Kameradrohnen im Duell

DJI Air 3S oder DJI Mini 5 Pro?

DJI Air 3S und Mini 5 Pro haben denselben 1-Zoll-Sensor. Der Unterschied: 70-mm-Tele und 45 Minuten gegen 249,9 g ohne Drohnenführerschein.

Air 3S

Die zwei Brennweiten

Air 3S

4,3 / 5

ab 902,90 €

Zweite Kamera mit 70 mm, 45 Minuten Flugzeit und 32 km Flugdistanz. Bezahlt wird das mit 724 g und der Klasse C1.

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Mini 5 Pro

Die 250-Gramm-Grenze

Mini 5 Pro

4,6 / 5

ab 664,18 €

Derselbe 1-Zoll-Sensor, dazu ein um 225 Grad drehbarer Gimbal, alles knapp unter der Gewichtsgrenze der Klasse C0.

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Kurz gesagt

Technisch gewinnt die Air 3S vier von acht Runden, vor allem wegen der zweiten Kamera und der längeren Flugzeit. Für die meisten Freizeitpiloten in Deutschland wiegt trotzdem die eine Runde schwerer, die sie verliert: Mit 724 g fällt sie in Klasse C1 und verlangt den Kompetenznachweis A1/A3, während die Mini 5 Pro in C0 ohne Prüfung startet und über Menschen hinwegfliegen darf.

Vergleich der drohnen-guru.de-Redaktion · Aktualisiert am (zuerst am 21. August 2026) · Grundlage sind die Datenblätter beider Hersteller, die Ausstattung und der Preis

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Der Punktestand

Jedes Kriterium schlägt zur Seite des Gewinners aus. Die Länge des Balkens zeigt, wie deutlich der Vorsprung ausfällt.

Air 3S 4
3 Mini 5 Pro

Air 3S gewinnt 4 von 8 Runden, 1 endet unentschieden.

Die Stufen knapp, klar und deutlich sind eine redaktionelle Einordnung der Datenblatt-Werte, keine Messung.

Die Runden im Einzelnen

Runde 1

Rechtliche Einstufung

Air 3S 724 g, Klasse C1
Mini 5 Pro 249,9 g, Klasse C0

Die 250-Gramm-Grenze der EU-Drohnenverordnung ist die härteste Linie im gesamten Vergleich, weil sie über Papierkram und über erlaubte Fluggebiete entscheidet. Die Mini 5 Pro trägt mit 249,9 g die Klassenkennzeichnung C0 und darf damit in der Unterkategorie A1 fliegen, ohne dass Du einen Kompetenznachweis brauchst. Die Air 3S wiegt 724 g und trägt C1. Dafür ist der kleine Drohnenführerschein A1/A3 Pflicht, und der Überflug unbeteiligter Personen ist untersagt. Kommt es versehentlich dazu, musst Du den Flug unverzüglich beenden. Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt und Haftpflichtversicherung gelten für beide Geräte gleich.

Punkt für Mini 5 Pro: C0 startet ohne Prüfung und darf Unbeteiligte überfliegen, C1 verlangt den Kompetenznachweis A1/A3 und Abstand zu Personen.

Runde 2

Brennweiten und Bildausschnitt

Air 3S 24 mm plus 70 mm optisch
Mini 5 Pro 24 mm, Digitalzoom bis 3×

Die Air 3S trägt zwei Kameras: die 1-Zoll-Hauptkamera mit 24 mm Kleinbild-Brennweite und eine zweite mit 1/1,3 Zoll und 70 mm. Das entspricht knapp dreifachem Zoom, der optisch entsteht. Die Mini 5 Pro löst denselben Bildausschnitt über 3-fachen Digitalzoom, und der schneidet aus dem vorhandenen Bild einen Ausschnitt heraus. Für Motive, an die Du aus rechtlichen oder praktischen Gründen nicht näher heranfliegen kannst, ist der Unterschied deutlich sichtbar. Ein Vorbehalt gehört dazu: Die Telekamera der Air 3S arbeitet mit f/2,8 statt f/1,8 und fokussiert erst ab 3 m. Bei Dämmerung und im Nahbereich fällt sie als erste aus.

