Technische Daten
Aufbau und Maße
| Gewicht komplett | ca. 13,3 g mit Kameramodul |
|---|---|
| Gewicht Übertragungsmodul | ca. 5,1 g |
| Gewicht Antenne | ca. 0,75 g |
| Maße Übertragungsmodul | 30 × 30 × 6 mm |
| Maße Kameramodul | 20,5 × 14 × 20,5 mm |
| Kabellängen | Koaxialkabel 50 mm, 3-in-1-Kabel 50 mm |
| Antennenlänge | 80 mm |
Kamera
| Sensor | 1/2 Zoll CMOS |
|---|---|
| Sichtfeld | 159° |
| Blende | f/2,8 |
| ISO-Bereich | 100 bis 6400 automatisch, 100 bis 12800 manuell |
| Fokus | fest ab 1 m bis unendlich |
| Aufnahme 4K | 3840 × 2160 (16:9) und 3840 × 2880 (4:3), je 30, 50 oder 60 fps |
| Aufnahme 1080p | 1920 × 1080 und 1440 × 1080, bis 120 fps |
| Interner Speicher | 23 GB, kein Kartenschacht |
Übertragung
| Live-Ansicht | 1080p mit 30, 48, 50, 60 oder 100 fps |
|---|---|
| Latenz | ab 20 ms im Racing-Modus mit DJI Goggles 3 |
| Max. Reichweite | 6 km nach CE, 10 km nach IC |
| Frequenzbänder | 5,170 bis 5,250 GHz und 5,725 bis 5,850 GHz |
| Sendeleistung | unter 23 dBm auf 5,1 GHz (CE), unter 30 dBm auf 5,8 GHz (IC, SRRC) |
| Bandbreite | bis 60 MHz |
| Antennenaufbau | eine Antenne, 1T1R |
Anschluss und Betrieb
| Eingangsspannung | 3,7 bis 13,2 V |
|---|---|
| Betriebstemperatur | -10 °C bis 40 °C |
| Kompatible Brillen | DJI Goggles 3, Goggles N3, Goggles 2, Goggles Integra |
| Kompatible Fernsteuerungen | DJI FPV Fernsteuerung 2 und 3 |
| Flugsteuerung | Betaflight ab Version 4.3.0 |
| Lieferumfang | Kameramodul, Übertragungsmodul, Antenne, 3-in-1-Kabel |
Die DJI O4 Wide Air Unit ist die Weitwinkel-Variante der O4-Serie. Kamera, Encoder und Sender stecken in einem Modul von 13,3 Gramm, das Sichtfeld liegt bei 159 Grad und damit deutlich über den 155 Grad der Standard-Version. Ein weiterer Bildwinkel zeigt beim Fliegen mehr von der Umgebung, was in engen Parcours und im Wald über den Ausgang eines Manövers entscheidet. Aufgenommen wird parallel in 4K mit 60 Bildern/s auf 23 GB internen Speicher. Grundlage dieser Einordnung sind das DJI-Datenblatt, die Amazon-Listung und der Vergleich mit den beiden Schwestermodellen der Serie.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 159° Sichtfeld zeigen im Wald und in engen Parcours die Hindernisse links und rechts, die eine 155°-Optik erst nach dem Ausweichen ins Bild holt
- 13,3 g Gesamtgewicht lassen sich in Aufbauten von 3 Zoll aufwärts einplanen, ohne die Flugzeit spürbar zu verkürzen
- 4K/60 wird parallel zur Übertragung an Bord aufgezeichnet, eine zusätzliche Actioncam entfällt
- 23 GB interner Speicher sparen Kartenschacht, Kartenkosten und eine potenzielle Fehlerquelle
- Der Spannungsbereich von 3,7 bis 13,2 V erlaubt den direkten Anschluss an 1S- bis 3S-Aufbauten
- Der 5,1-GHz-Bereich schafft in Europa zusätzliche Kanäle, wenn 5,8 GHz am Flugplatz belegt ist
Das spricht dagegen
- In Europa bleiben 6 km Reichweite statt der 10 km nach IC-Norm, die CE-Sendeleistung begrenzt bei 23 dBm auf 5,1 GHz
- Der Aufpreis gegenüber der Standard-O4-Air-Unit beträgt bei Amazon 34,00 €, dafür gibt es allein den weiteren Bildwinkel
- Ein weites Sichtfeld verzerrt die Ränder stärker und lässt Geschwindigkeit langsamer wirken, das erfordert Umgewöhnung
- Der interne Speicher lässt sich nicht erweitern, 23 GB reichen für rund 30 Minuten 4K-Material
- Die Einzelantenne bietet kein Diversity, bei ungünstiger Ausrichtung bricht das Bild eher ab als bei Zweiantennen-Systemen
Vier Grad, die den Unterschied machen
Auf dem Papier klingt der Unterschied zwischen 155° und 159° nach Detailpflege. Beim Fliegen zwischen Bäumen ist er der Grund, warum ein Ast im Bild auftaucht, bevor der Propeller ihn trifft. Der Bildwinkel bestimmt, wie viel Umgebung du siehst, und in engen Situationen entscheidet genau das über den Ausgang eines Manövers.
