Technische Daten
Drohne
| Radstand | 76 mm |
|---|---|
| Gewicht | 32,5 g ohne Akku |
| Motoren | TH0802 II mit 15.000 kV |
| Propeller | Avia Tinyhawk, in Schutzringe eingefasst |
| Flugregler | STM32F411 mit 6 A BLHeli_S, ausgelegt auf 1S bis 2S |
| Empfänger | ExpressLRS 2,4 GHz, im Flugregler integriert |
| Kamera | RunCam Nano (analoge Variante) |
| Videosender | 32 Bit, 40 Kanäle, 0 / 25 / 100 / 400 mW |
Akku und Laufzeit
| Akku | 1S 650 mAh LiHV |
|---|---|
| Flugzeit | rund 3 bis 4 min je Akku, abhängig vom Flugstil |
| Ladung | USB-Ladegerät im Lieferumfang |
Fernsteuerung E8
| Maße | 150 × 140 × 45 mm |
|---|---|
| Gewicht | 260 g |
| Kanäle | 8 |
| Funk | ExpressLRS 2,4 GHz |
| Sendeleistung | 10 / 25 / 50 / 100 mW |
| Stromversorgung | 18650-Zelle mit 800 mAh, 3,7 bis 4,2 V |
Brille Transporter 2
| Bildschirm | 4,3 Zoll, 480 × 800 Pixel |
|---|---|
| Gewicht | 398 g |
| Empfang | 5,8 GHz, 5.658 bis 5.945 MHz |
| Akku | 1.300 mAh fest verbaut |
| Aufzeichnung | DVR an Bord |
Lieferumfang
| Enthalten | Drohne, E8-Sender, Transporter-2-Brille, Akkus, USB-Ladegerät, Ersatzpropeller, Zubehörsatz |
|---|
Das EMAX Tinyhawk 3 Plus ist ein komplettes FPV-Startpaket. Im Karton liegen ein 76-Millimeter-Whoop mit integrierten Propellerschützern, die ELRS-Fernsteuerung E8, die Analogbrille Transporter 2, Akkus und ein Ladegerät. Wer das Set auspackt, kann ohne weiteren Einkauf losfliegen, und genau darin liegt sein Zweck. Diese Rezension ordnet es anhand des EMAX-Datenblatts, der Amazon-Listung und des Abstands zu den BetaFPV-Konkurrenten ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Alles für den ersten Flug liegt im Karton, es bleibt kein Einkaufszettel offen
- Der ELRS-Empfänger steckt im Flugregler, damit fällt der häufigste Stolperstein für Anfänger weg
- Integrierte Propellerschützer machen Innenräume nutzbar und schützen Möbel wie Propeller
- 32,5 g Trockengewicht halten das Startgewicht bei rund 48 g und damit weit unter jeder Gewichtsgrenze
- Die Fernsteuerung arbeitet mit ExpressLRS, dem offenen Standard, und bleibt damit auch für spätere Drohnen brauchbar
- Der Flugregler nimmt auch 2S-Akkus an, ein Leistungssprung ohne Hardwaretausch
- Betaflight-kompatibel, Rates und Flugmodi lassen sich vollständig anpassen
Das spricht dagegen
- 3 bis 4 Minuten Flugzeit je Akku sind wenig, mehrere Akkus werden schnell zur Pflicht
- Die Transporter-2-Brille löst mit 480 × 800 Pixeln grob auf und wiegt mit 398 g mehr als die Drohne samt Sender
- Der Videosender kann 400 mW, in Deutschland sind 25 mW zulässig; die Leistungsstufe muss vor dem ersten Flug gesetzt werden
- Analoges Video wirkt neben digitalen Systemen sichtbar veraltet, mit Rauschen und Bildstörungen bei schwachem Signal
- Die E8-Fernsteuerung ist ein einfaches Gerät ohne EdgeTX, sie taugt nicht als dauerhafter Hauptsender
- 319,99 € sind für ein Analog-Set viel, gemessen an dem, was BetaFPV im selben Segment bietet
Was in diesem Karton steckt
FPV scheitert bei Einsteigern selten am Fliegen und oft am Einkauf. Sender, Empfänger, Brille, Akkus, Ladegerät und Drohne müssen zusammenpassen, und jede falsche Entscheidung kostet Geld und Wochen.
Das Tinyhawk 3 Plus umgeht das. Im Karton liegen die Drohne, die ELRS-Fernsteuerung E8, die Analogbrille Transporter 2, Akkus, ein USB-Ladegerät, Ersatzpropeller und ein Zubehörsatz. Der Empfänger ist ab Werk gebunden. Das erste Aufladen dauert länger als die Einrichtung.
