Drohnenführerschein Prüfungsfragen: A1/A3 und A2 im Detail

Welche Prüfungsfragen kommen beim Drohnenführerschein dran? Alle Themengebiete für A1/A3 und A2, Beispielfragen mit Lösungen und wo du kostenlos üben kannst.

Recht & Wissen Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Vor der Prüfung stellt sich immer dieselbe Frage: Was kommt eigentlich dran? Eine amtliche Fragensammlung gibt es nicht, wohl aber einen klar abgegrenzten Themenkatalog und eine sehr vorhersehbare Fragestruktur. Dieser Artikel zeigt beide Prüfungen im Detail, mit Beispielfragen im Prüfungsstil und den Stellen, an denen die meisten Punkte verloren gehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einen offiziellen Fragenkatalog gibt es nicht. Vorgegeben sind allein die Themengebiete.
  • A1/A3: 40 Fragen, 40 Minuten, 75 % zum Bestehen (30 von 40), online beim LBA, beliebig wiederholbar.
  • A2: 30 Fragen, 75 % zum Bestehen (23 von 30), beaufsichtigt bei einer benannten Prüfstelle.
  • Neun Themengebiete beim A1/A3, drei vertiefende Fachgebiete beim A2 (Meteorologie, Flugleistung, Risikominderung am Boden).
  • Kostenloses Lernmaterial stellt das LBA für den A1/A3 vollständig bereit.

Einen amtlichen Fragenkatalog gibt es nicht

Diese Erwartung stammt aus dem Straßenverkehr, wo der amtliche Fragenkatalog öffentlich ist und jede Fahrschul-App daraus schöpft. Beim Drohnenführerschein liegt der Fall anders: Die EU-Durchführungsverordnung gibt die Themengebiete und den Prüfungsumfang vor, die konkreten Fragen formulieren die nationalen Behörden und benannten Stellen selbst und veröffentlichen sie nicht.

Für die Vorbereitung hat das zwei Konsequenzen. Erstens sind kursierende Fragensammlungen Rekonstruktionen aus Erinnerung, teils mehrere Jahre alt und in Einzelheiten überholt. Zweitens lohnt sich das Verstehen mehr als das Auswendiglernen, weil dieselbe Regel in verschiedenen Formulierungen abgefragt wird.

Die gute Nachricht: Der Stoff ist überschaubar und die Fragenstruktur folgt festen Mustern. Wer die Regeln einmal durchdrungen hat, erkennt die richtige Antwort auch bei einer Formulierung, die er nie gesehen hat.

Gegenüberstellung der beiden Theorieprüfungen: EU-Kompetenznachweis A1/A3 mit 40 Multiple-Choice-Fragen, 40 Minuten Zeit, Bestehensgrenze 75 Prozent also 30 von 40, neun Themengebiete mit breiten Grundlagen, online beim Luftfahrt-Bundesamt ohne Aufsicht und beliebig oft wiederholbar. Fernpilotenzeugnis A2 mit 30 Multiple-Choice-Fragen, üblich 45 bis 60 Minuten, Bestehensgrenze 75 Prozent also 23 von 30, drei vertiefende Fachgebiete, beaufsichtigt bei einer benannten Prüfstelle und Wiederholung je nach Prüfstelle meist gebührenpflichtig.

Beide Prüfungen verlangen 75 Prozent richtige Antworten. Der Unterschied liegt in Tiefe, Aufsicht und Wiederholbarkeit.

Die neun Themengebiete des A1/A3

Der EU-Kompetenznachweis prüft breit und flach. Die 40 Fragen verteilen sich über neun Gebiete, wobei Vorschriften und Betrieb den größten Anteil stellen.

