Technische Daten
Displays und Optik
| Bildschirme | 2 × Micro-OLED, je 0,49 Zoll |
|---|---|
| Auflösung | 1920 × 1080 Pixel je Auge |
| Bildwiederholrate | bis zu 100 Hz, folgt der Bildrate der Übertragung |
| Helligkeit | bis zu 700 Nits |
| Sichtfeld | 44° je Bildschirm |
| Augenabstand (IPD) | 56 bis 72 mm einstellbar |
| Sehstärke | keine Dioptrienverstellung, 11 Paar Korrekturlinsen im Lieferumfang |
| Zertifizierung | TÜV Rheinland Low Blue Light |
Übertragung
| System | DJI O3+ |
|---|---|
| Betriebsfrequenzen | 2,4000 bis 2,4835 GHz und 5,725 bis 5,850 GHz |
| Videolatenz | ab 30 ms bei 1080p/100, ab 40 ms bei 1080p/60 |
| Reichweite mit DJI Avata | 12 km (FCC), 6 km (CE) |
| Reichweite mit O3 Air Unit | 10 km (FCC), 2 km (CE) |
| Max. Videobitrate | 50 Mbit/s |
| Sendeleistung 5,8 GHz (EIRP) | < 30 dBm (FCC), < 14 dBm (CE) |
| Antennen | klappbar, fest verbaut |
Aufnahme und Anschlüsse
| Codecs | H.264 und H.265 |
|---|---|
| Aufnahmeformat | MOV |
| Speicherkarte | microSD bis 512 GB |
| Anschluss | USB-C, OTG-Kabel liegt bei |
| Ortung | GPS eingebaut (für Remote ID in den USA) |
| Funkmodule | kein WLAN, kein Bluetooth |
| Audio | keine Lautsprecher, kein 3,5-mm-Anschluss |
Gehäuse und Energie
| Gewicht | 410 g inklusive Akku-Kopfband |
|---|---|
| Maße mit eingeklappten Antennen | 170 × 104 × 74,44 mm |
| Maße mit ausgeklappten Antennen | 205 × 104 × 104 mm |
| Akku | Lithium-Ionen, 2.450 mAh, 17,64 Wh, 5,6 bis 8,4 V |
| Akkugewicht | ca. 185 g inklusive Kopfband |
| Betriebsdauer | ca. 2 Stunden |
| Ladeleistung | max. 15 W, Laden im ausgeschalteten Zustand |
| Betriebstemperatur | -10 bis 40 °C |
Die DJI Goggles Integra ist die praktische Schwester der Goggles 2: gleiche Micro-OLED-Displays, gleiche O3+-Übertragung, aber mit Akku im Kopfband statt am Kabel. Dafür entfallen die Dioptrienverstellung, WLAN, Bluetooth und die Lautsprecher. Sie gehört zur O3-Generation und arbeitet mit der DJI Avata der ersten Reihe, der O3 Air Unit und der DJI FPV Drohne zusammen. Grundlage dieser Einordnung sind das DJI-Datenblatt, die Amazon-Listung und der Vergleich mit den aktuellen O4-Brillen.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei Micro-OLED-Displays mit 1080p und bis zu 100 Hz liefern dieselbe Bildqualität wie die deutlich teureren Goggles 2
- Der Akku im Kopfband spart das Kabel zur Hosentasche und verbessert die Gewichtsverteilung am Kopf
- Elf Paar Korrekturlinsen decken die gängigen Sehstärken ab, ohne dass die eigene Brille mit unter die Goggles muss
- 410 g inklusive Energieversorgung und klappbare Antennen machen sie zur reisefreundlichsten Brille ihrer Reihe
- Laden während des Betriebs ist möglich, eine Powerbank verlängert den Flugtag
Das spricht dagegen
- Der Amazon-Preis von 702,00 € liegt über der UVP von 659 €, im Fachhandel ist die Brille für gut 460 € gelistet
- O3+ bindet sie an die ältere Generation: Avata 2, Neo und die O4 Air Units bleiben außen vor
- Keine Dioptrienverstellung, wer eine Zwischenstärke braucht, kauft passende Linsen nach
- 44° Sichtfeld statt 51° bei den Goggles 2, das Bild wirkt kleiner
- Die Antennen sind fest verbaut, gegen Richtantennen tauschen lässt sich nichts
- Ohne WLAN und Bluetooth entfällt das gleichzeitige Streamen aufs Smartphone
Die Goggles 2 ohne Kabel in der Hosentasche
Als DJI die Goggles 2 vorstellte, gab es eine Kritik, die sich durch alle Rückmeldungen zog: der externe Akku. Ein Kabel führte von der Brille in die Jackentasche, es verhakte sich beim Aufsetzen, beim Umdrehen und beim Aussteigen aus dem Auto.
