Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 249 g |
|---|---|
| Bauform | faltbar |
| Motoren | bürstenlos |
| Drohnenklasse | C0 (EU) |
| Positionierung | GPS mit automatischer Rückkehr |
| Windwiderstand | weist Holy Stone für dieses Modell nicht aus |
| Max. Geschwindigkeit | weist Holy Stone für dieses Modell nicht aus |
| Hindernissensorik | keine |
Kamera
| Videoauflösung | 4K |
|---|---|
| Kamerawinkel | um 90° neigbar, elektrisch verstellbar |
| Stabilisierung | elektronisch, kein mechanischer Gimbal |
| Bildsensor | weist Holy Stone nicht im Detail aus |
| Blende | weist Holy Stone nicht aus |
| Max. Bitrate | weist Holy Stone nicht aus |
Übertragung und Steuerung
| Übertragung | 5 GHz |
|---|---|
| Max. Reichweite | bis 3 km nach Herstellerangabe |
| Automatikmodi | Follow Me, automatische Rückkehr, Wegpunktflug |
| Fernsteuerung | mit Smartphone-Halterung |
Akku
| Flugzeit je Akku | ca. 20 Minuten |
|---|---|
| Flugzeit gesamt | ca. 40 Minuten mit beiden Akkus |
| Akkus im Lieferumfang | zwei |
| Kapazität | weist Holy Stone nicht aus |
Die Holy Stone HS360S ist eine Einsteigerdrohne unter 249 g, die auf die Grundausstattung setzt: GPS mit automatischer Rückkehr, bürstenlose Motoren, eine 4K-Kamera und zwei Akkus im Karton. Auf einen mechanischen Gimbal verzichtet sie. Diese Rezension ordnet sie anhand der Herstellerangaben, der Amazon-Listung und des Vergleichs mit den Nachbarmodellen HS360D und HS460 ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei Akkus liegen bei, was bei Wettbewerbern dieser Preisklasse häufig Aufpreis kostet
- Bürstenlose Motoren laufen leiser, halten länger und liefern mehr Schub als die Bürstenmotoren billigerer Modelle
- GPS mit automatischer Rückkehr ist die wichtigste Sicherheitsfunktion für Einsteiger und hier vorhanden
- Unter 249 g bleibt sie in Klasse C0, damit entfällt der Führerschein für A1 und A3
- Mit rund 153 € liegt sie deutlich unter den Modellen mit mechanischem Gimbal
Das spricht dagegen
- Ohne mechanischen Gimbal bleibt die Stabilisierung elektronisch, was Bildfläche kostet und bei Wind sichtbar wird
- Holy Stone weist zentrale Kameradaten nicht aus: Sensorgröße, Blende und Bitrate fehlen, eine Einordnung der Bildqualität ist damit nur eingeschränkt möglich
- 20 Minuten je Akku sind wenig, die DJI-Mini-Klasse fliegt 30 bis 40 Minuten am Stück
- 3 km Reichweite liegen unter den 6 km der Schwestermodelle HS360D und HS900
- Keine Hinderniserkennung, in strukturiertem Gelände bist du vollständig auf eigene Sicht angewiesen
Der Einstieg in die HS360-Reihe
Holy Stone besetzt seit Jahren die Preisklasse unter 200 €, in der DJI kaum vertreten ist. Die HS360S ist das Einstiegsmodell der HS360-Reihe und richtet sich an alle, die zum ersten Mal eine Drohne mit GPS fliegen.
Die Ausstattung folgt einem klaren Muster: bürstenlose Motoren, GPS mit automatischer Rückkehr, eine 4K-Kamera und zwei Akkus im Karton. Das Startgewicht liegt bei 249 g, womit die Drohne in der Klasse C0 bleibt. Der Preis liegt bei Amazon bei rund 153 € gegenüber einer UVP von 179,99 €.
Zur Datenlage
Ein Hinweis gehört an den Anfang, weil er die Einordnung prägt. Holy Stone veröffentlicht kein Datenblatt in der Tiefe, wie DJI oder Potensic es tun. Für die HS360S fehlen Angaben zur Sensorgröße, zur Blende, zur Bitrate, zur Akkukapazität und zum Windwiderstand.
