Selfiedrohnen im Duell

DJI Neo oder DJI Neo 2?

Die Neo 2 bringt Rundum-Sensorik mit LiDAR, zwei Gimbal-Achsen und 49 GB Speicher. Die erste Neo kostet 72 € weniger. Alle Unterschiede im Vergleich.

Der Preis-Einstieg

Neo

3,7 / 5

135 g, Handstart und DJI-Flugsoftware ab rund 137 €. Die günstigste Art, eine DJI-Drohne zu besitzen.

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Neo 2

Der Generationssprung

Neo 2

4,2 / 5

ab 201,99 €

Rundum-Hinderniserkennung mit LiDAR, zwei mechanische Gimbal-Achsen, 4K/60 und 49 GB Speicher.

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Kurz gesagt

Die Neo 2 gewinnt sechs von acht Runden und ist der klarere Kauf, sobald das Budget rund 209 € hergibt. Der wichtigste Grund steht in der Sensorik: Die erste Neo schaut ausschließlich nach unten, die Neo 2 erkennt Hindernisse in alle Richtungen und misst vorn zusätzlich per LiDAR. Für eine Drohne, die im Verfolgungsmodus hinter Dir herfliegt, ist das der entscheidende Unterschied.

Vergleich der drohnen-guru.de-Redaktion · Veröffentlicht am · Grundlage sind die Datenblätter beider Hersteller, die Ausstattung und der Preis

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Der Punktestand

Jedes Kriterium schlägt zur Seite des Gewinners aus. Die Länge des Balkens zeigt, wie deutlich der Vorsprung ausfällt.

Neo 1
6 Neo 2

Neo 2 gewinnt 6 von 8 Runden, 1 endet unentschieden.

Die Stufen knapp, klar und deutlich sind eine redaktionelle Einordnung der Datenblatt-Werte, keine Messung.

Die Runden im Einzelnen

Runde 1

Hinderniserkennung

Neo nur abwärts, 0,5 bis 10 m
Neo 2 rundum plus LiDAR, 0,5 bis 15 m

Die Neo trägt ein einziges Sichtsystem, und das zeigt nach unten. Es hält die Position über Grund und misst die Höhe zwischen 0,5 und 10 m. Nach vorn, zur Seite und nach hinten fliegt sie blind. Im Verfolgungsmodus, für den diese Drohnengattung gebaut ist, bedeutet das: Äste, Laternenpfosten und Zäune erkennt sie nicht. Die Neo 2 setzt ein omnidirektionales Sichtsystem mit Infrarot-Sensor ein und ergänzt an der Front ein LiDAR mit einem Messbereich von 0,3 bis 8 m. Die Erkennungsreichweite gibt DJI mit 0,5 bis 15 m in alle Richtungen an. Das LiDAR misst aktiv über Laufzeit und funktioniert damit auch dort, wo optische Erkennung an Licht und Motivstruktur scheitert.

Punkt für Neo 2: Eine Drohne, die Dir folgt, fliegt vorwärts. Genau dort hat die erste Neo kein Auge.

Runde 2

Gimbal und Horizont

Neo 1 Achse mechanisch
Neo 2 2 Achsen mechanisch

Die Neo stabilisiert mechanisch nur das Neigen. Rollbewegungen, wie sie bei Seitenwind oder in Kurven entstehen, gleicht die Software über RockSteady und HorizonBalancing aus. Jede Software-Stabilisierung arbeitet mit Bildreserve: Sie schneidet Ränder weg, um das Bild ruhig zu halten, und kostet dadurch Bildwinkel und Detail. Die Neo 2 stabilisiert Neigen und Rollen mechanisch und lässt der Software weniger Arbeit. Der steuerbare Neigebereich wächst dabei von -90° bis 60° auf -90° bis 70°.

Punkt für Neo 2: Der zweite Gimbal-Arm hält den Horizont gerade, wo die Neo das per Software aus dem Bild rechnet.

Runde 3

Lichtstärke und ISO

Neo f/2,8, ISO bis 6.400
Neo 2 f/2,2, ISO bis 12.800

Beide Drohnen tragen denselben 1/2-Zoll-Sensor mit 12 Megapixeln. Bei gutem Licht liegt die Bildqualität deshalb dicht beieinander. Der Unterschied entsteht beim Objektiv: f/2,2 gegenüber f/2,8 entspricht knapp einer Blendenstufe und damit etwa der 1,6-fachen Lichtmenge. Dazu reicht der ISO-Bereich der Neo 2 im Video und im manuellen Modus bis 12.800, während die Neo bei 6.400 endet. In der Dämmerung, in Innenräumen und im Schatten verschiebt das die Grenze des nutzbaren Materials spürbar nach hinten.

