„Drohnenführerschein kostenlos” taucht in Suchvorschlägen und Werbeanzeigen ständig auf, und die Sache hat einen wahren Kern: Das gesamte Lernmaterial und die Prüfung selbst kosten beim Luftfahrt- Bundesamt tatsächlich nichts. Nur das Papier am Ende kostet. Dieser Artikel trennt beides sauber und zeigt, für wen der Nachweis komplett entfällt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kostenlos sind Training und Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt, inklusive Lernmaterial zu allen neun Themengebieten.
- 25 Euro kostet die Ausstellung des Zertifikats. Diese Gebühr lässt sich nicht umgehen.
- Ganz ohne Nachweis fliegt, wer unter 250 Gramm bleibt.
- Kommerzielle Pakete kosten 45 bis 90 Euro, der Nachweis am Ende ist derselbe.
- Ein kostenloser Kurs ersetzt keine Prüfung: gültig ist nur, was das Amt oder eine benannte Stelle ausstellt.
Was beim Luftfahrt-Bundesamt nichts kostet
Der Weg zum EU-Kompetenznachweis A1/A3 besteht aus drei Teilen, und nur einer davon ist gebührenpflichtig:
| Schritt | Beim LBA | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Online-Training | 0 € | neun Themengebiete, Text- und Online-Module |
| Prüfung | 0 € | 40 Multiple-Choice-Fragen, 40 Minuten |
| Zertifikat | 25 € | Ausstellung und Verwaltung für fünf Jahre |
Das ist der günstigste legale Weg zum Nachweis, und er ist zugleich der direkte. Der vollständige Ablauf mit Prüfungsinhalten steht im Artikel zum kleinen Drohnenführerschein, die beiden Portale erklärt der Beitrag zum LBA-Portal-Login.
Warum die 25 Euro bleiben
Die Gebühr hängt am Dokument, nicht am Lernen. Das Amt prüft die Angaben, stellt den Nachweis aus und verwaltet ihn über die Gültigkeitsdauer. Das ist ein gebührenpflichtiger Verwaltungsakt, und er fällt unabhängig davon an, wie viel Vorbereitung du gebraucht hast.
Praktisch heißt das: Wer die Inhalte schon kennt und die Prüfung ohne Vorbereitung besteht, zahlt genauso viel wie jemand, der sich durch alle Module gearbeitet hat. Ein „kostenloser Drohnenführerschein” in dem Sinne, dass am Ende gar nichts zu zahlen wäre, existiert für die Klasse ab 250 Gramm nicht.

Kostenlos ist das Lernen, nicht das Dokument. Wirklich bei null bleibt nur, wer unter 250 Gramm und ohne Kamera fliegt.
Der Weg, der tatsächlich nichts kostet
Es gibt eine Konstellation ohne jede Gebühr: eine Drohne unter 250 Gramm ohne Kamera und ohne anderen Sensor, der personenbezogene Daten erfassen kann. Dann entfällt der Kompetenznachweis, und auch die Registrierung als Betreiber ist nicht nötig.
Sobald eine Kamera an Bord ist, ändert sich genau ein Punkt: Die Registrierung wird fällig, einmalig 20 Euro für natürliche Personen. Der Kompetenznachweis bleibt weiterhin außen vor, solange das Startgewicht unter 250 Gramm liegt. Das ist der Grund, warum praktisch alle Hersteller ihre Einsteigermodelle exakt auf 249 Gramm auslegen. Welche Modelle das sind, zeigt der Vergleich der Kameradrohnen unter 250 Gramm.
Wer ganz ohne Registrierung fliegen will, braucht eine Drohne unter 250 g ohne Kamera. Das ist die einzige Variante, bei der vom Start bis zur Landung keine Gebühr anfällt.
Kostenloses Lernmaterial im Überblick
Für die Vorbereitung braucht niemand ein Bezahlangebot. Verfügbar sind ohne Kosten:
- Die amtlichen Schulungsmodule im Prüfungsportal, gegliedert nach den neun Themengebieten, die die EU-Verordnung vorschreibt.
