Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 128 g |
|---|---|
| Abmessungen entfaltet | 275 × 217 × 52 mm |
| Abmessungen gefaltet | 136 × 90 × 52 mm |
| Bauform | faltbare Arme |
| Max. Flugzeit | 12 Minuten je Akku, zwei Akkus im Lieferumfang |
| Max. Flughöhe | 30 m |
| Positionierung | optischer Fluss, kein GPS |
| Flugmodi | Höhenhaltung, Tap-Fly, Kreisflug, 360°-Rollen, Schnellrotation |
| Geschwindigkeitsstufen | 3 |
| Betriebstemperatur | 0 bis 40 °C |
Kamera
| Videoauflösung | 1.920 × 1.080 Pixel |
|---|---|
| Neigung | 90°, aus der Fernsteuerung heraus verstellbar |
| Livebild | FPV-Echtzeitübertragung auf das Smartphone |
| Stabilisierung | keine mechanische Stabilisierung |
Steuerung
| Fernsteuerung | 2,4-GHz-Sender mit Smartphone-Halterung |
|---|---|
| App-Steuerung | Sprachbefehl, Gestensteuerung, Schwerkraftmodus über Neigen des Smartphones |
| Selfie-Funktion | Auslösen per Handzeichen |
Akku und Energie
| Kapazität | 1.300 mAh |
|---|---|
| Nennspannung | 3,7 V |
| Energiegehalt | 4,81 Wh |
| Akkutyp | Lithium-Polymer |
| Anzahl im Lieferumfang | 2 |
Die Holy Stone HS290 ist eine faltbare Einsteigerdrohne für 62,95 €, die mit 128 g deutlich unter der 250-Gramm-Grenze bleibt. Sie kombiniert eine 1080p-Kamera mit fernsteuerbarer Neigung, ein optisches Flusssystem für stabiles Schweben und zwei Akkus mit je 12 Minuten Flugzeit. GPS und damit eine automatische Rückkehr fehlen, und die maximale Flughöhe ist auf 30 m begrenzt. Grundlage dieser Einordnung sind die Angaben von Holy Stone, die Amazon-Listung und der Vergleich mit den kleineren und größeren Modellen der eigenen Serie.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der optische Fluss hält die Drohne ohne Steuereingabe an Ort und Stelle, das ist für Anfänger der entscheidende Unterschied zu reiner Höhenhaltung
- Die Kameraneigung lässt sich im Flug aus der Fernsteuerung verstellen, viele Konkurrenten in dieser Preisklasse erlauben das nur am Boden
- 24 Minuten Gesamtflugzeit aus zwei mitgelieferten Akkus sind für 62,95 € ein guter Wert
- Gefaltet misst die Drohne 136 × 90 × 52 mm und passt damit in jede Fototasche
- 128 g Startgewicht bleiben klar unter 250 g, in A1 und A3 ist kein Kompetenznachweis nötig
- Vier Steuerungsarten von der Fernsteuerung bis zum Neigen des Smartphones decken unterschiedliche Vorlieben ab
Das spricht dagegen
- Die maximale Flughöhe ist auf 30 m begrenzt, die Drohnenverordnung würde 120 m erlauben
- Ohne GPS gibt es keine automatische Rückkehr, bei Signalverlust bleibt die Drohne auf Sicht und Reaktion angewiesen
- Eine mechanische Stabilisierung fehlt, bei Wind wandert der Horizont im Bild
- Holy Stone weist weder Steuerreichweite noch Windwiderstand aus, beides fehlt für die Flugplanung
- 1080p ist gemessen an Modellen mit 4K und ähnlichem Preis knapp
Die Lücke, die die HS290 füllt
Zwischen den 31-Gramm-Indoor-Drohnen und den 249-Gramm-Kameradrohnen mit GPS klafft eine Lücke. Genau dort sitzt die HS290: 128 g, faltbar, mit Kamera und optischem Fluss, für 62,95 €.