Punkt für Neo 2: Blende f/2,2 lässt rund 1,6-mal so viel Licht auf denselben Sensor wie f/2,8.

Runde 4

Videoformate

Neo 4K/30, Full HD bis 60
Neo 2 4K/60, Full HD bis 100

Die erste Neo filmt 4K mit 30 Bildern pro Sekunde. Für ruhige Aufnahmen genügt das, bei schnellen Schwenks und im Verfolgungsmodus wirkt die Bewegung ruckelig. Die Neo 2 verdoppelt auf 4K mit 60 Bildern, was zusätzlich halbe Zeitlupe in voller Auflösung ermöglicht. In Full HD steigt die Bildrate von 60 auf 100. Die Bitrate wächst von 75 auf 80 Mbit/s, bleibt also fast gleich, weshalb die höhere Bildrate etwas Kompression kostet.

Punkt für Neo 2: 4K mit 60 Bildern erlaubt flüssige Schwenks und halbe Zeitlupe in voller Auflösung.

Runde 5

Interner Speicher

Neo 22 GB
Neo 2 49 GB

Keine der beiden Drohnen hat einen Speicherkartenschacht. Was intern verbaut ist, ist alles, was zur Verfügung steht, und Nachrüsten ist ausgeschlossen. Die 22 GB der Neo reichen für rund 40 Minuten 4K-Material, die 49 GB der Neo 2 für etwa 80 Minuten. Bei einer Flugzeit von 18 bis 19 Minuten je Akku und drei Akkus aus der Combo kommst Du mit der Neo an die Grenze, sobald Du an einem Tag durchgehend filmst. Übertragen wird bei beiden per App oder USB-C, was unterwegs Zeit und einen freien Handyspeicher braucht.

Punkt für Neo 2: Ohne Kartenschacht ist der interne Speicher die harte Obergrenze eines Flugtags.

Runde 6

Wind und Tempo

Neo 8 m/s Wind, 8 m/s Sport
Neo 2 10,7 m/s Wind, 12 m/s Sport

Die Neo hält 8 m/s Wind stand, das entspricht Windstärke 4. Die Neo 2 schafft 10,7 m/s und damit Windstärke 5. Der Punkt ist weniger die Stabilität im Schwebeflug als der Rückweg: Eine Drohne, die im Sport-Modus 8 m/s fliegt, kommt gegen 8 m/s Gegenwind rechnerisch nicht mehr vom Fleck. Mit 12 m/s Spitzentempo behält die Neo 2 in derselben Lage Reserve. Am Wasser, an der Küste und auf Anhöhen ist das der Unterschied zwischen einem entspannten und einem knappen Rückflug.

Punkt für Neo 2: Windstärke 5 statt 4 macht den Rückflug bei auffrischendem Wind planbar.

Runde 7

Flugzeit

Neo 18 min, 17 min mit Schutz
Neo 2 19 min, 17 min mit Schutz

DJI nennt 18 Minuten für die Neo und 19 für die Neo 2. Mit montiertem Propellerschutz, der bei dieser Bauart in Menschennähe und in Innenräumen praktisch immer dran ist, liegen beide bei 17 Minuten. Realistisch planbar sind je nach Wind und Fahrweise 12 bis 15 Minuten. Beide Drohnen bleiben damit am unteren Ende dessen, was DJI baut, und beide leben von mehreren Akkus aus der Fly More Combo statt von der Ausdauer eines einzelnen.

Gleichstand: Eine Minute Unterschied auf dem Papier, mit montiertem Propellerschutz sind beide bei 17 Minuten.

Runde 8

Preis

Neo 137,00 €, Combo 245,00 €
Neo 2 208,95 €, Combo 329,00 €

Die Neo kostet 137,00 €, die Neo 2 liegt bei 208,95 €. Bei den Fly More Combos stehen 245,00 € gegen 329,00 €. In Prozent gerechnet ist die Neo 2 rund die Hälfte teurer, in absoluten Zahlen bleibt der Abstand mit 72 bis 84 € im Rahmen dessen, was ein Ersatzakku kostet. Wer die Sensorik der Neo 2 einmal gebraucht hat, wird den Aufpreis wahrscheinlich nicht bereuen. Wer die Drohne als Spielzeug für den Garten sucht, findet in der Neo den günstigsten Einstieg in DJIs Flugsoftware.

