Technische Daten
Lieferumfang und Dämpfung
| ND8 | 3 Blendenstufen |
|---|---|
| ND32 | 5 Blendenstufen |
| ND128 | 7 Blendenstufen |
| Anzahl Filter | 3 |
| Abstand zwischen den Stufen | je 2 Blendenstufen |
| Polfilter | im Set nicht enthalten |
Aufbau
| Gewicht je Filter | 2,84 g laut DJI |
|---|---|
| Lichtdurchlässige Fläche Telekamera | 15,08 × 13,25 mm |
| Lichtdurchlässige Fläche Weitwinkelkamera | 17,15 × 14,53 mm |
| Abdeckung | beide Kameras mit einem Filterrahmen |
| Glas und Vergütung | weist DJI nicht aus |
| Kompatibilität | ausschließlich DJI Air 3S |
| EAN | 6941565991539 |
| Markteinführung | Oktober 2024 |
| Preis im DJI Store | 89 € |
Passende Drohne
| Modell | DJI Air 3S |
|---|---|
| Weitwinkelkamera | 1-Zoll-CMOS mit 50 MP, 24 mm Kleinbild, f/1,8 |
| Mittlere Telekamera | 1/1,3-Zoll-CMOS mit 48 MP, 70 mm Kleinbild, f/2,8 |
| ISO-Bereich Video | 100 bis 12.800 im Normalprofil, 100 bis 3.200 in D-Log M und HLG |
| Videoauflösungen | 4K bei 24 bis 120 Bildern/s |
| Startgewicht | 724 g |
| Drohnenklasse | C1 |
Das ND-Filterset von DJI ist das Originalzubehör für die Air 3S und besteht aus drei Graufiltern mit ND8, ND32 und ND128. Jeder Filter sitzt als Aufsteckrahmen vor beiden Kameras zugleich, also vor der 1-Zoll-Weitwinkelkamera mit f/1,8 und vor der mittleren Telekamera mit f/2,8. Daraus ergibt sich die eigentliche Rechenaufgabe dieses Sets: Zwei Objektive mit unterschiedlicher Lichtstärke teilen sich einen Filter. Grundlage dieser Einordnung sind das DJI-Datenblatt des Filtersets, das Datenblatt der Air 3S, die Amazon-Listung und die Belichtungsrechnung für beide Blenden.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Ein Filter für beide Kameras: Wer zwischen Weitwinkel und Tele wechselt, muss nichts umbauen
- ND8 bis ND128 decken bei 4K mit 30 Bildern pro Sekunde alles zwischen bedecktem Himmel und praller Sonne für die Weitwinkelkamera ab
- Als Originalteil ist der Rahmen auf den Gimbal der Air 3S abgestimmt, DJI nennt das Gewicht mit 2,84 g transparent
- Bei 724 g Startmasse und einer C1-Grenze von 900 g spielt das Filtergewicht rechtlich keine Rolle
- Bei Amazon meist deutlich günstiger als die 89 € im DJI Store
Das spricht dagegen
- Die Telekamera ist rund 1,3 Blendenstufen lichtschwächer und bekommt bei Sonne regelmäßig zu viel Filter ab
- Nur drei Filter mit Zwei-Stufen-Sprüngen, die Zwischenwerte ND16 und ND64 fehlen
- Kein Polfilter, obwohl Aufnahmen über Wasser zu den typischen Einsätzen einer Air 3S gehören
- Je Filter teuer, Sets von Filterherstellern bieten für ähnliches Geld mehr Stufen
- DJI nennt weder Glasart noch Vergütung, die optische Qualität bleibt ohne Herstellerangabe
Zwei Kameras, ein Filter
Die DJI Air 3S filmt mit zwei Kameras: einer 1-Zoll-Weitwinkelkamera mit 24 mm Kleinbild-Brennweite und einer mittleren Telekamera mit 70 mm. Beide sitzen nebeneinander im selben Gimbal, und das Filterset von DJI deckt sie mit einem einzigen Rahmen ab.
Im Alltag ist das bequem. Wer zwischen Weitwinkel und Tele wechselt, muss nicht landen und umbauen. DJI nennt für jede Kamera eine eigene lichtdurchlässige Fläche, 17,15 × 14,53 mm für die Weitwinkel- und 15,08 × 13,25 mm für die Telekamera.
