Technische Daten
Gehäuse und Bedienung
| Abmessungen | 170 × 159 × 108 mm |
|---|---|
| Gewicht | 363 g ohne Akkus |
| Display | monochromes LCD, 128 × 64 Pixel |
| Gimbals | Hall-Sensor-Gimbals, Endanschläge von 38° bis 54° verstellbar |
| Schalter | vier Dreistufenschalter, zwei Taster |
| Weitere Bedienelemente | zwei Schieberegler, Trimmtasten, Scrollrad |
| Antennenanschluss | RP-SMA, Antenne wechselbar |
Elektronik und Firmware
| Prozessor | STM32F407 |
|---|---|
| Firmware | EdgeTX, vorinstalliert |
| Internes HF-Modul | ExpressLRS 2,4 GHz oder CC2500, je nach Variante |
| Sendeleistung ELRS | bis 250 mW |
| Kanäle | bis zu 16, abhängig vom Empfänger |
| Frequenzbereich | 2,400 bis 2,480 GHz |
| Externer Modulschacht | JR-Schacht in voller Größe |
| Trainer-Anschluss | vorhanden |
| Speicherkarte | microSD, im Lieferumfang |
Stromversorgung
| Betriebsspannung | 6,6 bis 8,4 V |
|---|---|
| Akkuoptionen | zwei 18650, zwei 21700 oder 2S-LiPo bis 74 × 60 × 22 mm |
| Akkus im Lieferumfang | keine |
| Laden | über USB-C mit Quick Charge 3.0 |
| Stromaufnahme mit ELRS | 320 mA bei 8,4 V |
| Stromaufnahme mit CC2500 | 180 mA bei 8,4 V |
Anschlüsse und Simulator
| USB-C oben | Datenverbindung für Simulator und Speicherkarte |
|---|---|
| USB-C unten | Ladeanschluss |
| Simulator | über USB als Joystick, unterstützt Velocidrone, Liftoff und DRL |
| Modell-Speicher | begrenzt durch die Speicherkarte |
Die RadioMaster TX12 Mark II ist die überarbeitete Fassung des meistverkauften Einstiegssenders der Marke. Gegenüber der ersten TX12 rüstet sie Hall-Gimbals, einen schnelleren Prozessor und eine geänderte Ergonomie nach. Ihr Alleinstellungsmerkmal in dieser Größenklasse ist der volle JR-Modulschacht: Die Funkstrecke lässt sich jederzeit gegen ein anderes System tauschen, während Pocket und T8L auf das eingebaute Modul festgelegt bleiben. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von RadioMaster, die Messungen aus der Rezension von Oscar Liang und die Amazon-Listung.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der volle JR-Modulschacht nimmt jedes gängige HF-Modul auf, dadurch bleibt die Funkstrecke austauschbar
- Hall-Gimbals arbeiten verschleißfrei und halten den Mittelpunkt auch nach Monaten, während Potentiometer mit der Zeit driften
- Der RP-SMA-Anschluss erlaubt bessere Antennen, was die Reichweite spürbar anhebt
- Drei Akkuvarianten zur Auswahl, mit zwei 21700-Zellen sind lange Flugtage ohne Nachladen möglich
- EdgeTX auf einem STM32F407 reagiert flott und bekommt weiterhin Updates
Das spricht dagegen
- Bei Amazon steht derzeit nur ein Drittanbieter-Angebot deutlich über der Preisempfehlung von RadioMaster
- Das monochrome Display mit 128 × 64 Pixeln zeigt Telemetrie und Menüs deutlich sparsamer als ein Farbbildschirm
- Die Ergonomie ist auf Daumenflieger ausgelegt, wer die Knüppel zwischen Daumen und Zeigefinger hält, greift besser zur Boxer oder TX16S
- Akkus gehören nicht zum Lieferumfang, ohne zwei passende Flat-Top-Zellen bleibt der Sender am ersten Tag aus
- Das Akkufach sitzt locker genug, dass die Zellen beim Tragen hörbar klappern
Wo die TX12 Mark II in der RadioMaster-Reihe steht
RadioMaster deckt inzwischen jede Größenklasse ab, und die TX12 sitzt seit Jahren in der Mitte: größer als die Pocket und die T8L, kleiner und leichter als die TX16S. Die Mark II ist die zweite Generation dieses Senders.
Drei Dinge unterscheiden sie von der ersten TX12. Sie bekommt Hall-Sensor-Gimbals statt der früheren Potentiometer-Variante, einen STM32F407 als Prozessor anstelle des langsameren F207, und ein überarbeitetes Gehäuse mit griffigeren Flanken. Der Rest bleibt: 363 g, monochromes Display, EdgeTX, JR-Modulschacht.
