Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 122 g |
|---|---|
| Radstand | 100 mm |
| Bauform | invertiertes Duct-Design mit Propellerschutz |
| Flight Controller | Aquila20 V1.0 |
| Flugmodi | N, S und M (Normal, Sport, Manual) |
| Sonderfunktion | Turtle Mode zum Umdrehen nach dem Absturz |
Antrieb
| Motoren | 1103 mit 10.500 KV, bürstenlos |
|---|---|
| Propeller | Gemfan 2218, dreiblättrig |
| Antriebsspannung | 2S |
Kamera und Videoübertragung
| Kamera | C04 mit 1/3-Zoll-CMOS |
|---|---|
| Sendeleistung | bis 350 mW |
| Videoreichweite | über 200 m |
| Übertragungsart | analog |
Funk und Steuerung
| Empfänger | ExpressLRS 2.4 GHz, Version 3 |
|---|---|
| Sender im Kit | LiteRadio 4 SE mit 8 Kanälen |
| Brille im Kit | VR04 analog mit DVR-Aufnahmefunktion |
| Brillen-Akkus | zwei 18650-Zellen mit je 2.600 mAh |
Akku
| Akku | 1100 mAh, 2S HV |
|---|---|
| Stecker | BT3.0 |
| Flugzeit | ca. 10 Minuten |
| Akkus im Lieferumfang | zwei |
Das BetaFPV Aquila20 ist die größere Schwester der Aquila16 und schließt die Lücke zwischen Innenraum-Whoop und Außendrohne. Der 2S-Antrieb, ein Radstand von 100 mm und 122 g Startgewicht ergeben deutlich mehr Schubreserve, während der geschlossene Rotorschutz erhalten bleibt. Diese Rezension ordnet sie anhand der Herstellerdaten, der Amazon-Listung und des Vergleichs mit der Aquila16 und der HD-Variante ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der 2S-Antrieb liefert die Schubreserve, die der Aquila16 im Freien fehlt
- 100 mm Radstand ergeben ruhigeres Flugverhalten bei Böen als kleinere Whoops
- ExpressLRS macht die Drohne unabhängig vom mitgelieferten Sender
- Der LiteRadio 4 SE mit 8 Kanälen ist der deutlich bessere Sender gegenüber dem 2 SE der Aquila16
- Zwei Akkus für die Drohne und zwei 18650-Zellen für die Brille liegen bei
- Rund 10 Minuten Flugzeit sind für ein 2S-Gerät dieser Größe ein guter Wert
Das spricht dagegen
- Die analoge Übertragung bleibt der Schwachpunkt, die HD-Variante kostet nur rund 63 € mehr
- Mit rund 350 € liegt das Kit deutlich über dem Aquila16 bei ähnlicher Grundausstattung
- Die C04-Kamera mit 1/3-Zoll-Sensor ist Einsteigerniveau
- Für Innenräume ist die Drohne mit 122 g und 100 mm Radstand zu groß und zu schnell
- 200 m Videoreichweite begrenzen das Areal weiterhin
Die Größe zwischen Wohnzimmer und Wiese
Die Aquila16 ist eine Innenraum-Drohne, die bei Wind an ihre Grenzen kommt. Freestyle-Modelle mit 5-Zoll-Propellern sind für Anfänger zu schnell und zu gefährlich. Dazwischen liegt eine Lücke, und die Aquila20 füllt sie.
100 mm Radstand, 122 g Startgewicht und ein 2S-Antrieb ergeben ein Gerät, das im Freien bei leichtem Wind souverän bleibt und trotzdem den geschlossenen Rotorschutz behält. Das Kit kostet rund 350 € und enthält Drohne, Sender LiteRadio 4 SE, Brille VR04, zwei Flugakkus und zwei Brillenakkus.
Was der 2S-Antrieb ändert
Der wichtigste Unterschied zur Aquila16 steckt in der Akkuspannung. 2S bedeutet zwei in Reihe geschaltete Zellen und damit die doppelte Spannung gegenüber 1S.