Die Goggles Integra beantwortet genau diesen Punkt. Der Akku wandert ins Kopfband und sitzt als Gegengewicht am Hinterkopf. Displays, Übertragung und Software bleiben dieselben. Was DJI dafür gestrichen hat, steht weiter unten und gehört zur ehrlichen Einordnung dazu.
Die Displays: zweimal Micro-OLED mit 1080p
Der optische Kern besteht aus zwei Micro-OLED-Bildschirmen mit je 1920 × 1080 Pixeln. Zwei getrennte Displays statt eines geteilten Schirms haben einen konkreten Vorteil: Der Augenabstand lässt sich von 56 bis 72 mm verstellen, sodass das Bild bei jedem Kopf mittig sitzt.
Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 100 Hz und folgt der Bildrate der Übertragung. Kommt ein 60-Bilder-Signal an, schaltet die Brille auf 60 Hz. Die 700 Nits Helligkeit reichen aus, um auch in einer hellen Umgebung nicht flau zu wirken, und die TÜV-Rheinland-Zertifizierung für reduziertes Blaulicht adressiert die Ermüdung bei längeren Sitzungen.
Der Kompromiss steckt im Sichtfeld von 44°. Die Goggles 2 kommen auf 51°, das Bild wirkt dort größer und umhüllender. Manche Piloten empfinden das kleinere Feld als schärfer, weil dieselbe Pixelzahl auf weniger Fläche verteilt wird. Wer den maximalen Eintaucheffekt sucht, wird die sieben Grad vermissen.
Der Akku im Kopfband: 2.450 mAh, zwei Stunden
Das Kopfband wiegt rund 185 g und trägt einen Lithium-Ionen-Akku mit 2.450 mAh und 17,64 Wh. Das Gesamtgewicht der Brille liegt bei 410 g.
Die Betriebsdauer gibt DJI mit etwa zwei Stunden an, gemessen bei 25 °C, Helligkeitsstufe 4 und 1080p/100. Diese Zahl relativiert sich im Alltag schnell: Ein Avata-Flugakku hält etwa 18 Minuten, du kommst also auf sechs bis sieben Flüge je Brillenladung. Für längere Tage lässt sich eine Powerbank während des Flugs anschließen, was den Akku entlastet.
Der zweite Effekt ist die Balance. Ein Akku am Hinterkopf zieht das Gewicht von der Nase weg. Genau dort drückt jede FPV-Brille, und das obere Kopfband hebt zusätzlich einen Teil der Last ab.
O3+ und die Frage nach der Reichweite
Die Brille arbeitet mit DJI O3+, wechselt automatisch zwischen 2,4 und 5,8 GHz und erreicht laut Datenblatt eine Videolatenz ab 30 ms in der Betriebsart 1080p mit 100 Bildern/s. Bei 60 Bildern/s sind es 40 ms.
Bei der Reichweite lohnt der genaue Blick, weil zwei Werte im Umlauf sind:
| Kombination | FCC | CE (Europa) |
|---|---|---|
| Goggles Integra + DJI Avata | 12 km | 6 km |
| Goggles Integra + O3 Air Unit | 10 km | 2 km |
Der Unterschied kommt aus der zulässigen Sendeleistung: Im 5,8-GHz-Band erlaubt CE 14 dBm, FCC bis zu 30 dBm. In Deutschland gilt zusätzlich die Sichtflugpflicht, wodurch die Flugstrecke ohnehin bei einigen Hundert Metern endet. Die Reichweitenreserve zahlt sich stattdessen in Verbindungsstabilität hinter Hindernissen aus. Welche Regeln beim Brillenflug sonst noch gelten, steht im Ratgeber zum FPV-Drohne fliegen.