Der Preis für dieses Rundum-Paket liegt bei 319,99 € in der analogen Fassung.
Die Drohne: 76 Millimeter mit Schutzring
Der Whoop hat einen Radstand von 76 mm und wiegt 32,5 g ohne Akku. Mit dem mitgelieferten 1S-Akku landet das Startgewicht bei rund 48 g.
Die Propeller sitzen in integrierten Schutzringen. Das ist die Bauform, die Innenräume erst nutzbar macht: Ein Whoop, der gegen einen Türrahmen fliegt, prallt ab, statt sich festzufressen. Für die ersten Flugstunden ist das der entscheidende konstruktive Unterschied zu einer offenen Freestyle-Maschine.
Angetrieben wird er von TH0802-II-Motoren mit 15.000 kV an Avia-Tinyhawk-Propellern. Der Flugregler ist ein STM32F411 mit 6-Ampere-BLHeli_S-Reglern, ausgelegt auf 1S bis 2S. Das ist Standardhardware in dieser Klasse, gut dokumentiert und in Betaflight vollständig konfigurierbar.
ELRS im Flugregler: der wichtigste Punkt
Der ExpressLRS-Empfänger sitzt im Flugregler. Das klingt nach einem Detail und ist für Einsteiger der größte Vorteil dieses Sets.
ELRS ist das offene Funkprotokoll, das im FPV-Bereich zum Standard geworden ist. Es erreicht hohe Wiederholraten bei geringer Latenz und arbeitet mit Empfängern, die einzeln 15 bis 30 € kosten. Wichtiger noch: Die mitgelieferte E8-Fernsteuerung funkt ebenfalls ELRS auf 2,4 GHz und lässt sich später mit anderen Drohnen verbinden.
Damit ist der Sender kein Wegwerfteil. Wenn die zweite Drohne kommt, sei es ein BetaFPV Meteor75 Pro oder ein Eigenbau, bindet sie sich an dieselbe Fernsteuerung. Wie ELRS bei Whoops eingerichtet wird, steht im Ratgeber Tinywhoop mit ELRS.
Die Grenzen der E8 liegen in ihrer Ausstattung. Acht Kanäle, eine 18650-Zelle mit 800 mAh und keine EdgeTX-Firmware. Sie fliegt zuverlässig und reicht für zwei bis drei Modelle. Als dauerhafter Hauptsender taugt sie nicht.
Die Flugzeit ist der Preis der Bauform
3 bis 4 Minuten je Akku. Das ist der Wert, an dem sich Einsteiger in dieser Klasse regelmäßig stoßen, und er lässt sich nicht wegdiskutieren.
Der Grund liegt in der Physik. Ein 1S-Akku mit 650 mAh speichert bei 3,8 V rund 2,5 Wattstunden. Vier Motoren mit 15.000 kV ziehen im Flug zusammen leicht 30 bis 40 Watt. Daraus folgen Minuten, keine Viertelstunden.
Praktisch heißt das: Ein Flugnachmittag braucht vier bis sechs Akkus. Ein Satz zusätzlicher 1S-Zellen mit 650 mAh kostet rund 25 bis 35 €, und ein Mehrfachladegerät erspart das Nacheinander. Was bei diesen Akkus zu beachten ist, behandelt der Ratgeber zum Tinywhoop-Akku.
Analog oder HDZero: die 180-Euro-Frage
EMAX bietet dasselbe Set in zwei Fassungen an. Die analoge Variante für 319,99 € nutzt eine RunCam Nano und die Transporter-2-Brille. Die HDZero-Variante für 499,99 € ersetzt beides durch digitale Technik.
Analoges Video hat einen Vorteil, der oft untergeht: Es bricht weich ab. Wird das Signal schwach, rauscht das Bild zunehmend, bleibt aber erkennbar. Digitale Systeme halten das Bild länger sauber und setzen dann schlagartig aus. Für Piloten, die an der Reichweitengrenze fliegen, ist das ein echtes Argument.
Der Nachteil ist die Auflösung. Die Transporter-2-Brille zeigt 480 × 800 Pixel auf 4,3 Zoll. Neben einem digitalen 1080p-Bild wirkt das grob. Welche Technik wann sinnvoll ist, ordnet der Ratgeber FPV-Brille analog oder digital ein.
