Technische Daten
Maße und Gewicht
| Gewicht mit Kamera | ca. 6,5 g |
|---|---|
| Gewicht ohne Kamera | ca. 3,61 g |
| Gewicht Antenne | ca. 0,44 g |
| Maße Sendeeinheit | 30 × 30 × 5,5 mm |
| Maße Kameramodul | 14 × 14 × 17 mm |
| Montagemaß | 25,5 × 25,5 mm, Bohrungen 2,5 mm |
Kamera und Bild
| Sensor | 1/2,9 Zoll CMOS |
|---|---|
| Sichtfeld | 170° |
| Auflösung | 1080p mit 60 Bildern/s |
| Max. Bitrate | 20 Mbit/s |
| Videoformat | MP4 |
| Bildschirmanzeige | OSD im Canvas-Modus |
Übertragung
| Protokoll | ArtLynk auf Basis des Artosyn AR803X |
|---|---|
| Frequenzbereich | 5,1 bis 5,9 GHz |
| Kanäle | 3 |
| Bandbreite | 10 MHz |
| Sendeleistung | unter 200 mW nach FCC und SRRC, unter 25 mW nach CE |
| Reichweite | über 5 km laut Hersteller |
| Latenz | ca. 60 ms |
| Antenne | eine Antenne |
| Bereitschaftsmodus | passt die Sendeleistung automatisch an die Entfernung zur Brille an |
Anschluss und Betrieb
| Eingangsspannung | 5 V |
|---|---|
| Anschluss zur Flugsteuerung | SH 1.0 mit sechs Polen |
| USB-Anschluss | SH 1.0 mit vier Polen |
| Kompatible Flugsteuerungen | Betaflight-Flugsteuerungen und BetaFPV-Flugsteuerungen |
| Kommunikationsprotokoll | MSP für die OSD-Anzeige |
| Betriebstemperatur | -10 °C bis 40 °C |
| Lieferumfang | P1 Air Unit, Sechspol-Kabel, vier Dämpferkugeln, sechs Schrauben, Anleitung |
Die BetaFPV P1 Air Unit ist ein digitaler Videosender für Aufbauten, in denen jedes halbe Gramm zählt. Kamera, Encoder und Sender wiegen zusammen 6,5 Gramm und übertragen 1080p mit 60 Bildern/s über das hauseigene ArtLynk-Protokoll. Damit besetzt sie eine Lücke: Digitale Systeme von DJI beginnen bei rund 8 Gramm, für einen 1S-Whoop mit 20 Gramm Rahmengewicht ist das viel. Die Kehrseite ist ein geschlossenes Ökosystem, denn als Empfänger arbeitet ausschließlich die BetaFPV-Brille. Grundlage dieser Einordnung sind das BetaFPV-Datenblatt und die Amazon-Listung.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 6,5 g mit Kamera unterbieten jedes digitale System von DJI und machen HD-Video in 1S-Whoops überhaupt erst möglich
- 170° Sichtfeld zeigen in engen Innenräumen mehr Umgebung als jede vergleichbar leichte Einheit
- Der Standard-Sechspol-Anschluss und das MSP-Protokoll erlauben Plug-and-Play an Betaflight-Flugsteuerungen
- Unter 25 mW nach CE bleibt der Sender in Europa ohne Zusatzgenehmigung nutzbar
- Der Bereitschaftsmodus senkt die Sendeleistung bei kurzer Distanz und spart dadurch Strom und Abwärme
- 64,99 € liegen deutlich unter dem Preis digitaler Systeme von DJI
Das spricht dagegen
- Als Empfänger arbeitet ausschließlich die BetaFPV-Brille, DJI-Brillen und analoge Brillen bleiben außen vor
- 1080p mit 60 Bildern/s und 20 Mbit/s liegen klar unter dem, was die DJI-O4-Reihe an Bildqualität liefert
- 60 ms Latenz sind dreimal so viel wie die 20 ms der DJI O4 Air Unit, im schnellen Racing macht sich das bemerkbar
- Es gibt keinen internen Speicher, aufgezeichnet wird in der Brille statt an Bord
- Nur drei Kanäle, auf einem belegten Flugfeld wird die Kanalwahl schnell eng
- Eine einzelne Antenne ohne Diversity, hinter Hindernissen bricht das Bild eher ab
Die Lücke unter acht Gramm
Digitales FPV-Video hat ein Gewichtsproblem. Die DJI O4 Air Unit wiegt 8,2 g, die O4 Wide sogar 13,3 g. Bei einem 5-Zoll-Aufbau mit 500 g fällt das nicht ins Gewicht. Bei einem 65-mm-Whoop mit 20 Gramm Rahmengewicht entscheidet es über Flugzeit und Agilität.