Was DJI gestrichen hat
Die Integra kostet weniger als die Goggles 2, und das hat Gründe im Datenblatt:
- Keine Dioptrienverstellung. Statt eines Rädchens liegen elf Paar Korrekturlinsen bei. Wer eine Zwischenstärke oder eine Hornhautverkrümmung hat, kauft passende Linsen nach.
- Feste Antennen. Sie klappen ein, lassen sich aber nicht tauschen. Richtantennen für mehr Reichweite scheiden aus.
- Kein WLAN, kein Bluetooth. Das gleichzeitige Streamen des Bildes aufs Smartphone entfällt.
- Keine Lautsprecher, kein 3,5-mm-Anschluss, keine Punktmatrix-Anzeige.
- Physische Tasten statt Touchpanel. Für Umsteiger aus dem klassischen FPV-Lager ist das eher ein Vorteil, weil die Menüführung ohne Wischen auskommt.
Dazu kommt ein eingebautes GPS, das in den USA die Remote-ID-Pflicht bei fertig gekauften Drohnen erfüllt. In Europa läuft die Kennzeichnung über die e-ID-Plakette und die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt.
Die Generationenfrage: O3+ trifft nicht auf O4
Der wichtigste Punkt vor dem Kauf betrifft die Kompatibilität. DJI führt sein FPV-Programm in zwei getrennten Welten.
| Generation | Brillen | Drohnen und Air Units | Sender |
|---|---|---|---|
| O3 / O3+ | Goggles Integra, Goggles 2, FPV Goggles V2 | DJI Avata, DJI FPV, O3 Air Unit | FPV Fernsteuerung 2, RC Motion 2 |
| O4 | Goggles 3, Goggles N3 | Avata 2, Neo, O4 Air Unit | FPV Fernsteuerung 3, RC Motion 3 |
Für dich heißt das: Die Integra lohnt sich, wenn eine Avata der ersten Generation, eine DJI FPV Drohne oder eine O3 Air Unit im Schrank liegt. Bei einem Neuaufbau ist die O4-Reihe der anschlussfähige Weg.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Displays | Sichtfeld | Latenz | System | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Goggles Integra | 2 × Micro-OLED, 1080p | 44° | ab 30 ms | O3+ | ca. 702 € |
| DJI Goggles 3 | 2 × Micro-OLED, 1080p | 44° | ab 24 ms | O4 | ca. 591 € |
| DJI Goggles N3 | ein Bildschirm, 1080p | 54° | ab 31 ms | O4 | ca. 249 € |
| Walksnail Goggles X | 2 × OLED, 1080p | 50° | ca. 22 ms | Avatar HD | ca. 499 € |
Die Tabelle zeigt das Preisproblem des Amazon-Angebots deutlich: Die aktuellere Goggles 3 liegt unter dem Kurs, den der Drittanbieter für die Integra aufruft.
Preis und Marktlage
Bei Amazon steht die Brille bei 702,00 €, verkauft über einen Drittanbieter mit geringem Bestand. Die UVP liegt bei 659 €, im deutschen Fachhandel ist sie laut Preisvergleichen ab etwa 460 € gelistet.
Damit ist die Preisfrage die eigentliche Schwäche dieses Angebots. Am Kurs von 460 € ist die Integra eine sinnvolle Brille für alle mit O3-Hardware. Bei 702 € greifen die meisten Piloten besser zur aktuellen Generation oder warten auf ein besseres Angebot.
Für wen sich die Goggles Integra lohnt
Sie passt, wenn du eine DJI Avata der ersten Generation oder eine O3 Air Unit fliegst und eine Brille suchst, die ohne Kabelakku auskommt. Auf Reisen ist sie die kompakteste Lösung ihrer Reihe, weil Akku und Antennen ins Gehäuse gehören.
Weniger passend ist sie für den Neueinstieg. Wer heute eine Avata 2 oder eine Neo kauft, braucht eine O4-Brille. Und wer mit Brillenkorrektur fliegt, sollte prüfen, ob die beiliegenden Linsen die eigene Sehstärke abdecken.
Fazit
Die DJI Goggles Integra löst das Kabelproblem der Goggles 2 elegant und behält die Bildqualität bei: zwei Micro-OLED-Displays, 1080p bei bis zu 100 Hz, 30 ms Latenz. Für Piloten mit O3-Hardware ist sie technisch die richtige Wahl.