Die O4 Wide Air Unit setzt dafür einen 1/2-Zoll-CMOS-Sensor hinter eine Optik mit f/2,8 und 159°. Der Rest der Baugruppe ist mit der Standardversion identisch: dasselbe Übertragungsmodul mit 30 × 30 mm Grundfläche, dieselben 23 GB internen Speicher, dieselbe Latenz.
Was ein weites Sichtfeld kostet
Weitwinkel ist ein Tausch. Du bekommst Übersicht und verlierst zwei Dinge:
- Randverzerrung: Gerade Linien biegen sich am Bildrand nach außen. Bei Freestyle stört das kaum, bei Aufnahmen von Gebäuden fällt es auf.
- Gefühlte Geschwindigkeit: Je mehr Umgebung ins Bild passt, desto langsamer wirkt die Bewegung. Piloten, die von 155° wechseln, fliegen die ersten Akkus schneller als beabsichtigt.
Wer viel im Wald, in Ruinen oder in Hallen unterwegs ist, gewinnt beim Tausch. Wer weite Landschaftsflüge macht, verliert.
13,3 Gramm und was daraus folgt
Das Modul wiegt komplett 13,3 g, davon entfallen 5,1 g auf das Übertragungsmodul und der Rest auf Kamera, Kabel und Antenne. Zum Vergleich: Die Standard-O4-Air-Unit liegt bei 8,2 g, die BetaFPV P1 Air Unit bei 6,5 g.
Für einen 5-Zoll-Freestyle-Aufbau mit 500 g Abfluggewicht sind fünf Gramm Unterschied bedeutungslos. Für einen 3-Zoll-Cinewhoop mit 150 g sind sie spürbar, aber tragbar. Für einen 65-mm-Whoop mit 20 g Rahmengewicht scheidet die O4 Wide aus, dort bleibt nur die leichtere P1-Klasse.
| Merkmal | O4 Wide Air Unit | O4 Air Unit | BetaFPV P1 Air Unit |
|---|---|---|---|
| Sichtfeld | 159° | 155° | 170° |
| Gewicht | 13,3 g | 8,2 g | 6,5 g |
| Live-Ansicht | 1080p/100 | 1080p/100 | 1080p/60 |
| Aufzeichnung | 4K/60 intern | 4K/60 intern | 1080p/60 |
| Reichweite (CE) | 6 km | 6 km | über 5 km |
| Preis | 149,00 € | 115,00 € | 64,99 € |
Zwei Bilder gleichzeitig
Die Air Unit macht zwei Dinge parallel. Sie überträgt ein Livebild mit 1080p und bis zu 100 Bildern/s in die Brille, und sie schreibt gleichzeitig 4K mit 60 Bildern/s in den internen Speicher. Beides läuft unabhängig voneinander: Bildaussetzer in der Übertragung tauchen in der Aufnahme nicht auf.
