Technische Daten
Fluggerät
| Fluggewicht | 31 g |
|---|---|
| Abmessungen | 84 × 90 × 34 mm |
| Motoren | Bürstenmotoren Typ 615 |
| Propellerschutz | rundum geschlossen |
| Max. Flugzeit | 6 Minuten je Akku bei Windstille |
| Flugmodi | Höhenhaltung, Headless-Modus, Not-Aus, Wurfstart, 360°-Rollen, Kreisflug |
| Geschwindigkeitsstufen | 2 |
| Betriebstemperatur | 0 bis 40 °C |
Kamera
| Fotoauflösung | 1.920 × 1.080 Pixel |
|---|---|
| Videoauflösung | 1.920 × 1.080 Pixel bei 20 fps |
| Sichtwinkel | 65° |
| Verstellbare Neigung | -90° bis 0°, von Hand am Boden einstellbar |
| Videoformate | MP4 und AVI |
| Speicherort | Smartphone über die App, kein Kartensteckplatz |
Übertragung und Steuerung
| Steuerreichweite | bis 100 m im Freien ohne Hindernisse |
|---|---|
| FPV-Reichweite | bis 50 m |
| Steuerfrequenz | 2,452 bis 2,474 GHz |
| Bildfrequenz | 2,417 GHz (2,4-GHz-WLAN) |
| Zusatzfunktionen | Gestensteuerung, Flugbahn auf dem Bildschirm zeichnen |
| Stromversorgung der Fernsteuerung | 3 × 1,5 V AAA, nicht im Lieferumfang |
Akku und Energie
| Kapazität | 300 mAh |
|---|---|
| Nennspannung | 3,7 V |
| Energiegehalt | 1,11 Wh |
| Akkutyp | Lithium-Polymer, modular als Steckakku |
| Anzahl im Lieferumfang | 2 |
| Ladezeit | ca. 60 Minuten je Akku |
| Ladetemperatur | 5 bis 40 °C |
Die Holy Stone HS420 ist eine Indoor-Mini-Drohne mit Kamera für 59,99 €. Sie wiegt 31 g, fliegt rund 6 Minuten je Akku und überträgt ein Livebild bis 50 m weit. Das Gerät zielt auf Kinder und auf Erwachsene, die das Fliegen in der Wohnung lernen wollen, ohne Sachschäden zu riskieren. Die Kamera nimmt laut Datenblatt mit 1.920 × 1.080 Pixel bei 20 Bildern pro Sekunde auf, was unterhalb der üblichen 25 oder 30 fps liegt. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von Holy Stone, die Amazon-Listung und der Vergleich mit der kameralosen HS210 derselben Serie.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 31 g Fluggewicht und der rundum geschlossene Propellerschutz machen die Drohne für Wohnräume und für Kinderhände geeignet
- Zwei Steckakkus liegen bei, der Wechsel dauert Sekunden und ist sicherer als das Laden über eine fest verbaute Zelle
- Höhenhaltung, Headless-Modus, Wurfstart und Not-Aus nehmen dem ersten Flug die typischen Anfängerfehler
- Eine Kamera mit verstellbarer Neigung und Livebild ist in dieser Gewichtsklasse selten
- Der Lieferumfang enthält vier Ersatzpropeller, Schraubendreher und Propellerschlüssel, damit ist der erste Crash abgedeckt
Das spricht dagegen
- Video zeichnet die Drohne mit 20 Bildern pro Sekunde auf, das liegt unter den 25 fps, die für flüssige Bewegung als Untergrenze gelten
- 6 Minuten Flugzeit je Akku stehen 60 Minuten Ladezeit gegenüber, mit beiden Akkus ergibt das 12 Minuten Flug und eine Stunde Pause
- Der Sichtwinkel von 65° ist eng, Räume wirken im Bild kleiner, als sie sind
- Die Fernsteuerung braucht drei AAA-Batterien, die nicht mitgeliefert werden
- Es gibt keinen Speicherkartensteckplatz, alle Aufnahmen laufen über die App aufs Smartphone
- Bürstenmotoren verschleißen deutlich schneller als bürstenlose Antriebe
Was die HS420 sein will
Mit 31 g Fluggewicht und 84 × 90 × 34 mm ist die HS420 kleiner als ein Smartphone und leichter als drei Bleistifte. Holy Stone verkauft sie als Mini-Drohne für Kinder und Anfänger, und diese Einordnung trifft es genau. Sie ist ein Gerät für Wohnzimmer, Flur und windstille Gärten.