Die Bewertung von 3,3 von 5 entsteht aus zwei Punkten, die beide außerhalb der Optik liegen: die Bindung an die ältere Übertragungsgeneration und der Amazon-Kurs von 702,00 €, der über UVP und Fachhandelspreis liegt. Wer die Goggles Integra* zum Marktpreis bekommt, macht nichts falsch. Für einen Neuaufbau ist die Goggles 3* der zukunftssichere Weg.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen DJI Goggles Integra und Goggles 2?
Die Displays sind identisch: zwei Micro-OLED mit 1080p und bis zu 100 Hz. Unterschiedlich sind Energieversorgung und Ausstattung. Die Integra trägt den Akku im Kopfband, die Goggles 2 haben einen externen Akku am Kabel. Dafür bieten die Goggles 2 eine Dioptrienverstellung, 51° Sichtfeld statt 44°, WLAN, Bluetooth und Lautsprecher.
Mit welchen Drohnen funktioniert die DJI Goggles Integra?
Laut DJI mit der DJI Avata der ersten Generation, der DJI FPV Drohne, der DJI O3 Air Unit und dem DJI FPV Air Unit Module. Als Steuergeräte passen der DJI Motion Controller, die RC Motion 2 und die DJI FPV Fernsteuerung 2. Modelle der O4-Generation wie Avata 2 und Neo arbeiten nicht mit ihr zusammen.
Wie lange hält der Akku der DJI Goggles Integra?
DJI gibt rund zwei Stunden Betriebsdauer an, gemessen bei 25 °C, Helligkeitsstufe 4 und einer Übertragung in 1080p mit 100 Bildern/s. Der Akku hat 2.450 mAh und 17,64 Wh. Geladen wird er über USB-C mit bis zu 15 W, und während des Fliegens lässt sich eine Powerbank anschließen.
Kann man die DJI Goggles Integra mit Brille tragen?
Möglich ist es, angenehm ist es selten. DJI legt deshalb elf Paar Korrekturlinsen und zwei Brillenfassungen bei, die vor die Displays gesetzt werden. Eine stufenlose Dioptrienverstellung wie bei den Goggles 2 gibt es hier nicht, deshalb entscheidet die Auswahl der Linsen über die Schärfe.
Warum sind es mit der O3 Air Unit nur 2 km Reichweite in Europa?
Die CE-Vorgaben begrenzen die Sendeleistung im 5,8-GHz-Band auf 14 dBm, in den USA sind bis zu 30 dBm erlaubt. Die Kombination aus Goggles Integra und O3 Air Unit erreicht damit nach CE 2 km, mit der DJI Avata sind es 6 km. In der Praxis begrenzt ohnehin die Sichtflugpflicht die Flugstrecke.
Nimmt die DJI Goggles Integra Videos auf?
Ja, sie zeichnet das empfangene Livebild auf eine microSD-Karte bis 512 GB im MOV-Format auf. Das ist das Brillenmaterial mit 1080p, nicht die hochauflösende Aufnahme der Drohne. Als Sicherung nach einem Absturz ist es hilfreich, weil es den letzten Bildstand vor dem Verlust zeigt.
Hat die DJI Goggles Integra Lautsprecher?
Nein. DJI hat bei der Integra Lautsprecher, den 3,5-mm-Anschluss und die Punktmatrix-Anzeige weggelassen. Warntöne und Telemetrie erscheinen als Einblendung im Bild. Wer Ton möchte, nutzt die Aufnahme der Drohne oder ein separates Gerät.
Ist die DJI Goggles Integra 2026 noch eine sinnvolle Anschaffung?
Als Ergänzung zu einer vorhandenen DJI Avata oder O3 Air Unit ja, weil sie die günstigste Micro-OLED-Brille dieser Generation ist. Für einen Neuaufbau lohnt der Blick auf die O4-Reihe mit Goggles 3 oder N3, weil dort die aktuellen Drohnen und Air Units andocken.
Braucht man für den Flug mit der Goggles Integra einen Beobachter?
Ja. Wer mit Videobrille fliegt, hat keinen direkten Sichtkontakt zur Drohne. Die EU-Drohnenverordnung verlangt dafür einen Luftraumbeobachter, der neben dir steht und die Drohne durchgehend im Blick behält. Ohne diese zweite Person ist der Brillenflug im Freien nicht zulässig.