Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 249 g |
|---|---|
| Maße aufgefaltet | 167,4 × 217,8 × 62 mm |
| Maße gefaltet | 143 × 82,8 × 62 mm |
| Motorabstand | 241,6 mm |
| Max. Flugzeit | 30 Minuten |
| Max. Geschwindigkeit | 14 m/s bei Windstille |
| Steiggeschwindigkeit | 4 m/s, Sinken 3,5 m/s |
| Windwiderstand | Windstärke 5 |
| Max. Flughöhe | 4.500 m über Meereshöhe |
| Betriebstemperatur | -10 bis 45 °C |
Kamera und Gimbal
| Bildsensor | 1/2,3-Zoll-CMOS mit 48 MP |
|---|---|
| Objektiv | 83° Bildwinkel, 4,49 mm Brennweite, Blende f/2,6 laut Händlerangabe |
| Fotoauflösung | 8192 × 4608 und 3840 × 2160 Pixel, JPEG und DNG |
| Videoauflösungen | 4K 3840 × 2160 bei 30 fps · Full HD 1920 × 1080 bei 60 fps |
| Bitrate | 50 oder 100 Mbit/s |
| ISO-Bereich | 100 bis 1.600 |
| Verschlusszeit | 1/2 bis 1/4000 s |
| Gimbal | mechanisch auf drei Achsen (Nicken, Rollen, Schwenken) |
| Steuerbarer Neigebereich | -90° bis 30° |
| Regelgenauigkeit | ±0,01° statisch, ±0,02° dynamisch |
Übertragung und Positionierung
| Max. Reichweite | 6 km |
|---|---|
| Frequenz | 2,4 GHz |
| Positionierung | GPS, dazu Laufzeitsensor und visuelle Positionierung von 0,25 bis 10 m |
| Aufnahmemodi | QuickShots und Motivverfolgung über die Sirius-App |
Akku und Speicher
| Flugakku | 2S LiPo mit 7,7 V und 2.250 mAh, 10C |
|---|---|
| Senderakku | 3,7 V mit 3.900 mAh, fest verbaut |
| Speicherkarte | microSD bis 128 GB, mindestens C10 oder U1 |
Die Holy Stone HS900 ist eine Einsteigerdrohne, die den mechanischen 3-Achsen-Gimbal in eine Preisklasse bringt, in der oft nur elektronische Stabilisierung angeboten wird. Sie wiegt 249 Gramm, fliegt laut Hersteller 30 Minuten und überträgt bis zu 6 Kilometer weit. Der 1/2,3-Zoll-Sensor löst mit 48 Megapixeln auf und filmt 4K mit 30 Bildern pro Sekunde. Diese Rezension ordnet sie anhand des Holy-Stone-Datenblatts, der Amazon-Listung und des Preisgefüges ihrer Klasse ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Ein mechanischer 3-Achsen-Gimbal in dieser Preisklasse ist keine Selbstverständlichkeit und hebt sie klar von rein elektronisch stabilisierten Modellen ab
- Die Regelgenauigkeit von ±0,01° im Stand ist ein Wert auf dem Niveau deutlich teurerer Drohnen
- 30 Minuten Flugzeit liegen im oberen Bereich der 250-Gramm-Klasse
- 249 g halten sie unter der Grenze, ab der ein Kompetenznachweis nötig würde
- Windstärke 5 als angegebener Windwiderstand ist für ein Gerät dieses Gewichts respektabel
- Der Neigebereich bis 30° nach oben erlaubt Aufnahmen, die viele Konkurrenten mit -90° bis 0° nicht schaffen
Das spricht dagegen
- Der ISO-Bereich endet bei 1.600, damit wird es in der Dämmerung schnell eng
- 4K nur mit 30 Bildern/s, für Zeitlupe bleibt allein Full HD mit 60 Bildern
- Keine Hinderniserkennung nach vorn, seitlich oder hinten, nur Positionierung nach unten
- Die Übertragung läuft auf 2,4 GHz, moderne Systeme wie DJI O4 arbeiten stabiler
- Mit rund 300 € liegt sie über der DJI Mini 4K, die bei ähnlicher Ausstattung rund 50 € weniger kostet
- Die Speicherkarte ist auf 128 GB begrenzt, andere Modelle unterstützen ein Vielfaches
Was die HS900 auszeichnet
In der Einsteigerklasse entscheidet ein Bauteil über die Bildqualität: der Gimbal. Günstige Drohnen stabilisieren elektronisch, indem sie einen Bildausschnitt digital nachführen. Das kostet Auflösung und versagt bei stärkeren Bewegungen.