Die P1 Air Unit setzt genau dort an: 6,5 g mit Kamera, davon 3,61 g für die Sendeeinheit allein. Das ist ein Viertel weniger als bei DJIs leichtestem Modul, und in dieser Klasse ist ein Viertel viel.
Was ArtLynk ist und was daraus folgt
BetaFPV nutzt für die Übertragung ein eigenes Protokoll namens ArtLynk, das auf dem Chipsatz Artosyn AR803X aufsetzt. Das hat eine unmittelbare Folge: Als Gegenstelle kommt nur eine BetaFPV-Brille infrage, konkret die VR04 HD.
Diese Bindung ist der wichtigste Punkt vor dem Kauf. Wer bereits eine DJI-Brille besitzt, kann die P1 nicht nutzen. Wer analog fliegt, braucht ebenfalls neue Hardware. Der Systemwechsel kostet also nicht 64,99 €, sondern den Preis von Air Unit plus Brille.
| Merkmal | P1 Air Unit | DJI O4 Air Unit | DJI O4 Wide |
|---|---|---|---|
| Gewicht | 6,5 g | 8,2 g | 13,3 g |
| Sichtfeld | 170° | 155° | 159° |
| Live-Ansicht | 1080p/60 | 1080p/100 | 1080p/100 |
| Aufzeichnung | in der Brille | 4K/60 intern | 4K/60 intern |
| Latenz | ca. 60 ms | ab 20 ms | ab 20 ms |
| Preis | 64,99 € | 115,00 € | 149,00 € |
170 Grad: der weiteste Blick der Klasse
Der 1/2,9-Zoll-Sensor sitzt hinter einer Optik mit 170° Sichtfeld. Das ist mehr als bei jedem DJI-Modul und in Innenräumen ein echter Vorteil: Türrahmen, Regalkanten und Möbel tauchen früher am Bildrand auf.
Die Rechnung hat eine Kehrseite. Ein sehr weiter Bildwinkel verzerrt die Ränder stark und lässt Geschwindigkeit deutlich langsamer wirken. Für Cinematic-Aufnahmen wirkt das Bild gestreckt, für enge Parcours ist es die richtige Wahl.
Wo die Bildqualität endet
20 Mbit/s bei 1080p mit 60 Bildern/s ist der Rahmen. Zum Vergleich: Die O4-Reihe überträgt mit bis zu 100 Bildern/s und zeichnet parallel 4K an Bord auf. Der Unterschied zeigt sich in zwei Situationen:
- Schnelle Bewegungen: Bei 60 statt 100 Bildern/s ruckelt das Bild in schnellen Drehungen sichtbarer.
- Detailreiche Szenen: Laub, Kies und Maschendraht kosten Bitrate. Bei 20 Mbit/s entstehen dort Kompressionsartefakte.
Für den Zweck der P1 ist das eingepreist. Sie soll HD-Video in einen 25-Gramm-Aufbau bringen, und diese Aufgabe erfüllt sie.
60 Millisekunden im Alltag
Die Latenz von rund 60 ms ist der zweite technische Kompromiss. Sie liegt über analogen Systemen mit unter 30 ms und deutlich über den 20 ms der DJI-O4-Reihe im Racing-Modus.