Der Haken liegt in den Blenden. Die Weitwinkelkamera arbeitet mit f/1,8, die Telekamera mit f/2,8. Zwischen beiden liegen rund 1,3 Blendenstufen. Ein Filter, der für die eine Kamera genau passt, ist für die andere zwangsläufig daneben.
Die Rechnung für die Weitwinkelkamera
Als Ziel gilt die 180-Grad-Regel: Verschlusszeit gleich doppelte Bildrate, bei 4K mit 30 Bildern pro Sekunde also 1/60 s. DJI erklärt diesen Zusammenhang sogar in der Produktbeschreibung. Die Tabelle rechnet für ISO 100 und f/1,8.
| Lichtsituation | Zeit ohne Filter | Nötige Abschwächung | Aus diesem Set |
|---|---|---|---|
| Bedeckt, diffuses Licht | ca. 1/630 s | rund 3,4 Stufen | ND8 |
| Bewölkt, helle Wolkendecke | ca. 1/1260 s | rund 4,4 Stufen | Lücke, ND32 mit etwas zu viel |
| Sonne mit Wolken | ca. 1/2500 s | rund 5,4 Stufen | ND32 |
| Klarer Himmel | ca. 1/5000 s | rund 6,4 Stufen | Lücke, ND128 mit etwas zu viel |
| Praller Sonnenschein | ca. 1/10000 s | rund 7,4 Stufen | ND128 |
Das Ergebnis ist für ein Dreierset gut. Die Filter treffen drei der fünf Lichtsituationen genau, in den beiden Lücken liegst du eine gute halbe Stufe daneben. Das gleichst du über die Verschlusszeit aus, 1/80 s statt 1/60 s sieht bei Landschaftsaufnahmen niemand.
Bei 60 Bildern pro Sekunde rutscht jede Zeile eine Stufe nach unten. Dann passt ND8 genau bei heller Wolkendecke, ND32 genau bei klarem Himmel, und bei praller Sonne dämpft ND128 eine gute halbe Stufe zu stark. In keiner Lichtsituation liegst du mehr als 0,6 Stufen daneben, bei 60 Bildern ist die Reihe rund.
Was bei der Telekamera passiert
Die Telekamera bekommt durch ihre Blende von f/2,8 in jeder Lichtsituation rund 1,3 Stufen weniger Licht. Bei praller Sonne liegt ihr Bedarf damit bei rund 6,1 Stufen. ND128 dämpft um sieben, das ist fast eine Stufe zu viel.
Praktisch heißt das: Wer bei montiertem ND128 auf die 70-mm-Kamera umschaltet, landet bei 1/60 s mit leicht unterbelichtetem Bild. Die Air 3S regelt das über die ISO nach, im Automatikmodus geschieht das von selbst. Wer manuell belichtet, stellt ISO 200 ein und ist wieder im Ziel.
Der Sensor der Telekamera ist mit 1/1,3 Zoll kleiner als der Weitwinkelsensor, verkraftet ISO 200 aber ohne sichtbare Einbußen. Kritisch wird es erst in D-Log M, wo der ISO-Bereich bei 3.200 endet und das Rauschen in den Schatten früher auffällt. Für die Praxis gilt: Den Filter immer nach der Kamera wählen, mit der du überwiegend filmst. Bei den meisten Piloten ist das die Weitwinkelkamera.
Sprünge von zwei Stufen: bewusst gewählt
Sets von Filterherstellern arbeiten oft mit Einzelschritten, also ND8, ND16, ND32 und ND64. DJI überspringt jede zweite Stufe und kommt mit drei Filtern von drei bis sieben Blendenstufen.
Der Vorteil liegt in der Spannweite. Mit nur drei Filtern in der Tasche deckst du vom bedeckten Himmel bis zur Mittagssonne alles ab. Ein Set mit ND8 bis ND64 in Einzelschritten braucht vier Filter und endet trotzdem bei sechs Stufen, für die f/1,8-Kamera der Air 3S ist das bei praller Sonne zu wenig.
Der Nachteil liegt in der Feinabstimmung. Wer zwischen zwei Filtern liegt, korrigiert über ISO oder Verschlusszeit. Bei einem 1-Zoll-Sensor mit einem Normalprofil bis ISO 12.800 kostet das wenig. Wie ND-Filter grundsätzlich funktionieren und warum die Stärke von Blende und Bildrate abhängt, erklärt der Ratgeber zu ND-Filtern für Drohnen.
