Technische Daten
Fluggerät
| Startgewicht | 125 g inklusive Akku |
|---|---|
| Abmessungen entfaltet | ca. 127 × 145 × 30 mm |
| Abmessungen gefaltet | ca. 127 × 86 × 31 mm |
| Max. Horizontalgeschwindigkeit | 7,02 m/s |
| Max. Steiggeschwindigkeit | 1,52 m/s |
| Max. Flugzeit | 11,5 Minuten, ca. 20 Aufnahmesequenzen je Akku |
| Max. Flugdistanz | 2 km je Akkuladung |
| Max. Flughöhe über Grund | 10 m, im Vogelperspektive-Modus bis 15 m |
| Max. Starthöhe | 5.000 m über Meereshöhe |
| Windwiderstand | ca. 7,9 m/s (Windstärke 4) |
| Betriebstemperatur | 0 bis 40 °C |
| Positionierung | visuell-inertiale Odometrie (VIO) und Time-of-Flight-Sensor |
Kamera und Stabilisierung
| Objektiv | Sichtfeld 90°, 19 mm Kleinbild-Äquivalent, Blende f/2,4 |
|---|---|
| Fokus | Fixfokus ab 0,75 m |
| ISO-Bereich | 100 bis 8.000 |
| Verschlusszeit | 1/30 bis 1/8000 s |
| Fotoauflösung | 4.000 × 3.000 Pixel (12 MP), JPEG |
| Videoauflösungen | 2,7K 2704 × 1520 bei 30 fps · 1080p bei 30 und 60 fps |
| Max. Bitrate | 32 Mbit/s, MP4 mit H.264 |
| Farbprofile | Standard und HDR |
| Gimbal | mechanisch in der Neigeachse, dazu SmoothCapture |
| Steuerbarer Neigebereich | -90° bis 15° |
Sensorik und Steuerung
| Sensorik vorn | visuell-inertiale Odometrie mit 137° Sichtfeld |
|---|---|
| Sensorik unten | Time-of-Flight-Sensor |
| Aufnahmemodi | Follow, Zoom Out, Hover, Orbit, Vogelperspektive, Dolly Track, Side Track, Snapshot, Indoor Follow, 360° Spin, Smart Control, manuelle Steuerung |
| Reichweite mit Beacon | ca. 50 m |
Akku und Speicher
| Akkukapazität | 1.050 mAh, 7,7 V, 8,085 Wh |
|---|---|
| Akkugewicht | 42 g |
| Ladezeit | 35 Minuten über die Ladestation, 55 Minuten in der Drohne |
| Interner Speicher | 32 GB in der aktuellen Fassung |
| Speicherkarte | kein Steckplatz vorhanden |
Die HOVERAir X1 ist eine Flugkamera, die ohne Fernsteuerung auskommt. Sie startet aus der Handfläche, fliegt eine von zwölf festen Bahnen ab und landet wieder in der Hand. Ihre Besonderheit sind die vollständig umschlossenen Propeller und das Gewicht von 125 g, mit dem sie in der Jackentasche verschwindet. Dafür begrenzt der Hersteller die Flughöhe auf 10 m und die Videoauflösung auf 2,7K. Diese Rezension ordnet sie anhand des Datenblatts von Zero Zero Robotics, der Amazon-Listungen und des Vergleichs mit klassischen Kameradrohnen ein.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die Propeller sind vollständig von einem Gitter umschlossen, damit ist die Drohne die unkomplizierteste Lösung für Aufnahmen im Nahbereich, in Innenräumen und in Menschennähe
- 125 g inklusive Akku sind weniger als ein Smartphone, gefaltet passt sie in eine Jackentasche
- Zwölf feste Aufnahmemodi decken die üblichen Bewegungen ab, ohne dass du fliegen können musst: ein Knopfdruck, und die Sequenz läuft ab
- Der Handstart macht sie in unter einer Minute einsatzbereit, eine Fernsteuerung wird nicht benötigt
- Der Akku lädt in 35 Minuten über die Ladestation, damit ist ein Zweitakku schnell wieder verfügbar
Das spricht dagegen
- Die maximale Flughöhe liegt bei 10 m über Grund, im Vogelperspektive-Modus bei 15 m; klassische Luftbilder aus 80 oder 100 m Höhe sind damit ausgeschlossen
- 2,7K bei 30 fps und 32 Mbit/s Bitrate sind der niedrigste Wert unter allen Drohnen dieser Preisklasse, 4K fehlt vollständig
- 11,5 Minuten Flugzeit sind kurz, und der Beacon reicht nur rund 50 m weit
- Nur die Neigeachse wird mechanisch stabilisiert, Rollen und Schwenken übernimmt die Software und beschneidet dafür das Bild
- Fotos entstehen ausschließlich als JPEG, ein Rohformat fehlt, ebenso ein Speicherkartenschacht
Eine Flugkamera, keine klassische Drohne
Die HOVERAir X1 löst eine engere Aufgabe als eine gewöhnliche Kameradrohne, und sie tut das mit Absicht. Es gibt keine Fernsteuerung im Lieferumfang, keine Satellitennavigation und keine Flughöhe über 10 m. Stattdessen gibt es einen Knopf am Gehäuse, zwölf feste Flugbahnen und ein Gitter, das die vier Propeller vollständig umschließt.
