Drohnenführerschein ohne Prüfung kaufen: geht das?

Einen Drohnenführerschein ohne Prüfung gibt es nicht: Der Nachweis kommt vom Luftfahrt-Bundesamt. Was Anbieter legal verkaufen dürfen und warum die Prüfung der einfachste Teil ist.

Recht & Wissen Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Die Suche nach einem Drohnenführerschein ohne Prüfung hat meist einen nachvollziehbaren Grund: keine Lust auf Theorie, wenig Zeit, Zweifel am eigenen Prüfungsglück. Die gute Nachricht steckt im Detail der echten Prüfung: Sie ist kostenlos, beliebig wiederholbar und in einem Abend erledigt. Dieser Artikel zeigt, warum es den Nachweis ohne Prüfung nicht gibt und wie der reguläre Weg tatsächlich abläuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausgestellt wird nur vom Amt. Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 kommt vom Luftfahrt-Bundesamt, kein Anbieter darf ihn vergeben.
  • Anbieter verkaufen Schulung, also Lernmaterial und Übungsfragen, üblicherweise für 20 bis 60 €.
  • Ein gekauftes PDF ist wertlos, weil die Kontrolle mit dem Bestand des Amtes abgleicht.
  • Der Bußgeldrahmen für den Betrieb ohne gültigen Nachweis reicht bis 50.000 €.
  • Die echte Prüfung: 40 Fragen, 40 Minuten, 75 % zum Bestehen, 25 € Gebühr erst bei der Ausstellung.

Wer den Nachweis ausstellen darf

Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 ist ein behördliches Dokument. In Deutschland stellt ihn das Luftfahrt-Bundesamt aus, und zwar erst nach bestandener Online-Prüfung im amtlichen Prüfungsportal. Damit ist die Frage nach dem Kauf ohne Prüfung bereits beantwortet: Ein privater Anbieter kann dieses Dokument gar nicht vergeben, unabhängig davon, was er verspricht.

Beim A2-Fernpilotenzeugnis sieht es nur auf den ersten Blick anders aus. Dort nimmt eine vom Amt benannte Prüfstelle die theoretische Zusatzprüfung ab und meldet das Ergebnis. Ausgestellt wird das Zeugnis anschließend wieder vom Luftfahrt-Bundesamt. Auch hier führt der Weg über eine bestandene Prüfung.

Es gibt einen großen, völlig legalen Markt rund um den Drohnenführerschein. Er verkauft Vorbereitung:

LeistungÜblicher PreisWer liefert
Lernmaterial und Videos20 bis 60 €kommerzielle Schulungsanbieter
Übungsprüfungenim Paket enthaltenkommerzielle Schulungsanbieter
A2-Prüfungsabnahme89 bis 350 €benannte Prüfstellen
Online-Training A1/A3kostenlosLuftfahrt-Bundesamt
Prüfung A1/A3kostenlosLuftfahrt-Bundesamt
Ausstellung A1/A325 €Luftfahrt-Bundesamt

Ein Schulungspaket kann sinnvoll sein, wenn du strukturiertes Material und viele Übungsfragen möchtest. Es ersetzt aber nie die Prüfung, und die Ausstellungsgebühr kommt in jedem Fall dazu. Die Gegenüberstellung beider Wege steht im Artikel zum kleinen Drohnenführerschein.

Ein Warnsignal ist deshalb jedes Angebot, das ein fertiges Zertifikat verspricht, ohne dass du eine Prüfung ablegst. Ebenso Angebote, die von einer Ausstellung durch den Anbieter selbst sprechen.

Warum ein gekauftes Dokument auffliegt

Zwei Wege zum Drohnenführerschein als Ablaufketten mit Richtungspfeilen, die beide in denselben Kontrollknoten münden. Der obere Weg ist der reguläre: Konto im Prüfungsportal des Luftfahrt-Bundesamts anlegen, kostenloses Online-Training mit neun Themengebieten durcharbeiten, Online-Prüfung mit 40 Fragen in 40 Minuten und einer Bestehensgrenze von 75 Prozent ablegen, 25 Euro Ausstellungsgebühr zahlen, Zertifikat als PDF erhalten, das vom Amt ausgestellt und dort geführt wird. Der untere Weg ist der gekaufte: Zahlung an einen Anbieter, Zusendung eines PDF per E-Mail, keine Prüfung, kein Eintrag beim Amt. Beide Wege laufen im Kontrollknoten zusammen, in dem das vorgelegte Dokument mit dem Bestand des Luftfahrt-Bundesamts abgeglichen wird. Der reguläre Weg führt dort zu einem Treffer und damit zu einem gültigen Nachweis. Der gekaufte Weg führt zu keinem Treffer, in der Folge zu einem Betrieb ohne gültigen Kompetenznachweis mit einem Bußgeldrahmen bis 50.000 Euro, möglichen Urkundendelikten nach dem Strafgesetzbuch und Problemen mit dem Versicherer im Schadensfall. Hinweisleiste: Der reguläre Weg kostet 25 Euro und einen Abend, der Umweg kostet mehr und liefert nichts.