Wir tragen hier nur ein, was der Hersteller ausweist, und benennen die Lücken. Für dich bedeutet das: Bei der Frage, wie gut das 4K-Material tatsächlich aussieht, gibt es weniger belastbare Anhaltspunkte als bei Marken mit vollständiger Dokumentation. Die Bezeichnung „4K” beschreibt allein die Pixelzahl der Aufnahme, sie sagt nichts über Sensorqualität, Optik oder Kompression.
Bürstenlose Motoren als Unterscheidungsmerkmal
Der wichtigste technische Punkt in dieser Preisklasse sind die bürstenlosen Motoren. Günstige Drohnen unter 150 € arbeiten oft mit Bürstenmotoren, bei denen Schleifkontakte den Strom auf den Rotor übertragen. Diese Kontakte nutzen sich ab, der Motor verliert nach einigen Dutzend Flugstunden spürbar an Leistung.
Bürstenlose Motoren kommen ohne diese Kontakte aus. Sie laufen leiser, erreichen einen höheren Wirkungsgrad, liefern mehr Schub und halten ein Vielfaches länger. Für eine Drohne, die auch bei leichtem Wind die Position halten soll, ist das die Grundvoraussetzung.
Die Kamera und was fehlt
Die HS360S filmt in 4K und lässt die Kamera elektrisch um 90 Grad neigen. Ein mechanischer Gimbal fehlt, stabilisiert wird elektronisch.
Der Unterschied zeigt sich im Bild. Ein mechanischer 3-Achsen-Gimbal gleicht Neigen, Rollen und Schwenken über Motoren aus, bevor das Licht auf den Sensor trifft. Die volle Sensorfläche bleibt nutzbar. Elektronische Stabilisierung korrigiert im fertigen Bild, indem sie einen Rand abschneidet und den Ausschnitt gegenläufig verschiebt. Das kostet Bildwinkel, und bei böigem Wind bleiben Restbewegungen sichtbar, die als leichtes Wabern am Bildrand auffallen.
Für Fotos aus der Luft und für ruhige Schwenks bei wenig Wind reicht das. Für flüssige Videofahrten ist ein mechanischer Gimbal die deutlich bessere Grundlage, wie ihn etwa die DJI Mini 4K für rund 250 € mitbringt.
Flugzeit: zwei Akkus statt langer Einzelflüge
Holy Stone nennt rund 20 Minuten je Akku und legt zwei Akkus bei. Zusammen ergibt das die 40 Minuten, mit denen die Amazon-Listung wirbt.
Diese Rechnung geht auf, sie beschreibt aber etwas anderes als eine lange Flugzeit. Nach 20 Minuten musst du landen, den Akku wechseln und neu starten. Für Aufnahmen, die einen längeren zusammenhängenden Flug brauchen, ist das eine echte Einschränkung. Realistisch bleiben je Akku 13 bis 16 Minuten, wenn du Start, Landung, Positionswechsel und eine Sicherheitsreserve abziehst.
Zum Vergleich: Die DJI Mini 3 fliegt 38 Minuten am Stück, die Potensic ATOM 2 32 Minuten. Beide kosten allerdings das Doppelte bis Dreifache.
Reichweite und die Sichtweitenregel
Die Übertragung läuft über 5 GHz mit einer Herstellerangabe von bis zu 3 km. Das ist der schwächste Wert in der HS360-Reihe, die Schwestermodelle HS360D und HS900 nennen 6 km.
Praktisch spielt der Unterschied in Deutschland kaum eine Rolle. Die Sichtweitenregel verlangt, dass du die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel sehen kannst, und bei einer Drohne dieser Größe endet das je nach Wetter zwischen 200 und 400 m. Was die höhere Reichweitenangabe tatsächlich bringt, ist Stabilitätsreserve gegen Störungen: In Wohngebieten mit vielen WLAN-Netzen bricht ein schwächeres System eher ein. Mehr dazu unter Drohnen-Reichweite.
