Technische Daten
Elektronik
| Mikrocontroller | ESP8285 mit WLAN |
|---|---|
| Funkchip | SX1281 |
| Verstärker und Schalter | Skyworks SE2431L mit LNA, PA und Antennenschalter |
| Oszillator | TCXO, temperaturkompensiert |
| Frequenzbereich | 2,404 bis 2,479 GHz |
| Paketrate | 25 bis 500 Hz, dazu F1000 |
| Telemetrieleistung | bis 100 mW laut RadioMaster, die Amazon-Listung nennt 250 mW |
| Diversity | Antennen-Diversity, ein Funkchip mit Umschaltung |
| Protokoll zum Flugcontroller | CRSF, seriell über einen UART |
Aufbau
| Gewicht | 4,6 g inklusive beider Antennen |
|---|---|
| Maße | 22 × 13 × 4 mm |
| Antennenanschluss | 2 × U.FL |
| Antennen | zwei T-Antennen, RadioMaster nennt 65 mm |
| Betriebsspannung | 5 V |
Firmware und Lieferumfang
| Firmware ab Werk | ExpressLRS 3.0 laut RadioMaster-Datenblatt |
|---|---|
| Firmware-Ziel | RadioMaster RP3 Diversity 2400 RX |
| Update | per WLAN über die Weboberfläche |
| Versionen bei RadioMaster | FCC und LBT |
| Lieferumfang | Empfänger, zwei T-Antennen, CRSF-Kabel, Anleitung |
Der RadioMaster RP3 V2 ist der Empfänger der RP-Serie für Flüge, bei denen Reserve zählt. Er hat zwei Antennenanschlüsse und schaltet über einen Skyworks-Baustein jeweils auf die Antenne mit dem besseren Signal. Derselbe Baustein bringt einen rauscharmen Eingangsverstärker und eine Sendestufe für bis zu 100 mW Telemetrie mit. Damit kommen Signalwarnungen auch auf Distanz zuverlässig am Sender an. Größe und Gewicht zielen auf 5-Zoll-Maschinen, Long-Range-Aufbauten und Flächenmodelle. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von RadioMaster, die Amazon-Listung, die Dokumentation von ExpressLRS und der Vergleich mit RP1, RP2 und dem RP4TD-M.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei Antennen im rechten Winkel fangen Fluglagen ab, in denen eine einzelne Antenne im Schatten von Akku oder Rahmen liegt
- Der rauscharme Eingangsverstärker hebt die Empfindlichkeit, das bringt Reserve auf Distanz und hinter Hindernissen
- Bis zu 100 mW Telemetrie: Signalwarnungen und Akkuspannung kommen auch weit draußen noch am Sender an
- Der TCXO hält die Frequenz bei Temperaturwechseln stabil, wichtig bei niedrigen Paketraten für Long Range
- Der ESP8285 bekommt auch unter ExpressLRS 4 Updates
Das spricht dagegen
- Antennen-Diversity schaltet zwischen zwei Antennen an einem Chip um, der RP4TD-M empfängt mit zwei Funkketten gleichzeitig und liegt preislich gleichauf
- 4,6 g und 22 × 13 mm sind für Whoops und kleine Toothpicks zu viel, zwei Antennen brauchen Platz im Rahmen
- Angaben widersprechen sich: RadioMaster nennt 100 mW Telemetrie, die Amazon-Listung 250 mW
- Die Amazon-Listung nennt nicht, ob FCC- oder LBT-Version geliefert wird
Der Empfänger für Flüge mit Abstand
Die RP-Serie von RadioMaster staffelt sich nach der Antenne. Der RP2 hat eine Chipantenne, der RP1 eine T-Antenne, und der RadioMaster RP3 V2 hat zwei T-Antennen. Dazu kommt ein Baustein, den RP1 und RP2 nicht haben: ein Skyworks SE2431L mit Eingangsverstärker, Sendestufe und Antennenschalter.
Diese Ausstattung zielt auf Flüge, bei denen die Verbindung gefordert wird: 5-Zoll-Freestyle um Gebäude und Bäume, Long Range und Flächenmodelle. Mit 4,6 g und 22 × 13 mm ist der RP3 dafür ausgelegt. Für Whoops ist er zu groß, an einer 600-g-Maschine spielen 4,6 g dagegen keine Rolle.
Antennen-Diversity: wie die Umschaltung arbeitet
Eine einzelne Antenne hat Fluglagen, in denen sie schlecht empfängt. Steht die Drohne in einer Kurve auf der Seite oder liegt der Akku zwischen Antenne und Sender, bricht das Signal ein. Der RP3 begegnet dem mit einer zweiten Antenne. Der Schalter im SE2431L prüft laufend, welche der beiden das bessere Signal liefert, und leitet sie zum Funkchip.
Wichtig ist die Abgrenzung zu True Diversity. Der RP3 hat einen Funkchip und schaltet um. Der RadioMaster RP4TD-M hat zwei vollständige Funkketten mit je einem SX1281, die gleichzeitig empfangen. Dort gibt es keinen Umschaltmoment, in dem ein Paket verloren gehen kann. Für die meisten Fluglagen ist der Unterschied klein, in schnellen Wechseln zwischen zwei schlechten Lagen hat True Diversity die Nase vorn.