- Übungsaufgaben zu den Modulen, die dem Prüfungsformat entsprechen.
- Die Verordnungstexte selbst, also die EU-Drohnenverordnung mit den Betriebsregeln der Offenen Kategorie.
- Probeklausuren kommerzieller Anbieter, die als Werbung für ihre Pakete kostenlos zugänglich sind.
Welche Fragen typischerweise gestellt werden, sammelt der Artikel zu den Prüfungsfragen.
Wo kostenlos in die Irre führt
Drei Formulierungen begegnen einem regelmäßig, und alle drei sind missverständlich:
„Kostenloser Online-Kurs.” Meist stimmt das sogar, gemeint ist aber das Lernmaterial. Die Prüfung und die Ausstellung laufen anschließend über das Amt oder eine benannte Stelle und kosten weiterhin.
„Drohnenführerschein gratis machen.” Hier lohnt die Rückfrage, wer den Nachweis ausstellt. Gültig ist nur, was vom Luftfahrt-Bundesamt oder einer vom Amt benannten Stelle kommt. Alles andere ist eine Teilnahmebestätigung ohne rechtliche Wirkung.
„Registrierung inklusive.” Ein Anbieter kann die Registrierung nicht ersetzen, sie läuft ausschließlich über das Amt. Angebote, die gegen Aufpreis die Antragstellung übernehmen, sind zulässig, aber überflüssig. Der Ablauf steht im Artikel zur Registrierung beim LBA.
Was der kommerzielle Weg bietet
Vom Amt benannte Stellen dürfen denselben Nachweis ausstellen. Sie verkaufen dazu Lernpakete, und die kosten meist 45 bis 90 Euro inklusive der Ausstellungsgebühr. Dafür bekommst du in der Regel Lernvideos statt reiner Textmodule, mehr Probeklausuren und einen Ansprechpartner bei Fragen.
Rechtlich ist der Nachweis identisch. Der Aufpreis kauft also Lernkomfort, keine zusätzliche Berechtigung. Für die meisten reicht das amtliche Material, wer mit Videos deutlich besser lernt, kann das Geld sinnvoll anlegen.
Die Kosten über fünf Jahre
Der Nachweis gilt fünf Jahre. Danach ist eine Verlängerung nötig, die günstiger ausfällt als die Erstausstellung und in den letzten zwölf Monaten vor Ablauf möglich ist. Wer die Frist verstreichen lässt, durchläuft den kompletten Weg erneut und zahlt wieder den vollen Betrag. Der Ablauf steht im Artikel Kenntnisnachweis verlängern.
Über fünf Jahre gerechnet liegt der günstigste Weg damit bei 25 Euro für den Nachweis plus einmalig 20 Euro für die Registrierung, die unbefristet gilt. Gemessen an den Anschaffungskosten einer Drohne ist das ein kleiner Posten. Was eine Drohne insgesamt kostet, rechnet der Artikel Wie teuer ist eine Drohne? durch.
Im Ausland
Österreich gehört zum Geltungsraum der EU-Drohnenverordnung, der Nachweis läuft dort über Austro Control mit eigenen Gebühren. Ein in Deutschland erworbener A1/A3 gilt dort weiter, eine zweite Prüfung ist unnötig. Die Einzelheiten stehen beim Drohnenführerschein in Österreich.
Die Schweiz steht außerhalb des EU-Systems und regelt den Kompetenznachweis eigenständig. Was dort verlangt wird, klärt der Artikel zum Drohnenführerschein Schweiz.
Fazit: kostenlos lernen, 25 Euro fürs Papier
Die ehrliche Antwort auf die Frage lautet: Das Wissen gibt es gratis, das Dokument nicht. Wer ab 250 Gramm fliegt, zahlt 25 Euro für den Nachweis und einmalig 20 Euro für die Registrierung, und er kommt mit dem amtlichen Lernmaterial vollständig durch die Prüfung.