Punkt für Neo: Rund 72 € Abstand bei der Basisversion, 84 € bei den Combos.

Datenblatt-Duell

Alle Werte laut Herstellerangaben. Der jeweils vorteilhaftere Wert ist markiert; wo es keine Rangfolge gibt (Maße, Klassen, Anschlüsse), bleiben beide neutral.

Fluggerät und rechtliche Einstufung

Merkmal Neo Neo 2
Startgewicht ca. 135 g (der vorteilhaftere Wert) 151 g (160 g mit Sendeempfänger)
Drohnenklasse (EU) C0 C0
Kompetenznachweis keiner nötig in A1 und A3 keiner nötig in A1 und A3
Abmessungen 130 × 157 × 48,5 mm 147 × 171 × 41 mm (mit Propellerschutz)
Max. Flugzeit ca. 18 min (17 min mit Schutz) ca. 19 min (17 min mit Schutz) (der vorteilhaftere Wert)
Max. Flugdistanz 7 km 7 km
Windwiderstand 8 m/s (Windstärke 4) 10,7 m/s (Windstärke 5) (der vorteilhaftere Wert)
Max. Horizontalgeschwindigkeit 8 m/s (Sport), 16 m/s (Manuell) 12 m/s (Sport und Tracking)
Max. Steiggeschwindigkeit 3 m/s (Sport) 5 m/s (Sport) (der vorteilhaftere Wert)
Max. Starthöhe 2.000 m 2.000 m

Sensorik

Merkmal Neo Neo 2
Hinderniserkennung nur abwärts gerichtetes Sichtsystem omnidirektional mit Infrarot-Sensor (der vorteilhaftere Wert)
LiDAR nicht vorhanden an der Front, 0,3 bis 8 m (der vorteilhaftere Wert)
Erkennungsreichweite 0,5 bis 10 m (nur nach unten) 0,5 bis 15 m in alle Richtungen (der vorteilhaftere Wert)

Kamera und Gimbal

Merkmal Neo Neo 2
Bildsensor 1/2 Zoll, 12 MP 1/2 Zoll, 12 MP
Blende f/2,8 f/2,2 (der vorteilhaftere Wert)
Bildwinkel 117,6° (13 mm Kleinbild) 119,8°
Naheinstellgrenze 0,6 m (der vorteilhaftere Wert) 0,7 m
ISO-Bereich 100 bis 6.400 100 bis 12.800 (Video und manuell) (der vorteilhaftere Wert)
Videoauflösungen 4K/30, Full HD bis 60 fps 4K bis 60 fps, 1080p bis 100 fps (der vorteilhaftere Wert)
Max. Bitrate 75 Mbit/s 80 Mbit/s (der vorteilhaftere Wert)
Fotoformat 12 MP, nur JPEG 12 MP, JPEG
Gimbal 1 Achse mechanisch (Neigen) 2 Achsen mechanisch (Neigen, Rollen) (der vorteilhaftere Wert)
Steuerbarer Neigebereich -90° bis 60° -90° bis 70° (der vorteilhaftere Wert)

Übertragung und Speicher

Merkmal Neo Neo 2
Standardverbindung DJI O4 WLAN zum Smartphone
Erweiterte Verbindung RC-N3 für die volle Reichweite DJI O4 über den digitalen Sendeempfänger
Max. Reichweite 7 km mit RC-N3 6 km (CE), 10 km (FCC)
Live-Bild 1080p/30 mit RC-N3 1080p/60, bis 100 fps mit Goggles 3 (der vorteilhaftere Wert)
Interner Speicher 22 GB 49 GB (der vorteilhaftere Wert)
Speicherkartenschacht nicht vorhanden nicht vorhanden
Ladezeit ca. 60 min für drei Akkus (60 W) ca. 68 min über die Ladestation

Preise

Merkmal Neo Neo 2
Basisversion 137,00 € (der vorteilhaftere Wert) 208,95 €
Fly More Combo 245,00 € (der vorteilhaftere Wert) 329,00 €
Combo mit Brille keine Variante 480,90 € (RC Motion 3, Goggles N3) (der vorteilhaftere Wert)

Was gleich geblieben ist

Die Neo 2 ist eine Weiterentwicklung, keine Neukonstruktion. Vier Punkte teilt sie mit dem Vorgänger, und die prägen den Charakter beider Drohnen.