ThemengebietWas typischerweise gefragt wird
FlugsicherheitVerhalten bei Störungen, Abstand zu bemanntem Verkehr, Notverfahren
Luftraumbeschränkungengeografische Gebiete, Flugplätze, wo Zustimmung nötig ist
LuftfahrtvorschriftenKategorien, Unterkategorien, Registrierung, Kennzeichnung
Menschliche LeistungsfähigkeitErmüdung, Ablenkung, Selbstüberschätzung, Alkohol
BetriebsverfahrenVorflugkontrolle, Startplatzwahl, Abbruchkriterien
Allgemeine UAS-KenntnisseAufbau, Akkus, Sensorik, Grenzen der Technik
Privatsphäre und DatenschutzAufnahmen, Persönlichkeitsrecht, DSGVO-Grundlagen
VersicherungPflichtversicherung, Deckung, was ausgeschlossen ist
LuftsicherheitSchutz vor unbefugtem Zugriff, Manipulation, Meldewege

Der praktische Hinweis dazu: Wer die Betriebsregeln der offenen Kategorie sicher beherrscht, hat den größten Block bereits im Griff. Die Grundlagen stehen im Ratgeber EU-Drohnenverordnung, die Zonen-Systematik im Ratgeber Flugverbotszonen für Drohnen.

Beispielfragen im Stil des A1/A3

Die folgenden Fragen stammen aus keiner echten Prüfung. Sie sind nachgebaut, um Fragetyp und Fallhöhe zu zeigen, die Lösung steht jeweils darunter.

1. Wie hoch darfst du in der offenen Kategorie maximal fliegen? a) 100 m über dem Startpunkt · b) 120 m über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche · c) 150 m über Grund · d) 120 m über dem Meeresspiegel

Lösung: b. Der Bezugspunkt ist der Boden senkrecht unter der Drohne.

2. Wann musst du dich als Betreiber registrieren? a) nur ab 250 g Startmasse · b) nur bei gewerblicher Nutzung · c) ab 250 g Startmasse oder sobald die Drohne personenbezogene Daten erfassen kann · d) erst ab 900 g Startmasse

Lösung: c. Zwei Auslöser, von denen einer genügt.

3. Du bemerkst im Flug einen Rettungshubschrauber in geringer Höhe. Was tust du? a) Höhe halten und den Hubschrauber beobachten · b) sofort sinken und landen · c) zügig auf 120 m steigen, um sichtbar zu sein · d) die Drohne in Richtung des Hubschraubers drehen

Lösung: b. Sinken und landen ist die einzige Reaktion, die schnell genug wirkt.

4. Welche Aussage zur Vorflugkontrolle ist richtig? a) Sie ist nur bei gewerblichem Betrieb vorgeschrieben · b) Sie umfasst den Zustand des Fluggeräts, die Umgebung und die geltenden Beschränkungen · c) Sie ersetzt die Prüfung der geografischen Gebiete · d) Sie ist nur nach längeren Standzeiten nötig

Lösung: b.

5. Eine Person kommt während des Flugs unerwartet in die Nähe der Drohne. Was gilt in A1? a) Der Überflug unbeteiligter Personen ist zu vermeiden und so kurz wie möglich zu halten · b) Ein Überflug ist zulässig, solange die Person nicht gefährdet wirkt · c) Die Regel gilt nur für Menschenansammlungen · d) In A1 gibt es keine Vorgabe zu Personen

Lösung: a.

Am Muster lässt sich der Prüfungsstil ablesen: Die falschen Antworten sind selten absurd, sie sind meist knapp daneben. Genau deshalb funktioniert Auswendiglernen schlecht.

Die drei Fachgebiete des A2

Die A2-Zusatzprüfung geht in die Tiefe, dafür in weniger Gebieten.

Meteorologie. Windentstehung, Böen und Turbulenz an Gebäuden und Kanten, Temperaturabhängigkeit der Akkuleistung, Sichtverhältnisse, Wolkenarten als Wetterzeichen, Niederschlag und Vereisung.

