Technische Daten
Elektronik
| Mikrocontroller | ESP8285 mit WLAN |
|---|---|
| Funkchip | Semtech SX1281 |
| Oszillator | TCXO, temperaturkompensiert (V2) |
| Frequenzbereich | 2,404 bis 2,479 GHz |
| Paketrate | 25 bis 500 Hz, dazu F1000 |
| Telemetrieleistung | 10 mW |
| Protokoll zum Flugcontroller | CRSF, seriell über einen UART |
| Diversity | keine, ein Funkchip und eine Antenne |
Aufbau
| Gewicht | 0,55 g inklusive Antenne |
|---|---|
| Maße | 13 × 11 × 7 mm laut RadioMaster |
| Antenne | SMT-Keramikantenne auf der Platine |
| Antennenanschluss | keiner |
| Betriebsspannung | 5 V |
Firmware und Lieferumfang
| Firmware ab Werk | ExpressLRS 2.4 laut RadioMaster-Datenblatt |
|---|---|
| Firmware-Ziel | RadioMaster RP1/2 2400 RX |
| Update | per WLAN über die Weboberfläche |
| Versionen bei RadioMaster | FCC und LBT |
| Lieferumfang | Empfänger, CRSF-Kabel, Anleitung |
Der RadioMaster RP2 ist der leichteste Empfänger der RP-Serie. Statt einer externen Antenne trägt er eine kleine Keramikantenne direkt auf der Platine und wiegt damit 0,55 g im flugfertigen Zustand. Das macht ihn zur Wahl für Whoops, kleine Toothpicks und Racer, bei denen jedes Zehntelgramm zählt und der Flug in Sichtweite bleibt. Die Kehrseite ist die geringere Empfangsreserve der Chipantenne. Die zweite Version ergänzt einen temperaturkompensierten Quarz und eine überarbeitete Platine. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von RadioMaster, die Amazon-Listung, die Dokumentation von ExpressLRS und der Vergleich mit RP1, RP3 und dem BetaFPV ELRS Lite.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- 0,55 g inklusive Antenne sind ein Viertel des RP1, in einem Whoop schlägt das direkt auf die Flugzeit durch
- Ohne Kabel und Stecker gibt es nichts, was bei einem Crash abreißt oder im Propeller landet
- Kein Antennenverlegen im engen Canopy, der Empfänger wird nur festgeklebt
- Der TCXO der V2 hält die Frequenz bei Temperaturwechseln stabil
- Der ESP8285 bekommt auch unter ExpressLRS 4 Updates
Das spricht dagegen
- Die Keramikantenne hat deutlich weniger Reserve als eine Dipolantenne, hinter Hindernissen und auf Distanz bricht die Verbindung früher ab
- Ab Werk nennt RadioMaster ExpressLRS 2.4, bei aktuellen Sendern auf 3.x oder 4.x heißt das: vor dem ersten Flug flashen
- Die Amazon-Listung nennt weder die Versionsnummer noch FCC oder LBT, beides lässt sich erst am Gerät prüfen
- Mit 10 mW Telemetrie reicht der Rückkanal deutlich kürzer als der Steuerkanal
Ein Empfänger, der fast nichts wiegt
Bei einem 5-Zoll-Freestyler spielt das Gewicht des Empfängers keine Rolle. Bei einem Whoop mit 20 g Startgewicht dagegen schon, und genau für diese Klasse ist der RadioMaster RP2 gebaut. Er wiegt 0,55 g, und das inklusive Antenne.
Möglich macht das eine Keramikantenne, die direkt auf die Platine gelötet ist. Es gibt kein Antennenkabel, keinen U.FL-Stecker und keine T-Antenne, die im Canopy verlegt werden will. RadioMaster beschreibt den RP2 ausdrücklich als Empfänger für Racing und kleine Aufbauten. Was ein Tiny Whoop überhaupt ist und warum dort jedes Zehntelgramm zählt, erklärt der Ratgeber zum Tiny Whoop.
Das Gewicht in Flugzeit übersetzt
Der Vergleich innerhalb der RP-Serie zeigt, worum es geht. Der RP1 mit T-Antenne wiegt 2,2 g, der RP2 0,55 g. Die Differenz von 1,65 g klingt nach wenig.
Bei einem Whoop mit 20 g Startgewicht sind es aber rund 8 % des Gesamtgewichts. Mehr Gewicht heißt mehr Schub zum Schweben, und der Schub kommt aus dem Akku. Bei einem 5-Zoll-Aufbau mit 600 g sind dieselben 1,65 g dagegen ein Viertel Promille und gehen in jeder Messungenauigkeit unter. Das Gewichtsargument trägt also bei Whoops und kleinen Toothpicks, dort ist es das wichtigste Kriterium.
Die Keramikantenne: robust, aber mit weniger Reserve
Eine Keramikantenne ist ein winziges Bauteil auf der Platine, das die Funkwellen über ein Dielektrikum abstrahlt. Sie ist klein, leicht und mechanisch praktisch unzerstörbar. Ein Crash, der beim RP1 die Antenne aus dem U.FL-Stecker reißt, lässt den RP2 kalt.
