Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 24,8 g |
|---|---|
| Maße | 80 × 80 × 30 mm |
| Max. Fluggeschwindigkeit | 5 m/s |
| Max. Flughöhe | 120 m laut Datenblatt |
| Max. Flugzeit | 9 Minuten je Akku in windstiller Umgebung |
| Betriebstemperatur | 0 °C bis 40 °C |
| Propellerschutz | umschließt alle vier Rotoren |
| Kamera | keine |
Funktionen
| Höhenhaltung | automatisch über Barometer |
|---|---|
| Kopflos-Modus | vorhanden |
| Start und Landung | auf Knopfdruck |
| Flugfiguren | 360°-Rollen |
| Geschwindigkeitsstufen | mehrstufig einstellbar |
| Not-Aus | vorhanden |
Akku und Laden
| Kapazität | 250 mAh |
|---|---|
| Spannung | 3,7 V, max. Ladespannung 4,23 V |
| Akkutyp | Lithium-Polymer |
| Ladezeit | 40 bis 60 Minuten |
| Ladetemperatur | 5 °C bis 40 °C |
| Akkus im Lieferumfang | drei |
| Ladekabel | USB, 5 V bei 2 A, höchstens 10 W |
Fernsteuerung und Lieferumfang
| Frequenz | 2.452 bis 2.474 MHz |
|---|---|
| Reichweite | 50 m im Freien ohne Hindernisse |
| Stromversorgung | AAA-Batterien mit 1,5 V, nicht im Lieferumfang |
| Lieferumfang | Drohne, Fernsteuerung, drei Akkus, USB-Ladekabel, vier Ersatzpropeller, Schraubendreher, Anleitung |
Die Holy Stone HS210 ist eine Minidrohne für Innenräume, die auf Einfachheit ausgelegt ist. 24,8 Gramm, ein umschließender Propellerschutz und die automatische Höhenhaltung machen sie zum Übungsgerät für die ersten Flugstunden. Eine Kamera hat sie nicht, und genau daraus ergibt sich ihr größter Vorteil im deutschen Recht: Ohne Kamera und unter 250 Gramm entfällt die Registrierungspflicht. Drei Akkus liegen bei, jeder trägt 9 Minuten. Grundlage dieser Einordnung sind das Holy-Stone-Datenblatt und die Amazon-Listung.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 24,8 g und ein umschließender Propellerschutz machen Zusammenstöße in Innenräumen weitgehend folgenlos
- Drei Akkus im Karton ergeben rund 27 Minuten Flugzeit am Stück, ohne dass etwas nachgekauft werden muss
- Ohne Kamera entfällt die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt vollständig
- Die automatische Höhenhaltung nimmt die schwierigste Aufgabe ab, der Pilot steuert nur noch die Richtung
- Vier Ersatzpropeller und ein Schraubendreher liegen bei, der erste Bruch kostet nichts
- 39,99 € sind ein Einstiegspreis, bei dem ein Totalschaden verschmerzbar bleibt
Das spricht dagegen
- Die Angaben zur Flugzeit widersprechen sich: Der Hersteller nennt 9 Minuten je Akku, die Händlerlistung 21 Minuten für alle drei zusammen
- 50 m Reichweite und 24,8 g Gewicht schließen den Einsatz im Freien bei Wind praktisch aus
- Keine Kamera, damit auch keine Aufnahmen und keine Live-Ansicht
- AAA-Batterien für die Fernsteuerung fehlen im Lieferumfang
- 40 bis 60 Minuten Ladezeit stehen 9 Minuten Flugzeit gegenüber
- Ohne GPS und ohne Positionshaltung driftet die Drohne bei Luftzug, gegensteuern bleibt Handarbeit
Weniger als 25 Gramm
Die HS210 wiegt 24,8 g bei einer Grundfläche von 80 × 80 mm. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt für alles, was folgt. So wenig Masse bedeutet dreierlei:
- Zusammenstöße sind weitgehend folgenlos. Die Bewegungsenergie beim Aufprall wächst mit dem Gewicht. Bei 24,8 g und umschlossenen Propellern ist ein Kontakt mit Wand, Möbel oder Hand harmlos.
- Wind gewinnt immer. Schon eine leichte Brise verdriftet die Drohne, ohne dass sie dagegen anfliegen könnte.
- Rechtlich ist sie unauffällig. Weit unter 250 g und ohne Kamera an Bord entfallen Kompetenznachweis und Registrierung.
Der Propellerschutz umschließt alle vier Rotoren vollständig. Das kostet Effizienz und schützt gleichzeitig Finger, Vorhänge und Zimmerpflanzen.
