Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | unter 249 g |
|---|---|
| Bauform | faltbar |
| Motoren | bürstenlos |
| Drohnenklasse | C0 (EU) |
| Positionierung | GPS mit automatischer Rückkehr |
| Windwiderstand | weist Holy Stone für dieses Modell nicht aus |
| Max. Geschwindigkeit | weist Holy Stone für dieses Modell nicht aus |
| Hindernissensorik | keine |
Kamera
| Bildsensor | Sony CMOS |
|---|---|
| Videoauflösung | 4K UHD (3840 × 2160) |
| Fotoauflösung | 12 MP (4000 × 3000) |
| Kamerawinkel | um 90° neigbar, elektrisch verstellbar |
| Stabilisierung | elektronisch, kein mechanischer Gimbal |
| Blende | weist Holy Stone nicht aus |
| Max. Bitrate | weist Holy Stone nicht aus |
Übertragung und Steuerung
| Übertragung | eigene Funkstrecke, ohne WLAN-Kopplung |
|---|---|
| Max. Reichweite | bis 6 km nach Herstellerangabe |
| Automatikmodi | automatische Rückkehr, TapFly-Wegpunkte, POI-Orbit, Follow Me |
| Fernsteuerung | mit Smartphone-Halterung |
Akku
| Flugzeit je Akku | bis ca. 40 Minuten |
|---|---|
| Flugzeit gesamt | bis ca. 80 Minuten mit beiden Akkus |
| Akkus im Lieferumfang | zwei |
| Kapazität | weist Holy Stone nicht aus |
Die Holy Stone HS360D ist das Spitzenmodell der HS360-Reihe und setzt bei den zwei Werten an, an denen Einsteigerdrohnen sonst sparen: Flugzeit und Reichweite. Rund 40 Minuten je Akku bei zwei mitgelieferten Akkus und 6 km Übertragung sind Werte, die sonst erst deutlich weiter oben beginnen. Diese Rezension ordnet sie anhand der Herstellerangaben, der Amazon-Listung und des Vergleichs mit der DJI-Mini-Klasse ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Rund 40 Minuten je Akku sind ein Spitzenwert, den in dieser Preisklasse kein DJI-Modell erreicht
- Zwei Akkus im Lieferumfang ergeben 80 Minuten Gesamtflugzeit ohne Aufpreis
- 6 km Reichweite über eine eigene Funkstrecke statt über WLAN, das sorgt für stabilere Verbindungen in Wohngebieten
- Holy Stone benennt den Sony-Sensor ausdrücklich, was bei dieser Marke selten ist
- POI-Orbit und TapFly-Wegpunkte gehören zur Ausstattung, sonst eher in höheren Preisklassen zu finden
- Unter 249 g bleibt sie in Klasse C0, damit entfällt der Führerschein für A1 und A3
Das spricht dagegen
- Ohne mechanischen Gimbal bleibt die Stabilisierung elektronisch, was Bildfläche kostet und bei Wind sichtbar wird
- 12 MP Fotoauflösung sind für einen Sony-Sensor konservativ, Wettbewerber liefern 48 MP
- Holy Stone weist Blende, Bitrate, Akkukapazität und Windwiderstand nicht aus
- Keine Hinderniserkennung, in strukturiertem Gelände bist du vollständig auf eigene Sicht angewiesen
- Mit rund 230 € liegt sie nahe an der DJI Mini 4K, die einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal mitbringt
Das Spitzenmodell der HS360-Reihe
Holy Stone verfolgt bei der HS360D eine klare Strategie. Anstatt beim Gimbal mit DJI zu konkurrieren, was in dieser Preisklasse schwer zu gewinnen ist, setzt die Marke bei zwei anderen Werten an: Flugzeit und Reichweite.
Das Ergebnis ist ein Datenblatt, das an diesen Stellen ungewöhnlich aussieht. Rund 40 Minuten je Akku bei zwei mitgelieferten Akkus und 6 km Übertragungsreichweite sind Werte, die sonst erst bei Drohnen ab 400 € beginnen. Der Preis liegt bei Amazon bei rund 230 €, das Startgewicht bleibt unter 249 g.
Die Flugzeit als Verkaufsargument
40 Minuten je Akku sind der Wert, der die HS360D von der Konkurrenz trennt. Zum Vergleich: Die DJI Mini 4K fliegt 31 Minuten, die DJI Mini 3 kommt auf 38 Minuten und kostet dabei deutlich mehr, die Potensic ATOM 2 liegt bei 32 Minuten.
Wie bei allen Herstellerangaben entsteht dieser Wert im windstillen Schwebeflug. Realistisch bleiben 26 bis 31 Minuten, wenn du Start, Landung, Positionswechsel, Gegenwind und eine Sicherheitsreserve von etwa 20 Prozent Restladung abziehst. Das ist immer noch ein sehr guter Wert für diese Preisklasse.
Die beworbenen 80 Minuten sind die Summe aus beiden Akkus. Sie beschreiben die Gesamtdauer eines Ausflugs. Nach 40 Minuten ist ein Wechsel am Boden fällig. Wie sich Flugzeitangaben generell zusammensetzen, steht unter Drohnen-Flugzeit.