Beide Wege enden an derselben Stelle: dem Abgleich mit dem Bestand des Luftfahrt-Bundesamts.

Der entscheidende Punkt ist der Abgleich. Weil das Amt den Nachweis ausstellt, führt es ihn auch. Ein Dokument, das dort nicht vorliegt, ist im Kontrollfall wirkungslos, egal wie überzeugend es gestaltet ist.

Daraus folgen drei Konsequenzen:

Die Ordnungswidrigkeit. Der Betrieb ohne gültigen Kompetenznachweis in einer Unterkategorie, die ihn verlangt, ist ein Verstoß gegen die luftrechtlichen Vorschriften. Der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 Euro, für einfache Formverstöße liegen die Beträge in der Praxis erheblich darunter.

Der strafrechtliche Bereich. Wer ein gefälschtes Dokument herstellt oder vorlegt, bewegt sich im Bereich der Urkundendelikte des Strafgesetzbuchs. Das ist eine andere Größenordnung als ein Bußgeldbescheid.

Der Versicherungsfall. Kommt es zu einem Schaden, prüft der Versicherer, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für den Betrieb vorlagen. Ein fehlender Nachweis ist genau an dieser Stelle unangenehm, wie der Artikel Drohnen-Haftpflichtversicherung im Detail zeigt.

Die Prüfung ist der einfachste Teil

Der eigentliche Grund, warum sich der Umweg nicht lohnt: Die Prüfung ist bewusst niedrigschwellig gestaltet.

Es gibt weder einen Prüfungstermin noch eine praktische Fahrprüfung noch einen Fahrlehrer. Der gesamte Vorgang läuft am eigenen Rechner.

Die neun Themengebiete drehen sich um Flugsicherheit, Luftraumbeschränkungen, Luftfahrtvorschriften, menschliche Leistungsgrenzen, Betriebsverfahren, allgemeines UAS-Wissen, Privatsphäre und Datenschutz, Versicherung und Luftsicherheit. Wer schon einmal etwas über Flugverbotszonen und die EU-Drohnenverordnung gelesen hat, kennt einen guten Teil davon bereits.

Prüfe zuerst, ob du ihn überhaupt brauchst

Bevor du Zeit oder Geld investierst, lohnt eine Zwischenfrage: Bist du überhaupt betroffen?

SituationKompetenznachweis nötig?
Drohne unter 250 g, Betrieb in A1nein
Drohne ab 250 gja
Betrieb in A3 (150 m Abstand zu Wohngebieten)ja
Betrieb in A2 (30 m zu Unbeteiligten)ja, zusätzlich das A2-Zeugnis

Wer ausschließlich eine Mini-Drohne unter 250 Gramm fliegt, braucht in A1 keinen Kompetenznachweis. Die Registrierung als Betreiber und die Haftpflichtversicherung bleiben davon unberührt, wie die Artikel Drohne unter 250 g registrieren und Drohnenversicherung ab wie viel Gramm zeigen. Ob dich die Pflicht trifft, klärt außerdem der Artikel Brauche ich einen Drohnenführerschein.

Die legale Abkürzung, die es tatsächlich gibt

Eine echte Erleichterung existiert, und sie greift beim Verlängern. Wer einen noch gültigen Kompetenznachweis besitzt, kann ihn in den letzten zwölf Monaten der Gültigkeit über eine Auffrischungsschulung ohne Abschlussprüfung erneuern. Statt einer Prüfung arbeitest du Lernmodule mit Wissensabfragen durch, die Gebühr beträgt 15 Euro.

Diese Option setzt einen bestehenden Nachweis voraus und hilft beim Erstzugang deshalb nicht. Wie der Ablauf im Einzelnen aussieht, steht im Artikel Kenntnisnachweis Drohne verlängern, die Fristen aller drohnenrechtlichen Nachweise sortiert Drohnen-Registrierung verlängern.

In drei Schritten zum echten Nachweis

  1. Konto anlegen im Prüfungsportal des Luftfahrt-Bundesamts. Achte darauf, im Prüfungsportal zu sein, denn die Registrierung als Betreiber läuft unter einer anderen Adresse.
  2. Online-Training durcharbeiten und die Übungsfragen nutzen. Zwei bis vier Stunden reichen in der Regel.
  3. Prüfung ablegen und 25 Euro zahlen. Das Zertifikat steht danach als PDF bereit, bei Kreditkartenzahlung meist sofort.