Punkt für Air 3S: Eine echte zweite Kamera nimmt mit voller Sensorauflösung auf, wo Digitalzoom einen Ausschnitt vergrößert.

Runde 3

Bildqualität der Hauptkamera

Air 3S 1 Zoll, 50 MP, f/1,8
Mini 5 Pro 1 Zoll, 50 MP, f/1,8

Hier liegt die eigentliche Überraschung dieses Duells. Die Mini 5 Pro brachte den 1-Zoll-Sensor in die 250-Gramm-Klasse, in der zuvor 1/1,3 Zoll das Maximum war. Damit steht in beiden Geräten dieselbe Kameraklasse: 50 Megapixel, Blende f/1,8, ISO bis 12.800 im normalen Profil und ISO bis 3.200 in D-Log M und HLG. Auch die Bitrate stimmt mit 130 Mbit/s überein, ebenso 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und Full HD mit 240. Beim Dynamikumfang weist DJI für die Air 3S bis zu 14 Blendenstufen im HDR-Videomodus aus, für die Mini 5 Pro nennt das Datenblatt keinen Wert. Diese Lücke lässt sich aus den öffentlichen Daten nicht schließen.

Gleichstand: Sensorgröße, Auflösung, Blende, ISO-Bereich und Bitrate stimmen bei beiden Geräten überein.

Runde 4

Flugzeit und Flugdistanz

Air 3S 45 min, 32 km
Mini 5 Pro 36 min, 21 km

45 Minuten nennt das Datenblatt für die Air 3S, 41 davon im Schwebeflug. Die Mini 5 Pro kommt auf 36 Minuten. Beide Werte entstehen unter Laborbedingungen, realistisch planbar sind rund 32 bis 36 Minuten bei der Air 3S und 25 bis 29 bei der Mini, jeweils mit aktiver Sensorik, Wind und Sicherheitsreserve. Der praktische Unterschied zeigt sich bei größeren Motiven: Neun Minuten reichen für einen zweiten Anflug aus anderer Richtung. Bei der Flugdistanz liegen 32 km gegen 21 km an, was für die Sichtweite kaum eine Rolle spielt, für die Reserve auf dem Rückweg aber schon.

Punkt für Air 3S: Neun Minuten mehr je Akku verschieben die Arbeitsweise von Akku-Rechnen zu Motivsuche.

Runde 5

Transportmaß und Reisetauglichkeit

Air 3S 214 mm gefaltet, 724 g
Mini 5 Pro 157 mm gefaltet, 250 g

Gefaltet misst die Air 3S 214 × 101 × 89 mm, die Mini 5 Pro 157 × 95 × 68 mm. Das klingt nach einem überschaubaren Unterschied und wirkt im Gepäck deutlich: Die Mini passt mit Fernsteuerung in eine kleine Umhängetasche, die Air 3S belegt ein Rucksackfach. Dazu kommt das Gewicht mit 724 g gegen 250 g. Auf einer Wanderung oder einer Reise mit Handgepäck-Limit ist das der Punkt, an dem eine Drohne mitkommt oder zu Hause bleibt. Wer ohnehin mit dem Auto zum Motiv fährt, kann diese Runde überspringen.

Punkt für Mini 5 Pro: Die Mini 5 Pro passt in eine Jackentasche, die Air 3S braucht ihr eigenes Fach im Rucksack.

Runde 6

Kamerabewegung und Hochformat

Air 3S Hochformat als 2,7K-Modus
Mini 5 Pro Gimbal rollt um 225 Grad

Der Gimbal der Mini 5 Pro rollt von -230° bis 95°, insgesamt also um 225 Grad. Damit lässt sich die Kamera mechanisch in jeden Zwischenwinkel drehen, echtes Hochformat eingeschlossen. Für Reels und Shorts bedeutet das die volle Sensorauflösung im 9:16-Format. Die Air 3S bietet für denselben Zweck einen eigenen Hochformat-Modus mit 2,7K und 1512 × 2688 Pixeln bis 60 Bildern/s, was unterhalb von 4K liegt. Der zweite Nutzen des Rollbereichs sind schräge Blickwinkel: Eine um 30 oder 45 Grad gekippte Kamera erzeugt eine Bilddynamik, die sonst in der Nachbearbeitung entsteht und dort Auflösung kostet.