Hall-Gimbals: der wichtigste Unterschied im Alltag
Ein Gimbal misst, wie weit du den Knüppel bewegst. Die günstige Bauweise nutzt dafür ein Potentiometer, also einen Schleifkontakt auf einer Widerstandsbahn. Diese Bahn nutzt sich ab, das Signal wird mit der Zeit unruhig, und der Mittelpunkt wandert.
Ein Hall-Gimbal misst stattdessen berührungslos über ein Magnetfeld. Nichts schleift, nichts nutzt sich ab, der Nullpunkt bleibt über Jahre stabil. Bei einem Sender, der pro Flug hunderte Steuerbefehle überträgt, ist das der Unterschied zwischen einem Gerät, das nach zwei Saisons noch sauber zentriert, und einem, das nachjustiert werden will.
Die Endanschläge lassen sich zwischen 38° und 54° verstellen. Kurze Wege eignen sich für präzises Freestyle-Fliegen, lange Wege geben mehr Auflösung bei ruhigen Kamerafahrten. Die Einstellung erfolgt mechanisch an der Gimbal-Einheit.
ExpressLRS mit 250 Milliwatt und die EU-Grenze
Im Inneren sitzt je nach Variante ein ExpressLRS-Modul für 2,4 GHz oder ein CC2500-Modul für FrSky-Empfänger. Für FPV führt der Weg heute praktisch immer zu ELRS, weil Empfänger ab 15 € zu haben sind und jede aktuelle Drohne damit arbeitet. Mehr zum Unterschied der Systeme steht im Vergleich ELRS gegen Crossfire.
Die Sendeleistung reicht bis 250 mW. In der EU sind im 2,4-GHz-Band 100 mW EIRP zulässig, weshalb ELRS eine LBT-Firmware mit passender Begrenzung anbietet. Die Leistungsstufe stellst du im Menü ein. Praktisch ist das selten eine Einschränkung: Bereits 25 mW tragen bei freier Sicht mehrere Kilometer weit, und die Sichtverbindung begrenzt den Flug ohnehin früher. Welche Bänder in Deutschland wie genutzt werden dürfen, steht im Ratgeber zu den FPV-Frequenzen.
Dazu kommt ein Detail, das im Datenblatt unscheinbar wirkt: der RP-SMA-Antennenanschluss. Die mitgelieferte Antenne lässt sich gegen eine bessere tauschen, was mehr Reichweite bringt als jede Erhöhung der Sendeleistung.
Der JR-Modulschacht hebt sie von Pocket und T8L ab
Der praktische Hauptgrund für die TX12 Mark II steckt auf der Rückseite. Sie hat einen JR-Modulschacht in voller Größe, in den jedes gängige externe HF-Modul passt: TBS Crossfire für 868 MHz, Tracer, ImmersionRC Ghost oder ein Multiprotokoll-Modul für ältere Modelle.
Damit bleibt die Funkstrecke austauschbar. Wenn du in zwei Jahren auf Long Range mit 868 MHz umsteigen willst, steckst du ein Modul ein statt einen neuen Sender zu kaufen. Die Pocket und die T8L bleiben auf ihr internes Modul festgelegt. Wie ein internes ELRS-Modul eingerichtet und aktualisiert wird, erklärt der Ratgeber zum internen ELRS-Modul.
Stromversorgung: drei Wege, eine Rechnung
RadioMaster liefert den Sender ohne Akkus aus und lässt dir die Wahl zwischen drei Varianten:
| Variante | typische Kapazität | Laufzeit bei 320 mA | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 2 × 18650 | 3.000 mAh | ca. 9 Stunden | nur Flat-Top-Zellen, Button-Top passt nicht |
| 2 × 21700 | 5.000 mAh | ca. 15 Stunden | schwerer, dafür der längste Flugtag |
| 2S-LiPo | 2.000 bis 3.000 mAh | 6 bis 9 Stunden | maximal 74 × 60 × 22 mm |
Die Stromaufnahme von 320 mA bei 8,4 V gilt für die ELRS-Variante im Betrieb, die CC2500-Fassung zieht mit 180 mA deutlich weniger. Geladen wird über den unteren USB-C-Anschluss mit Quick Charge 3.0, zwei 18650-Zellen sind damit in rund zwei Stunden voll.
Die passenden Zellen gehören also zur Erstausstattung dazu. Wer sie vergisst, hat am Kauftag einen Sender ohne Strom.
