Technische Daten
Aufbau
| Radstand | 75 mm, umschlossene Propeller |
|---|---|
| Gewicht Freestyle-Version | 21,3 g ohne Akku |
| Gewicht Racing-Version | 20,9 g ohne Akku |
| Gewicht Champion-Version | 20,2 g ohne Akku |
| Rahmen | Air75 II mit optimierten Kanälen und Verbindungsstreben, PP-Mischung |
| Kanzel | Air II mit verstärkten Zonen, Kamerawinkel 15° bis 45° verstellbar |
| Propeller | Gemfan 1614, drei Blatt |
Antrieb und Elektronik
| Motoren Freestyle | 0802 mit 22.000 KV, Messingbuchsen |
|---|---|
| Motoren Racing | 0802 mit 25.000 KV, Messingbuchsen |
| Motoren Champion | 0802 mit 28.000 KV, Doppelkugellager |
| Statorblech | 0,1 mm, laut Hersteller erstmals in dieser Motorgröße |
| Flugsteuerung | Matrix 1S 5IN1 II mit Drei-Punkt-Montage |
| Leiterplattenstärke | 1,0 mm |
| Regler | 12 A dauerhaft, 18 A Spitze |
| Motoranschluss | JST 1.25 mit drei Polen bei Racing und Freestyle, gelötet bei Champion |
Video und Funk
| Kamera | BetaFPV C03 |
|---|---|
| Videosender | 5,8 GHz, 25 bis 400 mW, an Bord verbaut |
| Übertragung | analog, braucht eine analoge Brille |
| Empfänger | ExpressLRS 2,4 GHz seriell, an Bord verbaut |
Energie und Lieferumfang
| Akkuanschluss | BT2.0 |
|---|---|
| Empfohlener Akku | LAVA II 1S mit 480 oder 580 mAh |
| Flugzeit Freestyle | 7:30 min mit 480 mAh |
| Flugzeit Racing | 7:00 min mit 480 mAh |
| Flugzeit Champion | 6:50 min mit 480 mAh |
| Enthalten | Propeller, Schrauben, Propellerschutz, Adapterkabel, Adapterplatine |
| Nicht enthalten | Fernsteuerung, Brille, Akku, Ladegerät |
Der BetaFPV Air75 II ist ein 1S-Whoop mit 75 mm Radstand, der zwischen dem kleineren Air65 II und den 2S-Modellen der Marke sitzt. Die auf Amazon gelistete Freestyle-Version wiegt 21,3 Gramm und arbeitet mit 0802-Motoren bei 22.000 KV, der drehmomentstärksten Abstimmung der drei Baureihen-Varianten. Die zweite Generation bringt vor allem eine überarbeitete Kanzel mit verstellbarem Kamerawinkel und eine verstärkte Flugsteuerung mit Drei-Punkt-Montage mit. Grundlage dieser Einordnung sind die BetaFPV-Datenblätter, die Amazon-Listung und der Vergleich innerhalb der eigenen Whoop-Familie.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der verstellbare Kamerawinkel von 15° bis 45° deckt langsame Innenraumflüge und schnelles Freestyle mit derselben Kanzel ab
- Die Drei-Punkt-Montage der Matrix 5IN1 II federt Aufschläge ab und schützt die Bauteile, laut Hersteller sinkt die Schadensrate um bis zu 80 %
- 22.000 KV in der Freestyle-Version liefern viel Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, das macht ruhige Kamerafahrten leichter
- Videosender und ELRS-Empfänger sind ab Werk verbaut, es fehlen nur Sender, Brille und Akku
- 7:30 Minuten Flugzeit mit einem 480-mAh-Akku sind für einen 1S-Whoop ein starker Wert
- 75 mm Radstand fliegen ruhiger als 65-mm-Whoops und passen trotzdem durch enge Innenräume
Das spricht dagegen
- Die Übertragung läuft analog, für digitale Brillen wie die DJI Goggles ist der Air75 II ohne Umbau unbrauchbar
- Amazon listet 124,99 €, BetaFPV nennt 99,99 US-Dollar, der Aufschlag beträgt rund ein Drittel
- Die Messingbuchsen der Freestyle-Motoren verschleißen schneller als die Doppelkugellager der Champion-Version
- Akku, Ladegerät, Sender und Brille kommen dazu, der Einstiegspreis liegt damit deutlich über dem Kaufpreis der Drohne
- Der 1S-Akku begrenzt die Leistungsreserve, gegen Wind im Freien hilft eher ein 2S-Aufbau
Die Größe zwischen zwei Welten
Whoops mit 65 mm Radstand passen überall hindurch und reagieren nervös. Aufbauten mit 2,5 Zoll fliegen souverän und brauchen Platz. Der Air75 II sitzt mit 75 mm Radstand dazwischen: groß genug für ruhige Linien, klein genug für Wohnräume und Hallen.