Flugleistung des unbemannten Luftfahrzeugs. Zusammenhang von Masse, Schub und Flugzeit, Einfluss von Wind und Zuladung auf die Reichweite, Steig- und Sinkverhalten, Grenzen der Steuerbarkeit im Langsamflugmodus, Bremsweg und Reaktionszeit.

Technische und betriebliche Maßnahmen zur Minderung der Risiken am Boden. Wahl des Startplatzes, Abstände und Pufferzonen, Absperrungen, Rückzugsflächen, Verhalten bei Kontrollverlust, Rolle des Langsamflugmodus für die 5-Meter-Regel.

Zur Vertiefung passen die Ratgeber Drohne bei Wind fliegen für den meteorologischen Teil und Flugzeit von Drohnen für die Flugleistung.

Beispielfragen im Stil des A2

1. Wie verändert sich die verfügbare Flugzeit bei kräftigem Gegenwind auf der Hinstrecke? a) Sie bleibt gleich, weil der Rückweg den Verlust ausgleicht · b) Sie sinkt, weil der Mehrverbrauch auf der Hinstrecke nicht vollständig zurückgewonnen wird · c) Sie steigt, weil der Rückflug schneller geht · d) Sie hängt allein von der Temperatur ab

Lösung: b. Der Mehrverbrauch gegen den Wind übersteigt die Ersparnis mit dem Wind.

2. Womit ist an der Luvseite eines Gebäudes zu rechnen? a) mit ruhiger Strömung · b) mit einer Aufwindzone und Turbulenz an der Kante · c) mit konstantem Abwind · d) mit Windstille

Lösung: b.

3. Der Langsamflugmodus ist in A2 relevant, weil … a) er die maximale Flughöhe erhöht · b) er den Mindestabstand zu unbeteiligten Personen unter bestimmten Bedingungen auf 5 Meter reduziert · c) er die Registrierungspflicht aufhebt · d) er die Versicherungspflicht ersetzt

Lösung: b.

4. Welche Maßnahme senkt das Risiko am Boden am wirksamsten? a) höher fliegen · b) den Startplatz so wählen, dass unter der geplanten Route keine unbeteiligten Personen sind · c) schneller fliegen, um die Expositionszeit zu senken · d) die Kamera ausschalten

Lösung: b.

Wo du kostenlos üben kannst

Die typischen Stolperfragen

An fünf Stellen fallen die meisten Punkte, und alle fünf sind vermeidbar.

Wie viel Vorbereitung realistisch ist

AusgangslageA1/A3A2
Vorwissen aus der Praxis1–2 Stunden1–2 Abende
Einsteiger ohne Vorwissenein Abend plus Übungsfragen2–3 Abende plus Selbststudium
Nach längerer PauseMaterial überfliegen, Fragen testenFachgebiete gezielt auffrischen

Beim A2 kommt eine Besonderheit dazu: Vor der Prüfung ist ein praktisches Selbststudium zu absolvieren und zu erklären. Es ist kein Prüfungsteil, gehört aber zum Verfahren. Der komplette Ablauf steht im Ratgeber EU-Fernpilotenzeugnis A2, der Weg zum kleinen Nachweis im Ratgeber Kleiner Drohnenführerschein A1/A3.

Fazit: Themen lernen schlägt Fragen sammeln

Wer nach dem einen Fragenkatalog sucht, sucht etwas, das es nicht gibt. Was es gibt, ist ein klar umrissener Themenkatalog, kostenloses Material direkt von der Behörde und eine Prüfung, die dieselben Regeln in wechselnden Formulierungen abfragt. Für den A1/A3 reicht ein konzentrierter Abend, und ein Fehlversuch kostet nichts außer Zeit. Der A2 verlangt echtes Verständnis von Wetter und Flugleistung, belohnt das aber mit deutlich mehr Freiheit im Betrieb. In beiden Fällen gilt: Wer den Stoff versteht, besteht auch die Frage, die er vorher nie gelesen hat.

Häufige Fragen

Gibt es einen offiziellen Fragenkatalog für den Drohnenführerschein?