Damit die Diversity wirkt, gehören die Antennen im Winkel von etwa 90 Grad zueinander verlegt. Parallel liegende Antennen empfangen dieselbe Polarisationsebene und fallen in denselben Fluglagen gemeinsam aus. Das ist der häufigste Einbaufehler bei Diversity-Empfängern.
Eingangsverstärker und Telemetrie
Der LNA (Low Noise Amplifier) im SE2431L verstärkt das empfangene Signal, bevor es den Funkchip erreicht, und fügt dabei möglichst wenig Rauschen hinzu. Das Ergebnis ist mehr Empfindlichkeit: Pakete, die beim RP1 schon im Rauschen untergehen, kommen beim RP3 noch an. Auf Distanz und hinter Hindernissen ist das die Reserve, für die man einen größeren Empfänger einbaut.
Die Sendestufe hebt die Telemetrie laut RadioMaster auf bis zu 100 mW. Zum Vergleich: RP1 und RP2 senden mit 10 mW. Der Unterschied von 10 dB entspricht im freien Raum rund der dreifachen Reichweite des Rückkanals. Praktisch bedeutet das, dass Signalstärke, Link-Qualität und Akkuspannung auch dann noch am Sender ankommen, wenn du weit draußen bist. Die Warnung vor einem schwachen Link erreicht dich, solange du noch umkehren kannst.
Die Amazon-Listung nennt 250 mW, RadioMaster selbst 100 mW. Für Deutschland ist die Frage zweitrangig: Auf 2,4 GHz gilt für jeden Sender die Grenze von 100 mW EIRP, auch für den Rückkanal eines Empfängers. Mit LBT-Firmware bleibt der RP3 in diesem Rahmen. Die Grundlagen dazu fasst der Ratgeber zu den FPV-Frequenzen in Deutschland zusammen.
TCXO und Paketrate für Long Range
Wie RP1 und RP2 bringt die zweite Version einen TCXO mit, einen temperaturkompensierten Quarz. Beim RP3 ist er besonders wertvoll, weil Long-Range-Flüge mit niedrigen Paketraten arbeiten. Bei 50 Hz sind die Funkkanäle schmal, und schon eine kleine Frequenzdrift durch Erwärmung oder Kälte kann die Verbindung kosten.
Die Paketrate reicht von 25 bis 500 Hz plus F1000. Für Long Range wählst du das untere Ende, weil jedes Paket dann mehr Energie trägt und die Empfindlichkeit steigt. Wie die Stufen sich in Reichweite und Latenz unterscheiden, zeigt der Ratgeber zur ELRS Packet Rate, den größeren Zusammenhang der Ratgeber zu Long Range FPV.
Einbau und Firmware
Angeschlossen wird über CRSF an einen freien UART, wie bei jedem ExpressLRS-Empfänger mit Flugcontroller. Mehr Aufwand machen die Antennen. Zwei T-Antennen wollen so verlegt werden, dass beide frei vom Carbon stehen und im rechten Winkel zueinander liegen. Bei einem 5-Zoll-Rahmen geht das gut am hinteren Ende, bei kompakten Rahmen braucht es Halter oder Schrumpfschlauch an den Streben. Beide U.FL-Stecker bekommen eine Zugentlastung, damit ein Crash sie nicht von der Platine reißt.
Ab Werk nennt RadioMaster ExpressLRS 3.0, das Firmware-Ziel heißt RadioMaster RP3 Diversity 2400 RX. Fliegst du ein Sendemodul auf 4.x, flashst du den RP3 vorher über seinen WLAN-Zugang. ExpressLRS 4 unterstützt ESP8285-Empfänger weiter, der RP3 bleibt im Update-Zyklus. Den Ablauf zeigt der Ratgeber zum ELRS Firmware Update.
RadioMaster liefert den RP3 als FCC- und als LBT-Version, die Amazon-Listung nennt die Variante nicht. Für Deutschland gehört LBT auf Sender und Empfänger. Wer ein Flächenmodell ohne Flugcontroller aufbaut und Servos direkt ansteuern will, braucht statt des RP3 einen ELRS-PWM-Empfänger.
Alternativen im Vergleich
| Empfänger | Gewicht | Antenne | Telemetrie | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| RadioMaster RP3 V2 | 4,6 g inklusive Antennen | zwei T-Antennen, Antennen-Diversity | 100 mW | 29,99 € | 3,9 / 5 |
| RadioMaster RP4TD-M | 3,3 g inklusive Antennen | zwei T-Antennen, True Diversity | 2 × 10 mW | 32,99 € | 4,4 / 5 |
| RadioMaster RP1 V2 | 2,2 g inklusive Antenne | T-Antenne, U.FL | 10 mW | 26,59 € | 4,0 / 5 |
| RadioMaster RP2 | 0,55 g | Keramikantenne auf der Platine | 10 mW | 24,95 € | 4,1 / 5 |
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Der härteste Konkurrent kommt aus dem eigenen Haus. Der RP4TD-M ist leichter, kleiner und empfängt mit zwei Funkketten gleichzeitig. Der RP3 setzt dagegen auf Eingangsverstärker und starke Telemetrie. Die Entscheidung hängt an der Frage, was dir wichtiger ist: der ausfallsicherste Steuerkanal spricht für den RP4TD-M, der weit reichende Rückkanal mit Warnungen für den RP3.