Dieser Zwischenraum ist der eigentliche Grund für die Baureihe. Ein 75-mm-Whoop trägt einen größeren Akku, ohne träge zu werden, und die zusätzlichen zehn Millimeter Radstand dämpfen die Reaktion auf Steuerbefehle spürbar. Für Aufnahmen in Innenräumen ist genau das der Unterschied zwischen brauchbarem und wackeligem Material.
Drei Versionen, eine Entscheidung
BetaFPV liefert den Air75 II in drei Abstimmungen. Der Unterschied steckt in den Motoren und den Lagern.
| Version | Motoren | Lager | Gewicht | Flugzeit |
|---|---|---|---|---|
| Champion | 0802, 28.000 KV | Doppelkugellager | 20,2 g | 6:50 min |
| Racing | 0802, 25.000 KV | Messingbuchsen | 20,9 g | 7:00 min |
| Freestyle | 0802, 22.000 KV | Messingbuchsen | 21,3 g | 7:30 min |
Auf Amazon liegt die Freestyle-Version. Sie dreht am niedrigsten und liefert dafür das meiste Drehmoment im unteren Bereich. Für ruhige Kamerafahrten und weiche Übergänge ist das die richtige Wahl, weil der Antrieb bei kleinen Gasänderungen feiner reagiert.
Der Nachteil steht in derselben Zeile: Messingbuchsen statt Kugellager. Sie sind leiser und günstiger, verschleißen aber schneller, sobald Staub oder Teppichfusseln in den Motor gelangen. Wer viel im Freien über Sand fliegt, wechselt Motoren häufiger.
0,1-mm-Statorbleche: warum das zählt
BetaFPV nennt für die neuen 0802-Motoren ein Statorblech von 0,1 mm. Der Stator eines Brushless-Motors besteht aus gestapelten Blechen, und je dünner die einzelnen Bleche sind, desto geringer fallen Wirbelstromverluste aus. Weniger Verluste heißen weniger Abwärme und mehr nutzbare Leistung aus derselben Akkuladung.
Bei Motoren dieser Größe ist 0,1 mm ungewöhnlich dünn. Ob sich daraus die 7:30 Minuten Flugzeit erklären, lässt sich ohne eigene Messung nicht sagen. Der Wert liegt jedenfalls über dem, was der Air65 II mit seinem kleineren Akku schafft.
Die Kanzel als Stellschraube
Der Kamerawinkel bestimmt beim FPV-Fliegen mehr als jede andere mechanische Einstellung. Er entscheidet, wie viel Boden und wie viel Horizont du siehst, und damit indirekt darüber, wie schnell du fliegst.
Der Air75 II erlaubt 15° bis 45° an derselben Kanzel. Konkret bedeutet das:
- 15°: viel Boden im Bild, langsames Manövrieren, gut für enge Innenräume und erste Flüge
- 30°: Standardwert für gemischtes Fliegen
- 45°: weiter Blick nach vorn, hohe Geschwindigkeit, Freestyle im Freien
Bei den meisten Whoops braucht ein Winkelwechsel eine andere Kanzel oder eine Unterlegscheibe. Hier ist es eine Einstellung.
