensor. Größere Sensorfläche und lichtstarke Blende bedeuten mehr Licht pro Pixel und damit ein brauchbares Bild bei Dämmerung, in Hallen und in Tiefgaragen. Bei Tageslicht fällt der Unterschied geringer aus.
Mit welchen Brillen funktioniert das Avatar HD Pro Kit?
Mit allen Brillen des Walksnail-Avatar-Systems, also der Goggles X, der Goggles L und den älteren Avatar-Modellen. DJI-Brillen empfangen das Signal nicht, weil DJI sein O4-System verschlüsselt. Vor dem Kauf sollte deshalb feststehen, in welchem System der Aufbau laufen soll.
Wie viel Speicher hat das Pro Kit wirklich?
Die Amazon-Listung nennt 32 GB, das CaddxFPV-Datenblatt für das Pro Kit 8 GB. Die Baureihe wird in mehreren Speichergrößen verkauft, die bei Amazon angebotene Version ist als 32-GB-Variante beschrieben. Wer sicher gehen will, prüft die Angabe in der jeweiligen Angebotsbeschreibung vor dem Kauf.
Was bringt Gyroflow am Videosender?
Der Sender schreibt die Bewegungsdaten der Fluglage parallel zum Video mit. Die kostenlose Software Gyroflow rechnet daraus am PC eine Stabilisierung, die Vibrationen und Ruckler entfernt. Der praktische Nutzen: Du brauchst keine zweite Kamera mitzufliegen, um verwertbares Material zu bekommen, was Gewicht und Flugzeit spart.
Wie weit reicht die Übertragung in Deutschland?
Die 4 Kilometer im Datenblatt gelten für Zulassungen mit höherer Sendeleistung. In der EU liegt die Grenze bei unter 14 dBm EIRP, was die realistische Reichweite deutlich darunter ansiedelt. Praktisch spielt das kaum eine Rolle, weil in Deutschland ohnehin Sichtverbindung bestehen muss und ein Beobachter danebensteht.
Passt das Pro Kit auf einen Tiny Whoop?
Auf einen 65-mm-Whoop nicht, dort sind 33 g rund das Doppelte des Rahmengewichts. Ab etwa 75 bis 85 mm Radstand mit 1S- oder 2S-Antrieb wird es je nach Aufbau knapp, ab 2,5 Zoll und größer passt es gut. Für kleine Whoops gibt es leichtere Varianten der Baureihe und Alternativen wie die BetaFPV P1 Air Unit.
Welche Montagelöcher hat der Videosender?
Er unterstützt 20 × 20 mm und 25,5 × 25,5 mm, die beiden Standardmuster im FPV-Bau. Damit passt er auf Whoop-Stacks ebenso wie auf die verbreiteten 5-Zoll-Flugsteuerungen. Ein Adapterpad liegt bei und bietet zwei Wege für den Stromanschluss.
Wie warm wird die Air Unit?
Digitale Videosender arbeiten mit hoher Rechenlast und geben entsprechend Wärme ab. Ohne Luftstrom, also am Boden mit laufenden Propellern im Stillstand, steigt die Temperatur schnell. Im Flug kühlt der Fahrtwind ausreichend. Lange Standzeiten mit eingeschaltetem Sender sollten vermieden werden.
Braucht die Drohne mit dieser Air Unit eine Registrierung?
Ja. Sobald eine Kamera an Bord ist, die personenbezogene Daten erfassen kann, musst du dich als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, unabhängig vom Startgewicht. Die Registrierung ist kostenlos, die e-ID kommt anschließend an die Drohne.
Was kostet ein kompletter Avatar-Aufbau?
Rechne mit rund 186 € für das Pro Kit, ab etwa 222 € für die Goggles L, ab rund 75 € für eine ELRS-Fernsteuerung sowie Akkus und Rahmen. Damit landet ein digitaler Einstieg bei etwa 550 bis 600 €, ohne fertige Drohne. Die vollständige Aufstellung steht im Ratgeber zu den Kosten einer FPV-Drohne.