Der Hersteller Zero Zero Robotics nennt das eine selbstfliegende Kamera, und die Beschreibung trifft es. 125 g mit Akku, gefaltet etwa so groß wie ein Taschenbuch, einsatzbereit in unter einer Minute. Wer eine Landschaftsdrohne sucht, ist hier falsch. Wer eine zweite Person ersetzen will, die mitfilmt, findet ein passendes Werkzeug.
Die 10-Meter-Grenze und warum sie da ist
Der wichtigste Wert im Datenblatt ist die maximale Flughöhe von 10 m über Grund, im Vogelperspektive-Modus 15 m. Diese Grenze ist die Konsequenz aus der Bauart.
Klassische Kameradrohnen halten ihre Position über Satellitensignale von GPS, Galileo und BeiDou. Die X1 hat kein solches System. Sie orientiert sich über visuell-inertiale Odometrie, also den Abgleich zwischen Kamerabild und Bewegungssensoren, plus einen abwärts gerichteten Time-of-Flight-Sensor, der den Abstand zum Boden misst. Beide Verfahren arbeiten zuverlässig, solange der Boden erkennbar bleibt. Auf 100 m Höhe wäre er das nicht mehr.
Praktisch heißt das: Die X1 filmt dich aus der Perspektive einer Person, die zwei Stockwerke über dir steht, nicht aus der Vogelperspektive einer Luftbildaufnahme. Für Verfolgungsaufnahmen beim Wandern, Radfahren oder Skaten ist das die richtige Höhe. Für ein Panorama über einer Bucht ist es die falsche.
Das Propellergitter: die eigentliche Stärke
Bei fast allen Drohnen sind die Rotoren offen. Ein Propellerschutz ist Zubehör, das Gewicht kostet und Flugzeit frisst. Bei der X1 ist das Gitter Teil der Struktur.
Daraus folgen drei Dinge. Die Drohne lässt sich aus der Hand starten und in der Hand fangen, ohne dass du dabei aufpassen musst. Sie kann in Innenräumen fliegen, wo eine Berührung mit Wand oder Möbel jederzeit möglich ist. Und sie darf sich Menschen nähern, weil ein Kontakt bei 125 g mit umschlossenen Rotoren keine ernsthafte Verletzungsgefahr bedeutet.
Genau diese Kombination unterscheidet sie von der DJI Neo, bei der der Propellerschutz zwar mitgeliefert wird, aber abnehmbar bleibt und 1 Minute Flugzeit kostet.
Kamera: 2,7K und was daraus folgt
Hier liegt die deutlichste Schwäche. Die X1 filmt maximal 2,7K mit 2704 × 1520 Pixeln bei 30 fps, in Full HD sind bis zu 60 fps möglich. Die Bitrate liegt bei 32 Mbit/s.
Zum Vergleich: Die DJI Neo nimmt 4K mit 30 fps bei 75 Mbit/s auf, die DJI Mini 4K 4K bei 100 Mbit/s. Sichtbar wird der Unterschied bei bewegten Strukturen, also Laub, Wellen, Kiesflächen und Schnee: Je niedriger die Bitrate, desto eher zerfallen solche Flächen in sichtbare Blöcke.
Zwei Dinge relativieren das. Erstens ist Material, das ohnehin auf einem Smartphone-Bildschirm landet, mit 2,7K ausreichend bedient. Zweitens gleicht die Kamera durch ihr 90°-Sichtfeld bei 19 mm Kleinbild einen typischen Fehler kleiner Actionkameras aus: Sie verzerrt Gesichter am Bildrand weniger als die extremen Weitwinkel von 110° und mehr, mit denen viele Selfiedrohnen arbeiten.