Punkt für Mini 5 Pro: Mechanisches Drehen liefert Hochformat in voller Auflösung, ein Hochformat-Modus arbeitet mit weniger Pixeln.

Runde 7

Hinderniserkennung und Rückkehr

Air 3S LiDAR, 6 Sichtsensoren, Infrarot-ToF
Mini 5 Pro LiDAR, Sichtsensoren rundum

Beide Geräte tragen ein nach vorn gerichtetes LiDAR, das Entfernungen über die Laufzeit von Laserimpulsen misst und deshalb unabhängig vom Umgebungslicht arbeitet. Genau dort steigen reine Sichtsensoren aus, weil sie Licht und Struktur im Motiv brauchen. Die Air 3S ergänzt sechs Sichtsensoren und einen Infrarot-ToF-Sensor nach unten, die Mini 5 Pro deckt mit ihren Sichtsensoren alle Richtungen ab. Den Ausschlag gibt eine Funktion: Die Rückkehrautomatik der Air 3S merkt sich die geflogene Route über Echtzeit-Sichtpositionierung und fliegt sie zurück, statt geradeaus zum Startpunkt zu steuern. In verwinkeltem Gelände ist das der sicherere Weg.

Punkt für Air 3S: Beide erkennen Hindernisse im Dunkeln, die Air 3S ergänzt eine Rückkehr entlang der geflogenen Route.

Runde 8

Einstiegspreis mit Fernsteuerung

Air 3S 899 € inklusive RC-N3
Mini 5 Pro 1.149 € (Combo nötig)

Auf den Preisschildern steht die Mini 5 Pro mit 657,90 € um 241 € unter der Air 3S mit 899 €. Diese Rechnung hat einen Haken: Die Basisversion der Mini 5 Pro enthält keine Fernsteuerung. Wer keine kompatible DJI RC 2 besitzt, braucht die Fly More Combo für 1.149 €. Die Air 3S liefert in der Basisversion die RC-N3 mit, bei der das Smartphone als Bildschirm dient. Für einen Neueinsteiger lautet der echte Vergleich damit 899 € gegen 1.149 €. Umgekehrt gilt: Wer schon eine RC 2 aus einem anderen DJI-Modell hat, fliegt die Mini 5 Pro für 657,90 € und spart am meisten.

Punkt für Air 3S: Wer noch keine Fernsteuerung besitzt, kommt bei der Air 3S rund 250 € günstiger in die Luft.

Datenblatt-Duell

Alle Werte laut Herstellerangaben. Der jeweils vorteilhaftere Wert ist markiert; wo es keine Rangfolge gibt (Maße, Klassen, Anschlüsse), bleiben beide neutral.

Fluggerät und rechtliche Einstufung

Merkmal Air 3S Mini 5 Pro
Startgewicht 724 g 249,9 g (Toleranz ±4 g) (der vorteilhaftere Wert)
Drohnenklasse (EU) C1 C0, dauerhaft (der vorteilhaftere Wert)
Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich in C0 keiner erforderlich (der vorteilhaftere Wert)
Maße gefaltet 214,19 × 100,63 × 89,17 mm 157 × 95 × 68 mm (der vorteilhaftere Wert)
Max. Flugzeit 45 min (Schwebeflug 41 min) (der vorteilhaftere Wert) 36 min
Max. Flugdistanz 32 km (der vorteilhaftere Wert) 21 km
Max. Horizontalgeschwindigkeit 21 m/s (27 m/s mit Rückenwind) (der vorteilhaftere Wert) 18 m/s (19 m/s mit Akku Plus)
Windwiderstand 12 m/s (Windstärke 6) 12 m/s (Windstärke 6)
Max. Starthöhe 6.000 m 6.000 m (4.500 m mit Akku Plus)
Betriebstemperatur -10 bis 40 °C -10 bis 40 °C