Höhenhaltung: die eine Funktion, auf die es ankommt
Für Einsteiger ist die Höhe der schwierigste Teil. Ohne Unterstützung muss der Gasknüppel laufend nachgeregelt werden, weil eine Drohne bei jeder Neigung an Auftrieb verliert. Genau daran scheitern die ersten Flugversuche.
Die HS210 misst die Höhe über einen Luftdrucksensor und regelt die Motoren selbstständig nach. Der Pilot steuert damit nur noch Richtung und Drehung. Was sie nicht hat: eine Positionshaltung. GPS und eine nach unten gerichtete Kamera fehlen, seitlicher Drift bleibt Handarbeit.
Der Kopflos-Modus nimmt eine weitere Hürde. Normalerweise bezieht sich „vorwärts” auf die Nase der Drohne, und sobald sie sich gedreht hat, wird aus vorwärts plötzlich seitwärts. Im Kopflos-Modus bezieht sich der Befehl auf die Position des Piloten, unabhängig von der Ausrichtung.
Die Flugzeit-Frage
Hier gibt es einen Widerspruch, der offengelegt gehört. Das Holy-Stone-Datenblatt nennt 9 Minuten je Akku in windstiller Umgebung. Bei drei mitgelieferten Akkus wären das 27 Minuten. Die Amazon-Listung spricht dagegen von 21 Minuten Gesamtflugzeit, was 7 Minuten je Akku entspräche.
Beide Zahlen können stimmen, weil sie unterschiedliche Flugweisen beschreiben: Ruhiges Schweben verbraucht weniger als ständige Richtungswechsel. Realistisch sind 6 bis 8 Minuten je Akku bei aktivem Fliegen.
Dem stehen 40 bis 60 Minuten Ladezeit gegenüber. Mit drei Akkus in Folge ergibt das etwa 20 Minuten Flug und danach eine Stunde Pause. Für ein Übungsgerät ist dieses Verhältnis akzeptabel, weil die Konzentration ohnehin nach 20 Minuten nachlässt.
Was der Karton enthält
Der Lieferumfang ist für die Preisklasse vollständig:
- Drohne und Fernsteuerung
- drei Akkus mit je 250 mAh
- USB-Ladekabel
- vier Ersatzpropeller
- Schraubendreher für den Propellerwechsel
- Anleitung
Eine Lücke gibt es: AAA-Batterien für die Fernsteuerung liegen nicht bei. Vor dem ersten Flug also daran denken, sonst steht die Drohne am Kauftag still.
Das rechtliche Bild, kurz gefasst
Zwei Punkte machen die HS210 rechtlich unkompliziert:
- Keine Kamera. Die Registrierungspflicht beim Luftfahrt-Bundesamt greift bei jeder Drohne mit Kamera oder vergleichbarem Sensor, auch unter 250 g. Ohne Kamera und unter 250 g entfällt sie. Details stehen im Ratgeber zur Registrierung beim LBA.
- 24,8 g Startgewicht. Damit ist kein Kompetenznachweis nötig, weder A1/A3 noch A2.
Eine Pflicht bleibt trotzdem: die Haftpflichtversicherung mit Drohnendeckung. Sie gilt in Deutschland unabhängig von Gewicht und Ausstattung, eine Spielzeugdrohne für 40 Euro fällt genauso darunter wie ein Profigerät. Viele private Haftpflichtpolicen schließen Drohnen unter 250 g bereits ein, ein Blick in die Bedingungen lohnt sich. Was zu beachten ist, steht im Ratgeber zur Drohnen-Haftpflicht.
Für wen sich die HS210 lohnt
Sie passt als Übungsgerät und als Geschenk. Wer zum ersten Mal einen Quadrocopter steuert, lernt an ihr die Grundlagen: Knüppelzuordnung, Richtungswechsel, kontrollierte Landung. Bei 39,99 € Materialeinsatz und 24,8 g Masse kostet ein Fehler nichts außer einem Propeller.
Weniger passend ist sie für alles, was mit Aufnahmen zu tun hat. Ohne Kamera gibt es keine Bilder, ohne GPS keine automatischen Flugmodi. Wer Fotos oder Videos will, findet in der Holy Stone HS460 für 129,99 € einen GPS-Einstieg oder greift zur DJI Neo mit 4K-Kamera. Wer FPV lernen will, kommt mit einem FPV-Simulator schneller voran als mit jeder Übungsdrohne.
Fazit
Die Holy Stone HS210 ist ein ehrliches Einstiegsgerät ohne Anspruch auf mehr. 24,8 g, drei Akkus, automatische Höhenhaltung und ein umschließender Propellerschutz ergeben eine Drohne, an der sich das Steuern gefahrlos lernen lässt.
Mit 3,6 von 5 bremsen die kurze Flugzeit, die widersprüchlichen Herstellerangaben dazu und die fehlende Positionshaltung. Für 39,99 € ist die HS210* trotzdem der günstigste Weg zu den ersten Flugstunden. Wer von Anfang an filmen will, überspringt sie und greift zur HS460*.