Ob das stört, hängt vom Flugstil ab. Bei Innenraumflügen mit 20 km/h legt die Drohne in 60 ms etwa 33 Zentimeter zurück, das ist beherrschbar. Bei 100 km/h auf einem Rennkurs sind es 1,7 Meter, und dort wird die Verzögerung zum Problem. Die P1 ist deshalb ein Werkzeug für Whoops und Cinewhoops, nicht für den Rennsport.
Der Anschluss ist die gute Nachricht
Die Integration läuft unkompliziert. Ein SH-1.0-Kabel mit sechs Polen verbindet die Air Unit mit der Flugsteuerung, die OSD-Anzeige nutzt das MSP-Protokoll im Canvas-Modus. Betaflight unterstützt das seit mehreren Versionen, eine Sonderfirmware ist nicht nötig.
Die Eingangsspannung von 5 V kommt bei den meisten 1S-Flugsteuerungen aus einem eigenen Regler. Das Montagemaß von 25,5 × 25,5 mm entspricht dem Standard-Whoop-Lochbild, vier Dämpferkugeln liegen bei. Wer zum ersten Mal einen eigenen Aufbau plant, findet den Ablauf im Ratgeber Drohne selber bauen.
Drei Kanäle und eine Antenne
Zwei Einschränkungen gehören zur Vollständigkeit. Die P1 bietet drei Kanäle im Bereich von 5,1 bis 5,9 GHz. Auf einem Flugfeld mit mehreren Piloten wird das eng, weil sich Kanäle nicht beliebig aufteilen lassen. Für Innenraumflüge allein oder zu zweit reicht es.
Die einzelne Antenne ohne Diversity ist die zweite Grenze. Systeme mit zwei Antennen schalten um, wenn eine durch die Fluglage abgeschattet wird. Bei der P1 bricht das Bild in solchen Momenten eher ab. Bei Innenraumflügen mit kurzen Distanzen fällt das kaum auf.
Für wen sich die P1 Air Unit lohnt
Sie passt, wenn du einen leichten Whoop baust und HD statt analog fliegen willst, ohne das Abfluggewicht zu verdoppeln. 6,5 g, 170° Sichtfeld und 64,99 € sind in dieser Kombination konkurrenzlos, und der Anschluss an Betaflight ist unkompliziert.
Weniger passend ist sie, wenn du bereits im DJI-System unterwegs bist oder Videomaterial in hoher Auflösung brauchst. Dann führt der Weg zur O4-Reihe mit interner 4K-Aufzeichnung. Und wer noch überlegt, ob sich der Einstieg lohnt, überschlägt die Gesamtkosten im Ratgeber Was kostet eine FPV-Drohne, bevor Brille und Sender dazukommen. Wie ein Whoop-Aufbau grundsätzlich aussieht, steht im Überblick zum Tiny Whoop.
Fazit
Die BetaFPV P1 Air Unit löst eine konkrete Aufgabe sehr gut. 6,5 g mit Kamera, 170° Sichtfeld, 1080p/60 und ein sauberer Betaflight-Anschluss bringen digitales Video in Aufbauten, für die DJI-Module zu schwer sind.
Mit 4,1 von 5 ziehen Bildrate, Latenz und vor allem die Bindung an die BetaFPV-Brille. Wer ohnehin eine VR04 HD* besitzt oder das System neu aufbaut, bekommt mit der P1 Air Unit* die leichteste HD-Lösung am Markt. Wer bereits DJI-Brillen nutzt, bleibt bei der O4 Air Unit*.
Häufige Fragen
Welche Brille braucht man für die BetaFPV P1 Air Unit?
Die P1 sendet im ArtLynk-Protokoll, das nur BetaFPV-Brillen verstehen. Passend ist die VR04 HD, die mit 1080p auf einem 4,5-Zoll-Bildschirm arbeitet. DJI-Brillen können das Signal nicht empfangen, analoge Brillen ebenfalls nicht. Wer bereits eine DJI-Brille besitzt, greift stattdessen zur O4-Reihe.
Passt die P1 Air Unit in einen Tinywhoop?