Der Preis dafür ist die Empfangsreserve. Die Chipantenne hat weniger Gewinn als eine Dipolantenne und strahlt ungleichmäßiger ab. Dazu kommt, dass sie dort sitzt, wo der Empfänger festgeklebt ist: oft dicht an Carbon, Akku oder Flugcontroller. Diese Bauteile dämpfen 2,4 GHz spürbar. Eine T-Antenne lässt sich aus dem Rahmen herausführen, eine Chipantenne nicht.
In der Praxis heißt das: Im Haus, im Garten und auf Rennkursen in Sichtweite reicht die Reserve, weil ExpressLRS auf diesen Distanzen viel Luft hat. Hinter Bäumen, Hauswänden oder auf größere Entfernung bricht die Verbindung früher ab als beim RP1. Die Grundlagen zur Antennenlage in kleinen Rahmen fasst der Ratgeber zur Tiny-Whoop-Antenne zusammen.
Funkteil und V2-Änderungen
Elektronisch ist der RP2 ein Zwilling des RP1: ESP8285 als Mikrocontroller, SX1281 als Funkchip, Paketrate von 25 bis 500 Hz plus F1000, Telemetrie mit 10 mW. Beide teilen sogar das Firmware-Ziel im ExpressLRS Configurator.
Die zweite Version bringt laut RadioMaster einen TCXO, der die Frequenz bei Temperaturwechseln stabil hält, eine Platine mit besserer Wärmeabfuhr, eine LED auf der Oberseite und größere Lötpads. Die LED oben hat einen praktischen Nutzen: Sie zeigt den Bindestatus, und auf der Unterseite war sie nach dem Festkleben nicht mehr zu sehen. Die Amazon-Listung nennt diese Merkmale, die Versionsnummer selbst steht dort nicht.
Für Racing ist die hohe Paketrate interessant. Bei 500 Hz oder F1000 kommt alle ein bis zwei Millisekunden ein neues Steuerpaket an. Das kostet Empfindlichkeit, aber auf einer Rennstrecke in Sichtweite ist Latenz wichtiger als Reichweite. Wie sich Rate und Reichweite gegeneinander verschieben, zeigt der Ratgeber zur ELRS Packet Rate.
Einbau und Firmware
Angeschlossen wird über CRSF an einen freien UART: 5 V, Masse, TX und RX über Kreuz, das beiliegende Kabel hilft dabei. Der wichtigste Einbauhinweis betrifft die Lage: den Empfänger so festkleben, dass die Keramikantenne nicht flach auf Carbon oder unter dem Akku liegt. Ein paar Millimeter Abstand und ein Platz am Rand des Rahmens bringen spürbar mehr als jede Firmware-Einstellung.
Ab Werk nennt RadioMaster ExpressLRS 2.4. Aktuell ist die Hauptversion 4, und Sender und Empfänger müssen auf derselben Hauptversion stehen. Das Update läuft über den WLAN-Zugang des ESP8285, also ohne den Empfänger wieder auszubauen. ExpressLRS 4 unterstützt ESP8285-Empfänger weiter, der RP2 bleibt also im Update-Zyklus. Den Ablauf zeigt der Ratgeber zum ELRS Firmware Update, das Binden der Ratgeber ELRS binden.
RadioMaster liefert den RP2 als FCC- und als LBT-Version. Für Deutschland gehört die LBT-Variante auf Sender und Empfänger. Welche Version im Paket liegt, zeigt erst die Weboberfläche des Empfängers.
Für wen der RP2 die richtige Wahl ist
Er passt zu Whoops und Mikro-Toothpicks mit Flugcontrollern ohne eingebauten Empfänger, zu Racern auf Kursen in Sichtweite und zu allen Aufbauten, bei denen eine abstehende Antenne stört. Viele fertige Whoops wie der BetaFPV Meteor65 Pro II bringen den Empfänger schon auf dem Flugcontroller mit, dort braucht es den RP2 nicht.
Wenig sinnvoll ist er für Cinewhoops und 5-Zoll-Maschinen, die draußen um Gebäude und Bäume fliegen. Dort spielt das Gewicht keine Rolle, und die Reserve einer T-Antenne zählt mehr.
Alternativen im Vergleich
| Empfänger | Gewicht | Antenne | Telemetrie | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| RadioMaster RP2 | 0,55 g | Keramikantenne auf der Platine | 10 mW | 24,95 € | 4,1 / 5 |
| BetaFPV ELRS Lite | 0,46 g inklusive Antenne | auf der Platine | 17 mW | 16,99 € | 4,1 / 5 |
| RadioMaster RP1 V2 | 2,2 g inklusive Antenne | T-Antenne, U.FL | 10 mW | 26,59 € | 4,0 / 5 |
| RadioMaster RP3 V2 | 4,6 g inklusive Antennen | zwei T-Antennen, Antennen-Diversity | 100 mW | 29,99 € | 3,9 / 5 |
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Der direkte Konkurrent ist der BetaFPV ELRS Lite: ebenfalls mit Antenne auf der Platine, minimal leichter und mit etwas stärkerer Telemetrie. Der RP2 hält mit dem TCXO dagegen. Bei so ähnlichen Datenblättern entscheiden Preis und Lieferbarkeit.