Der Sensor. In beiden steckt ein 1/2-Zoll-Bildsensor mit 12 Megapixeln. Das ist deutlich kleiner als die 1/1,3 Zoll der Mini-Serie, und die Folge zeigt sich bei wenig Licht als sichtbares Rauschen. Fotos speichern beide ausschließlich als JPEG, ein Rohformat für die Nachbearbeitung fehlt.

Der fehlende Kartenschacht. Weder Neo noch Neo 2 nehmen eine Speicherkarte. Was intern verbaut ist, ist alles.

Die Flugzeit. 18 gegen 19 Minuten auf dem Papier, mit Propellerschutz bei beiden 17. Diese Drohnengattung lebt von mehreren Akkus statt von der Ausdauer eines einzelnen.

Der Handstart. Beide heben von der Handfläche ab und landen dort wieder, ohne dass eine Fernsteuerung nötig ist. Genau das ist der Kern der Neo-Idee: In unter einer Minute in der Luft, ohne Aufbau.

Wer also den Sprung erwartet, den die Mini-Serie beim Sensor gemacht hat, findet ihn hier nicht. Die Neo 2 verbessert alles rund um die Kamera, die Kamera selbst bleibt.

Warum die Sensorik den Ausschlag gibt

Die Neo-Familie ist für einen Anwendungsfall gebaut: Die Drohne fliegt selbstständig hinter Dir her und filmt. Modi wie Dronie, Circle und Follow übernehmen die Steuerung, während Du Rad fährst, wanderst oder skatest.

Bei der ersten Neo läuft dieser Modus ohne Vorwärtssicht. Ihr einziges Sichtsystem zeigt nach unten und misst die Höhe zwischen 0,5 und 10 m. Was vor der Drohne liegt, sieht sie nicht. Auf einer freien Wiese ist das unproblematisch. Auf einem Waldweg, entlang einer Baumreihe oder zwischen Gebäuden trägst Du die volle Verantwortung dafür, dass die Flugbahn frei bleibt, und zwar während Du selbst in Bewegung bist.

Die Neo 2 löst genau dieses Problem. Ihr omnidirektionales Sichtsystem erkennt Hindernisse zwischen 0,5 und 15 m in alle Richtungen, das LiDAR an der Front misst zusätzlich aktiv im Bereich von 0,3 bis 8 m. Der Unterschied zwischen beiden Verfahren ist grundlegend: Optische Erkennung braucht Licht und Struktur im Motiv, LiDAR sendet Laserimpulse aus und misst deren Laufzeit. Ein dünner Ast vor hellem Himmel ist für ein optisches System schwer zu fassen und für ein LiDAR eine klare Messung.

Für eine Drohne, die dieselbe Aufgabe hat, ist das der Unterschied zwischen einem Gerät, das man beaufsichtigen muss, und einem, das mitdenkt.

Was der Aufpreis konkret kostet

DJI NeoDJI Neo 2Abstand
Basisversion137,00 €208,95 €71,95 €
Fly More Combo245,00 €329,00 €84,00 €
Mit Brille und Bewegungssteuerungkeine Variante480,90 €

Rund 72 € trennen die Basisversionen. Ein einzelner Ersatzakku für eine Drohne dieser Klasse liegt in derselben Größenordnung. Vor diesem Hintergrund ist der Aufpreis überschaubar für das, was dafür dazukommt.

Ein Hinweis zur Ausstattung: Bei der Neo 2 als Basisversion* liegt der Propellerschutz bei, die volle O4-Reichweite von 6 km braucht allerdings den digitalen Sendeempfänger, und der kommt erst mit der Fly More Combo für 329 €*. Ohne ihn läuft die Verbindung per WLAN zum Smartphone und reicht nur wenige Dutzend Meter.

Dasselbe gilt für die erste Neo*: Ihre 7 km Flugdistanz gelten mit der RC-N3, die in der Fly More Combo für 245 € steckt. Wer eine dieser Drohnen ernsthaft einsetzen will, plant deshalb bei beiden mit der Combo.