Das Konzept ist stimmig. Die Drohne ist schwer genug, um bei leichtem Wind draußen zu fliegen, und leicht genug, um bei einem Absturz weder sich selbst noch anderes ernsthaft zu beschädigen. Gefaltet misst sie 136 × 90 × 52 mm und passt damit neben eine Kameraausrüstung.
Optischer Fluss ist der eigentliche Kaufgrund
Die wichtigste Zeile im Datenblatt betrifft die Positionierung. Die HS290 hat ein optisches Flusssystem, und das ist für Anfänger wertvoller als jede Kameraangabe.
So funktioniert es: Eine nach unten gerichtete Kamera nimmt den Boden auf und vergleicht aufeinanderfolgende Bilder. Verschiebt sich das Muster nach links, weiß die Flugsteuerung, dass sich die Drohne nach rechts bewegt, und gleicht gegen. Das Ergebnis merkst du sofort. Lässt du die Sticks los, bleibt die Drohne stehen.
Ohne dieses System driften Einsteigerdrohnen langsam ab, und Anfänger korrigieren dann in die falsche Richtung. Genau daraus entstehen die meisten Erstflug-Crashs. Der optische Fluss hat allerdings zwei Grenzen: Er braucht Struktur und Kontrast am Boden und funktioniert nur in Bodennähe zuverlässig. Über gleichmäßigem Wasser, frischem Schnee oder einem einfarbigen Teppich findet er kein Muster.
Warum 30 Meter Flughöhe zur Diskussion stehen
Holy Stone begrenzt die maximale Flughöhe auf 30 m. Die Drohnenverordnung erlaubt in der offenen Kategorie 120 m über Grund. Zwischen beiden Werten liegen also 90 m, die diese Drohne bewusst nicht nutzt.
Für die Zielgruppe ergibt das Sinn. Eine Drohne mit 275 mm Spannweite ist in 100 m Höhe für die meisten Augen kaum noch als Fluggerät erkennbar, und ohne GPS gibt es keine automatische Rückkehr, die den Fehler auffangen würde. Die Begrenzung schützt also vor einem Szenario, das mit hoher Wahrscheinlichkeit im Verlust endet.
Wer trotzdem höher will, braucht ein anderes Gerät. Was in welcher Höhe erlaubt ist und wie die 120-Meter-Regel im Detail funktioniert, steht im Ratgeber zur Flughöhe von Drohnen.
Der fehlende GPS-Empfänger und seine Folgen
Ohne GPS fehlt der HS290 die Funktion, die bei teureren Drohnen am häufigsten den Totalverlust verhindert: die automatische Rückkehr zum Startpunkt.
Drei Situationen werden dadurch kritisch:
- Signalverlust: Reißt die Verbindung ab, hat die Drohne keine Information darüber, wo sie gestartet ist. Je nach Firmware landet sie an Ort und Stelle oder schwebt weiter.
- Sichtverlust: Verlierst du die Drohne aus den Augen, kannst du sie nur über das Livebild wiederfinden.
- Wind: Treibt die Drohne ab, musst du selbst gegensteuern, und zwar in der richtigen Richtung.
Der Headless-Modus hilft dabei ein Stück weit, weil er die Steuerrichtung an deine Position koppelt statt an die Ausrichtung der Drohne. Ersetzen kann er GPS nicht. Was ein GPS-Modul in dieser Klasse leistet, steht bei der Mini-Drohne mit GPS.
Die Kamera und ihre bewegliche Neigung
Die Kamera nimmt mit 1.920 × 1.080 Pixel auf und lässt sich über 90° neigen, und zwar aus der Fernsteuerung heraus im Flug. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist in dieser Preisklasse ein echtes Unterscheidungsmerkmal: Viele Konkurrenten stellen die Neigung nur am Boden per Hand ein, was Kameraschwenks unmöglich macht.
Eine mechanische Stabilisierung fehlt. Bei Wind bewegt sich der Horizont im Bild mit der Drohne. Für Erinnerungsvideos und Übersichtsaufnahmen bei ruhigem Wetter genügt das, für geschnittenes Material reicht es nicht. Was ein Gimbal stattdessen leistet, steht unter Drohne mit Gimbal.