Wer nur wissen will, ob FPV das richtige Hobby ist, nimmt die analoge Fassung. Wer sicher dabeibleibt, fährt mit HDZero langfristig besser, weil die Brille auch mit späteren Drohnen brauchbar bleibt.
Was vor dem ersten Flug erledigt gehört
Zwei Dinge, die das Handbuch nicht betont.
Erstens die Sendeleistung. Der Videosender bietet 0, 25, 100 und 400 mW. In Deutschland sind im 5,8-GHz-Band 25 mW zulässig. Die Stufe wird am Sender oder über Betaflight gesetzt und gehört vor den ersten Außenflug kontrolliert. Details stehen im Ratgeber zu den FPV-Frequenzen in Deutschland.
Zweitens die Registrierung. Mit rund 48 g Startgewicht braucht diese Drohne keinen Kompetenznachweis, wohl aber eine Betreiber-Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, weil die FPV-Kamera als Sensor gilt. Dazu kommt die Haftpflichtversicherung. Der Ratgeber Drohne registrieren beim LBA beschreibt den Ablauf.
Und ein dritter Punkt, der Geld spart: Die ersten Flugstunden gehören in den FPV-Simulator. Die E8 meldet sich per USB als Joystick am Rechner an, damit übt man an denselben Steuerknüppeln, die später an der Drohne hängen.
Alternativen im Vergleich
| Set | Radstand | Gewicht | Video | Im Karton | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| EMAX Tinyhawk 3 Plus | 76 mm | 32,5 g | analog 5,8 GHz | Drohne, Sender, Brille | ca. 320 € |
| BetaFPV Cetus Pro | 65 mm | ca. 34 g | analog 5,8 GHz | Drohne, Sender, Brille | ca. 143 € |
| BetaFPV Aquila20 | 100 mm | ca. 61 g | analog 5,8 GHz | Drohne, Sender, Brille | ca. 350 € |
| BetaFPV Meteor75 Pro | 75 mm | ca. 24 g | analog 5,8 GHz | nur Drohne (BNF) | ca. 139 € |
Der Cetus Pro ist das direkte Gegenstück und kostet weniger als die Hälfte. Er fliegt kleiner, sein Sender ist noch einfacher, und seine Brille löst ähnlich grob auf. Für reines Ausprobieren ist er die günstigere Tür.
Die Aquila20 spielt in einer anderen Liga: 100 mm Radstand, 2S-Antrieb, deutlich mehr Leistung. Sie ist die Wahl für alle, die draußen fliegen wollen und wissen, dass sie dabeibleiben.
Für wen sich das Set lohnt
Es lohnt sich für Einsteiger, die ein Paket wollen, das funktioniert, und die den Aufpreis gegenüber dem Cetus Pro für die größere Drohne und die ELRS-Fernsteuerung akzeptieren. Der 76-mm-Radstand fliegt draußen bei leichtem Wind stabiler als ein 65-mm-Whoop, und die E8 bleibt nach dem Einstieg als Zweitsender nutzbar.
Es lohnt sich außerdem für Familien und Vereine, die mehrere identische Sets brauchen. Alles ist gebunden, alles passt zusammen, und Ersatzteile sind gut verfügbar.
Weniger passend ist es für alle, die schon eine ELRS-Fernsteuerung und eine Brille besitzen. Dort liegt der Gegenwert allein in der Drohne, und die gibt es als BNF-Version für einen Bruchteil.
Fazit
Das EMAX Tinyhawk 3 Plus verkauft einen aufgeräumten Einstieg. 76 mm mit Propellerschutz, ELRS im Flugregler, Sender und Brille im Karton und rund 48 g Startgewicht ergeben ein Paket, das ohne Zusatzeinkauf fliegt und rechtlich unkompliziert bleibt.
Mit 3,4 von 5 bezahlt es das mit den bekannten Grenzen dieser Klasse. 3 bis 4 Minuten Flugzeit, eine Brille mit 480 × 800 Pixeln und 319,99 € für analoge Technik sind Punkte, an denen die Konkurrenz aus dem BetaFPV-Lager teils günstiger dasteht.
Wer sofort und ohne Einkaufszettel starten will, bekommt mit dem Tinyhawk 3 Plus* genau das. Wer weiß, dass er dabeibleibt, legt die 180 € auf die HDZero-Fassung* drauf und spart sich den späteren Umstieg.
Häufige Fragen
Ist das EMAX Tinyhawk 3 Plus für Anfänger geeignet?