Kameras und Gimbal

Merkmal Air 3S Mini 5 Pro
Hauptsensor 1 Zoll, 50 MP 1 Zoll, 50 MP
Blende Hauptkamera f/1,8, 24 mm Kleinbild f/1,8, 24 mm Kleinbild
Zweite Kamera 1/1,3 Zoll, 48 MP, 70 mm, f/2,8 (der vorteilhaftere Wert) keine, Digitalzoom bis 3×
Videoauflösung 4K bis 120 fps, Full HD bis 240 fps 4K bis 120 fps, Full HD bis 240 fps
Max. Bitrate 130 Mbit/s 130 Mbit/s
ISO Video (normal) 100 bis 12.800 100 bis 12.800
ISO Video (D-Log M, HLG) 100 bis 3.200 100 bis 3.200
Dynamikumfang bis 14 Blendenstufen (HDR-Video) weist DJI nicht aus
Gimbal-Rollbereich Standard-Dreiachser 225° (-230° bis 95°) (der vorteilhaftere Wert)
Hochformat 2,7K-Modus, 1512 × 2688 bis 60 fps mechanisch in voller Auflösung (der vorteilhaftere Wert)

Sensorik, Übertragung und Speicher

Merkmal Air 3S Mini 5 Pro
LiDAR nach vorn gerichtet nach vorn gerichtet
Weitere Sensorik 6 Sichtsensoren, Infrarot-ToF nach unten omnidirektionale Sichtsensoren
Rückkehrfunktion entlang der geflogenen Route (der vorteilhaftere Wert) Standard-Rückkehr zum Startpunkt
Übertragungssystem DJI O4, bis 20 km DJI O4 (mit DJI RC 2)
Interner Speicher 42 GB 42 GB

Preise und Lieferumfang

Merkmal Air 3S Mini 5 Pro
Basisversion 899,00 € mit RC-N3 657,90 € ohne Fernsteuerung (der vorteilhaftere Wert)
Fernsteuerung in der Basisversion DJI RC-N3 enthalten (der vorteilhaftere Wert) keine enthalten
Fly More Combo 1.149,00 € (3 Akkus, Ladestation, Tasche) 1.149,00 € (RC 2, mehrere Akkus, DJI Care)
Einstiegspreis ohne vorhandene Fernsteuerung 899,00 € (der vorteilhaftere Wert) 1.149,00 €

Was beide Geräte gemeinsam haben

Vor den Unterschieden lohnt der Blick auf die Schnittmenge, weil sie in diesem Duell ungewöhnlich groß ist. Beide Drohnen stammen aus derselben DJI-Generation und teilen sich den technischen Unterbau.

Sie tragen denselben 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln bei Blende f/1,8 und 24 mm Kleinbild-Brennweite. Beide filmen 4K mit bis zu 120 Bildern/s und Full HD mit 240, beide schreiben mit 130 Mbit/s und bieten D-Log M sowie HLG in 10 Bit. Der ISO-Bereich reicht in beiden Fällen bis 12.800 im normalen Profil und endet in den Profi-Farbprofilen bei 3.200.

Auch darüber hinaus stimmt vieles überein: 42 GB interner Speicher, das Übertragungssystem DJI O4, ein Windwiderstand von 12 m/s und eine maximale Starthöhe von 6.000 m. Selbst der Betriebstemperaturbereich ist mit -10 bis 40 °C identisch.

Wer also glaubt, die teurere Drohne liefere automatisch das bessere Bild, liegt bei diesem Paar daneben. Die Unterschiede liegen woanders.

Der rechtliche Unterschied in der Praxis

Diese Runde entscheidet den Vergleich für die meisten Käufer, deshalb hier die Details.

Die Mini 5 Pro trägt die Klassenkennzeichnung C0. Damit darfst Du sie in der offenen Kategorie, Unterkategorie A1 betreiben, ohne einen Kompetenznachweis abzulegen. Der Überflug unbeteiligter Personen ist zulässig, wenngleich Menschenansammlungen tabu bleiben. Was das im Detail bedeutet, steht im Ratgeber zu den Drohnenklassen C0 bis C4.

Die Air 3S trägt C1. Vor dem ersten Flug brauchst Du den kleinen Drohnenführerschein A1/A3, den Du online beim Luftfahrt-Bundesamt ablegst. Im Flug gilt: Unbeteiligte Personen darfst Du nicht überfliegen, und wenn es doch passiert, musst Du den Flug unverzüglich beenden. In A3 kommt ein Abstand von 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten dazu.