Was fehlt, und was das kostet
Der Air75 II ist ein Bind-and-Fly-Modell. Videosender, Kamera und ELRS-Empfänger sind an Bord, alles andere kommt dazu:
- Fernsteuerung mit ExpressLRS 2,4 GHz: ab rund 50 €, etwa das BetaFPV LiteRadio 3 oder die RadioMaster Pocket
- Analoge FPV-Brille: ab rund 100 €
- 1S-Akkus mit BT2.0: LAVA II mit 480 oder 580 mAh, ein Satz rund 30 €
- Ladegerät für 1S-LiHV-Zellen: rund 25 €
Damit landet der Einstieg bei etwa 300 bis 350 €, obwohl die Drohne 124,99 € kostet. Diese Rechnung sollte vor dem Kauf stehen, die vollständige Aufstellung steht im Ratgeber Was kostet eine FPV-Drohne.
Analog im Jahr der digitalen Systeme
Der verbaute Videosender arbeitet analog auf 5,8 GHz mit 25 bis 400 mW. Das ist eine bewusste Entscheidung: Digitale Systeme wie die DJI O4 Air Unit wiegen mit 8,2 g mehr als ein Drittel des Air75 II und würden die Flugzeit halbieren.
Für den Piloten heißt das: Es braucht eine analoge Brille. DJI-Brillen funktionieren nicht. Der Vorteil analoger Übertragung liegt im Verhalten am Rand der Reichweite: Das Bild wird verrauscht, bleibt aber nutzbar, während digitale Systeme abrupt einfrieren. In engen Innenräumen mit vielen Wänden ist das ein echtes Sicherheitsargument.
Preis und Einordnung im eigenen Programm
Bei Amazon steht der Air75 II bei 124,99 €, BetaFPV nennt für die Freestyle- und Racing-Version 99,99 US-Dollar. Der Aufschlag von rund einem Drittel deckt Einfuhr, Versand und Händlermarge ab.
Innerhalb des eigenen Programms ergibt sich damit eine klare Staffel: der Air65 II für 129,99 € als leichtester Innenraum-Whoop, der Meteor75 Pro für 114,99 € als Klassiker mit 75 mm und der Air75 II als leichtere, neuere Alternative in derselben Größe.
Für wen sich der Air75 II lohnt
Er passt, wenn du bereits Sender und analoge Brille besitzt und einen Whoop suchst, der drinnen und in Hallen ruhig fliegt. Die Kombination aus 21,3 g, 75 mm Radstand und 7:30 Minuten Flugzeit ist für 1S ungewöhnlich gut, und der verstellbare Kamerawinkel spart den Kauf einer zweiten Kanzel.
Weniger passend ist er für den ersten Kontakt mit FPV und für Flüge im Freien bei Wind. Für den Einstieg fehlt zu viel Ausrüstung, dafür gibt es Komplettkits. Und gegen Böen hilft bei 21 Gramm und 1S vor allem ein größerer Aufbau mit mehr Masse. Wie der Einstieg abläuft, steht im Ratgeber FPV-Drohne fliegen und im Überblick zum Tiny Whoop.
Fazit
Der BetaFPV Air75 II ist eine durchdachte zweite Generation. 21,3 g, 0802-Motoren mit 0,1-mm-Statorblechen, die Drei-Punkt-Montage der Matrix 5IN1 II und der verstellbare Kamerawinkel ergeben einen Whoop, der lange hält und breit einsetzbar ist.
Mit 4,3 von 5 bremst nur der Preis: 124,99 € gegenüber 99,99 US-Dollar beim Hersteller, dazu Sender, Brille und Akkus. Wer die Ausrüstung schon hat, bekommt mit dem Air75 II* einen der ausgewogensten 1S-Whoops. Wer es kleiner und agiler mag, greift zum Air65 II*.
Häufige Fragen
Welche Version des Air75 II liegt bei Amazon?
Die Freestyle-Version mit 0802-Motoren bei 22.000 KV und ELRS-Empfänger. Sie ist mit 21,3 g die schwerste der drei Varianten und die drehmomentstärkste im unteren Drehzahlbereich. Die Racing-Version dreht mit 25.000 KV höher, die Champion-Version mit 28.000 KV am höchsten und nutzt als einzige Doppelkugellager statt Messingbuchsen.
Was braucht man zum Air75 II noch dazu?