Der ganze Vorgang passt an einen Abend und kostet weniger als die meisten Angebote, die eine Abkürzung versprechen.

Fazit: der reguläre Weg ist die Abkürzung

Einen gültigen Drohnenführerschein ohne Prüfung gibt es nicht, weil das Luftfahrt-Bundesamt ihn ausstellt und dafür die bestandene Prüfung verlangt. Angebote mit fertigem PDF liefern ein Dokument, das im Kontrollfall wirkungslos ist und den Betrieb zur Ordnungswidrigkeit macht. Der offizielle Weg kostet 25 Euro, ein paar Stunden Lernzeit und lässt sich beliebig oft wiederholen, ohne dass ein Fehlversuch Geld kostet. Damit ist er zugleich der schnellste.

Häufige Fragen

Kann man einen Drohnenführerschein ohne Prüfung kaufen?

Einen gültigen nicht. Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 wird vom Luftfahrt-Bundesamt ausgestellt, und Voraussetzung dafür ist die bestandene Online-Prüfung. Kein privater Anbieter kann das Zertifikat vergeben. Was Anbieter verkaufen dürfen, sind Lernmaterial, Übungsprüfungen und beim A2 die Prüfungsabnahme als benannte Prüfstelle.

Was verkaufen kommerzielle Anbieter dann?

Schulung, keine Zertifikate. Ein typisches Paket enthält aufbereitetes Lernmaterial, Videos und eine große Zahl an Übungsfragen, üblicherweise für 20 bis 60 Euro. Die Prüfung selbst legst du danach trotzdem beim Luftfahrt-Bundesamt ab, und die Ausstellungsgebühr von 25 Euro fällt zusätzlich an. Für den A2 nimmt eine benannte Prüfstelle die theoretische Zusatzprüfung ab.

Was ist mit Angeboten für ein PDF-Zertifikat gegen Gebühr?

Solche Dokumente sind wertlos. Ausgestellt wird der Nachweis ausschließlich vom Luftfahrt-Bundesamt, das ihn im eigenen System führt. Eine Kontrolle gleicht das vorgelegte Zertifikat mit diesem Bestand ab, und ein Dokument ohne Eintrag fällt dabei auf. Der Betrieb gilt dann als Flug ohne gültigen Nachweis.

Welche Folgen hat ein gefälschter Nachweis?

Zwei Ebenen kommen zusammen. Der Betrieb ohne gültigen Kompetenznachweis ist eine Ordnungswidrigkeit, der Bußgeldrahmen der luftrechtlichen Vorschriften reicht bis 50.000 Euro. Wer darüber hinaus ein gefälschtes Dokument vorlegt, bewegt sich im Bereich der Urkundendelikte des Strafgesetzbuchs. Dazu kommen mögliche Probleme mit dem Versicherer im Schadensfall.

Wie schwer ist die Prüfung für den kleinen Drohnenführerschein wirklich?

Sie besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen aus neun Themengebieten, dauert 40 Minuten und verlangt mindestens 75 Prozent richtige Antworten, also 30 von 40. Das Online-Training des Luftfahrt-Bundesamts deckt genau diese Themen ab und ist in zwei bis vier Stunden zu schaffen. Die Gebühr fällt erst bei der Ausstellung an, ein zweiter Anlauf kostet daher nichts extra.

Gibt es einen legalen Weg ohne Online-Prüfung?

Für den A1/A3 führt der Weg immer über die Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt. Eine Erleichterung gibt es beim Verlängern: Dort steht neben der erneuten Prüfung eine Auffrischungsschulung ohne Abschlussprüfung zur Wahl. Diese Option setzt allerdings einen bestehenden, noch gültigen Nachweis voraus.

Brauche ich den Drohnenführerschein überhaupt?

In der Unterkategorie A1 ist für Drohnen unter 250 Gramm kein Kompetenznachweis erforderlich. Wer ausschließlich eine Mini-Drohne fliegt, kommt also ohne aus. Ab 250 Gramm und für den Betrieb in A3 wird er dagegen fällig. Registrierung und Haftpflichtversicherung sind davon unabhängig und gelten in beiden Fällen.

Was kostet der Drohnenführerschein auf dem regulären Weg?

Der A1/A3 kostet 25 Euro Ausstellungsgebühr beim Luftfahrt-Bundesamt, Lernmaterial und Prüfung stellt das Amt kostenlos bereit. Wer ein kommerzielles Lernpaket dazunimmt, zahlt meist 45 bis 90 Euro insgesamt. Der A2 kostet 30 Euro LBA-Gebühr plus die Gebühr der Prüfstelle und landet üblicherweise bei 120 bis 380 Euro.

Das könnte dich auch interessieren