Häufige Fragen
Muss man die Holy Stone HS210 registrieren?
Nein. Die Registrierungspflicht greift ab 250 Gramm Startmasse oder sobald eine Kamera beziehungsweise ein vergleichbarer Sensor an Bord ist. Die HS210 wiegt 24,8 Gramm und hat keine Kamera, damit entfällt die Pflicht. Eine Haftpflichtversicherung mit Drohnendeckung brauchst du in Deutschland trotzdem, sie gilt auch für Spielzeugdrohnen.
Wie lange fliegt die HS210 wirklich?
Hier widersprechen sich die Quellen. Das Holy-Stone-Datenblatt nennt 9 Minuten je Akku in windstiller Umgebung, was bei drei Akkus 27 Minuten ergäbe. Die Amazon-Listung spricht von 21 Minuten Gesamtflugzeit, das entspräche 7 Minuten je Akku. Realistisch liegt der Wert bei 6 bis 8 Minuten je Akku, weil intensives Manövrieren mehr Strom zieht als ruhiges Schweben.
Hat die Holy Stone HS210 eine Kamera?
Nein, sie ist eine reine Flugdrohne. Es gibt weder eine Kamera noch eine Live-Übertragung aufs Smartphone. Genau daraus ergibt sich der rechtliche Vorteil: Ohne Kamera entfällt die Registrierungspflicht. Wer Aufnahmen machen will, braucht ein anderes Modell, etwa die HS460 oder die DJI Neo.
Ist die HS210 für Kinder geeignet?
Sie ist als Einsteigermodell für Innenräume konzipiert und wiegt 24,8 Gramm bei umschlossenen Propellern. Damit sind Zusammenstöße weitgehend harmlos. Die Herstellerfreigabe zum Mindestalter gehört trotzdem beachtet, und bei jüngeren Kindern sollte ein Erwachsener dabei sein. Welche Altersgrenzen im deutschen Recht gelten, steht im Ratgeber zum Mindestalter.
Was bedeutet der Kopflos-Modus?
Normalerweise sind die Steuerbefehle auf die Ausrichtung der Drohne bezogen: Vorwärts bedeutet dorthin, wo die Nase zeigt. Im Kopflos-Modus beziehen sich die Befehle auf die Position des Piloten. Vorwärts heißt dann immer vom Piloten weg, unabhängig davon, wie die Drohne gerade steht. Für die ersten Flüge nimmt das eine Fehlerquelle heraus.
Wie funktioniert die automatische Höhenhaltung?
Ein Luftdrucksensor misst die Höhe und die Elektronik regelt die Motoren nach, sodass die Drohne ohne Steuerbefehl auf ihrer Höhe bleibt. Der Pilot muss sich also nur um Richtung und Drehung kümmern. Eine Positionshaltung über GPS oder eine Bodenkamera hat die HS210 nicht, seitlich driftet sie bei Luftzug weiter.
Kann man die HS210 draußen fliegen?
Bei völliger Windstille ja, sonst kaum. 24,8 Gramm bieten dem Wind kaum Widerstand, schon eine leichte Brise verdriftet die Drohne. Dazu kommt die Reichweite von 50 Metern, die im Freien schnell erreicht ist. Die HS210 ist ein Gerät für Wohnzimmer, Flure und Turnhallen.
Wie viele Ersatzpropeller braucht man?
Vier liegen bei, das deckt den ersten Satz Schäden ab. Weil der Propellerschutz alle vier Rotoren umschließt, brechen Propeller seltener als bei offenen Modellen. Am ehesten leiden sie, wenn sich Teppichfasern oder Haare in den Motorwellen verfangen. Der mitgelieferte Schraubendreher ist für den Wechsel gedacht.
Braucht die Fernsteuerung Batterien?
Ja, AAA-Zellen mit 1,5 V, die nicht im Lieferumfang liegen. Vor dem ersten Flug also entweder Batterien besorgen oder Akkus derselben Bauform bereithalten. Die Drohnenakkus selbst werden über das mitgelieferte USB-Kabel geladen, mit 5 V bei bis zu 2 A.
Lohnt sich die HS210 als Übungsgerät vor einer teuren Drohne?
Für die Grundlagen ja. Steuerknüppel-Zuordnung, Richtungswechsel, kontrollierte Landung: Diese Bewegungen lassen sich mit 39,99 € Materialeinsatz gefahrlos üben. Für alles, was mit GPS, Positionshaltung und Kameraführung zusammenhängt, taugt sie nicht, weil sie diese Systeme gar nicht hat. Wer FPV lernen will, kommt mit einem Simulator weiter.