Fazit
Der RadioMaster RP3 V2 ist der Empfänger der RP-Serie für Distanz. Zwei Antennen, ein Eingangsverstärker und bis zu 100 mW Telemetrie geben ihm Reserve dort, wo RP1 und RP2 aussteigen, und der TCXO hält niedrige Paketraten stabil.
Die 3,9 von 5 kosten vor allem der hauseigene RP4TD-M, der zum ähnlichen Preis True Diversity bietet, dazu Größe, Antennenverlegung und widersprüchliche Telemetrie-Angaben.
Passend ist er, wenn du eine 5-Zoll-Maschine oder einen Long-Range-Aufbau ausrüstest und die Telemetrie auch weit draußen sicher am Sender ankommen soll.
Eher nicht passend ist er, wenn du einen Whoop oder Toothpick baust, dann passen RP1 oder RP2, oder wenn dir die Ausfallsicherheit des Steuerkanals am wichtigsten ist, dann ist der RP4TD-M die stärkere Wahl.
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Was bedeutet Antennen-Diversity beim RadioMaster RP3?
Der RP3 hat zwei Antennen, aber nur einen Funkchip. Ein Schalter im Skyworks SE2431L wählt laufend die Antenne mit dem besseren Signal. Liegt eine Antenne in einer Fluglage im Schatten von Akku oder Rahmen, übernimmt die andere. Beim True Diversity des RP4TD-M empfangen dagegen zwei vollständige Funkketten gleichzeitig, dort entfällt die Umschaltung.
RP3 oder RP4TD-M, welcher Diversity-Empfänger ist besser?
Für maximale Verbindungssicherheit der RP4TD-M, weil er mit zwei Funkchips parallel empfängt und mit 3,3 g leichter ist. Der RP3 hat dafür die stärkere Telemetrie mit bis zu 100 mW gegenüber 2 × 10 mW und einen Eingangsverstärker. Wer weit fliegt und auf Warnungen am Sender angewiesen ist, profitiert vom RP3.
Wie viel Telemetrieleistung hat der RP3 V2?
RadioMaster nennt im Datenblatt bis zu 100 mW, die Amazon-Listung spricht von 250 mW. Für Deutschland ist das zweitrangig: Auf 2,4 GHz gilt für jeden Sender eine Grenze von 100 mW EIRP, mehr darf auch der Rückkanal des Empfängers nicht abstrahlen. Mit LBT-Firmware hältst du diese Grenze ein.
Wie richte ich die beiden Antennen des RP3 aus?
Im Winkel von etwa 90 Grad zueinander, damit sie unterschiedliche Polarisationsebenen abdecken. Beide frei vom Carbon weg, eine zum Beispiel senkrecht am hinteren Rahmen, die andere waagerecht zur Seite. Parallel verlegte Antennen empfangen dieselbe Ebene und heben den Vorteil der Diversity weitgehend auf.
Welche Firmware hat der RP3 ab Werk?
RadioMaster nennt ExpressLRS 3.0. Sender und Empfänger brauchen dieselbe Hauptversion. Fliegst du ein Sendemodul auf 4.x, flashst du den RP3 vorher über das Ziel RadioMaster RP3 Diversity 2400 RX, am einfachsten über seinen WLAN-Zugang. ESP8285-Empfänger unterstützt ExpressLRS auch in Version 4.
Für welche Drohnen eignet sich der RP3?
Für 5-Zoll-Freestyler, Long-Range-Maschinen ab 5 Zoll und Flächenmodelle. Dort fallen 4,6 g nicht ins Gewicht, und die Rahmen bieten Platz, um zwei Antennen sinnvoll zu verlegen. Für Whoops und kleine Toothpicks ist er zu groß und zu schwer, dort passen RP1 oder RP2.
Wie schließe ich den RP3 an den Flugcontroller an?
Wie jeden ExpressLRS-Empfänger über CRSF an einen freien UART: 5 V, Masse sowie TX und RX über Kreuz. In Betaflight aktivierst du für diesen UART Serial RX und wählst CRSF als Protokoll. Für Flächenmodelle ohne Flugcontroller mit Servos am Empfänger braucht es dagegen einen PWM-Empfänger.
Lohnt der RP3 gegenüber dem RP1?
Wenn du hinter Hindernisse oder auf Distanz fliegst, ja. Die zweite Antenne, der Eingangsverstärker und die stärkere Telemetrie bringen genau dort Reserve, wo der RP1 mit einer Antenne und 10 mW Rückkanal zuerst an Grenzen stößt. Auf Sichtweite im offenen Gelände bringt der RP3 wenig zusätzlich und kostet 2,4 g mehr.