Ja, dafür ist es gebaut. Drohne, Fernsteuerung, Brille, Akkus und Ladegerät liegen im Karton, gebunden ist der Empfänger ab Werk. Die integrierten Propellerschützer machen erste Versuche in Innenräumen möglich, ohne dass gleich Möbel oder Propeller leiden. Was trotzdem dazugehört, sind Übungsstunden im Simulator, bevor die echte Drohne startet.
Wie lange fliegt der Tinyhawk 3 Plus?
Mit dem mitgelieferten 1S-Akku mit 650 mAh sind rund 3 bis 4 Minuten realistisch. Der genaue Wert hängt stark am Flugstil: Wer ruhig durch die Wohnung schwebt, kommt an die vier Minuten, wer draußen im Acro-Modus fliegt, landet darunter. Mehrere Akkus gehören zu dieser Drohnenklasse dazu, ein Satz von vier bis sechs Stück ist üblich.
Darf ich mit 400 Milliwatt Sendeleistung fliegen?
Nein. Im 5,8-GHz-Band sind in Deutschland 25 Milliwatt äquivalente Strahlungsleistung zulässig. Der verbaute Videosender bietet die Stufen 0, 25, 100 und 400 mW, und nur die 25-mW-Stufe ist hierzulande erlaubt. Die Einstellung erfolgt am Sender selbst oder über Betaflight und gehört vor den ersten Flug erledigt.
Brauche ich für den Tinyhawk 3 Plus einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit rund 48 g Startgewicht liegt die Drohne weit unter 250 g und darf in der Kategorie A1 ohne Kompetenznachweis geflogen werden. Die Registrierung als Betreiber ist trotzdem Pflicht, weil die FPV-Kamera als Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten gilt. Dazu kommt die Haftpflichtversicherung, die in Deutschland für jede Drohne vorgeschrieben ist.
Was ist der Unterschied zwischen Analog- und HDZero-Variante?
Die Übertragungstechnik. Die Analog-Variante nutzt eine RunCam Nano mit klassischem 5,8-GHz-Video und die Transporter-2-Brille, die HDZero-Variante eine HDZero-Kamera mit digitaler Übertragung und passender Brille. HDZero liefert ein deutlich schärferes Bild bei ähnlich niedriger Latenz, kostet im Set aber 180 € mehr.
Kann ich den Tinyhawk 3 Plus mit 2S fliegen?
Ja, der Flugregler ist für 1S bis 2S ausgelegt. Ein 2S-Akku verdoppelt die Spannung und damit die Drehzahl der 15.000-kV-Motoren erheblich, was den Whoop spürbar aggressiver macht. Rechne mit kürzerer Flugzeit und höherer Belastung der Motoren. Für die ersten Wochen bleibt 1S die sinnvollere Wahl.
Funktioniert die E8-Fernsteuerung auch mit anderen Drohnen?
Ja, sofern sie einen ExpressLRS-Empfänger auf 2,4 GHz haben. Das ist bei aktuellen Whoops von BetaFPV, Happymodel und anderen der Standard. Wichtig ist dieselbe Firmware-Generation auf beiden Seiten, sonst kommt keine Bindung zustande. Als dauerhafter Hauptsender taugt die E8 wegen ihres einfachen Funktionsumfangs allerdings nicht.
Wie gut ist die Transporter-2-Brille?
Sie erfüllt ihren Zweck und mehr nicht. 480 × 800 Pixel auf 4,3 Zoll sind grob aufgelöst, 398 g machen sie schwerer als Drohne und Sender zusammen, und analoges Video rauscht bei schwachem Signal. Für den Einstieg reicht das, weil das Fliegenlernen nicht an der Bildschärfe scheitert. Wer dabeibleibt, tauscht sie früher oder später aus.
Was kostet der Betrieb nach dem Kauf?
Vor allem Akkus und Propeller. Ein Satz von vier zusätzlichen 1S-Akkus mit 650 mAh kostet rund 25 bis 35 €, Ersatzpropeller liegen bei wenigen Euro je Satz. Dazu kommt die Haftpflichtversicherung für Drohnen ab etwa 30 € im Jahr. Die Betreiberregistrierung beim Luftfahrt-Bundesamt kostet einmalig 20 € für natürliche Personen.
Lohnt sich das Set gegenüber Einzelkauf?
Für den Einstieg meistens ja, weil die Bindung zwischen Sender und Drohne ab Werk erledigt ist und keine Kompatibilitätsfrage offenbleibt. Wer schon eine ELRS-Fernsteuerung und eine Brille besitzt, kauft die Drohne besser einzeln als BNF-Version und spart den Aufpreis für Hardware, die doppelt im Schrank liegt.