Der Gimbal stabilisiert nur die Neigeachse mechanisch, Rollen und Schwenken übernimmt SmoothCapture in der Software. Bei ruhigem Flug fällt das nicht auf, bei Seitenwind und schnellen Richtungswechseln schon.
Flugzeit, Ladezeit und die Praxis der 20 Sequenzen
Elfeinhalb Minuten klingen wenig. Der Hersteller nennt daneben eine zweite Zahl, die besser zur Nutzung passt: rund 20 aufeinanderfolgende Aufnahmesequenzen je Akku.
So wird die X1 tatsächlich benutzt. Du startest sie, sie fliegt eine Bahn von 20 bis 40 Sekunden ab, du fängst sie wieder ein. Zwanzig solcher Sequenzen ergeben genug Material für ein zusammengeschnittenes Video eines Tagesausflugs.
Dazu kommt eine kurze Ladezeit: 35 Minuten über die Ladestation, 55 Minuten direkt in der Drohne. Das Verhältnis von Flug- zu Ladezeit ist damit deutlich günstiger als bei größeren Drohnen, bei denen ein Akku über eine Stunde braucht.
Was der Beacon leistet und was nicht
Der Beacon ist die Bedieneinheit für alle HOVERAir-Modelle. Er wird am Handgelenk getragen oder an den Lenker geklemmt und übernimmt Modusauswahl, Start, Stopp und Rückruf.
Die Reichweite liegt bei rund 50 m. Für eine Drohne, die dir folgt und höchstens 15 m hoch fliegt, ist das ausreichend bemessen. Es macht aber deutlich, wo die Grenze verläuft: Ein freies Erkunden der Umgebung, wie man es von einer Kameradrohne kennt, ist mit diesem Konzept nicht vorgesehen.
Für wen sich die X1 lohnt
Sie passt, wenn du dich selbst filmen willst und niemanden dabei hast: beim Trailrunning, Skaten, Klettern, im Garten, auf Reisen. Die Kombination aus 125 g, Propellergitter und Handstart macht sie zur Drohne mit der niedrigsten Einstiegshürde überhaupt; man muss weder fliegen können noch ein Smartphone bedienen. Auch als Zweitgerät neben einer richtigen Kameradrohne funktioniert sie, weil sie Situationen abdeckt, in denen eine 250-Gramm-Drohne zu sperrig wäre.
Weniger passend ist sie, sobald Bildqualität oder Flughöhe zählen. 2,7K, 32 Mbit/s und 10 m Höhe sind drei Grenzen, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Wer auch nur gelegentlich Landschaft aufnehmen will, sollte den Aufpreis zu einer GPS-gestützten Drohne einplanen.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Gewicht | Video | Flugzeit | Max. Höhe | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| HOVERAir X1 | 125 g | 2,7K/30 | 11,5 min | 10 m | ca. 254,00 € |
| HOVERAir X1 Pro | 192 g | 4K/60 | 16 min | 120 m | ca. 499,00 € |
| DJI Neo | 135 g | 4K/30 | 18 min | gesetzlich 120 m | ca. 137,00 € |
| DJI Neo 2 | 151 g | 4K/60 | 19 min | gesetzlich 120 m | ca. 208,95 € |
Die X1 Pro ist der direkte Nachfolger im selben Konzept, mit 4K, zweiter Gimbal-Achse und ohne Höhenbegrenzung. Die DJI Neo kostet weniger als die Hälfte, filmt in 4K und fliegt auf die gesetzlich zulässigen 120 m, hat dafür aber nur eine mechanische Gimbal-Achse und keinen fest verbauten Propellerschutz. Die Neo 2 ist die technisch rundeste Wahl in dieser Gewichtsklasse.
Fazit
Die HOVERAir X1 ist ab 254,00 € die zugänglichste Flugkamera am Markt: Gitter um die Propeller, Handstart, zwölf feste Aufnahmemodi und 125 g, die man immer dabeihaben kann. In ihrem eigentlichen Einsatzfeld, also Aufnahmen von sich selbst in Bodennähe, macht sie ihre Sache gut und verzeiht dabei Fehler, die bei offenen Rotoren teuer würden.
Mit einer Gesamtwertung von 3,4 von 5 bremsen zwei Werte die Bewertung: die auf 2,7K begrenzte Kamera und die Flughöhe von 10 m. Wer beides braucht, greift zur HOVERAir X1 Pro* oder zur deutlich günstigeren DJI Neo 2*. Wer eine unkomplizierte Kamera für den Nahbereich sucht und auf Luftbilder verzichten kann, ist mit der X1 richtig bedient.