Nein. Weder das Luftfahrt-Bundesamt noch die EASA veröffentlichen einen verbindlichen Katalog mit allen Prüfungsfragen. Vorgegeben sind die Themengebiete, aus denen die Fragen stammen, und der Anteil je Gebiet. Fragenkataloge, die im Netz kursieren, sind Sammlungen von Teilnehmern und Anbietern, keine amtlichen Dokumente. Für die Vorbereitung sind sie trotzdem nützlich, solange du den Stoff verstehst statt Antworten auswendig zu lernen.

Wie viele Fragen hat die Prüfung zum kleinen Drohnenführerschein?

Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen bei 40 Minuten Bearbeitungszeit. Zum Bestehen sind mindestens 75 Prozent richtig nötig, also 30 der 40 Fragen. Die Prüfung läuft online beim Luftfahrt-Bundesamt, ohne Aufsicht und ohne Termin, und lässt sich bei Nichtbestehen beliebig oft wiederholen.

Wie viele Fragen hat die A2-Prüfung?

Die theoretische Zusatzprüfung für das Fernpilotenzeugnis A2 besteht aus 30 Multiple-Choice-Fragen aus drei Fachgebieten. Die Bestehensgrenze liegt ebenfalls bei 75 Prozent, also 23 richtigen Antworten. Übliche Prüfungszeit sind 45 bis 60 Minuten. Anders als beim A1/A3 findet die Prüfung unter Aufsicht bei einer benannten Prüfstelle statt.

Wo kann ich kostenlos für den Drohnenführerschein üben?

Das Luftfahrt-Bundesamt stellt das gesamte Lernmaterial für den A1/A3 kostenlos bereit; die Online-Schulung führt durch alle Themengebiete und enthält Verständnisfragen. Dazu kommen kostenlose Übungsfragen mehrerer Anbieter und Vereine. Für den A2 gehört das Lernmaterial meist zum Paket der Prüfstelle, kostenlose Übungsfragen decken dort nur einen Teil ab.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Beim A1/A3 startest du die Prüfung einfach neu, ohne Wartezeit und ohne zusätzliche Kosten; die 25 Euro fallen erst bei der Ausstellung des Nachweises an. Beim A2 richtet sich die Wiederholung nach der Prüfstelle: Manche erlauben einen kostenfreien zweiten Versuch, andere berechnen die Prüfungsgebühr erneut. Das lohnt sich vor der Buchung zu vergleichen.

Sind die Prüfungsfragen in ganz Europa gleich?

Die Themengebiete und der Prüfungsumfang stammen aus der EU-Durchführungsverordnung und sind damit einheitlich. Die konkreten Fragen formuliert jede nationale Behörde selbst, weshalb sich Formulierungen und Schwerpunkte unterscheiden. Der ausgestellte Nachweis gilt trotzdem in allen EU-Staaten, unabhängig davon, wo du ihn erworben hast.

Wie lange sollte ich für die Vorbereitung einplanen?

Für den A1/A3 reichen zwei bis vier Stunden konzentriertes Durcharbeiten des LBA-Materials, wenn du die Grundregeln bereits kennst. Ohne Vorwissen sind ein Abend und eine Runde Übungsfragen realistisch. Der A2 verlangt mehr, weil Meteorologie und Flugleistung rechnerische Anteile haben: Zwei bis drei Abende plus das vorgeschriebene praktische Selbststudium sind ein brauchbarer Ansatz.

Darf ich beim A1/A3 nachschlagen?

Die Online-Prüfung beim LBA läuft ohne Aufsicht, technisch hindert dich also nichts daran. Sinnvoll ist es trotzdem nur begrenzt: Die Zeit ist mit 40 Minuten für 40 Fragen knapp bemessen, und wer nachschlagen muss, verliert sie beim Suchen. Zudem geht es beim Nachweis um Wissen, das im Flug abrufbar sein soll, wenn niemand nachschlagen kann.

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