Gewicht und Gimbal
DJI nennt für jeden Filter 2,84 g. Das ist eine Angabe, die viele Filterhersteller schuldig bleiben, und sie ist bei der Air 3S in zweierlei Hinsicht entspannt.
Erstens rechtlich. Die Air 3S wiegt startfertig 724 g und ist als C1-Drohne eingestuft, deren Grenze bei 900 g liegt. Ein Filter mit knapp drei Gramm ändert daran nichts. Bei den Mini-Drohnen mit 249 g ist genau diese Frage oft die wichtigste, hier stellt sie sich nicht. Was in der Klasse C1 gilt, fasst der Ratgeber zu den Drohnenklassen C0 bis C4 zusammen.
Zweitens technisch. Der Gimbal stabilisiert eine Kameraeinheit mit zwei Sensoren, seine Regelung ist auf deren Masse abgestimmt. Ein Originalfilter, der für genau diesen Gimbal konstruiert ist, bringt das bekannte Zusatzgewicht an die vorgesehene Stelle. Bei Filtern anderer Hersteller musst du dich auf deren Angabe verlassen.
Was dem Set fehlt
Der wichtigste fehlende Filter ist der Polfilter. Er blockiert polarisiert reflektiertes Licht, macht Wasseroberflächen durchsichtig und nimmt nassem Asphalt den Glanz. Für eine Drohne, die mit 45 Minuten Flugzeit und zwei Brennweiten gern über Küsten und Seen eingesetzt wird, ist das ein häufiger Bedarf.
Ebenfalls offen bleibt die Vergütung. DJI beschreibt die Filter über ihren Zweck und nennt weder Glasart noch Beschichtung. Bei Graufiltern entscheidet die Farbneutralität darüber, ob ein Grün- oder Magentastich entsteht, und der wächst mit der Filterstärke. Wer in D-Log M oder in DNG aufnimmt, korrigiert einen leichten Stich in der Nachbearbeitung problemlos. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Bearbeiten von Drohnenvideos.
Der Preis im Vergleich
Im DJI Store kostet das Set 89 €, bei Amazon kostet es meist deutlich weniger, pro Filter also bei einem Drittel davon.
Das ist für drei Filter viel. Filterhersteller bieten für die Air 3S Sets mit vier bis sechs Filtern inklusive Polfilter für 35 bis 55 € an. Den Aufpreis zahlst du beim Original für die garantierte Passform, das bekannte Gewicht und den Umstand, dass das Set in den DJI-Unterlagen als kompatibles Zubehör geführt wird.
Alternativen im Vergleich
| Set | Filter | Bereich | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| DJI ND-Filterset (Air 3S) | 3 | ND8 bis ND128 | – | 3,8 / 5 |
| DJI ND-Filterset (Mavic 4 Pro) | 4 | ND8 bis ND64 | ab 147,79 € | 3,8 / 5 |
| Freewell All Day (Mini 5 Pro) | 6 | ND16 bis ND1000 | ab 49,99 € | 3,8 / 5 |
| K&F Concept Achterset (Mini 4 Pro) | 8 | ND8 bis ND256, CPL, UV | ab 46,52 € | 4,3 / 5 |
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Die Tabelle zeigt ein Muster. Die DJI-Originalsets sind die teureren und schlankeren Pakete, die Sets der Filterhersteller bieten mehr Stufen und einen Polfilter. Die Mini 5 Pro teilt sich mit der Air 3S dieselbe f/1,8-Weitwinkelkamera, ihre Filter passen mechanisch aber nicht auf die Air 3S.
Fazit
Das DJI ND-Filterset für die Air 3S ist ein durchdachtes Minimum. Drei Filter mit Zwei-Stufen-Sprüngen decken für die Weitwinkelkamera den ganzen Tag ab, und ein Rahmen für beide Kameras spart das Umbauen. Die Telekamera bekommt dabei regelmäßig eine Stufe zu viel ab, was du über die ISO ausgleichst.
Für dich passend, wenn du überwiegend mit der Weitwinkelkamera filmst, Wert auf Originalteile mit bekanntem Gewicht legst und mit drei Filtern auskommen willst. Bei Amazon ist der Aufpreis gegenüber Drittanbietern deutlich kleiner als im DJI Store.
Eher nicht passend, wenn du oft über Wasser fliegst oder feine Abstufungen willst. Dann bekommst du bei den Filterherstellern für weniger Geld mehr Filter und einen Polfilter dazu.