Der geschlossene Propellerschutz macht sie dabei zum Werkzeug fürs Üben. Eine Drohne, die gegen eine Wand fliegt und einfach abprallt, nimmt dem Lernen den Schrecken. Wer mit einer 249-Gramm-Kameradrohne beginnt, zahlt Anfängerfehler mit Reparaturen; hier fallen sie folgenlos aus. Welche Modelle sich sonst für den Innenraum eignen, steht bei der Mini-Drohne für zuhause.
Die 20 Bilder pro Sekunde
Der auffälligste Wert im Datenblatt betrifft die Kamera. Sie löst mit 1.920 × 1.080 Pixel auf, das ist Full HD. Die Bildrate liegt jedoch bei 20 fps.
Zum Vergleich: Kinofilm läuft mit 24 fps, europäisches Fernsehen mit 25 fps, die meisten Drohnenkameras nehmen 30 oder 60 fps auf. 20 fps liegt unter allen diesen Werten, und das hat zwei Folgen.
Erstens wirken Schwenks stockend. Das menschliche Auge verschmilzt Einzelbilder ab etwa 24 pro Sekunde zu einer flüssigen Bewegung; darunter bleibt die Abfolge sichtbar. Zweitens ist 20 kein ganzzahliger Teiler der Netzfrequenz von 50 Hz. Unter LED- und Leuchtstofflampen, die im Takt des Netzes flackern, kann das Bild deshalb in der Helligkeit pulsieren. Bei Tageslicht tritt der Effekt nicht auf.
Für Erinnerungsaufnahmen aus dem Wohnzimmer reicht das. Wer Material schneiden will, sollte anders planen.
65 Grad Sichtwinkel und was das im Raum bedeutet
Der zweite Kamerawert ist ungewöhnlich: 65° Sichtwinkel. Drohnenkameras liegen üblicherweise zwischen 80° und 120°, weil Weitwinkel die Perspektive aus der Luft erst wirken lässt.
65° entsprechen etwa dem Bildwinkel eines 33-mm-Objektivs an einer Kleinbildkamera, also einem leicht weiten Normalobjektiv. Im Wohnzimmer heißt das: Du siehst einen Ausschnitt, keinen Überblick. Um einen ganzen Raum ins Bild zu bekommen, musst du weiter zurückfliegen, als du es von Drohnenaufnahmen gewohnt bist. Bei einem Fluggerät, das für Innenräume gedacht ist, ist das ein spürbarer Nachteil.
Sechs Minuten Flug, sechzig Minuten Laden
Jeder Akku hat 300 mAh bei 3,7 V, das sind 1,11 Wh. Damit fliegt die HS420 laut Holy Stone 6 Minuten. Zwei Akkus liegen bei, macht 12 Minuten am Stück.
| Posten | Wert |
|---|---|
| Flugzeit je Akku | 6 min |
| Akkus im Lieferumfang | 2 |
| Flugzeit gesamt | ca. 12 min |
| Ladezeit je Akku | ca. 60 min |
| Verhältnis Flug zu Laden | rund 1 zu 10 |
Dieses Verhältnis ist der Alltagsbefund dieser Rezension. Nach zwölf Minuten Spielzeit folgt eine Stunde Pause. Für Kinder ist das oft das Ende des Nachmittags. Wer die Drohne regelmäßig nutzt, sollte zwei bis vier Ersatzakkus einplanen; sie sind modular gesteckt und in Sekunden gewechselt. Warum kleine Drohnen so kurz fliegen, erklärt der Ratgeber zur Flugzeit von Mini-Drohnen.
Bürstenmotoren und ihre Grenze
In der HS420 arbeiten Bürstenmotoren vom Typ 615, also zylindrische Motoren mit 6 mm Durchmesser und 15 mm Länge. Sie sind der Standard in dieser Gewichtsklasse, weil sie leicht, billig und ohne zusätzliche Regelelektronik ansteuerbar sind.