Vier Wege, sie zu steuern
Ungewöhnlich für die Preisklasse ist die Bedienvielfalt:
- Fernsteuerung mit zwei Sticks, der klassische Weg und der einzige mit echter Kontrolle.
- Sprachbefehl über die App, praktisch für Start, Landung und Fotoauslösung.
- Gestensteuerung vor der Kamera, um ein Foto ohne Fernsteuerung auszulösen.
- Schwerkraftmodus: Das Smartphone wird geneigt, die Drohne folgt der Neigung.
Der Schwerkraftmodus ist der interessanteste davon, weil er den Einstieg verkürzt. Er ist zugleich der ungenaueste, weil kleine Handbewegungen große Ausschläge erzeugen. Als Spielerei taugt er, für Aufnahmen bleibt die Fernsteuerung das Mittel der Wahl.
Flugzeit und Energie gerechnet
Jeder Akku hat 1.300 mAh bei 3,7 V, das sind 4,81 Wh. Zwei Stück liegen bei, zusammen also 9,62 Wh.
| Posten | Wert |
|---|---|
| Flugzeit je Akku laut Hersteller | 12 min |
| realistisch nach Abzug der Reserve | 8 bis 10 min |
| Akkus im Lieferumfang | 2 |
| Gesamt realistisch | 16 bis 20 min |
| Energiegehalt je Akku | 4,81 Wh |
Gegenüber der HS420 mit 6 Minuten je Akku ist das eine Verdopplung, und der Preisunterschied beträgt weniger als 3 €. Diese Rechnung ist der stärkste Punkt der HS290.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Gewicht | Kamera | Positionierung | Flugzeit | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Holy Stone HS290 | 128 g | 1080p | optischer Fluss | 2× 12 min | ca. 62,95 € |
| Holy Stone HS420 | 31 g | 1080p bei 20 fps | Höhenhaltung | 2× 6 min | ca. 59,99 € |
| Holy Stone HS460 | 214 g | 4K | GPS und optischer Fluss | 2× 25 min | ca. 129,99 € |
| Holy Stone HS175G | 249 g | 2,5K | GPS und optischer Fluss | 2× 30 min | ca. 185,99 € |
Die HS420 ist die kleinere Indoor-Variante. Die HS460 verdoppelt Flugzeit und Auflösung, bringt GPS mit und kostet gut das Doppelte. Die HS175G ist die Ausbaustufe darüber. Wer die 30-Meter-Grenze und das fehlende GPS als störend empfindet, findet in der HS460 den nächsten sinnvollen Schritt.
Für wen sich die HS290 lohnt
Sie passt, wenn du draußen bei ruhigem Wetter fliegen lernen willst und dabei ein Livebild und einfache Aufnahmen möchtest. Die Kombination aus optischem Fluss, faltbarem Rahmen und zwei Akkus für rund 63 € ist in dieser Klasse schwer zu schlagen.
Weniger passend ist sie, wenn du planbar über größere Flächen fliegen oder Material für einen Schnitt sammeln willst. Dafür fehlen GPS, Flughöhe und eine mechanische Stabilisierung.
Fazit
Die Holy Stone HS290 macht in ihrer Preisklasse das Wichtigste richtig: optischer Fluss statt reiner Höhenhaltung, eine im Flug verstellbare Kameraneigung, zwei Akkus für rund 24 Minuten und 128 g Startgewicht in einem faltbaren Rahmen.
Mit 3,4 von 5 ziehen die Begrenzung auf 30 m Flughöhe und das fehlende GPS. Beides ist für die Zielgruppe verteidigbar und beides begrenzt zugleich, wie lange die Drohne interessant bleibt. Als erste Drohne fürs Fliegenlernen im Freien ist die HS290* für 62,95 € eine klare Empfehlung. Wer schon weiß, dass er höher und weiter will, spart auf die HS460* mit GPS.
Häufige Fragen
Wie hoch darf die Holy Stone HS290 fliegen?