Praktisch heißt das: Über einem leeren Feld verhalten sich beide Drohnen gleich. In einer Kleinstadt, an einem belebten Strand oder auf einem Wanderparkplatz verhält sich die Air 3S deutlich eingeschränkter. Wer dort regelmäßig fliegt, spürt die 474 g Mehrgewicht bei jedem Start.

Gleich sind dagegen zwei Pflichten: Beide Geräte brauchen die Registrierung als Betreiber beim LBA samt e-ID-Plakette und beide eine Drohnen-Haftpflichtversicherung.

Die Preisfalle beim Vergleich der Basisversionen

Auf den Produktseiten stehen 657,90 € für die Mini 5 Pro und 899,00 € für die Air 3S. Diese 241 € Unterschied sind irreführend, weil die Lieferumfänge auseinanderlaufen.

DJI Air 3SDJI Mini 5 Pro
Basisversion899,00 €657,90 €
Fernsteuerung enthaltenDJI RC-N3keine
Fly More Combo1.149,00 €1.149,00 €
Einstieg ohne eigene Fernsteuerung899,00 €1.149,00 €

Die Basisversion der Mini 5 Pro enthält keine Fernsteuerung. Ohne eine vorhandene DJI RC 2 lässt sie sich nicht sinnvoll betreiben, weil die volle Übertragungsleistung an der passenden Fernsteuerung hängt. Der Weg führt dann zur Fly More Combo für 1.149 €*.

Die Air 3S liefert in der Basisversion die RC-N3 mit, bei der das Smartphone als Bildschirm dient. Für einen Neueinsteiger lautet die Rechnung deshalb 899 € gegen 1.149 €, und damit dreht sich der Preisvorteil um.

Ein dritter Fall ist der interessanteste: Wer bereits eine DJI RC 2 aus einem anderen Modell besitzt, kauft die Mini 5 Pro als Basisversion für 657,90 €* und spart gegenüber jeder anderen Variante rund 250 bis 500 €.

Wo die Air 3S ihre Mehrleistung ausspielt

Drei Situationen zeigen, wofür die 724 g gut sind.

Motive auf Distanz. Die 70-mm-Telekamera holt Bauwerke, Tierbestände oder Küstenformationen heran, ohne dass Du näher heranfliegen musst. Bei geschützten Gebieten und bei Wildtieren ist das der Unterschied zwischen einer möglichen und einer unmöglichen Aufnahme. Digitalzoom liefert hier sichtbar weniger Detail.

Lange Sessions. 45 Minuten je Akku bedeuten in der Praxis rund 32 bis 36 planbare Minuten. Das reicht, um ein Motiv aus mehreren Richtungen anzufliegen, statt nach dem ersten Anflug zurückkehren zu müssen. Mit drei Akkus aus der Combo ergibt das über zwei Stunden Flugzeit an einem Tag.

Verwinkeltes Gelände. Die Rückkehrautomatik der Air 3S merkt sich die geflogene Route und nutzt sie für den Rückweg. Bei einem Flug um ein Gebäude, durch ein Tal oder entlang einer Baumreihe ist das sicherer als eine Rückkehr in gerader Linie, die auf Sensorik im Anflug angewiesen bleibt. Mehr zu diesem Thema steht im Ratgeber zur Return-to-Home-Funktion bei DJI.

Wo die Mini 5 Pro uneinholbar bleibt

Der Gewichtsvorteil hat drei Auswirkungen, die sich mit Geld nicht ausgleichen lassen.

Der Papierkram entfällt. Kein Kompetenznachweis vor dem ersten Flug, keine Überflug-Beschränkung gegenüber Unbeteiligten. Für Gelegenheitspiloten, die zwei- oder dreimal im Jahr fliegen, ist das der ganze Unterschied zwischen spontanem Start und geplantem Termin.

Das Gepäck bleibt klein. 157 mm gefaltet und 250 g passen mit Fernsteuerung in eine Umhängetasche. Auf Wanderungen, Städtereisen und bei Handgepäck-Limits entscheidet das darüber, ob die Drohne überhaupt mitkommt.

Hochformat ohne Kompromiss. Der um 225 Grad rollende Gimbal liefert 9:16-Material in voller Sensorauflösung. Wer für Reels, Shorts oder TikTok produziert, bekommt hier eine Fähigkeit, die auch teurere DJI-Modelle so nicht bieten.