Die Funkstrecke ohne WLAN
Ein technisches Detail verdient Aufmerksamkeit: Die HS360D überträgt über eine eigene Funkstrecke, ohne dass Fernsteuerung und Drohne ein WLAN-Netz aufbauen.
Das klingt nach einer Randnotiz, hat aber praktische Folgen. Viele Einsteigerdrohnen koppeln sich per WLAN mit dem Smartphone. In einem Wohngebiet, in dem dutzende Netze auf denselben Kanälen funken, sinkt die tatsächliche Reichweite solcher Systeme drastisch, häufig auf wenige hundert Meter. Eine dedizierte Funkstrecke ist robuster.
Die 6 km aus dem Datenblatt sind in Deutschland ohnehin nicht ausfliegbar, weil die Sichtweitenregel greift. Der Wert beschreibt Reserve: Auf den 300 bis 500 m, die praktisch relevant sind, hält eine für 6 km ausgelegte Strecke die Verbindung auch unter schwierigen Bedingungen. Mehr dazu unter Drohnen-Reichweite.
Kamera: Sony-Sensor mit konservativer Auflösung
Holy Stone nennt für die HS360D einen Sony-CMOS-Sensor mit 4K-Video und 12-MP-Fotos in 4000 × 3000 Pixeln. Dass der Sensorhersteller überhaupt benannt wird, ist bei dieser Marke ungewöhnlich und spricht für eine solide Grundlage.
Die 12 Megapixel wirken auf den ersten Blick knapp, wenn Wettbewerber mit 48 MP werben. Der Punkt lässt sich auch anders lesen: Weniger, dafür größere Pixel sammeln je Bildpunkt mehr Licht. Die DJI Mini 3 arbeitet aus demselben Grund mit 12 MP auf einem 1/1,3-Zoll-Sensor. Was fehlt, ist die Angabe zur Sensorgröße, ohne die sich dieser Zusammenhang nicht abschließend bewerten lässt.
Stabilisiert wird elektronisch, ein mechanischer Gimbal fehlt. Die Kamera lässt sich elektrisch um 90 Grad neigen. Der Unterschied zum mechanischen Gimbal zeigt sich bei Wind und bei schnellen Schwenks, wo Restbewegungen am Bildrand sichtbar bleiben und ein Teil der Bildfläche für die Korrektur abgeschnitten wird.
Automatikmodi
Die HS360D bringt vier Automatiken mit: automatische Rückkehr, TapFly-Wegpunkte, POI-Orbit und Follow Me.
Der POI-Orbit umkreist ein festgelegtes Motiv in gleichbleibendem Abstand mit ausgerichteter Kamera. TapFly fliegt eine im Kartenbild gesetzte Route ab. Beide Modi finden sich sonst eher in höheren Preisklassen und erweitern die gestalterischen Möglichkeiten spürbar.
Für alle Automatiken gilt dieselbe Einschränkung: Die Drohne hat keine Hinderniserkennung. Sie fliegt die programmierte Bahn, ohne Bäume, Masten oder Leitungen zu bemerken. Vor jedem automatischen Manöver muss der Flugweg deshalb frei sein, und die Rückkehrhöhe gehört über die höchste Struktur im Gebiet gesetzt.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Kamera | Flugzeit | Reichweite | Gimbal | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Holy Stone HS360D | 4K, Sony 12 MP | 2 × 40 min | 6 km | elektronisch | ca. 230 € |
| Holy Stone HS360S | 4K | 2 × 20 min | 3 km | elektronisch | ca. 153 € |
| DJI Mini 4K | 4K, 12 MP | 31 min | 10 km | 3 Achsen mechanisch | ca. 250 € |
| Potensic ATOM SE | 4K, RAW | 31 min | 4 km | elektronisch | ca. 200 € |
Die Tabelle zeigt die Stärke der HS360D deutlich. Bei der Flugzeit schlägt sie jedes Modell im Feld, und der zweite Akku ist bereits enthalten. Der Rückstand liegt beim Gimbal: Die DJI Mini 4K stabilisiert für rund 20 € Aufpreis mechanisch, was für Videomaterial der spürbarere Unterschied ist.
Gegenüber der Potensic ATOM SE gewinnt die HS360D bei Flugzeit und Reichweite, die ATOM SE bietet dafür RAW-Fotos.
Für wen sich die HS360D lohnt
Sie passt, wenn lange Flüge und stabile Verbindung deine Prioritäten sind. Wer Grundstücke abfliegt, Landschaften erkundet oder einfach ungern nach 20 Minuten landet, bekommt hier für rund 230 € das beste Flugzeit-Paket der Klasse. Die Automatikmodi und die dedizierte Funkstrecke runden das ab.
Weniger passend ist sie, wenn Videoqualität an erster Stelle steht. Dann führt der Weg über einen mechanischen Gimbal, und die DJI Mini 4K bietet den für etwa 20 € mehr. Wer Fotos mit hoher Auflösung für großformatigen Beschnitt braucht, findet bei 12 MP ebenfalls Grenzen.