Das ersetzt den früher üblichen Aufbau aus Analogkamera, Videosender und aufgeschraubter Actioncam. Statt drei Bauteilen mit zusammen 60 bis 80 Gramm hängen 13,3 Gramm am Rahmen, und die Kamerawinkel von Live-Bild und Aufnahme stimmen zwangsläufig überein.
Die 23 GB intern reichen bei rund 100 Mbit/s für etwa 30 Minuten Material. Das entspricht vier bis sechs Akkuladungen. Ein Kartenschacht fehlt, entleert wird über USB.
Der 5,1-GHz-Bereich als stiller Vorteil
Neben dem gewohnten Band von 5,725 bis 5,850 GHz funkt die O4-Serie auch zwischen 5,170 und 5,250 GHz. Auf einem Flugfeld, auf dem mehrere Piloten gleichzeitig im 5,8-GHz-Bereich unterwegs sind, schafft das zusätzliche Kanäle. Die Sendeleistung ist dort mit unter 23 dBm nach CE niedriger angesetzt, für kurze Distanzen im Parcours reicht sie problemlos.
Die maximale Bandbreite von 60 MHz ist der Grund, warum 1080p mit 100 Bildern/s überhaupt in 20 ms durchgeht. Diese Latenz gilt allerdings nur im Racing-Modus in Verbindung mit den DJI Goggles 3, mit älteren Brillen liegt sie höher.
Was der Aufbau noch braucht
Die Air Unit allein fliegt nicht. Dazu gehören:
- Flugsteuerung mit Betaflight ab 4.3.0 und einer freien UART-Schnittstelle
- Brille: Goggles 3, Goggles N3, Goggles 2 oder Integra
- Fernsteuerung: DJI FPV Fernsteuerung 3 bei den neueren Brillen, Fernsteuerung 2 bei Goggles 2 und Integra
- Rahmen mit 30 × 30 mm Montagemaß für das Übertragungsmodul
Der Spannungsbereich von 3,7 bis 13,2 V deckt 1S bis 3S direkt ab, ein Spannungsregler entfällt. Wer zum ersten Mal einen Aufbau plant, findet den kompletten Ablauf im Ratgeber Drohne selber bauen.
Für wen sich die Wide-Variante lohnt
Sie passt, wenn dein Flugstil eng ist: Wald, Industrieanlagen, Hallen, Bandos. Dort sind vier Grad mehr Sichtfeld eine echte Sicherheitsreserve, und die Randverzerrung fällt in schnellen Bewegungen nicht auf.
Weniger passend ist sie für Landschaftsflüge und ruhige Kamerafahrten. Dort wirkt das weite Bild gestreckt, und die 34,00 € Aufpreis gegenüber der Standardversion bringen keinen Gegenwert. Wer generell noch überlegt, ob sich der Einstieg lohnt, findet die Kostenaufstellung im Ratgeber Was kostet eine FPV-Drohne.
Fazit
Die DJI O4 Wide Air Unit ist ein sauber gemachtes Spezialwerkzeug. 159° Sichtfeld, 13,3 g, 4K/60 auf 23 GB intern und 20 ms Latenz ergeben ein Modul, das in engen Umgebungen mehr zeigt als jedes andere Digitalsystem von DJI.
Mit 4,4 von 5 zieht vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis: 149,00 € gegenüber 115,00 € für die Standardversion sind viel Geld für vier Grad. Wer eng fliegt, bekommt für den Aufpreis echten Nutzen und greift zur O4 Wide Air Unit*. Wer offen fliegt, nimmt die Standard-O4-Air-Unit* und spart.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die O4 Wide Air Unit von der normalen O4 Air Unit?
Der Bildwinkel und das Gewicht. Die Wide-Version zeigt 159° statt der 155° der Standardversion und wiegt mit 13,3 g rund fünf Gramm mehr. Übertragungsmodul, Latenz, interner Speicher und Reichweite sind bei beiden gleich. Der Aufpreis bei Amazon beträgt 34,00 €.
Braucht man für die O4 Wide Air Unit eine bestimmte Brille?