Die Folge ist unmittelbar spürbar. Bei gleicher Stromstärke steht dem Antrieb doppelt so viel Leistung zur Verfügung. Die 1103-Motoren mit 10.500 KV an Gemfan-2218-Propellern liefern damit den Schub, um gegen Böen anzuhalten. Genau daran scheitern 1S-Drohnen im Freien: Sie haben keine Reserve, sobald der Wind drückt.
Die niedrigere KV-Zahl gegenüber der Aquila16 mit ihren 18.000 KV ist dabei kein Rückschritt. KV beschreibt die Drehzahl je Volt, und bei doppelter Spannung erreicht ein 10.500-KV-Motor die höhere Enddrehzahl. Die Auslegung ist auf die Zellenzahl abgestimmt.
Bauform und Flugverhalten
Die Aquila20 nutzt ein invertiertes Duct-Design: Die Motoren sitzen oberhalb der Arme, die Propeller laufen in geschlossenen Kanälen. Das schützt vor Kontakt mit Ästen und Wänden und macht die Drohne für Flüge in Personennähe brauchbar.
Der größere Radstand von 100 mm wirkt sich auf die Flugruhe aus. Ein größerer Abstand zwischen den Motoren erhöht das Trägheitsmoment, wodurch die Drohne weniger nervös auf Störungen reagiert. Bei Böen bedeutet das weniger Korrekturarbeit für den Piloten.
Wie bei der Aquila16 stehen drei Flugmodi zur Verfügung: Normal mit Selbststabilisierung, Sport mit größeren Neigungswinkeln und Manual für den vollen Acro-Betrieb. Der Turtle Mode dreht die Drohne nach einem Absturz auf dem Rücken selbstständig um.
Die analoge Übertragung als Schwachpunkt
Hier liegt die eigentliche Diskussion dieser Rezension. Die Aquila20 überträgt analog über eine C04-Kamera mit 1/3-Zoll-CMOS und bis zu 350 mW Sendeleistung, was über 200 m Reichweite ergibt.
Das funktioniert und ist im FPV-Bereich seit Jahren erprobt. Das Bild rauscht bei nachlassendem Signal zunehmend, statt abrupt einzufrieren, was als Warnsignal hilfreich ist. Die Bildqualität liegt allerdings klar unter digitalen Systemen.
Der Punkt: BetaFPV bietet dieselbe Drohne als Aquila20 HD an, mit digitalem P1-Videosystem, 1080p-Aufzeichnung und rund 60 ms Latenz, bei über 400 m Reichweite. Der Aufpreis beträgt rund 63 €. Bei einem Kit-Preis von 350 € sind das etwa 18 Prozent für einen Sprung, der die Bildqualität grundlegend verändert.
Wer noch keine analoge Ausrüstung besitzt, sollte diese Rechnung ernsthaft prüfen. Die analoge Variante bleibt sinnvoll, wenn bereits analoge Brillen im Haushalt sind oder wenn ausschließlich das Flugerlebnis zählt.
Der Sender: LiteRadio 4 SE
Im Kit liegt der LiteRadio 4 SE mit 8 Kanälen. Gegenüber dem LiteRadio 2 SE aus dem Aquila16-Kit ist das ein deutlicher Fortschritt: mehr Kanäle, bessere Gimbals, ausgereifteres Bedienkonzept.
Für den Einstieg und die ersten Monate reicht er vollständig. Wer ambitionierter wird, wechselt üblicherweise zu einem Sender mit Display, etwa einem RadioMaster Pocket oder Boxer. Dank ExpressLRS 2.4 GHz Version 3 bleibt die Drohne dabei nutzbar, weil sie sich an jeden ELRS-Sender binden lässt.
Flugzeit und Akkus
Rund 10 Minuten nennt BetaFPV für den 2S-HV-Akku mit 1100 mAh. Das ist für ein Gerät dieser Größe ein guter Wert und zwei Minuten mehr als bei der Aquila16.