Vier Dinge: eine Fernsteuerung mit ExpressLRS auf 2,4 GHz, eine analoge FPV-Brille, 1S-Akkus mit BT2.0-Anschluss und ein passendes Ladegerät. Sender ab rund 50 €, analoge Brille ab rund 100 €, ein Satz LAVA-II-Akkus rund 30 €. Rechne für den kompletten Einstieg mit etwa 300 bis 350 € inklusive Drohne.
Ist der Air75 II für Anfänger geeignet?
Als zweite Drohne ja, als erste eher nicht. Er kommt ohne Sender und Brille, muss also selbst gebunden und in Betaflight eingerichtet werden. Wer bei null startet, fährt mit einem Komplettkit besser, das Drohne, Sender und Brille aufeinander abgestimmt liefert. Zusätzlich lohnt sich ein FPV-Simulator, um die Stick-Bewegungen ohne Materialverschleiß zu lernen.
Air75 II oder Air65 II?
Der Air65 II wiegt 16,6 g bei 65 mm Radstand und dreht mit 36.000 KV deutlich höher. Er ist agiler und passt durch engere Lücken. Der Air75 II fliegt mit 75 mm Radstand ruhiger, trägt mehr Akku und liefert längere Flugzeiten. Für enge Wohnungen der Air65 II, für Hallen, Tiefgaragen und ruhige Aufnahmen der Air75 II.
Was bedeutet der verstellbare Kamerawinkel von 15° bis 45°?
Der Winkel bestimmt, wie stark die Kamera nach oben schaut, und damit indirekt die Fluggeschwindigkeit. Bei 15° siehst du viel Boden und fliegst langsam, bei 45° blickst du weit nach vorn und fliegst schnell. Beim Air75 II lässt sich das an der Kanzel einstellen, ohne Bauteile zu tauschen. Bei vielen Whoops braucht es dafür eine andere Kanzel.
Wie lange fliegt der Air75 II wirklich?
BetaFPV nennt 7:30 Minuten für die Freestyle-Version mit einem LAVA II 1S mit 480 mAh. Dieser Wert gilt für ruhiges Fliegen. Bei aggressivem Freestyle mit vielen Beschleunigungen bleiben rund vier bis fünf Minuten. Mit dem 580-mAh-Akku steigt die Flugzeit, dafür wächst das Abfluggewicht und die Agilität sinkt leicht.
Braucht der Air75 II eine Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt?
Ja. Ausschlaggebend ist die Kamera: Sobald eine Drohne personenbezogene Daten erfassen kann, musst du dich als Betreiber registrieren, unabhängig vom Startgewicht. Der Air75 II hat die C03-Kamera ab Werk an Bord. Die Registrierung ist kostenlos und dauert wenige Minuten.
Funktioniert der Air75 II mit DJI-Brillen?
Ohne Umbau nicht. Der verbaute Videosender arbeitet analog auf 5,8 GHz, DJI-Brillen erwarten ein digitales Signal. Für digitale Übertragung müsstest du das Videosystem durch eine HD-Einheit ersetzen, was das Gewicht deutlich erhöht. Wer von vornherein digital fliegen will, greift zu einem Modell, das dafür ausgelegt ist.
Was ist die Matrix 5IN1 II und warum ist sie robuster?
Sie vereint Flugsteuerung, Regler, Videosender, Empfänger und Stromversorgung auf einer Platine. Die zweite Generation sitzt auf drei Montagepunkten mit Dämpfungsraum, sodass Aufschläge nicht direkt auf die Bauteile durchschlagen. Die Leiterplatte ist auf 1,0 mm verstärkt. BetaFPV gibt an, dass die Schadensrate dadurch um bis zu 80 % sinkt.
Wie viele Ersatzteile braucht man am Anfang?
Propeller sind der Verschleißteil Nummer eins, ein Satz Gemfan 1614 kostet wenige Euro und sollte mehrfach vorrätig sein. Danach folgen Motoren, weil die Messingbuchsen der Freestyle-Version bei Staubeintrag verschleißen. Rahmen und Kanzel halten dank der PP-Mischung viel aus, sind aber ebenfalls einzeln erhältlich.