Sie arbeitet mit DJI Goggles 3, Goggles N3, Goggles 2 und Goggles Integra. Die 20 ms Latenz im Racing-Modus erreichst du nur mit den Goggles 3. Mit den Goggles 2 oder Integra brauchst du zusätzlich die DJI FPV Fernsteuerung 2, mit den neueren Brillen passt die Fernsteuerung 3.
Wie viel Videomaterial passen auf die 23 GB internen Speicher?
Bei 4K mit 60 Bildern/s und rund 100 Mbit/s Bitrate belegt eine Minute etwa 750 MB. Damit trägt der Speicher ungefähr 30 Minuten Material. Das entspricht vier bis sechs Akkuladungen eines typischen 5-Zoll-Aufbaus. Vor jedem Flugtag lohnt es sich, den Speicher zu leeren.
Passt die O4 Wide Air Unit in einen Tinywhoop?
In einen 65-mm-Whoop mit 20 g Abfluggewicht passt sie nicht, dort verdreifachen 13,3 g das Gewicht. Sinnvoll wird sie ab Aufbauten mit 2,5 bis 3 Zoll Propellergröße. Für sehr leichte Whoops ist die BetaFPV P1 Air Unit mit 6,5 g die passendere Wahl, sie überträgt allerdings nur 1080p und arbeitet mit anderen Brillen.
Wie weit reicht die Übertragung in Deutschland wirklich?
DJI weist 6 km nach CE-Norm aus, die 10 km gelten nach IC-Norm außerhalb Europas. Praktisch spielt das kaum eine Rolle, weil in Deutschland durchgehend Sichtverbindung zur Drohne bestehen muss. Beim Flug mit Brille übernimmt diese Aufgabe ein Beobachter neben dir.
Was bedeutet die Angabe 1T1R bei der Antenne?
Ein Sender, ein Empfänger, also eine einzelne Antenne ohne Diversity. Systeme mit zwei Antennen können zwischen beiden umschalten, wenn eine durch die Fluglage abgeschattet wird. Bei der O4 Wide bricht das Bild in solchen Situationen eher ab. In der Praxis fällt das vor allem bei tiefen Flügen hinter Hindernissen auf.
Welche Flugsteuerung braucht die O4 Wide Air Unit?
Betaflight ab Version 4.3.0. Der Anschluss erfolgt über das mitgelieferte 3-in-1-Kabel an eine freie UART-Schnittstelle plus Stromversorgung. Der Spannungsbereich von 3,7 bis 13,2 V erlaubt den direkten Anschluss an den Akku eines 1S- bis 3S-Aufbaus, ein separater Spannungsregler ist nicht nötig.
Verzerrt das 159°-Sichtfeld das Bild stark?
Zu den Rändern hin ja, das ist bei jedem Weitwinkel so. Gerade Linien am Bildrand biegen sich sichtbar, und die wahrgenommene Geschwindigkeit sinkt, weil mehr Umgebung ins Bild passt. Für Freestyle und enge Parcours ist genau das der Vorteil: Du siehst Hindernisse früher. Für Cinematic-Flüge mit langen Kamerafahrten wirkt ein engerer Bildwinkel natürlicher.
Kann man den Aufnahme-Bildausschnitt nachträglich ändern?
Die Aufnahme läuft wahlweise in 16:9 mit 3840 × 2160 oder in 4:3 mit 3840 × 2880. Das 4:3-Format nimmt oben und unten mehr auf und lässt beim Schnitt Spielraum für Beschnitt und Stabilisierung. Wer ohnehin in 16:9 veröffentlicht, gewinnt mit 4:3 Reserve für die Nachbearbeitung.
Lohnt sich der Aufpreis gegenüber der Standard-Version?
Wenn du eng zwischen Bäumen, in Ruinen oder in Hallen fliegst, ja: Die vier zusätzlichen Grad Sichtfeld verschieben spürbar, wie früh du ein Hindernis siehst. Für offene Flüge über Feldern und für langsame Kamerafahrten bringt der weitere Winkel wenig, dort ist die 34,00 € günstigere Standard-Version die vernünftige Wahl.