Fazit
Der RadioMaster RP2 ist ein konsequent auf Gewicht gebauter Empfänger. 0,55 g inklusive Antenne, nichts, was abreißen kann, und mit TCXO und ESP8285 technisch auf aktuellem Stand.
Die 4,1 von 5 ziehen vor allem die Keramikantenne herunter, deren Reserve hinter Hindernissen früh endet, dazu die alte Werks-Firmware und eine Amazon-Listung ohne Versionsangaben.
Passend ist er, wenn du einen Whoop, einen Mikro-Toothpick oder einen Racer ohne Empfänger auf dem Flugcontroller aufbaust und in Sichtweite fliegst.
Eher nicht passend ist er, wenn deine Maschine draußen hinter Bäume und Gebäude fliegt, dann ist der RP1 mit T-Antenne die bessere Wahl.
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Welche Antenne hat der RadioMaster RP2?
Eine SMT-Keramikantenne, die direkt auf die Platine gelötet ist. Einen U.FL-Anschluss für eine externe Antenne hat der RP2 nicht. Das spart Gewicht und macht ihn unempfindlich gegen abgerissene Antennen, kostet aber Empfangsreserve gegenüber dem RP1 mit T-Antenne.
Wie weit reicht der RP2 mit seiner Keramikantenne?
RadioMaster nennt keine Reichweite, sie hängt stark von Paketrate, Sendeleistung und Einbau ab. Die Keramikantenne hat weniger Gewinn als eine Dipolantenne und reagiert empfindlicher auf Abschattung durch Akku und Rahmen. Für Whoops im Haus, im Garten und auf Rennstrecken in Sichtweite reicht das, für Flüge hinter Hindernisse ist der RP1 die sicherere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen RP1 und RP2?
Elektronik und Firmware-Ziel sind gleich, beide nutzen ESP8285 und SX1281 und flashen auf RadioMaster RP1/2 2400 RX. Der Unterschied ist die Antenne: Der RP1 hat eine 65-mm-T-Antenne am U.FL-Stecker und wiegt 2,2 g, der RP2 eine Keramikantenne auf der Platine bei 0,55 g. Der RP1 hat mehr Reserve, der RP2 ist leichter und robuster.
Woran erkenne ich den RP2 V2?
An der LED auf der Oberseite der Platine. RadioMaster hat sie in der V2 nach oben verlegt, dazu kamen ein TCXO, eine Platine mit besserer Wärmeabfuhr und größere Lötpads. Die Amazon-Listung nennt die obenliegende LED und die überarbeitete Platine, die Versionsnummer selbst steht nicht im Titel.
Funktioniert der RP2 mit ExpressLRS 4?
Ja. ExpressLRS 4 hat die STM32-Geräte aufgegeben, Empfänger mit ESP8285 wie der RP2 werden weiter unterstützt. Du flashst ihn über das Ziel RadioMaster RP1/2 2400 RX auf dieselbe Hauptversion wie dein Sendemodul, am einfachsten über seinen WLAN-Zugang.
Passt der RP2 in einen Tiny Whoop?
Vom Gewicht her ja, 0,55 g fallen selbst bei einem 65-mm-Whoop kaum ins Gewicht. Die meisten fertigen Whoops tragen den Empfänger allerdings schon auf dem AIO-Flugcontroller. Den RP2 brauchst du nur, wenn dein Flugcontroller keinen Empfänger hat oder du den eingebauten durch ein externes Modul ersetzen willst.
Wie schließe ich den RP2 an?
Mit dem beiliegenden CRSF-Kabel oder vier Litzen an einen freien UART: 5 V, Masse sowie TX und RX über Kreuz. In Betaflight aktivierst du für diesen UART Serial RX und wählst CRSF als Protokoll. Den Empfänger so festkleben, dass die Keramikantenne nicht direkt auf Carbon oder unter dem Akku liegt.
Ist der RP2 in Deutschland zulässig?
Ja, mit LBT-Firmware. RadioMaster bietet den RP2 als FCC- und als LBT-Version an. In der EU gehört die LBT-Variante auf Sender und Empfänger, sie prüft vor dem Senden, ob der Kanal frei ist, und hält die Grenze von 100 mW EIRP ein. Weil die Amazon-Listung die Version nicht nennt, nach dem Kauf die Firmware prüfen.
RP2 oder BetaFPV ELRS Lite, welcher ist leichter?
Der RP2 mit 0,55 g und der BetaFPV ELRS Lite mit 0,46 g inklusive Antenne liegen fast gleichauf. Beide setzen auf eine Antenne auf der Platine. Der Lite sendet seine Telemetrie mit 17 mW, der RP2 mit 10 mW, der RP2 bringt in der V2 dafür einen TCXO mit. Für den Whoop entscheidet am Ende eher der Kaufpreis als das Datenblatt.