Die HS900 hat einen mechanischen 3-Achsen-Gimbal, der die Kamera über Motoren physisch ruhig hält. Holy Stone gibt die Regelgenauigkeit mit ±0,01° im Stand und ±0,02° in Bewegung an, Werte, die man sonst aus höheren Preisklassen kennt.
Dazu kommen 249 g Startgewicht, 30 Minuten Flugzeit, ein 1/2,3-Zoll-Sensor mit 48 Megapixeln und 6 km Übertragungsreichweite. Der Preis liegt bei rund 300 €.
Der Gimbal und sein ungewöhnlicher Neigebereich
Der Gimbal deckt alle drei Achsen ab: Nicken, Rollen und Schwenken. Der steuerbare Neigebereich reicht von -90° bis 30°.
Die zweite Zahl ist die interessante. Viele Einsteigerdrohnen lassen sich nur zwischen senkrecht nach unten und waagerecht bewegen. Die HS900 schwenkt zusätzlich 30° nach oben.
Praktisch erschließt das eine Perspektive: Aufnahmen aus der Untersicht. Eine Fassade von unten nach oben, ein Baumwipfel gegen den Himmel, ein Berghang mit Gipfel im oberen Bildbereich. Diese Bilder entstehen bei Drohnen mit waagerechtem Anschlag nur, indem die ganze Drohne geneigt wird, was den Flug destabilisiert.
Die Kamera und ihre Grenzen
Der 1/2,3-Zoll-Sensor löst mit 48 Megapixeln auf, Fotos entstehen mit 8192 × 4608 Pixeln. Für Video stehen zwei Modi bereit:
| Modus | Auflösung | Bildrate | Bitrate |
|---|---|---|---|
| 4K | 3840 × 2160 | 30 fps | 50 oder 100 Mbit/s |
| Full HD | 1920 × 1080 | 60 fps | 50 oder 100 Mbit/s |
Zwei Werte begrenzen den Einsatzbereich deutlich.
Der ISO-Bereich endet bei 1.600. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Rezension. Bei gutem Tageslicht spielt es keine Rolle, in der Dämmerung schon: Ab einem gewissen Punkt lässt sich die Belichtung nur noch über längere Verschlusszeiten retten, was bei einer fliegenden Kamera Bewegungsunschärfe bedeutet. Für die blaue Stunde und für Nachtaufnahmen ist die HS900 nicht gebaut.
4K endet bei 30 Bildern/s. Zeitlupe ist damit allein in Full HD mit 60 Bildern möglich, also gut zweifach verlangsamt.
Wer mit dem Material weiterarbeiten will, findet Hinweise im Ratgeber zum Bearbeiten von Drohnenvideos.
Flugzeit und Windfestigkeit
30 Minuten nennt Holy Stone für den 2S-Akku mit 2.250 mAh. Das liegt im oberen Bereich der 250-Gramm-Klasse und über dem, was viele Konkurrenten in dieser Preislage bieten.
Realistisch planbar sind 20 bis 24 Minuten, sobald Wind, Positionswechsel und eine Sicherheitsreserve von etwa 20 Prozent einkalkuliert werden. Die Hintergründe dazu stehen im Ratgeber zur Flugzeit von Drohnen.
Beim Wind gibt Holy Stone Windstärke 5 an, also etwa 8 bis 10,7 m/s. Für ein Gerät mit 249 g ist das respektabel. Was bei welchem Wind noch vertretbar ist, klärt der Ratgeber zum Drohnenflug bei Wind.
Was fehlt: Hinderniserkennung
Die HS900 erkennt Hindernisse nur nach unten. Ein Laufzeitsensor und eine visuelle Positionierung arbeiten im Bereich von 0,25 bis 10 m und sorgen für stabiles Schweben und sanftes Landen.
Nach vorn, zur Seite und nach hinten sieht sie nichts. Das hat eine konkrete Folge für den Alltag: Beim automatischen Rückflug steigt die Drohne auf eine eingestellte Höhe und fliegt geradeaus zum Startpunkt. Steht ein Baum in diesem Korridor, endet der Flug dort.