GPS-Funktionen und ihre Grenzen
Die HS360S bietet automatische Rückkehr, Follow Me und Wegpunktflug. Alle drei arbeiten über GPS.
Die automatische Rückkehr ist die wichtigste Sicherheitsfunktion einer Einsteigerdrohne. Bricht die Verbindung ab oder wird der Akku knapp, fliegt die Drohne selbstständig zum Startpunkt. Entscheidend ist die eingestellte Rückkehrhöhe: Die Drohne steigt auf diese Höhe, fliegt den direkten Weg und sinkt am Startpunkt ab. Hindernisse im Korridor erkennt sie dabei nicht. Setze die Höhe deshalb vor jedem Start über die höchste Struktur im Gebiet.
Follow Me folgt dem GPS-Signal deines Smartphones. Auch hier gilt: Die Drohne weicht nichts aus. Auf offener Wiese funktioniert der Modus zuverlässig, zwischen Bäumen wird er zum Risiko.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Kamera | Flugzeit | Reichweite | Gimbal | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Holy Stone HS360S | 4K | 2 × 20 min | 3 km | elektronisch | ca. 153 € |
| Holy Stone HS360D | 4K, Sony 12 MP | 2 × 40 min | 6 km | elektronisch | ca. 230 € |
| Holy Stone HS460 | 2K Video | 2 × 26 min | 500 m | elektronisch | ca. 130 € |
| DJI Mini 4K | 4K | 31 min | 10 km | 3 Achsen mechanisch | ca. 250 € |
Die Einordnung fällt damit klar aus. Innerhalb der Holy-Stone-Reihe ist die HS360D für rund 77 € Aufpreis in jeder relevanten Kategorie besser. Nach unten grenzt sich die HS360S von der HS460 durch die höhere Videoauflösung und die sechsfache Reichweite ab.
Gegenüber der DJI Mini 4K fehlt der mechanische Gimbal, dafür kostet die HS360S knapp 100 € weniger und bringt den zweiten Akku mit.
Für wen sich die HS360S lohnt
Sie passt, wenn du mit begrenztem Budget in die Drohnenfliegerei einsteigen willst und dabei GPS-Sicherheit statt Spielzeugtechnik suchst. Bürstenlose Motoren, automatische Rückkehr und zwei Akkus für rund 153 € ergeben ein stimmiges Einsteigerpaket. Für Fotos aus der Luft, erste Flugerfahrung und gelegentliche Videoaufnahmen bei ruhigem Wetter reicht die Ausstattung.
Weniger passend ist sie, wenn Videoqualität dein Hauptziel ist. Dann führt der Weg über einen mechanischen Gimbal, und der beginnt bei etwa 250 €. Auch wer längere zusammenhängende Flüge braucht, sollte eine Klasse höher schauen. Welche Kriterien beim ersten Kauf zählen, steht unter Drohne kaufen: worauf achten.
Fazit
Die Holy Stone HS360S macht in ihrer Preisklasse das Richtige: bürstenlose Motoren, GPS mit automatischer Rückkehr, zwei Akkus und ein Startgewicht knapp unter der C0-Grenze. Als erste Drohne mit ernsthafter Technik ist sie eine vernünftige Wahl.
Mit 3,7 von 5 bleibt sie hinter den Modellen mit mechanischem Gimbal zurück, was bei rund 153 € zu erwarten ist. Die Abzüge gehen auf die knappe Flugzeit je Akku, die geringe Reichweite und die lückenhafte Dokumentation der Kameradaten. Wer 77 € mehr investieren kann, bekommt mit der HS360D* in jeder Hinsicht mehr Drohne.
Häufige Fragen
Braucht man für die Holy Stone HS360S einen Drohnenführerschein?
Nein. Die HS360S wiegt 249 g und bleibt damit unter der 250-Gramm-Grenze, was der Klasse C0 entspricht. In den Unterkategorien A1 und A3 verlangt die EU-Drohnenverordnung dafür keinen Kompetenznachweis. Registrieren musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt trotzdem, weil eine Kamera verbaut ist, und eine Haftpflichtversicherung brauchst du ebenfalls.
Hat die Holy Stone HS360S einen Gimbal?
Einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal hat sie nicht. Die Kamera lässt sich elektrisch um 90 Grad neigen, die Bildstabilisierung erfolgt elektronisch über die Software. Das kostet Bildfläche, weil ein Rand für die Korrektur abgeschnitten wird, und bei Wind bleiben Restbewegungen sichtbar. Mechanische Gimbals findest du in dieser Klasse erst ab etwa 250 €.
Wie lange fliegt die Holy Stone HS360S wirklich?
Holy Stone nennt rund 20 Minuten je Akku, zwei Akkus liegen bei. Der Herstellerwert stammt aus einer Idealmessung. Realistisch bleiben 13 bis 16 Minuten je Akku, weil Start, Landung, Positionswechsel, Wind und eine Sicherheitsreserve Energie kosten. Mit beiden Akkus kommst du auf etwa eine halbe Stunde tatsächliche Flugzeit.
Wie weit fliegt die Holy Stone HS360S?
Der Hersteller gibt bis zu 3 km Übertragungsreichweite über 5 GHz an. In Deutschland ist dieser Wert ohne praktische Bedeutung, weil die Sichtweitenregel gilt: Du musst die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel sehen können. Bei einer Drohne dieser Größe endet das je nach Wetter bei 200 bis 400 m.
HS360S oder HS360D, welche ist die richtige?
Die HS360D ist das deutlich stärkere Modell: 6 km statt 3 km Reichweite, rund 40 Minuten je Akku statt 20 und ein Sony-Sensor mit 12 MP, den Holy Stone ausdrücklich benennt. Sie kostet dafür etwa 77 € mehr. Wenn dein Budget die Differenz hergibt, ist die HS360D die bessere Investition. Die HS360S ist der Einstieg.
Was bedeutet Follow Me bei der HS360S?
Die Drohne folgt dem Signal deines Smartphones und hält dabei Abstand und Höhe. Ausgewertet wird dabei die GPS-Position deines Telefons. In der Praxis heißt das: Die Drohne folgt deiner Position, sie weicht dabei keinen Hindernissen aus und erkennt keine Bäume oder Masten im Weg. Nutze den Modus deshalb nur auf offener Fläche.
Hat die Holy Stone HS360S eine Hinderniserkennung?
Nein. Die Drohne hat keine Sensoren zur Hinderniserkennung. Das ist in dieser Preisklasse üblich, verlangt beim Fliegen aber Aufmerksamkeit. Setze die Rückkehrhöhe vor jedem Start über der höchsten Struktur im Gebiet, weil die automatische Rückkehr den direkten Weg fliegt.
Warum wiegt die HS360S genau 249 g?
Weil die EU-Drohnenverordnung bei 250 g eine Grenze zieht. Unterhalb davon gilt Klasse C0 mit den entspanntesten Regeln: kein Kompetenznachweis in A1 und A3, Flug auch in der Nähe von Personen erlaubt. Hersteller konstruieren ihre Einsteigermodelle deshalb bewusst knapp unter diese Marke. Achte darauf, das Gewicht nicht durch Zubehör wie Propellerschutz zu überschreiten.
Was bringen bürstenlose Motoren?
Bürstenlose Motoren haben keine Schleifkontakte, die sich abnutzen. Sie laufen dadurch leiser, halten deutlich länger, erreichen einen höheren Wirkungsgrad und liefern mehr Schub. Bei Drohnen unter 150 € finden sich oft noch Bürstenmotoren, die nach einigen Dutzend Flugstunden merklich nachlassen. Dass Holy Stone hier bürstenlos baut, ist ein Pluspunkt.
Lohnt sich die HS360S gegenüber einer DJI Mini 4K?
Die DJI Mini 4K kostet rund 250 € und bringt einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal mit, dazu 31 Minuten Flugzeit am Stück und ein ausführlich dokumentiertes Datenblatt. Die HS360S liegt bei rund 153 € und spart damit knapp 100 €. Wenn ruhige Videoaufnahmen dein Ziel sind, ist der Gimbal der DJI das Geld wert. Für erste Flugerfahrung und Fotos aus der Luft reicht die HS360S.