Ihre Grenze ist der Verschleiß: Zwei Kohlebürsten schleifen auf dem Kollektor und tragen sich dabei ab. Nach einigen Dutzend Akkuladungen sinkt die Leistung, die Drohne steigt träger und hält die Höhe schlechter. Ersatzmotoren sind für wenige Euro erhältlich und mit dem beiliegenden Schraubendreher tauschbar. Wer wissen will, welche Teile an Drohnen typischerweise zuerst nachgeben, findet das unter Ersatzteile für Drohnen.
Registrierungspflicht trotz 31 Gramm
Ein verbreiteter Irrtum betrifft genau diese Gewichtsklasse: Viele nehmen an, unter 250 g sei alles frei. Das gilt für den Kompetenznachweis, nicht für die Registrierung.
Die EU-Drohnenverordnung knüpft die Registrierungspflicht an zwei Bedingungen: 250 g Startmasse oder einen Sensor, der personenbezogene Daten erfassen kann. Eine Kamera ist ein solcher Sensor. Damit ist die HS420 registrierungspflichtig, sobald du sie im Freien fliegst, obwohl sie nur 31 g wiegt. Die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt ist kostenpflichtig und in wenigen Minuten erledigt; der Ablauf steht unter Drohne registrieren beim LBA.
In geschlossenen Räumen greift die Verordnung nicht, dort brauchst du weder Registrierung noch Versicherung. Warum das so ist und wo die Grenze verläuft, steht bei Drohne unter 250 g registrieren.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Gewicht | Kamera | Akkus | Flugzeit | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Holy Stone HS420 | 31 g | 1080p bei 20 fps | 2 | 2× 6 min | ca. 59,99 € |
| Holy Stone HS210 | 21,8 g | keine | 3 | 3× 7 min | ca. 39,99 € |
| Holy Stone HS290 | 128 g | 1080p, optischer Fluss | 2 | 2× 12 min | ca. 62,95 € |
| Holy Stone HS460 | 214 g | 4K, GPS | 2 | 2× 25 min | ca. 129,99 € |
Die HS210 ist die Übungsdrohne ohne Kamera und mit dem besseren Akkuverhältnis. Die HS290 kostet nur 3 € mehr als die HS420 und verdoppelt die Flugzeit je Akku, sie ist mit 128 g allerdings deutlich windempfindlicher als ihr Gewicht vermuten lässt und braucht mehr Platz. Die HS460 ist der Schritt zur Outdoor-Drohne mit GPS.
Der Vergleich zeigt eine Schwäche der HS420: Ihre 59,99 € liegen sehr nah an der HS290, die für nahezu denselben Preis mehr Flugzeit und optischen Fluss mitbringt.
Für wen sich die HS420 lohnt
Sie passt, wenn eine Drohne so klein sein soll, dass sie in der Wohnung wirklich fliegbar bleibt, und wenn ein Kamerabild dazugehören soll. Als Geschenk für Kinder ab etwa acht Jahren erfüllt sie ihren Zweck, weil sie robust gebaut ist und Reparaturteile beiliegen.
Weniger passend ist sie für alle, die draußen filmen wollen. Reichweite, Flugzeit, Bildrate und Windfestigkeit zeigen alle in dieselbe Richtung: Diese Drohne gehört ins Haus.
Fazit
Die Holy Stone HS420 ist eine ordentlich gebaute Indoor-Mini-Drohne mit 31 g, geschlossenem Propellerschutz, zwei Wechselakkus und einer Kamera mit Livebild. Für den Einstieg in geschlossenen Räumen macht sie vieles richtig, und der Lieferumfang mit Ersatzpropellern zeigt, dass Holy Stone weiß, was in den ersten Flugstunden passiert.
Mit 2,9 von 5 ziehen drei Punkte die Wertung: 20 Bilder pro Sekunde beim Video, ein enger Sichtwinkel von 65° und ein Verhältnis von 6 Minuten Flug zu 60 Minuten Laden. Für 59,99 € ist das knapp kalkuliert, zumal die HS290* für fast denselben Preis die doppelte Flugzeit je Akku bietet. Wer ausschließlich drinnen fliegen will und die kleinere Bauform braucht, ist bei der HS420* trotzdem richtig.
Häufige Fragen
Wie lange fliegt die Holy Stone HS420?
Holy Stone nennt 6 Minuten je Akku bei Windstille. Zwei Akkus liegen bei, das ergibt rund 12 Minuten am Stück. Danach lädt jeder Akku etwa 60 Minuten. Wer länger fliegen will, kauft passende Ersatzakkus nach, weil das Verhältnis von Flug- zu Ladezeit bei etwa 1 zu 10 liegt.