EdgeTX: mächtig nach der ersten Stunde
Auf dem Sender läuft EdgeTX, die offene Standard-Firmware der Szene. Sie verwaltet beliebig viele Modellspeicher auf der Speicherkarte, erlaubt freie Mischer, Flugphasen, Timer und Sprachansagen und aktualisiert sich über den USB-Anschluss.
Der Einstieg kostet eine Stunde. Ein neues Modell anlegen, die vier Kanäle zuordnen, Arm-Schalter und Flugmodus belegen und den Empfänger binden ist alles über Menüs gelöst, die zunächst technisch wirken. Danach zahlt sich die Offenheit aus: Jeder Schalter, jede Ansage, jede Kurve lässt sich anpassen, und dieselbe Firmware läuft auf jedem anderen EdgeTX-Sender, sodass Einstellungen mitwandern.
Das monochrome Display mit 128 × 64 Pixeln ist dabei die sichtbarste Sparmaßnahme. Es zeigt Menüs und Telemetriewerte zuverlässig, bleibt bei Sonnenlicht gut ablesbar und verbraucht wenig Strom. Farbige Telemetrieseiten mit Grafiken, wie sie die TX16S zeigt, bleiben dem größeren Modell vorbehalten.
Ergonomie: gebaut für Daumenflieger
Das Gehäuse ist 170 mm breit und wiegt 363 g ohne Akkus. Mit zwei 18650-Zellen landet die TX12 Mark II bei gut 410 g und damit im Bereich einer Pocket mit Akkus.
Die Griffform unterstützt den Daumenstil, bei dem der Daumen oben auf dem Knüppelkopf liegt. Wer den Knüppel zwischen Daumen und Zeigefinger klemmt, also im Pinch-Stil fliegt, braucht Auflage für die Handballen und ist mit einer breiteren Funke wie der TX16S oder der Boxer besser bedient. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Akkufach: Die Zellen sitzen locker genug, dass sie beim Tragen hörbar klappern.
Was du zusätzlich brauchst
Drei Dinge fehlen im Karton. Zwei Akkuzellen nach der Tabelle oben. Mindestens ein Empfänger je Drohne, bei ELRS ab etwa 15 €, für Modelle ohne Flugcontroller in der PWM-Ausführung. Und eine Halterung oder Tasche, wenn der Sender im Auto mitfährt.
Ein Simulator ist der vierte Punkt, der zwar nichts kostet, aber den größten Unterschied macht: Der Sender meldet sich am Rechner als Joystick an und steuert damit jeden FPV-Simulator am PC. Die ersten Flugstunden dort sparen den ersten Absturz.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Gewicht | Gimbals | Modulschacht | Display | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| RadioMaster TX12 Mark II | 363 g | Hall | JR, volle Größe | monochrom | UVP 109,99 USD |
| RadioMaster Pocket | 288 g | Hall | keiner | monochrom | ca. 118,99 € |
| RadioMaster T8L | 194 g | Hall | keiner | monochrom | ca. 79,99 € |
| RadioMaster TX16S | 715 g | Hall (AG01) | JR, volle Größe | 4,3-Zoll-Farb-Touch | ca. 262,92 € |
Die Pocket ist kleiner, günstiger und für Reisen die praktischere Wahl, verzichtet dafür auf den Modulschacht. Die T8L ist der Minimalsender für Whoops und Einsteiger. Die TX16S bietet Farbdisplay, mehr Schalter und die beste Ergonomie, wiegt aber doppelt so viel und kostet rund das Zweieinhalbfache der UVP.
Fazit
Die RadioMaster TX12 Mark II ist der Sender für alle, die klein anfangen und sich nichts verbauen wollen. Hall-Gimbals mit verstellbaren Endanschlägen, ExpressLRS ab Werk, EdgeTX auf einem flotten Prozessor und ein voller JR-Modulschacht ergeben ein Gerät, das mehrere Systemwechsel überlebt.
Mit 3,9 von 5 landet sie knapp unter der Pocket*, die für Reisen handlicher ist, und deutlich unter der TX16S* mit ihrem Farbdisplay. Die Abzüge betreffen das schlichte Display, die auf Daumenflieger zugeschnittene Ergonomie und die deutsche Preislage: Bei einer UVP von 109,99 US-Dollar lohnt der Blick zu FPV-Fachhändlern, bevor du das Amazon-Angebot* nimmst. Wer den Modulschacht nicht braucht, fährt mit der Pocket günstiger.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen TX12 und TX12 Mark II?