Fazit
Die Holy Stone HS360D ist das durchdachteste Modell der Marke in dieser Preisklasse. Statt einen aussichtslosen Wettlauf beim Gimbal zu führen, konzentriert sie sich auf Flugzeit und Verbindungsqualität und liefert dort Werte, die zwei Preisklassen weiter oben üblich sind.
Mit 4,1 von 5 ist sie die stärkste Holy Stone im Vergleichsfeld. Die Abzüge gehen auf die elektronische Stabilisierung, die konservative Fotoauflösung und die fehlenden Angaben zu Blende und Sensorgröße. Wer die HS360D* kauft, tut das wegen der 40 Minuten je Akku und der beiden mitgelieferten Batterien.
Häufige Fragen
Braucht man für die Holy Stone HS360D einen Drohnenführerschein?
Nein. Die HS360D bleibt unter 249 g und fällt damit in Klasse C0. In den Unterkategorien A1 und A3 verlangt die EU-Drohnenverordnung dafür keinen Kompetenznachweis. Als Betreiber musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, weil eine Kamera verbaut ist, und eine Haftpflichtversicherung abschließen.
Fliegt die Holy Stone HS360D wirklich 80 Minuten?
Die 80 Minuten sind die Summe aus zwei Akkus mit je rund 40 Minuten. Am Stück fliegt die Drohne also maximal 40 Minuten, danach ist ein Akkuwechsel am Boden nötig. Der Herstellerwert stammt zudem aus einer Idealmessung im Schwebeflug. Realistisch bleiben je Akku 26 bis 31 Minuten, wenn du Start, Landung, Wind und eine Sicherheitsreserve abziehst.
Hat die Holy Stone HS360D einen Gimbal?
Einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal hat sie nicht. Die Kamera lässt sich elektrisch um 90 Grad neigen, stabilisiert wird elektronisch über die Software. Das kostet Bildfläche, weil ein Rand für die Korrektur abgeschnitten wird. Bei ruhigem Wetter fällt das kaum auf, bei Böen bleiben Restbewegungen sichtbar.
Wie gut ist die Kamera der HS360D?
Holy Stone verbaut einen Sony-CMOS-Sensor und nennt 4K-Video sowie 12-MP-Fotos in 4000 × 3000 Pixeln. Die Angabe des Sensorherstellers ist bei dieser Marke ungewöhnlich und spricht für eine ordentliche Grundlage. Sensorgröße, Blende und Bitrate weist Holy Stone allerdings nicht aus, eine genaue Einordnung der Bildqualität ist damit nur eingeschränkt möglich.
Was bedeutet die 6-km-Reichweite in der Praxis?
In Deutschland gilt die Sichtweitenregel: Du musst die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel sehen können, was je nach Größe und Wetter bei 300 bis 500 m endet. Die 6 km sind also nicht ausfliegbar. Was der Wert bringt, ist Reserve gegen Störungen. Ein System mit 6 km Auslegung hält die Verbindung auf 400 m auch dann, wenn viele WLAN-Netze in der Nähe funken.
HS360D oder HS360S?
Die HS360D ist in jeder relevanten Kategorie besser: doppelte Flugzeit je Akku, doppelte Reichweite und ein ausdrücklich benannter Sony-Sensor. Sie kostet rund 77 € mehr. Bei diesem Abstand ist die HS360D das deutlich rundere Paket, sofern das Budget es zulässt.
Was ist POI-Orbit?
POI steht für Point of Interest. Du legst ein Motiv fest, die Drohne umkreist es dann automatisch in gleichbleibendem Abstand und hält die Kamera darauf gerichtet. Das ergibt die typische Kreisfahrt um ein Gebäude oder eine Person. Die Drohne erkennt dabei keine Hindernisse, der Kreis muss also frei von Bäumen und Masten sein.
Hat die HS360D eine Hinderniserkennung?
Nein. Sensoren zur Hinderniserkennung sind nicht verbaut. Setze die Rückkehrhöhe vor jedem Start über die höchste Struktur im Gebiet, weil die automatische Rückkehr den direkten Weg fliegt und Hindernisse im Korridor nicht bemerkt.
HS360D oder DJI Mini 4K?
Die DJI Mini 4K kostet rund 250 € und bringt einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal mit, dazu eine vollständige Dokumentation aller Kameradaten. Die HS360D liegt bei rund 230 € und schlägt die DJI klar bei der Flugzeit: 40 Minuten je Akku gegenüber 31, dazu ein zweiter Akku im Karton. Für ruhige Videoaufnahmen ist der Gimbal der DJI das Argument, für lange Flüge und Fotos die HS360D.
Braucht die HS360D WLAN für die Übertragung?
Nein. Holy Stone setzt bei diesem Modell auf eine eigene Funkstrecke zwischen Fernsteuerung und Drohne, ohne WLAN-Kopplung. Das ist ein technischer Vorteil gegenüber WLAN-basierten Einsteigerdrohnen, die in Wohngebieten mit vielen Netzen unter Störungen leiden und dort früher als angegeben die Verbindung verlieren.