Das Gerät riegelt laut Herstellerangabe bei 30 m ab. Rechtlich wären in der offenen Kategorie 120 m über Grund erlaubt. Die Begrenzung ist also eine Vorgabe der Drohne, keine gesetzliche. Für Anfänger ist sie eine sinnvolle Bremse, weil eine 128-Gramm-Drohne in 100 m Höhe kaum noch zu erkennen ist.
Hat die Holy Stone HS290 GPS?
Nein. Die HS290 positioniert sich über ein optisches Flusssystem, das den Boden per Kamera beobachtet und daraus Bewegungen ableitet. Das funktioniert in Bodennähe und bei strukturiertem Untergrund gut, versagt aber über Wasser, Schnee und einfarbigen Flächen. Eine automatische Rückkehr zum Startpunkt gibt es ohne GPS nicht.
Wie lange fliegt die HS290?
Holy Stone nennt 12 Minuten je Akku. Zwei Akkus mit je 1.300 mAh liegen bei, das ergibt rund 24 Minuten. Nach Abzug von Start, Landung und einer Reserve von etwa 20 Prozent Restladung bleiben realistisch 8 bis 10 Minuten je Ladung.
Braucht man für die HS290 einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit 128 g liegt sie unter der 250-Gramm-Grenze und erfüllt die Anforderungen der Klasse C0. In den Unterkategorien A1 und A3 ist kein Kompetenznachweis nötig. Registrieren musst du dich beim Luftfahrt-Bundesamt trotzdem, weil eine Kamera verbaut ist, und eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht.
Was ist optischer Fluss und was bringt er?
Eine nach unten gerichtete Kamera vergleicht aufeinanderfolgende Bilder des Bodens und erkennt daraus, ob und wie schnell sich die Drohne seitlich bewegt. Die Flugsteuerung gleicht diese Bewegung selbstständig aus. Praktisch heißt das: Lässt du die Sticks los, bleibt die Drohne stehen, statt langsam wegzutreiben. Für den ersten Flug ist das die wichtigste Hilfe überhaupt.
Kann die HS290 einem Motiv folgen?
Eine echte Verfolgungsfunktion nennt Holy Stone nicht. Es gibt Tap-Fly, bei dem du auf dem Bildschirm einen Punkt antippst und die Drohne dorthin fliegt, außerdem einen Kreisflug um einen festgelegten Punkt. Beides sind Bahnfunktionen, keine Motiverkennung.
Wie windempfindlich ist die Holy Stone HS290?
Einen Windwiderstandswert weist Holy Stone nicht aus. Bei 128 g Startgewicht ist die Drohne allerdings deutlich anfälliger als Modelle um 250 g, weil bei gleicher Angriffsfläche weniger Masse gegenhält. Als Faustregel gilt: Ab spürbarem Wind auf offener Fläche bleibt sie besser am Boden.
Wo speichert die HS290 ihre Aufnahmen?
Über die App auf dem Smartphone. Einen Speicherkartensteckplatz nennt Holy Stone für die HS290 nicht. Reißt die Verbindung ab, endet damit auch die Aufzeichnung. Vor längeren Flügen lohnt es sich deshalb, genügend freien Speicher auf dem Telefon zu haben.
Was unterscheidet die HS290 von der HS420?
Die HS420 wiegt 31 g, fliegt 6 Minuten je Akku und ist eine reine Indoor-Drohne mit fest eingestellter Kameraneigung. Die HS290 wiegt 128 g, fliegt 12 Minuten je Akku, faltet sich zusammen, hat optischen Fluss und erlaubt die Kameraneigung aus der Fernsteuerung. Der Preisunterschied beträgt knapp 3 €.
Für wen lohnt sich die Holy Stone HS290?
Für Einsteiger, die draußen bei ruhigem Wetter fliegen lernen wollen und dabei ein Livebild und einfache Aufnahmen möchten. Wer weiter als 30 m nach oben will oder eine automatische Rückkehr braucht, sollte zu einem GPS-Modell greifen; die liegen ab etwa 130 €.