Ja, dafür ist sie gebaut. Mit 6,5 g inklusive Kamera und einem Montagemaß von 25,5 × 25,5 mm passt sie auf gängige Whoop-Flugsteuerungen. Ein 65-mm-Whoop mit rund 20 g Rahmengewicht landet damit bei etwa 27 g ohne Akku. Zum Vergleich: Die DJI O4 Air Unit wiegt 8,2 g, die O4 Wide 13,3 g.
Wie gut ist die Bildqualität im Vergleich zu DJI?
Sie liegt darunter. Die P1 überträgt 1080p mit 60 Bildern/s bei bis zu 20 Mbit/s, die DJI O4 Air Unit schafft 1080p mit 100 Bildern/s und zeichnet parallel 4K mit 60 Bildern/s intern auf. Für Innenraumflüge und Freestyle reicht die P1 vollkommen, für veröffentlichungsfähiges Videomaterial in hoher Auflösung ist DJI die stärkere Wahl.
Sind 60 ms Latenz zu viel?
Für Innenraumflüge, Cinewhoop-Aufnahmen und Freestyle in moderatem Tempo sind 60 ms unproblematisch, das Auge nimmt die Verzögerung kaum wahr. Im Renneinsatz bei hoher Geschwindigkeit auf engen Kursen zählt jede Millisekunde, dort liegen die 20 ms der DJI-Systeme spürbar vorn. Analoge Systeme kommen auf unter 30 ms und sind dort weiterhin verbreitet.
Zeichnet die P1 Air Unit selbst auf?
Nein, sie hat keinen internen Speicher und keinen Kartenschacht. Das Videobild wird in der Brille aufgezeichnet, die VR04 HD bringt dafür eine eigene Aufnahmefunktion mit. Damit landet in der Aufzeichnung genau das, was du im Flug siehst, inklusive Störungen bei schwachem Signal.
Wie schließt man die P1 Air Unit an?
Über das mitgelieferte Sechspol-Kabel im SH-1.0-Format an eine freie Schnittstelle der Flugsteuerung. Die OSD-Anzeige läuft über das MSP-Protokoll im Canvas-Modus, das Betaflight ab den aktuellen Versionen unterstützt. Die Eingangsspannung beträgt 5 V, für 1S-Aufbauten liefert die Flugsteuerung diese Spannung meist bereits an einem Pad.
Wie viel Sendeleistung darf die P1 in Deutschland nutzen?
Nach CE bleibt sie unter 25 mW, das ist die für den freien Betrieb zulässige Grenze im 5,8-GHz-Band. Höhere Sendeleistungen bis 200 mW gelten nach FCC- und SRRC-Norm und damit außerhalb Europas. Für Innenraumflüge und typische Whoop-Distanzen von wenigen hundert Metern reichen 25 mW aus.
Was bedeutet der Bereitschaftsmodus?
Die Air Unit misst laufend die Entfernung zur Brille und senkt die Sendeleistung, solange die Verbindung stark bleibt. Das spart Strom und reduziert die Abwärme des Senders, was bei einer Baugruppe von 3,61 g ohne Kühlkörper wichtig ist. Wächst die Distanz, hebt sie die Leistung wieder an.
Hält die P1 Air Unit einen Absturz aus?
Die Sendeeinheit ist mit 30 × 30 × 5,5 mm klein und sitzt geschützt zwischen den Flugsteuerungsebenen. Der Lieferumfang enthält vier Dämpferkugeln, die die Baugruppe entkoppeln. Am ehesten gefährdet ist das Kameramodul mit seiner vorstehenden Linse, dort schützt eine passende Kanzel.
Lohnt sich der Umstieg von analog auf die P1?
Wenn du bislang analog fliegst und ein schärferes Bild willst, ohne Gewicht aufzubauen, ja. Der Unterschied zwischen einem verrauschten 480-Zeilen-Bild und 1080p ist deutlich. Zu bedenken ist der Systemwechsel: Es braucht die BetaFPV-Brille, und die vorhandene analoge Brille wird für diesen Aufbau nutzlos. Rechne die Brille in den Gesamtpreis ein.