DJI ND-Filterset für die Air 3S bei Amazon ansehen*Häufige Fragen
Welcher ND-Filter passt für die DJI Air 3S bei Sonnenschein?
Für die Weitwinkelkamera bei 4K mit 30 Bildern pro Sekunde und prallem Sonnenschein ist ND128 die richtige Wahl, der Bedarf liegt bei rund 7,4 Blendenstufen. Bei klarem Himmel ohne Mittagssonne liegt er bei rund 6,4 Stufen, dann passt ND128 mit einer halben Stufe zu viel oder ND32 mit leicht angehobener Verschlusszeit. Filmst du mit 60 Bildern pro Sekunde, sinkt der Bedarf jeweils um eine Stufe, bei klarem Himmel passt dann ND32 genau.
Wirkt der Filter auf beide Kameras der Air 3S?
Ja. Der Filterrahmen sitzt vor der Weitwinkel- und der Telekamera zugleich, DJI nennt für beide eine eigene lichtdurchlässige Fläche. Das ist praktisch, weil du beim Wechsel zwischen 24 und 70 mm nichts umbauen musst. Da die Telekamera mit f/2,8 rund 1,3 Blendenstufen weniger Licht bekommt, ist der Filter für sie in der Regel eine Stufe zu stark.
Passt das ND-Filterset der Air 3 auch auf die Air 3S?
DJI nennt für dieses Set ausschließlich die Air 3S als kompatibel. Die Air 3S hat eine andere Weitwinkelkamera mit 1-Zoll-Sensor und f/1,8, dadurch ändern sich Kameragehäuse und Filterfläche. Filter der Air 3 sind darum keine verlässliche Lösung, und umgekehrt führt DJI dieses Set nicht als Zubehör für die Air 3.
Warum fehlt ND16 und ND64 in dem Set?
DJI hat sich für Sprünge von jeweils zwei Blendenstufen entschieden. Drei Filter decken so den Bereich von drei bis sieben Stufen ab. Die Lücken dazwischen gleichst du über die ISO oder die Verschlusszeit aus: ISO 200 statt 100 holt eine ganze Stufe zurück, und der 1-Zoll-Sensor der Air 3S verkraftet das ohne sichtbares Rauschen.
Wie schwer sind die DJI-Filter für die Air 3S?
DJI nennt 2,84 g je Filter. Das sind rund 0,4 Prozent der 724 g Startmasse. Die Air 3S fällt als C1-Drohne unter eine Grenze von 900 g, der Filter ändert an der Einstufung nichts. Am Gimbal ist die Masse abgestimmt, weil der Filter als Originalteil für genau diese Kameraeinheit gebaut ist.
Braucht die Air 3S überhaupt ND-Filter?
Für Videos ja, sobald du Bewegungsunschärfe willst. Die Weitwinkelkamera hat eine feste Blende von f/1,8 und lässt bei Sonne so viel Licht herein, dass die Verschlusszeit ohne Filter bei rund 1/10.000 s landet. Das Video wirkt dann abgehackt. Für Fotos sind Filter nur bei gewollter Langzeitbelichtung nötig.
Lohnt sich das Originalset gegenüber Drittanbietern?
Das hängt am Anspruch an Passform und Umfang. Das DJI-Set passt garantiert und bringt ein bekanntes Gewicht mit, hat dafür nur drei Filter und keinen Polfilter. Sets von Filterherstellern bieten bei der Air 3S für 35 bis 55 € vier bis sechs Filter inklusive Polfilter, deren Gewicht und Vergütung du dann beim Hersteller nachlesen musst.
Was ist die 180-Grad-Regel bei der Air 3S?
Sie setzt die Verschlusszeit auf etwa das Doppelte der Bildrate. Bei 24 Bildern pro Sekunde sind das 1/48 s, bei 30 Bildern 1/60 s. DJI beschreibt diesen Zusammenhang selbst in der Produktbeschreibung des Sets. Ohne Filter ist diese Zeit bei Tageslicht mit f/1,8 nicht erreichbar.
Beeinträchtigt der Filter die Hinderniserkennung der Air 3S?
Nein, weil der Filter nur vor den beiden Kameras im Gimbal sitzt. Die Sichtsensoren und das nach vorn gerichtete LiDAR der Air 3S liegen am Rumpf und bleiben frei. Wichtig ist nur, den Filter vor dem Start fest einzurasten, damit er im Flug nicht verrutscht.