Im Acro-Modus mit vollem Schub sinkt die Flugzeit auf 5 bis 6 Minuten. Zwei Flugakkus liegen bei, für eine sinnvolle Session solltest du auf vier bis sechs aufstocken. Die Brille läuft über zwei 18650-Zellen mit je 2.600 mAh, die im Kit ebenfalls enthalten sind und mehrere Stunden durchhalten. Hinweise zum sicheren Umgang stehen unter LiPo-Akku laden.
Was rechtlich gilt
Mit 122 g bleibt die Aquila20 unter der 250-Gramm-Grenze und fliegt in der Unterkategorie A1 ohne Kompetenznachweis.
Zwei Pflichten bestehen: die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt wegen der verbauten Kamera und eine Haftpflichtversicherung.
Beim Flug durch die Brille gilt die zentrale Einschränkung: Ohne direkten Sichtkontakt brauchst du einen Beobachter neben dir, der die Drohne durchgehend im Blick behält. Details unter FPV-Drohne fliegen.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Gewicht | Antrieb | Video | Reichweite | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| BetaFPV Aquila20 | 122 g | 2S | analog, 350 mW | 200 m | ca. 350 € |
| BetaFPV Aquila20 HD | 127 g | 2S | digital, 1080p | 400 m+ | ca. 413 € |
| BetaFPV Aquila16 | 72,5 g | 1S | analog, 350 mW | 200 m | ca. 282 € |
| DJI Avata 2 | 377 g | intern | digital, O4 | 13 km | ca. 369 € |
Die Tabelle zeigt die Konkurrenzsituation deutlich. Innerhalb des BetaFPV-Programms ist die HD-Variante für 63 € Aufpreis das rundere Paket. Nach unten grenzt sich die Aquila20 durch den 2S-Antrieb von der Aquila16 ab.
Die DJI Avata 2 kostet ähnlich viel, spielt aber in einer anderen Liga bei Bildqualität und Reichweite. Sie wiegt dafür 377 g, fällt damit aus der 250-Gramm-Klasse und verlangt einen Kompetenznachweis.
Für wen sich die Aquila20 lohnt
Sie passt, wenn du im Freien fliegen willst und dabei den Schutz der Duct-Bauweise behalten möchtest. Der 2S-Antrieb bringt genug Reserve für leichten Wind, der 100-mm-Radstand fliegt ruhiger als kleinere Whoops, und der LiteRadio 4 SE ist ein ordentlicher Sender.
Weniger passend ist sie, wenn du Wert auf das Videobild legst. Dann führt der Weg zur HD-Variante, die für 63 € mehr ein digitales System mitbringt. Für Innenräume ist die Drohne zu groß und zu schnell, dort ist die Aquila16 die richtige Wahl.
Fazit
Die BetaFPV Aquila20 löst das Problem, an dem 1S-Einsteigerdrohnen im Freien scheitern: fehlende Schubreserve. Der 2S-Antrieb, der größere Radstand und der bessere Sender ergeben ein Paket, mit dem sich auf der Wiese sinnvoll fliegen lässt.
Mit 3,6 von 5 bleibt sie knapp unter der Aquila16, weil der Preisabstand von 68 € bei gleicher analoger Videotechnik schwer zu rechtfertigen ist. Wer sich für das Aquila20 Kit* entscheidet, sollte die 63 € zur HD-Variante ernsthaft abwägen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Aquila16 und Aquila20?
Die Aquila20 ist größer und kräftiger: 100 mm Radstand statt 86 mm, 122 g statt 72,5 g Startgewicht und ein 2S-Antrieb statt 1S. Daraus folgt mehr Schubreserve, ruhigeres Verhalten bei Wind und rund 10 statt 8 Minuten Flugzeit. Die Aquila16 ist dafür die bessere Wahl für Innenräume, weil sie langsamer und leichter ist.