Wo die erste Neo weiterhin genügt

Die Rundenbilanz von 6:1 liest sich eindeutig, und trotzdem gibt es Fälle, in denen die Neo die richtige Wahl bleibt.

Als günstigster Einstieg. Für 137 € bekommst Du DJIs Flugsoftware, die Handstart-Bedienung und einen Formfaktor, der in jede Tasche passt. Das ist der niedrigste Preis, zu dem eine DJI-Drohne zu haben ist.

Auf freier Fläche. Wiese, Strand, Feldweg, Sportplatz: Wo nichts in die Flugbahn ragt, spielt die fehlende Vorwärtssicht keine Rolle.

Zum Ausprobieren. Wer wissen will, ob eine Drohne überhaupt zu ihm passt, bevor er 600 € in eine Mini 4K oder mehr in eine Mini 4 Pro steckt, verliert bei der Neo am wenigsten.

Ein Punkt spricht sogar sachlich für sie: Mit 135 g ist sie 16 g leichter. Bei einem Absturz ist die Bewegungsenergie entsprechend geringer. Rechtlich ändert das nichts, beide bleiben in Klasse C0 und brauchen keinen Drohnenführerschein.

Was für beide gilt: Registrierung und Versicherung

Die 250-Gramm-Grenze befreit von der Prüfung, nicht von den übrigen Pflichten. Weil beide Drohnen eine Kamera tragen, gilt in Deutschland:

Beide Punkte kosten wenig, werden aber häufig übersehen. Bei einer Drohne für 137 € liegt die Versicherung schnell in der Größenordnung eines Zehntels des Kaufpreises pro Jahr.

Fazit

Die Neo 2 gewinnt sechs von acht Runden, und die deutlichste davon ist die wichtigste: Eine Drohne, die selbstständig hinter Dir herfliegt, braucht Augen nach vorn. Die erste Neo hat sie nicht, die Neo 2* hat sie in alle Richtungen und misst vorn zusätzlich per LiDAR. Dazu kommen der zweite Gimbal-Arm, 4K mit 60 Bildern, mehr als das doppelte an Speicher und eine Windklasse mehr.

Für rund 72 € Aufpreis ist das ein klarer Kauf, sobald Du die Drohne im Gelände einsetzt oder öfter bei wenig Licht filmst.

Die erste Neo* bleibt die Empfehlung bei striktem Budget und für Flüge über freier Fläche. Sie liefert dieselben Handstart-Modi und denselben Sensor, verlangt dafür aber, dass Du die Flugbahn selbst im Blick behältst.

Ausführlich stehen beide Modelle in unseren Rezensionen: DJI Neo und DJI Neo 2.

Welche der beiden passt zu dir?

Die Rundenbilanz sagt, welches Gerät technisch vorn liegt. Ob es auch das richtige für dich ist, entscheiden diese Bedingungen.

Nimm die Neo wenn …

  • Dein Budget liegt fest bei rund 140 € und der Aufpreis kommt nicht infrage
  • Du fliegst überwiegend auf freier Fläche ohne Bäume, Masten und Zäune in Reichweite
  • Dir reichen kurze Selfie-Clips in 4K mit 30 Bildern für Social Media
  • Die Drohne soll ein Einstieg zum Ausprobieren sein, bevor Du in die Mini-Serie wechselst
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Nimm die Neo 2 wenn …

  • Du nutzt die Verfolgungsmodi im Gelände, im Wald oder zwischen Gebäuden
  • Du filmst häufiger in Innenräumen, im Schatten oder in der Dämmerung
  • Du willst 4K mit 60 Bildern für flüssige Bewegung und halbe Zeitlupe
  • Du filmst ganze Tage am Stück und brauchst mehr als 22 GB Speicher
  • Du fliegst an der Küste, am See oder in windanfälligem Gelände
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Preise und Varianten

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Häufige Fragen

Lohnt sich der Aufpreis von der DJI Neo zur Neo 2?

Für rund 72 € Aufpreis bekommst Du Rundum-Hinderniserkennung mit LiDAR, einen zweiten mechanischen Gimbal-Arm, 4K mit 60 statt 30 Bildern, mehr als das Doppelte an internem Speicher und eine Windklasse mehr. Sobald Du die Verfolgungsmodi im Gelände nutzt, rechtfertigt allein die Sensorik den Aufpreis. Wer nur auf freier Fläche fliegt und ein festes Budget von rund 140 € hat, bekommt mit der Neo weiterhin eine brauchbare Selfiedrohne.