Die Mark II bekommt Hall-Sensor-Gimbals anstelle der Potentiometer-Gimbals, einen schnelleren Prozessor (STM32F407 statt STM32F207) und ein überarbeitetes Gehäuse mit besserer Griffform. Funkseitig bleibt es beim internen Modul in den Varianten ExpressLRS oder CC2500, dazu kommt der JR-Modulschacht für externe Systeme.
Welche Variante der TX12 Mark II soll ich kaufen, ELRS oder CC2500?
Für FPV-Drohnen ist die ELRS-Variante die richtige Wahl: ExpressLRS ist heute der Standard bei Whoops, Freestyle-Quads und Long-Range-Bauten, die Empfänger kosten ab etwa 15 €. Die CC2500-Variante lohnt nur, wenn du bereits FrSky-Empfänger im Bestand hast und diese weiter nutzen willst.
Darf ich die TX12 Mark II mit 250 mW in Deutschland betreiben?
Im 2,4-GHz-Band sind in der EU 100 mW EIRP zulässig, und die ELRS-Firmware bietet dafür die LBT-Fassung mit passender Leistungsbegrenzung. Stelle die Sendeleistung im Menü entsprechend ein. Für normale Flüge in Sichtweite ist das völlig ausreichend, weil bereits 25 mW mehrere Kilometer Reichweite ermöglichen.
Welche Akkus brauche ich für die RadioMaster TX12 Mark II?
Zwei 18650-Zellen mit flachem Pluspol, zwei 21700-Zellen oder ein 2S-LiPo mit maximal 74 × 60 × 22 mm. Zellen mit erhabenem Pluspol (Button Top) passen nicht ins Fach. Geladen wird über den unteren USB-C-Anschluss, mit einem Quick-Charge-Netzteil dauert eine volle Ladung rund zwei Stunden.
Wie lange hält eine Akkuladung der TX12 Mark II?
Der Sender zieht mit aktivem ELRS-Modul rund 320 mA bei 8,4 V. Zwei 18650-Zellen mit je 3.000 mAh ergeben damit etwa neun Stunden Betrieb, zwei 21700-Zellen mit 5.000 mAh kommen auf gut 15 Stunden. Die Fernsteuerung ist damit nie der begrenzende Faktor an einem Flugtag.
Kann ich mit der TX12 Mark II einen FPV-Simulator fliegen?
Ja. Der obere USB-C-Anschluss meldet den Sender am Rechner als Joystick an, danach funktioniert er in Velocidrone, Liftoff, DRL und den übrigen gängigen Simulatoren. Das ist der empfohlene Weg für die ersten Flugstunden, weil Abstürze dort nichts kosten.
Wofür brauche ich den JR-Modulschacht?
Er nimmt externe HF-Module in voller Größe auf, etwa TBS Crossfire, Tracer oder ImmersionRC Ghost. Damit lässt sich die Funkstrecke wechseln, ohne den Sender zu ersetzen. Kleinere Sender wie die RadioMaster Pocket haben diesen Schacht nicht und bleiben auf ihr internes Modul festgelegt.
Ist EdgeTX für Anfänger zu kompliziert?
Der Einstieg braucht eine Stunde Einarbeitung. Ein neues Modell anlegen, Kanäle zuordnen, Schalter belegen und den Empfänger binden ist in EdgeTX über Menüs gelöst, die anfangs technisch wirken. Dafür stellst du später jede Mischung, jede Schalterfunktion und jede Ansage frei ein. Für die erste Einrichtung hilft die Anleitung zum ExpressLRS-Modul und zum Empfänger-Binding.
Welche Empfänger passen zur TX12 Mark II?
Mit der ELRS-Variante jeder ExpressLRS-Empfänger im 2,4-GHz-Band, unabhängig vom Hersteller, solange die Firmware-Version zum Sender passt. Für Modelle ohne Flugcontroller gibt es PWM-Empfänger mit mehreren Servo-Ausgängen. Wichtig ist, Sender und Empfänger auf derselben ELRS-Version zu halten.
Was kostet die RadioMaster TX12 Mark II?
RadioMaster nennt 109,99 US-Dollar für die ELRS-Variante und 99,99 US-Dollar für die CC2500-Fassung. In Deutschland liegen die Preise je nach Anbieter und Verfügbarkeit darüber, das Amazon-Angebot stammt von einem Drittanbieter und ruft 189,99 € auf. Ein Preisvergleich bei FPV-Fachhändlern lohnt sich deshalb bei diesem Modell besonders.