Dazu kommt die Auslandsperspektive: Viele Länder knüpfen ihre einfachsten Regeln an die 250-Gramm-Grenze. Welche Regeln wo gelten, sammelt unser Überblick zu den EU-Drohnenverordnung.

Fazit

Der Punktestand von 4:3 bei einem Unentschieden beschreibt die Technik und beantwortet die Kauffrage nur zur Hälfte. Die Air 3S liegt bei Brennweiten, Flugzeit, Sicherheitsfunktionen und Einstiegspreis vorn. Diese Vorteile sind real und für den richtigen Einsatzzweck erheblich.

Für die Mehrheit der Freizeitpiloten in Deutschland fällt die Entscheidung trotzdem zugunsten der Mini 5 Pro*, weil eine einzige Zahl alle anderen dominiert: 249,9 g gegen 724 g. Sie bestimmt, ob Du eine Prüfung ablegst, wo Du starten darfst und ob die Drohne in den Rucksack passt. Die Hauptkamera ist bei beiden identisch, sodass dieser Vorteil nichts kostet, was das Bild betrifft.

Zur Air 3S* greifst Du, wenn der Kompetenznachweis für Dich ohnehin dazugehört und Du das optische Tele oder die neun zusätzlichen Flugminuten wirklich brauchst. Für Landschaftsfotografen mit festem Standort, für Immobilien- und Bauaufnahmen und für alle, die Motive auf Distanz brauchen, ist sie das passendere Werkzeug.

Beide Modelle stehen ausführlich in unseren Rezensionen: DJI Air 3S und DJI Mini 5 Pro.

Welche der beiden passt zu dir?

Die Rundenbilanz sagt, welches Gerät technisch vorn liegt. Ob es auch das richtige für dich ist, entscheiden diese Bedingungen.

Nimm die Air 3S wenn …

  • Du hast den Kompetenznachweis A1/A3 oder legst ihn ohnehin ab
  • Du fliegst überwiegend über offenem Gelände, wo der Abstand zu Personen kein Thema ist
  • Du willst Motive heranholen, an die Du nicht näher heranfliegen kannst (Tiere, Bauwerke, Küstenlinien)
  • Du brauchst lange Flüge am Stück und planst mit 45 statt 36 Minuten
  • Du besitzt noch keine Fernsteuerung und willst unter 1.000 € bleiben
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Nimm die Mini 5 Pro wenn …

  • Du willst ohne Kompetenznachweis starten und fliegst häufig in besiedeltem Gebiet
  • Die Drohne soll auf Reisen und Wanderungen mitkommen, ohne ein eigenes Rucksackfach zu belegen
  • Du produzierst Hochformat-Material für Reels, Shorts oder TikTok
  • Dir reicht die 24-mm-Brennweite und Du brauchst kein optisches Tele
  • Du besitzt bereits eine DJI RC 2 und willst den größtmöglichen Preisvorteil
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Preise und Varianten

Zwischen beiden liegen aktuell rund 238,72 €, die Mini 5 Pro ist die günstigere von beiden.

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Häufige Fragen

Ist die DJI Air 3S besser als die Mini 5 Pro?

Technisch gewinnt die Air 3S vier von acht Kriterien: zweite Kamera mit 70 mm, 45 statt 36 Minuten Flugzeit, die routenbasierte Rückkehr und den niedrigeren Einstiegspreis mit Fernsteuerung. Die Mini 5 Pro gewinnt drei, darunter die rechtliche Einstufung. Ob die Air 3S für Dich besser ist, hängt daran, ob Du den Kompetenznachweis A1/A3 hast und wo Du fliegst. In besiedeltem Gebiet ist die Mini 5 Pro trotz weniger Punkten die praktischere Drohne.

Haben Air 3S und Mini 5 Pro dieselbe Kamera?

Die Hauptkameras sind technisch gleichwertig: beide 1-Zoll-Sensoren mit 50 Megapixeln, Blende f/1,8, 24 mm Kleinbild-Brennweite, ISO bis 12.800 im normalen Profil und 130 Mbit/s Bitrate. Der Unterschied liegt bei der zweiten Kamera der Air 3S mit 70 mm und beim Gimbal der Mini 5 Pro, der um 225 Grad rollt.