Wirklich kostenlos bleibt nur die Klasse unter 250 Gramm, und dort auch nur ohne Kamera. Welche Nachweise in welcher Konstellation überhaupt nötig werden, sortiert der Artikel Brauche ich einen Drohnenführerschein?
Häufige Fragen
Ist der Drohnenführerschein kostenlos?
Zum Teil. Das Online-Training und die Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt kosten nichts, die Ausstellung des Zertifikats dagegen 25 Euro. Diese Gebühr lässt sich nicht umgehen, weil sie für den Verwaltungsakt anfällt und nicht für das Lernen. Wer also von einem kostenlosen Drohnenführerschein liest, meint in aller Regel das kostenlose Lernmaterial.
Wie komme ich am günstigsten an den Nachweis A1/A3?
Direkt über das Prüfungsportal des Luftfahrt-Bundesamts unter exam.lba-openuav.de. Dort arbeitest du das kostenlose Online-Training durch, legst die Prüfung ab und zahlst am Ende 25 Euro. Kommerzielle Anbieter dürfen denselben Nachweis ausstellen, verkaufen dazu aber Lernpakete, sodass die Gesamtkosten meist bei 45 bis 90 Euro liegen.
Für wen entfällt der Drohnenführerschein ganz?
Für Drohnen unter 250 Gramm ohne Kamera und ohne anderen Sensor, der personenbezogene Daten erfassen kann. Sobald eine Kamera an Bord ist, wird zwar die Registrierung als Betreiber fällig, der Kompetenznachweis aber weiterhin nicht. Genau deshalb ist die 250-Gramm-Klasse für Einsteiger so attraktiv.
Gibt es kostenlose Übungsfragen für die Prüfung?
Ja. Das Luftfahrt-Bundesamt stellt das komplette Lernmaterial zu den neun Themengebieten kostenlos bereit, dazu gehören auch Übungsaufgaben. Daneben bieten kommerzielle Anbieter kostenlose Probeklausuren an, die als Werbung für ihre Lernpakete dienen. Für das Bestehen reicht das amtliche Material in aller Regel aus.
Warum kostet das Zertifikat 25 Euro?
Weil es ein gebührenpflichtiger Verwaltungsakt ist. Das Amt prüft, stellt aus und verwaltet den Nachweis fünf Jahre lang. Die Gebühr hängt damit am Dokument, nicht am Lernaufwand. Aus demselben Grund entfällt sie auch dann nicht, wenn du dein Wissen bereits hast und die Prüfung ohne jede Vorbereitung ablegst.
Ist die Verlängerung nach fünf Jahren auch kostenpflichtig?
Ja, sie kostet allerdings weniger als die Erstausstellung. Der Kompetenznachweis A1/A3 gilt fünf Jahre und lässt sich in den letzten zwölf Monaten vor Ablauf online verlängern. Wer die Frist verstreichen lässt, macht den vollständigen Weg noch einmal und zahlt erneut den vollen Betrag.
Sind kostenlose Drohnenführerschein-Kurse seriös?
Ein kostenloser Kurs kann durchaus seriös sein, er ersetzt aber nie die Prüfung bei einer zugelassenen Stelle. Entscheidend ist die Frage, wer den Nachweis am Ende ausstellt: das Luftfahrt-Bundesamt oder eine vom Amt benannte Stelle. Alles andere ist Lernmaterial, so gut es sein mag, und führt allein zu keinem gültigen Nachweis.
Gilt das auch in Österreich und der Schweiz?
Nur teilweise. Österreich gehört zum Geltungsraum der EU-Drohnenverordnung, der Nachweis läuft dort über Austro Control mit eigenen Gebühren, ein deutscher Nachweis gilt dort aber weiter. Die Schweiz steht außerhalb der EU und regelt den Kompetenznachweis eigenständig. Ein in Deutschland erworbener A1/A3 muss dort gesondert betrachtet werden.