Häufige Fragen
Braucht man für die HOVERAir X1 einen Drohnenführerschein?
Nein. Mit 125 g liegt sie deutlich unter der 250-Gramm-Grenze, und für diese Gewichtsklasse verlangt die EU-Drohnenverordnung in den Unterkategorien A1 und A3 keinen Kompetenznachweis. Registrieren musst du dich als Betreiber trotzdem beim Luftfahrt-Bundesamt, weil eine Kamera verbaut ist. Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland ebenfalls Pflicht.
Wie hoch fliegt die HOVERAir X1?
Der Hersteller begrenzt die Flughöhe auf 10 m über Grund, im Vogelperspektive-Modus auf 15 m. Diese Grenze ist bewusst gesetzt: Die X1 orientiert sich über einen abwärts gerichteten Time-of-Flight-Sensor und ein Sichtsystem, nicht über GPS. Ohne Satellitenpositionierung wäre ein Flug in großer Höhe nicht sicher zu halten. Für Luftbilder aus 80 oder 100 m brauchst du eine GPS-gestützte Kameradrohne.
Wie lange fliegt die HOVERAir X1 mit einem Akku?
Das Datenblatt nennt 11,5 Minuten. Praxisnäher ist die zweite Angabe des Herstellers: rund 20 aufeinanderfolgende Aufnahmesequenzen je Akkuladung. Genau so wird die Drohne benutzt, in kurzen Flügen von 20 bis 40 Sekunden. Ein Akku lädt in 35 Minuten über die Ladestation wieder voll.
Hat die HOVERAir X1 einen Speicherkartenslot?
Nein. Sie speichert auf 32 GB internem Speicher. Bei 32 Mbit/s Bitrate reicht das für mehr als zwei Stunden Videomaterial, der Speicher ist also nicht der begrenzende Faktor. Übertragen wird per Hover-App über WLAN oder per USB-C an den Rechner.
Welche Aufnahmemodi hat die HOVERAir X1?
Zwölf Stück: Follow, Zoom Out, Hover, Orbit, Vogelperspektive, Dolly Track, Side Track, Snapshot, Indoor Follow, 360° Spin, Smart Control und manuelle Steuerung. Jeder Modus ist eine feste Flugbahn, die die Drohne selbstständig abfliegt. Du wählst den Modus am Gerät oder in der App, hältst die Drohne auf die Handfläche und drückst einmal.
Was ist der Unterschied zwischen HOVERAir X1 und X1 Pro?
Die X1 Pro filmt in 4K mit bis zu 60 fps statt 2,7K mit 30 fps, hat einen mechanischen 2-Achsen-Gimbal statt einer Achse, wiegt 192 g statt 125 g und hält Windstärke 5 statt 4 stand. Dazu kommt ein rückwärtiger Kollisionssensor. Die X1 Pro kostet allerdings rund das Doppelte.
Kann die HOVERAir X1 in Innenräumen fliegen?
Ja, dafür ist sie gut geeignet. Die Propeller sind vollständig umschlossen, und der Indoor-Follow-Modus ist genau für diesen Fall vorgesehen. Die Positionierung über Sichtsystem und Time-of-Flight-Sensor funktioniert ohne GPS, braucht aber ausreichend Licht und einen strukturierten Boden.
Wie windempfindlich ist die HOVERAir X1?
Der Hersteller gibt rund 7,9 m/s an, das entspricht Windstärke 4. Bei 125 g Gewicht und 7 m/s Höchstgeschwindigkeit bleibt wenig Reserve: Kommt der Wind von vorn und erreicht Böen über 7 m/s, kommt die Drohne kaum noch gegen ihn an. An zugigen Tagen am Wasser oder in den Bergen solltest du sie deshalb in der Tasche lassen.
Braucht man für die HOVERAir X1 ein Smartphone?
Für den reinen Betrieb nicht. Aufnahmemodus wählen, Handstart, fertig. Die Hover-App brauchst du, um das Livebild zu sehen, Modi anzupassen, manuell zu steuern und Aufnahmen herunterzuladen. Für die Erstinbetriebnahme und Firmware-Updates ist die App ebenfalls nötig.
Lohnt sich die Combo Plus der HOVERAir X1?
Die Combo Plus kostet 339,00 € statt 254,00 € und enthält drei Akkus statt zwei. Bei 11,5 Minuten je Akku entscheidet vor allem die Länge deiner Ausflüge: Für einen Nachmittag mit vielen kurzen Sequenzen reichen zwei Akkus, für einen ganzen Tourentag lohnt der dritte.