Brauche ich für die DJI Air 3S einen Drohnenführerschein?

Ja. Mit 724 g fällt die Air 3S in die Klasse C1, und für C1-Drohnen verlangt die EU-Drohnenverordnung den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Den legst Du online beim Luftfahrt-Bundesamt oder einer benannten Stelle ab. Die Mini 5 Pro trägt ab Werk C0 und kommt in A1 und A3 ohne Kompetenznachweis aus. Registrierung als Betreiber und Haftpflichtversicherung sind bei beiden Pflicht.

Lohnt sich die Telekamera der Air 3S wirklich?

Für Motive, an die Du nicht näher heranfliegen kannst, ja. Die 70-mm-Kamera nimmt mit 48 Megapixeln und voller Sensorauflösung auf, während der 3-fache Digitalzoom der Mini 5 Pro einen Ausschnitt aus dem vorhandenen Bild vergrößert. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Telesensor misst 1/1,3 Zoll bei Blende f/2,8, ist also lichtschwächer, und sein Fokus beginnt erst bei 3 m.

Welche der beiden ist besser für Reisen?

Die Mini 5 Pro. Gefaltet misst sie 157 × 95 × 68 mm bei 250 g, die Air 3S kommt auf 214 × 101 × 89 mm bei 724 g. Dazu kommt der rechtliche Vorteil: In vielen Reiseländern gelten für Drohnen unter 250 g einfachere Regeln. Wer mit Handgepäck reist oder wandert, merkt den Unterschied bei jedem Aufbruch.

Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Air 3S und Mini 5 Pro?

Die Basisversionen trennen rund 241 €: 657,90 € für die Mini 5 Pro, 899,00 € für die Air 3S. Die Mini-Basisversion enthält allerdings keine Fernsteuerung. Ohne vorhandene DJI RC 2 brauchst Du die Fly More Combo für 1.149,00 €, und dann ist die Air 3S mit ihrer mitgelieferten RC-N3 die günstigere Wahl. Beide Combos kosten 1.149,00 €.

Fliegt die Air 3S wirklich 45 Minuten?

45 Minuten nennt das Datenblatt unter Laborbedingungen, 41 Minuten im reinen Schwebeflug. Realistisch planbar sind 32 bis 36 Minuten mit aktiver Sensorik, Wind, Positionswechseln und einer Reserve von rund 20 Prozent. Bei der Mini 5 Pro stehen 36 Minuten im Datenblatt, planbar sind 25 bis 29. Der Abstand von rund neun Minuten bleibt auch in der Praxis bestehen.

Kann die Mini 5 Pro Hochformat aufnehmen?

Ja, und zwar mechanisch. Ihr Gimbal rollt um 225 Grad und dreht die Kamera ins Hochformat, wodurch die volle Sensorauflösung erhalten bleibt. Die Air 3S nutzt dafür einen eigenen Hochformat-Modus mit 2,7K und 1512 × 2688 Pixeln bei bis zu 60 Bildern/s. Für Reels und Shorts hat die Mini 5 Pro hier den Vorteil.

Welche der beiden ist sicherer im Flug?

Beide tragen ein nach vorn gerichtetes LiDAR und erkennen Hindernisse deshalb auch bei Dunkelheit. Die Air 3S ergänzt sechs Sichtsensoren, einen Infrarot-ToF-Sensor nach unten und eine Rückkehrautomatik, die sich die geflogene Route merkt. Die Mini 5 Pro deckt mit ihren Sichtsensoren alle Richtungen ab. Der Vorteil der Air 3S ist knapp und zeigt sich vor allem in verwinkeltem Gelände.

Kann ich die Mini 5 Pro auf C1 umstellen und dann wie eine Air 3S fliegen?

Seit November 2025 nicht mehr. Bis dahin ließ sich für die Mini 5 Pro eine C1-Kennzeichnung beantragen, DJI hat diesen Weg für alle Modelle geschlossen. Die Hardware wäre davon ohnehin unberührt geblieben: Die zweite Kamera und die längere Flugzeit der Air 3S entstehen durch ein anderes Klassenlabel nicht. Für Freizeitpiloten ist C0 zudem die entspanntere Klasse.

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