Was bringt der 2S-Antrieb gegenüber 1S?
2S bedeutet zwei in Reihe geschaltete Zellen und damit die doppelte Spannung. Bei gleicher Stromstärke steht dem Antrieb doppelt so viel Leistung zur Verfügung. Praktisch heißt das: mehr Schub, schnelleres Ansprechen auf Steuerbefehle und genug Reserve, um bei leichtem Wind die Position zu halten. Genau daran scheitern 1S-Drohnen im Freien.
Braucht man für die BetaFPV Aquila20 einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit 122 g liegt sie unter der 250-Gramm-Grenze und fällt in die Unterkategorie A1, für die kein Kompetenznachweis verlangt wird. Registrieren musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt trotzdem, weil eine Kamera verbaut ist, und eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht.
Darf ich mit der FPV-Brille alleine fliegen?
Nein. Wenn du durch die Brille fliegst, fehlt der direkte Sichtkontakt zur Drohne. Vorgeschrieben ist dann ein Beobachter, der neben dir steht, die Drohne durchgehend im Blick behält und dich warnen kann. Das gilt unabhängig vom Gewicht. Ohne Begleitperson ist FPV-Flug in Deutschland nicht zulässig.
Aquila20 analog oder Aquila20 HD?
Die HD-Variante kostet rund 63 € mehr und ersetzt die analoge Übertragung durch ein digitales System mit 1080p-Aufzeichnung und rund 60 ms Latenz. Die Reichweite steigt von 200 m auf über 400 m. Wenn du dein Flugmaterial auch ansehen willst, ist der Aufpreis gut angelegt. Die analoge Variante bleibt sinnvoll, wenn du bereits analoge Brillen im Haushalt hast.
Wie lange fliegt die Aquila20 wirklich?
BetaFPV nennt rund 10 Minuten mit dem 2S-HV-Akku mit 1100 mAh. Dieser Wert gilt für ruhiges Fliegen. Im Acro-Modus mit vollem Schub sinkt die Flugzeit auf 5 bis 6 Minuten. Zwei Akkus liegen bei, für eine sinnvolle Session solltest du auf vier bis sechs aufstocken.
Was taugt der LiteRadio 4 SE?
Er ist der deutlich bessere Sender gegenüber dem LiteRadio 2 SE aus dem Aquila16-Kit: 8 Kanäle statt weniger, bessere Gimbals und ein ausgereifteres Bedienkonzept. Für den Einstieg und die ersten Monate reicht er vollständig. Wer später ambitionierter fliegt, wechselt üblicherweise zu einem Sender mit Display wie dem RadioMaster Pocket oder Boxer.
Kann ich die Aquila20 in der Wohnung fliegen?
Möglich ist es, sinnvoll eher nicht. Mit 100 mm Radstand, 122 g Gewicht und 2S-Antrieb ist die Drohne für Innenräume zu schnell und zu schwer. Ein Aufprall an der Wand hat andere Folgen als bei einer 72-Gramm-Whoop. Für die Wohnung ist die Aquila16 oder ein Meteor75 die passende Größe.
Was ist der Turtle Mode?
Landet die Drohne nach einem Absturz auf dem Rücken, drehen im Turtle Mode einzelne Motoren gegenläufig und kippen sie zurück auf die Beine. Du kannst weiterfliegen, ohne zum Landepunkt zu laufen. Bei Flügen über hohem Gras oder in unwegsamem Gelände spart das viel Zeit.
Passt die Aquila20 an einen anderen Sender?
Ja. Der Empfänger arbeitet mit ExpressLRS 2.4 GHz in Version 3 und lässt sich an jeden ELRS-Sender binden. Ein RadioMaster T8L, Pocket oder Boxer funktioniert genauso wie der mitgelieferte LiteRadio 4 SE. Diese Offenheit ist einer der Hauptgründe, warum sich ExpressLRS in der FPV-Szene durchgesetzt hat.