Für die Preisklasse ist das üblich. Wer Rundum-Erkennung will, landet bei Modellen wie der DJI Lito X1 für rund 409 €.
Übertragung: 2,4 GHz mit 6 Kilometern
Die Verbindung läuft auf 2,4 GHz mit einer angegebenen Reichweite von 6 km. In Deutschland begrenzt die Sichtweitenregel den Flug ohnehin auf einige hundert Meter, weshalb die absolute Zahl wenig aussagt.
Relevanter ist die Stabilität in bebauter Umgebung. Hier zeigt sich der Abstand zu neueren Systemen: Während DJI mit O2 und O4 auf mehrere Frequenzbereiche und adaptive Kanalwahl setzt, arbeitet die HS900 auf dem stark belegten 2,4-GHz-Band. In Wohngebieten mit vielen WLAN-Netzen kann das zu Bildaussetzern führen.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Sensor | Gimbal | Flugzeit | Übertragung | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Holy Stone HS900 | 1/2,3”, 48 MP | 3 Achsen | 30 min | 6 km | ca. 300 € |
| DJI Mini 4K | 1/2,3”, 12 MP | 3 Achsen | 31 min | 10 km | ca. 250 € |
| Potensic ATOM 2 | 1/2”, 12 MP | 3 Achsen | 32 min | 10 km | ca. 390 € |
| Potensic ATOM SE | 1/2,3”, 12 MP | 2 Achsen | 31 min | 6 km | ca. 250 € |
Die ehrlichste Einordnung liefert die zweite Zeile. Die DJI Mini 4K kostet rund 50 € weniger, hat denselben Sensortyp und Gimbal-Aufbau und überträgt mit 10 km deutlich weiter und stabiler. Die HS900 hält mit der höheren Fotoauflösung und dem Neigebereich bis 30° nach oben dagegen.
Die ATOM 2 bietet den größeren 1/2-Zoll-Sensor und die stabilere Übertragung, kostet aber rund 90 € mehr.
Für wen sich die HS900 lohnt
Sie passt, wenn du eine erste Kameradrohne mit echtem mechanischem Gimbal suchst und Wert auf hohe Fotoauflösung legst. Die 48 Megapixel geben Reserven beim Beschneiden, die 12-MP-Konkurrenten nicht bieten. Der Neigebereich nach oben erschließt zusätzlich Perspektiven, die in dieser Klasse selten sind. Für die ersten Flüge hilft der Ratgeber zum Drohnenfliegen lernen.
Weniger passend ist sie, wenn du bei wenig Licht filmen willst. Der ISO-Bereich bis 1.600 setzt hier eine harte Grenze. Auch wer maximale Funkstabilität in bebauter Umgebung braucht, findet sie bei den DJI-Modellen eher.
Wer vor allem den Preis im Blick hat, sollte die DJI Mini 4K gegenrechnen.
Fazit
Die Holy Stone HS900 bringt einen ordentlichen mechanischen 3-Achsen-Gimbal, 48 Megapixel, 30 Minuten Flugzeit und 249 g zusammen. Der Neigebereich bis 30° nach oben ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.
Mit 4,0 von 5 ist sie eine solide Einsteigerdrohne mit klaren Grenzen: kein Licht jenseits des Tageslichts, keine Hinderniserkennung nach vorn, 2,4-GHz-Übertragung. Wer diese Punkte nicht braucht, bekommt mit der HS900* ein rundes Paket. Wer vor allem sparen will und auf die hohe Fotoauflösung verzichten kann, fährt mit der DJI Mini 4K* für rund 50 € weniger besser.
Häufige Fragen
Braucht man für die Holy Stone HS900 einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit 249 g bleibt sie unter der 250-Gramm-Grenze, ab der in den Unterkategorien A1 und A3 ein Kompetenznachweis verlangt wird. Weil eine Kamera an Bord ist, sind die Registrierung als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt, eine Haftpflichtversicherung und die e-ID-Plakette am Rumpf trotzdem Pflicht.
Was bringt der mechanische 3-Achsen-Gimbal?