Haben DJI Neo und Neo 2 dieselbe Kamera?

Der Sensor ist identisch: 1/2 Zoll mit 12 Megapixeln. Unterschiedlich sind das Objektiv und die Verarbeitung. Die Neo 2 hat Blende f/2,2 statt f/2,8, einen ISO-Bereich bis 12.800 statt 6.400 und filmt 4K mit 60 statt 30 Bildern pro Sekunde. Bei gutem Licht liegen die Ergebnisse nah beieinander, bei wenig Licht und in Bewegung zieht die Neo 2 davon.

Kann die DJI Neo Hindernisse erkennen?

Nur nach unten. Ihr einziges Sichtsystem misst die Höhe über Grund im Bereich von 0,5 bis 10 m und hält die Position. Nach vorn, zur Seite und nach hinten hat sie keine Sensorik. Im Verfolgungsmodus musst Du deshalb selbst darauf achten, dass die Flugbahn frei von Ästen, Masten und Zäunen bleibt.

Brauchen DJI Neo und Neo 2 einen Drohnenführerschein?

Nein. Beide wiegen mit 135 g und 151 g deutlich unter 250 g und tragen die Klassenkennzeichnung C0. In den Unterkategorien A1 und A3 ist damit kein Kompetenznachweis nötig. Pflicht sind bei beiden die Registrierung als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt, die e-ID-Plakette am Rumpf und eine Haftpflichtversicherung, weil beide eine Kamera tragen.

Wie viel Speicher haben DJI Neo und Neo 2?

Die Neo hat 22 GB, die Neo 2 hat 49 GB internen Speicher. Beide haben keinen Speicherkartenschacht, der interne Speicher ist also die harte Obergrenze. In 4K entspricht das rund 40 Minuten Material bei der Neo und etwa 80 Minuten bei der Neo 2. Übertragen wird per App oder USB-C.

Welche der beiden fliegt bei Wind besser?

Die Neo 2. Sie hält 10,7 m/s Wind stand, das entspricht Windstärke 5, die Neo schafft 8 m/s und damit Windstärke 4. Wichtiger als der Schwebeflug ist der Rückweg: Die Neo erreicht im Sport-Modus 8 m/s Eigengeschwindigkeit und kommt gegen 8 m/s Gegenwind rechnerisch nicht mehr voran. Die Neo 2 hat mit 12 m/s Reserve.

Fliegen DJI Neo und Neo 2 ohne Fernsteuerung?

Ja, beide starten von der Handfläche und lassen sich anschließend per Smartphone-App steuern. Die Neo 2 ergänzt Gestensteuerung, Sprachbefehle und Bedienung über die Apple Watch. Ohne Fernsteuerung ist die Reichweite bei beiden auf wenige Dutzend Meter begrenzt; die Distanzangaben von 7 km oder 6 km gelten nur mit der jeweiligen Funkverbindung.

Was bringt der zweite Gimbal-Arm der Neo 2?

Er gleicht Rollbewegungen mechanisch aus, also das seitliche Kippen. Bei der Neo übernimmt das die Software, und jede Software-Stabilisierung schneidet dafür Bildränder weg. Der mechanische Ausgleich hält den Horizont bei Seitenwind und in Kurven gerade, ohne Bildwinkel zu kosten.

Welche Drohne ist besser für Innenräume?

Die Neo 2, aus zwei Gründen. Ihr Objektiv mit f/2,2 und der ISO-Bereich bis 12.800 kommen mit dem geringeren Licht in Räumen besser zurecht. Und ihre Rundum-Sensorik erkennt Wände, Möbel und Türrahmen, an denen die nur nach unten schauende Neo vorbeifliegt. Der Propellerschutz gehört bei beiden in Innenräumen an die Drohne.

Was ist die Motion Fly More Combo der Neo 2?

Sie kostet 480,90 € und enthält zusätzlich zur Fly More Combo die Bewegungssteuerung RC Motion 3 und die Videobrille Goggles N3. Damit fliegst Du die Neo 2 im Blickflug, also mit dem Bild der Drohne direkt vor den Augen. Für die erste Neo gibt es keine vergleichbare Variante ab Werk.

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