Braucht man für die HS420 einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit 31 g liegt sie weit unter der 250-Gramm-Grenze, in der Unterkategorie A1 ist kein Kompetenznachweis nötig. Registrieren musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt trotzdem, sobald du sie im Freien fliegst, weil sie eine Kamera trägt. Diese Pflicht hängt an der Kamera, nicht am Gewicht.
Kann man die HS420 draußen fliegen?
Ja, bei ruhigem Wetter. Bei 31 g Fluggewicht setzt schon leichter Wind der Drohne stark zu, weil das Verhältnis von Angriffsfläche zu Masse ungünstig ist. Als Faustregel gilt: Bewegen sich Blätter an Bäumen sichtbar, bleibt die HS420 besser im Haus. Ihr eigentlicher Einsatzort sind Wohnräume und windstille Gärten.
Nimmt die Holy Stone HS420 wirklich in Full HD auf?
Die Auflösung stimmt mit 1.920 × 1.080 Pixel, die Bildrate liegt mit 20 Bildern pro Sekunde jedoch unter dem üblichen Niveau. Kino arbeitet mit 24 fps, europäisches Fernsehen mit 25 fps. Bei 20 fps wirken Schwenks stockend, und unter Kunstlicht kann es zu Helligkeitsschwankungen kommen, weil 20 fps kein ganzzahliger Teiler der 50-Hz-Netzfrequenz sind.
Wo speichert die HS420 ihre Aufnahmen?
Auf dem Smartphone. Die Drohne hat keinen Speicherkartensteckplatz, das Bild läuft über 2,4-GHz-WLAN an die App und wird dort gespeichert. Reißt die Verbindung ab, endet auch die Aufnahme. In WLAN-dichten Wohnungen lohnt es sich deshalb, vor dem Flug andere Geräte im 2,4-GHz-Band zu trennen.
Welche Batterien braucht die Fernsteuerung der HS420?
Drei AAA-Batterien mit 1,5 V. Sie gehören nicht zum Lieferumfang und sollten vor dem ersten Flug bereitliegen. Wiederaufladbare NiMH-Zellen funktionieren ebenfalls, liefern mit 1,2 V allerdings etwas weniger Spannung, was die Betriebsdauer der Fernsteuerung verkürzt.
Was unterscheidet die HS420 von der HS210?
Die HS210 wiegt 21,8 g, hat keine Kamera, bringt drei Akkus mit je 7 Minuten Flugzeit mit und kostet 39,99 €. Die HS420 wiegt 31 g, hat eine 1080p-Kamera mit FPV-Übertragung, zwei Akkus mit je 6 Minuten und kostet 59,99 €. Der Aufpreis von 20 € kauft im Wesentlichen die Kamera.
Ist die HS420 für Kinder geeignet?
Für den Innenraum ja. Der rundum geschlossene Propellerschutz verhindert direkten Kontakt mit den Rotorblättern, die Höhenhaltung stabilisiert die Flughöhe selbstständig, und der Not-Aus stoppt die Motoren sofort. Holy Stone empfiehlt die Nutzung unter Aufsicht von Erwachsenen. Sobald die Drohne im Freien fliegt, gelten die Regeln der Drohnenverordnung, und dort liegt das Mindestalter für den Steuernden bei 16 Jahren.
Wie weit reicht das Livebild der HS420?
Bis 50 m laut Datenblatt, die Steuerung selbst reicht bis 100 m. Das Bild läuft auf 2,417 GHz, die Steuerbefehle auf 2,452 bis 2,474 GHz. Beide liegen im 2,4-GHz-Band, weshalb dichter WLAN-Betrieb in der Umgebung die Bildübertragung stören kann, bevor die Steuerung Probleme macht.
Für wen lohnt sich die Holy Stone HS420?
Für alle, die in der Wohnung fliegen lernen wollen und dabei ein Kamerabild haben möchten. Als Reise- oder Outdoor-Drohne taugt sie wenig, weil Flugzeit, Reichweite und Windfestigkeit dafür zu knapp sind. Wer draußen filmen will, findet ab etwa 130 € Modelle mit GPS und deutlich längerer Flugzeit.