Er gleicht Bewegungen der Drohne über bewegliche Motoren aus, statt das Bild digital zu beschneiden. Der Unterschied ist deutlich: Elektronische Stabilisierung kostet Bildausschnitt und Schärfe und versagt bei starken Bewegungen. Ein mechanischer Gimbal hält die Kamera physisch ruhig. Holy Stone gibt die Regelgenauigkeit mit ±0,01° im Stand und ±0,02° in Bewegung an, das sind Werte auf dem Niveau teurerer Modelle.
Wie lange fliegt die Holy Stone HS900 wirklich?
Das Datenblatt nennt 30 Minuten mit dem 2.250-mAh-Akku. Solche Werte entstehen bei ruhigem Flug ohne Wind. Realistisch planbar sind 20 bis 24 Minuten, sobald Wind, Positionswechsel und eine Sicherheitsreserve dazukommen. Das liegt im oberen Bereich dessen, was die 250-Gramm-Klasse leistet.
Hat die HS900 eine Hinderniserkennung?
Nur nach unten. Ein Laufzeitsensor und eine visuelle Positionierung arbeiten im Bereich von 0,25 bis 10 m und sorgen für stabiles Schweben sowie sanftes Landen. Nach vorn, zur Seite und nach hinten erkennt sie nichts. Beim automatischen Rückflug musst du deshalb selbst darauf achten, dass der Weg frei ist.
Wie gut ist die HS900 bei wenig Licht?
Eingeschränkt. Der ISO-Bereich endet bei 1.600, was den Spielraum in der Dämmerung deutlich begrenzt. Zusammen mit dem 1/2,3-Zoll-Sensor bedeutet das: Bei gutem Tageslicht liefert sie brauchbare Ergebnisse, in der blauen Stunde wird das Bild schnell dunkel oder verrauscht. Für Nachtaufnahmen ist sie die falsche Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen HS900 und DJI Mini 4K?
Beide nutzen einen 1/2,3-Zoll-Sensor mit mechanischem 3-Achsen-Gimbal und bleiben unter 250 g. Die HS900 löst mit 48 statt 12 MP auf, neigt den Gimbal bis 30° nach oben und kostet rund 300 €. Die Mini 4K überträgt über DJI O2 bis zu 10 km statt 6 km, filmt ebenfalls 4K/30 und kostet rund 250 €. Die Mini 4K ist die günstigere und funktechnisch stabilere Wahl, die HS900 bietet mehr Fotoauflösung und den größeren Neigebereich.
Wie weit reicht die Übertragung der HS900?
Holy Stone nennt bis zu 6 km auf 2,4 GHz. Dieser Wert gilt für freie Sicht ohne Funkstörungen. In Deutschland begrenzt die Sichtweitenregel den Flug ohnehin auf einige hundert Meter. Praktisch relevant ist eher die Stabilität in bebauter Umgebung, und dort ist 2,4 GHz anfälliger für Störungen als neuere Übertragungssysteme.
Welche Speicherkarte braucht die HS900?
Eine microSD-Karte bis 128 GB. Holy Stone empfiehlt mindestens Klasse C10 oder U1 mit 50 MB/s, für die höhere Bitrate von 100 Mbit/s besser U3 oder V30 mit 100 MB/s. Die Begrenzung auf 128 GB ist knapper als bei Konkurrenzmodellen, reicht bei 4K mit 100 Mbit/s aber für rund drei Stunden Material.
Was bedeutet der Neigebereich von -90° bis 30°?
Der Gimbal kann die Kamera 90° senkrecht nach unten und 30° nach oben schwenken. Der obere Bereich ist die Besonderheit: Viele Einsteigerdrohnen enden bei 0°, also waagerecht. Mit 30° nach oben lassen sich Aufnahmen aus der Untersicht machen, etwa an Gebäuden entlang nach oben oder mit Himmel im oberen Bildbereich.
Ist die HS900 für Anfänger geeignet?
Ja, das ist ihre Zielgruppe. GPS-Positionierung, automatische Aufnahmemodi über die Sirius-App und der Verzicht auf Kompetenznachweis-Pflicht machen den Einstieg einfach. Einschränkend gilt: Ohne Hinderniserkennung nach vorn musst du selbst aufpassen. Wer maximale Absicherung sucht, findet sie bei Modellen mit Rundum-Sensorik, die allerdings deutlich mehr kosten.